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Berlin und Wittenberg

Evangelischer Kirchentag: LSVD fordert "neugierige Kirche"

Beim Kirchentag zum Lutherjahr mischen auch LGBTI-Christen wieder mit. Der LSVD mahnt, dass sich die Evangelische Kirche endlich von rechtspopulistischen Gedanken und Homo-"Heilung" verabschieden müsse.


In der evangelischen Kirche findet man immer mehr Regenbögen… (Bild: BookMama / flickr)

Unter dem Motto "Du siehst mich" findet von Mittwoch bis Sonntag in Berlin und Wittenberg der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag statt, bei dem es auch mehrere Events für LGBTI-Christen geben soll. Höhepunkt ist am Donnerstag der Besuch des früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama, der gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel vor dem Brandenburger Tor auftreten soll.

Angesichts der großen Aufmerksamkeit wünscht sich der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland "eine offene und neugierige Kirche, die auch Lesben, Schwule und Transgender sieht und akzeptiert", wie LSVD-Sprecherin Henny Engels am Mittwoch mitteilte.

Es gebe in der Kirche aber noch Defizite: So hielten Teile der evangelischen Kirche daran fest, Homosexuelle zu "heilen". Engels kritisierte, dass in der Kirche nach wie vor "obskure wie gefährliche Umpolungstherapien" von Mitgliedsverbänden der Diakonie angeboten werden würden. 2015 wählte die Kirche mit Michael Diener sogar einen evangelikalen Homo-"Heiler" in ihr höchstes Gremium, den EKD-Rat (queer.de berichtete).

"Überschneidungen zwischen Evangelikalen und rechtspopulistischen Bewegungen"

Insgesamt gebe es laut Engels in der Bildungs-, Geschlechter- und Familienpolitik "durchaus Überschneidungen zwischen Evangelikalen und rechtspopulistischen Bewegungen". Das Kirchentagsprogramm greift das Thema auch selbst mit einer umstrittenen Veranstaltung auf. Beim Podium "Christen in der AfD?" diskutiert am Donnerstag neben dem Berliner Bischof Markus Dröge und der Publizistin Dr. Liane Bednarz auch Anette Schultner vom "Bundesverband Christen in der AfD" – eine mehrfache Rednerin auf der homofeindlichen "Demo für alle".

Engels erklärte aber auch, sie sei davon überzeugt, dass Religion und Akzeptanz miteinander vereinbar seien. Sie erkannte außerdem die Bewegung innerhalb vieler Landeskirchen hin zur Vielfalt an. So segnen 19 von 20 Landeskirchen inzwischen homosexuelle Paare – die einzige Ausnahme ist die Landeskirche Württemberg, die bislang an ihrer homophoben Linie festhält.

Beim Kirchentag gibt es mehrere Events für LGBTI (Liste der Veranstaltungen). Wie schon beim Katholikentag, der im vergangenen Jahr im Leipzig stattgefunden hatte, wurde in Berlin von LGBTI-Aktivisten ein "Zentrum Regenbogen" eingerichtet.

In diesem Zentrum werden Veranstaltungen zu mehreren Themen angeboten: So gibt es am Donnerstag etwa einen Coming-out-Workshop für lesbische Mädchen und Frauen, am Freitag ist das Coming-out für Männer ein Thema, am Samstag veranstaltet das Bündnis Eltern, Freunde, Angehörige von Homosexuellen (BEFAH) einen Workshop zum Thema "Unsere Kinder sind LGBT". Dazu können LGBTI-Christen im Zentrum Regenbogen gemeinsam beten und sich in einem Café in relaxter Umgebung austauschen.

Am Samstag sollen zudem in der St. Marienkirche gleichgeschlechtliche Paare getraut werden. Im Vorfeld hatte die Landeskirche, die Homo-Paare vergangenes Jahr gleichgestellt hatte, nach heiratswilligen Homopaaren gesucht (queer.de berichtete). (cw)



#1 Paulus46Anonym
  • 24.05.2017, 15:29h
  • Es ist sehr efreulich, dass der Evangelische Kirchentag der EKD derart LGBT-freundlich ausgestaltet ist. Dort können sich homosexuelle Christen richtig wohlfühlen und ihre Paarbeziehung wird zu 100 Prozent akzeptiert inklusive kirchlicher Trauung.

    Es ist gut, dass mittlerweile eine Reihe von Landeskirchen der EKD, kirchliche Trauungen ermöglicht haben. Und ebenso auch erfreulich, dass die allermeisten anderen Landeskirchen der EKD zumindest öffentliche Segnungsgottesdienste erlauben; Schlusslicht ist leider "noch" dieEKD-Landeskirche Württemberg, aber auch dort wird sich dies wohl bald ändern.

    *
    www.evangelisch.de/

    Gut das es auch so LGBT-freundliche Haltungen bei den altkatholischen, anglikanischen, mennonitischen, presbyterianischen, quäkerischen und waldensischen Kirchen gibt.

    Beim Vatikan hingegen müssen immer noch "dicke Bretter" gebohrt werden; dort ist noch viel Druck aufzubauen, damit der Vatikan den Katechismus ändert, Frauen als Pastorin/Bischöfin zuläßt und die Priester in einer Beziehung leben dürfen.
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#2 FennekAnonym
  • 24.05.2017, 16:13h
  • Die sollen nicht "neugierig" oder was auch immer sein, sondern einfach Grundrechte, das demokratische Gleichheitsprinzip und die Trennung von Staat und Kirche akzeptieren.

    Und endlich mit diesen als "Homo-Heilung" verkauften Gehirnwäsche-Therapien aufhören, die schwerste psychische Schäden verursachen und bis zum Selbstmord führen können.

    Wenn die sich nicht ständig einmischen und hetzen, ist mir herzlich egal, ob die "neugierig" oder was auch immer sind. Dann können die sich von mir aus auch grün anmalen und um irgendwelche Lagerfeuer rumtanzen oder was auch immer deren komische okkulte Riten sind.
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#3 SanottheEhemaliges Profil
#4 ursus
  • 24.05.2017, 16:34h
  • Antwort auf #2 von Fennek
  • "oder was auch immer deren komische okkulte Riten sind."

    nix okkultes. ein bisschen blut trinken, ein bisschen ritueller kannibalismus, ein paar gewaltverherrlichende märchen, ein bisschen zauberei hier und da. der übliche einfallslose kram, und alles ganz öffentlich.

    ansonsten hast du natürlich recht. wenn es darum geht, den homofeindlichen grüppchen endlich wirksam das handwerk zu legen oder sich wenigstens eindeutig von ihnen zu distanzieren (notfalls eben zu trennen), dann gilt wohl eher das motto: "ich seh dich, ich seh dich nicht."

    bei schönem wetter wird gern mal fluffig dahergeredet, aber wenn es hart auf hart kommt und es darauf ankäme, sich schützend vor die queeren mitglieder zu stellen, dann wird die ekd weich und lässt sie im regen stehen.

    als die ersten pfarrer_innen segnungsgottesdienste abhielten, als die noch gegen die offizielle kirchenordnung verstießen, da hagelte es mahnungen und strafen. wenn heute jemand explizit homophob agiert, wird das als gewissensfreiheit verteidigt. finde den fehler.
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#5 Pascal GoskerAnonym
  • 24.05.2017, 17:39h
  • "LSVD fordert "neugierige Kirche" "

    Wieso bei irgendwelchen Sekten einschleimen?

    Die haben über Jahrzehnte so viel Leid verursacht und so viel Schuld auf sich geladen; selbst wenn die sich von heute auf morgen komplett ändern würden, könnte das alles nicht vergessen und nicht vergeben werden.

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
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#6 userer
  • 24.05.2017, 19:16h
  • Antwort auf #5 von Pascal Gosker
  • D'accord! Dass der LSVD dumm genug ist, als Staffage für schwulenhassende Religionsführer hinzuhalten, wissen wir seit seinen Kaffeekränzchen mit diversen Berliner "Erzbischöfen".

    Dass der LSVD nun aber so dumm ist, ungefragt seinen "gläubigen" Senf abzusondern, ist eine Steigerung. Ich fordere sowohl eine echte Trennung von Staat und Kirche als auch eine echte Trennung von LSVD und HuK.

    Es wird an der Zeit, den LSVD samt Funktionär_innen als Interessenvertetung wegzufegen und durch eine wirklich weltliche Organisation zu ersetzen. Eine religiotische Unterwanderung lässt sich dadurch ausschließen, indem sog. "Religiosität" und Kirchenzugehörigkeit Ausschlussgründe für die Aufnahme sind.
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#7 LarsAnonym
#8 TheDadProfil
  • 24.05.2017, 22:30hHannover
  • Antwort auf #7 von Lars
  • ""1. Spinoza war kein Atheist.""..

    Ein Religions- und Bibel-Kritiker muß nicht Atheist sein..

    Vielleicht macht ja gerade diese "Abwesenheit" von Atheismus diese Kritik für Leute wie Dich so wertvoll..

    Oder aber sie fühlen sich genau deshalb so beleidigt..
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#9 Patroklos
#10 LarsAnonym