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Schwulen-Darling, Broadway-Star und legendäre Pop-Chanteuse: Helen Reddy und die Hymne "I Am Woman" sind unvergessen.

Von Jan Gebauer

"I Am Woman, Hear Me Roar" hieß es 1972 in Helen Reddys Welthit "I Am Woman", der noch heute die unangefochtene Hymne der Frauenbewegung ist und darüber hinaus für unzählige Lesben. Dennoch wussten auch viele Schwule und sicher einige Transsexuelle etwas mit der Message des Songs anzufangen: "If I Have To, I Can Do Anything. I Am Strong, I Am Invincible, I Am Woman". Der Wunsch nach Anerkennung und Gleichberechtigung springt einem förmlich ins Gesicht. Als Helen Reddy am 3. März 1973 mit dem Grammy für die beste weibliche Gesangsleistung ausgezeichnet wurde, setzte sie noch einen oben drauf: "Ich möchte Gott danken, denn SIE macht alles möglich!" Nicht nur religiöse Fundamentalisten liefen gegen diese Aussage Sturm. Heute vielleicht in Vergessenheit geraten, aber damals ein wichtiges Signal. Den Titel kann man nun auf CD-Veröffentlichung ihrer ersten beiden LPs wiederentdecken. Zwei hochklassige Alben auf einer Compact-Disc – vom australischen Reissue-Label Raven Records veröffentlicht, das wir Anfang des Jahres exklusiv mit der Wiederveröffentlichung von Juice Newtons altem Material vorstellten.

Zu hören gibt es "I Don’t Know How To Love Him" (1970) und "Helen Reddy" (1971), zwei Alben, die noch vor Helen Reddys eigentlichem Durchbruch erschienen. Der Titelsong aus der erstgenannten LP stammt aus dem Rock-Musical "Jesus Christ Superstar" und wurde unter anderem auch von Shirley Bassey, Agnetha Fältskog (ABBA) und Petula Clark interpretiert. Fast zeitgleich mit der Aufnahme von Yvonne Elliman (Original-Besetzung von "J. C. S.") hatte auch Helen Reddy ihren ersten Hit mit dieser wunderschönen Ballade aus der Feder von Andrew Lloyd Webber – ohne dass man dem Lied einen typischen Musical-Charakter zusprechen möchte. "I Don’t Know How To Love Him" enthält auch die Ur-Version des legendären Songs "I Am Woman". Zunächst war der Titel kein Erfolg. Erst als die Lyrics umgetextet und der Mix geändert wurde sowie die Verwendung in dem Jaqueline-Bisset-Film "Stand Up And Be Counted" genehmigt wurde, zündete die Hitbombe. Im Dezember 1972 kletterte "I Am Woman" auf Platz eins der US-Charts und wurde zu einer der meistdiskutierten Singles des Jahrzehnts. Mit "Delta Dawn" (1973) und "Angie Baby" (1974) hatte Helen Reddy zwei weitere Nummer-Eins-Hits.

Beide Alben enthalten gehobenen Vocal-Pop mit den typischen Merkmalen der frühen 70er Jahre: Sanfte Gitarrenklänge, prägnante Piano-Arbeit und eine talentierte Interpretin. Helen Reddy war nie eine richtige Protest-Sängerin, aber sie hatte schon am Anfang ihrer Karriere ein gutes Gespür für die richtigen Lieder von guten Songwritern, wobei "I Am Woman" aus ihrer eigenen Feder stammt. Neben Titeln von Van Morrison ("Crazy Love"), Graham Nash ("Our House"), Leon Russell ("A Song For You"), Carole King ("No Sad Song") oder John Lennon ("How") glänzt die Reddy vor allen Dingen durch ihre samtene Stimme, die sowohl nuanciert leise Töne transportieren, als auch in voluminöse Höhen aufschwingen kann. Für Fans von Barbra Streisand, die ähnliche Alben in der gleichen Zeit aufnahm, dürfte die CD mit den beiden Wiederveröffentlichungen eine wahre Fundgrube an schönen Songs sein, insbesondere weil auch der Klang sehr gut restauriert wurde. Hinzu kommen noch rare Bonus-Tracks (zwei aus den 60s) und ein tolles Booklet mit interessanten Facts über die Platten. Da kann man sich auf weitere Perlen freuen, denn noch dieses Jahr sollen zwei andere Alben von Helen Reddy wiederveröffentlicht werden.

2. Juni 2005



#1 helmutAnonym
  • 02.06.2005, 17:38h
  • wow, bemerkenswerter artikel - schön, dass es auch noch leute gibt, die in der lage sind auf solche cd-kostbarkeiten hinzuweisen. das ist eigentlich fast nirgendwo mehr der fall. "angie baby" Helen Reddy hat es echt vedient! Ein first class artikel. Weiter so!
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