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Polizeibericht

Berlin: Schwules Paar beleidigt, bespuckt und getreten

Nach dem Übergriff in Schöneberg hat der Staatsschutz Ermittlungen übernommen.


Die Berliner Polizei musste an Christi Himmelfahrt nachmittags wegen eines offenbar homofeindlichen Angriffes in die Nähe des Schöneberger Rathauses ausrücken (Bild: flickr / Maik Meid / by 2.0)

In Berlin-Schöneberg ist es am Donnerstag offenbar zu einem homofeindlich motivierten Übergriff gekommen. Wie die Polizei berichtet, zeigten am Nachmittag zwei Männer an, sie seien von einem Unbekannten beleidigt und attackiert worden.

Nach Angaben der beiden 44 und 45 Jahre alten Männer waren sie gegen 15 Uhr in der Dominicusstraße unterwegs, als sich ihnen von hinten ein Mann näherte, sich homophob äußerte und die beiden anspuckte. Anschließend soll der Unbekannte sie geschubst haben und den Jüngeren zudem in den Rücken getreten haben, bevor er sich entfernte.

Der 44-Jährige habe über Rückenschmerzen geklagt, jedoch zunächst auf eine ärztliche Behandlung verzichtet. Die Polizeibeamten schrieben Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Nähere Angaben zu Opfern und mutmaßlichem Täter machte die Polizei zunächst nicht. Wie in Fällen mit einem vermuteten homofeindlichen Motiv in Berlin üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen

Berlin gehört zu den wenigen Städten, die mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnen und die Taten bis hin zu Beleidigungen häufig publik machen. Die Staatsanwaltschaft besitzt eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Vergangenen Herbst hatte die Berliner Polizei anlässlich der Verleihung des Respektpreises ihre aktuelle vorläufige Statistik homophober und transphober Straftaten vorgestellt (queer.de berichtete). Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Das bedeutete einen leichten Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, in dem 107 Straftaten gemeldet worden waren. Vor wenigen Wochen hatte das Beratungstelefon Maneo zugleich seine Statistik vorgelegt, die auch wegen anderer Zählweise mehr Taten erfasst und für das gesamte Jahr 2016 291 Taten erfasste (queer.de berichtete). (nb/pm)



#1 Patroklos
  • 25.05.2017, 21:24h
  • In Berlin vergeht kein Tag mehr ohne homophobe Übergriffe und wenn das so weitergeht, kann man als Schwuler, Bi-, Trans- und Pansexuelle(r) dann nur noch mit Leibwächter auf die Straße gehen!
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#2 Paulus46Anonym
  • 25.05.2017, 21:50h
  • "Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Das bedeutete einen leichten Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, in dem 107 Straftaten gemeldet worden waren. Vor wenigen Wochen hatte das Beratungstelefon Maneo zugleich seine Statistik vorgelegt, die auch wegen anderer Zählweise mehr Taten erfasst und für das gesamte Jahr 2016 291 Taten erfasste"

    Januar-Oktober 2015: 107 Straftaten
    Januar-Oktober 2016: 113 Straftaten

    ---------------------------

    Wenn man sich die Übersicht Hasskriminalität Entwicklung der Fallzahlen 2001 - 2015 des Bundesinnenministers in bezug auf das Merkmal "sexuelle Orientierung" anschaut, gab es in Gesamtdeutschland 2015 an Straftaten 222 und in bezug auf Gewalt "nur" 54 Straftaten.

    Wenn aber bereits 107 Straftaten allein im Polizeibericht Berlin auftauchen, würde dies bedeuten, wenn man die Statistik des Bundesinnenministeriums für 2015 Ernst nehmen würde, das rund 50 Prozent aller homophob motivierten Straftaten 2015 in Berlin begangen würden.

    Daran glaube ich aber NIEMALS, dass die Hälfte aller homophob motivierten Straftaten in Berlin begangen werden, sondern es zeigt, dass die Statistiken des Bundesinnenministeriums bisher "vollkommen" unbrauchbar und rudimentär sind und kaum Aussagekraft besitzen, weil bis auf Berlin ansonsten sehr unvollständig in allen anderen Bundesländern homophob motivierte Straftaten registriert, erfasst und in den Statistiken aufgenommen werden. Nur die "Spitze eines Eisberges" findet sich in der Statistik des Bundesinnenministeriums wieder und dabei habe ich noch nicht einmal das Thema "angesprochen", das die allermeisten homophob motivierten Straftaten noch nicht einmal zur Anzeige kommen, weil die Opfer den Weg zur Polizei scheuen oder keine Interesse an einer Strafanzeige haben, weil sie davon ausgehen, dass die Straftäter mangels Bilder/Photos nicht ermittelt werden oder weil sie einfach selbst sich bei der Polizei nicht als homosexuell outen wollen, wenn sie bei der Polizei sind.

    Fazit: Die Statistikerfassung in bezug auf homophob motivierte Straftaten in Deutschland ist vollkommen unvollständig und nur in Berlin "ein wenig" besser ausgewertet und veröffentlicht. Im Ruhrgebiet oder in Köln hingegen ist diese Statistikerfassung bei der Polizei als katastrophal zu bewerten.
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#3 TheDad
  • 25.05.2017, 22:58h
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • Mal abgesehen davon daß ich was Du aussagen willst völlig anders formuliert hätte, denn Deine Art zu formulieren ist immer noch sehr umständlich..
    Das führt nicht nur zu Missverständnissen, es macht es auch schwer die Inhalte zu entdecken die Du transportieren willst..
    Aber kommen wir zum Punkt..

    ""oder weil sie einfach selbst sich bei der Polizei nicht als homosexuell outen wollen, wenn sie bei der Polizei sind.""..

    (doppelt gemoppelt sagt das auch nicht mehr aus..)

    Du willst hier also die Möglichkeit andeuten das die meisten Opfer solcher Überfälle ein ComingOut vor der Polizei scheuen ?
    Immer noch scheuen..

    Obwohl nicht nur Berlin sondern auch etliche andere Städte inzwischen dafür extra "Kontakt-Beamte" eingerichtet haben..
    Dort kann man auch am nächstem Tag noch anzeigen..
    Was eine "sofortige Fahndung" dann zwar erschwerte, aber immerhin die Anzeige vorläge um zu verdeutlichen wie viele Angriffe es wirklich pro Jahr gibt..

    Eigentlich schreibst Du bei fast jedem Artikel zu solchen Überfällen fast immer das Gleiche..

    Hast Du dir dabei auch nur ein einziges Mal vor Augen zu führen versucht, wieso das so ist ?

    Wieso ist das Anzeige-Verhalten Überfallener so "schlecht" ?

    Könnte man hier eine Analogie zu Vergewaltigungen suchen, bei denen man Opfern immer wieder sagen muß daß nur rund Ein Viertel der möglichen Taten angezeigt wird, und von diesen angezeigten Taten wiederum nur rund Ein Viertel zu Verurteilungen führen, wobei sich dann die Frage stellt ob das Anzeige-Verhalten verbessert, oder die Verurteilungs-Quote irgendwie angehoben werden könnte ?

    Oder liegt das mangelhafte Anzeige-Verhalten der Opfer nicht dann doch in der mangelhaften Anerkenntnis von LGBTTIQ*-Menschen in der Öffentlichkeit ?
    Fühlen sich die Opfer durch ein ComingOut bei der Polizei dann "bedroht", weil das zu weiteren Outings innerhalb des Freundes/Bekannten/Familien-Umfeld führen könnte, oder gar im Betrieb ?

    Ich kann jedes Opfer verstehen wenn es am nächstem Tag mit einem Blauem Auge in die Firma kommt, und was von einem Unfall beim Sport phantasiert..

    Das kennt man ja auch aus der Familien-Situation in der Kinder dann regelmäßig die Treppe runterfallen, gebrochene Finger oder Arme mit Sportunfällen zu erklären suchen..

    Was hier dann hilft die Situation zu verändern ist aber nicht eine "intensivere Statistik" der Polizei-Behörden, sondern eine massiv höhere Bereitschaft zur "offenen Kommunikation" zwischen allen Beteiligten, und hier sind insbesondere die Polizisten vor Ort ins Blickfeld zu nehmen..

    Und bitte..
    Les Deine Kommentare noch einmal durch bevor Du sie absendest..
    Das ist zum Teil schauerliches Geschwurbel..
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#4 FinnAnonym
  • 26.05.2017, 09:51h
  • Deutschland ist kein sicheres Land mehr...

    Und Union und SPD schauen weiterhin weg, statt endlich aktiv zu werden und z.B. gewaltbereite, homophobe Migranten auszuweisen, für mehr Bildung und Aufklärung zu sorgen, härtere Strafen bei solchen Delikten zu beschließen, etc.
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#5 userer
  • 26.05.2017, 10:05h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • Lass uns mal dein "etc." der Klarheit halber etwas mit Inhalt füllen:

    ..., schwulenhassende Christen gerichtlich verurteilen, ggf. auch einen "Bischof" oder "Erzbischof" ins Gefängnis stecken ...
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#6 Julian SAnonym
  • 26.05.2017, 10:07h
  • Wenn der Staat uns nicht mehr schützen kann oder will, müssen wir uns selbst schützen...
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#7 TheDad
  • 26.05.2017, 10:50h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • ""härtere Strafen bei solchen Delikten zu beschließen,""..

    An dieser Stelle sei wieder daran erinnert das ein ständiges "herumdrehen" an den Strafgesetzen keine der Taten verhindert, und nichts weiter als das "subjektive sicherheits-gefühl" bedient..

    Es GIBT ausreichende Strafrahmen für diese Taten, sie müssen nur von den Gerichten auch ausgeschöpft werden..

    Die UNION arbeitet seit 12 Jahren an der Idee dem Bürger "mehr Sicherheit" vorzugauckeln indem sie bei jeder Gelegenheit "Gesetze verschärfen" schreit, und dabei ausschließlich das Ziel verfolgt so ganz nebenbei Recht einzuschränken..
    Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür der angeblichen "Terror-Vermeidung" die gar keine ist, weil man mit der nachträglichen Identifikation keine einzige Gefährdungslage verhindert, ist nur eines der Beispiele dazu, mit der uns die UNION seit Jahren eigentlich auf den Wecker geht..

    Gleichzeitig befördert die UNION mit ihrer Fokussierung auf die "Terror-Abwehr" auch die Ausbreitung von Rassismus und Islamophobie in der Bevölkerung, und stärkt dadurch die aufkommenden Rechtspopulisten nicht nur der "AFD"..
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#8 Homonklin44Profil
  • 26.05.2017, 13:14hTauroa Point
  • Bei den Ermittlungen möge man evtl. mal die Idee mit einbedenken, dass da Leute mit der Absicht unterwegs sind, Schwule auf diese Weise zu bedrängen.
    Hier wurde jetzt schon von einigen solchen Vorfällen berichtet, in denen das so ähnlich vor sich ging.

    Vielleicht fühlen sich da Leute von irgend einer sowieso menschenfeindlich orientierten Gesinnung dazu berufen, die natürlich "zivil unkenntlich" auftreten, damit es wie zufällige Einzeltaten erscheinen soll. Vielleicht steht da irgend eine Gruppierung dahinter.

    Fing das nicht mit der in-Verrufbringung jüdischer Bürger damals ganz ähnlich an? Deja Vue...
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#9 Pascal GoskerAnonym
  • 26.05.2017, 13:38h
  • Antwort auf #6 von Julian S
  • Ich gehe schon seit langem in manche Gegenden nur noch mit Pfefferspray...

    Hat mir ein befreundeter Polizist empfohlen (und mir auch den Umgang damit gezeigt), der mir wortwörtlich gesagt hat, dass der Staat kapituliert hat und nur noch Kosmetik betreibt, damit es nicht ganz so offensichtlich ist.
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