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"Siegessäule"-Interview

Martin Schulz: Keine Ehe für alle in dieser Legislaturperiode

Der SPD-Kanzlerkandidat will "keine Politik gegen den Koalitionspartner" machen und vertröstet Lesben und Schwule auf die Zeit nach der Wahl.


Der ehemalige Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz ist Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD. Der "Siegessäule" verriet er, dass er noch nie auf einem CSD war (Bild: Susie Knoll)

Die Hoffnung, dass es in den nächsten Wochen doch noch zu einer freien Abstimmung im Bundestag über die Ehe für alle kommt oder sich die SPD nach dem Scheitern ihres Teilzeit-Gesetzes in dieser Frage an der Union "rächt", sind weiter gesunken. Im Interview mit dem Berliner Stadtmagazin "Siegessäule" beschwor der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz Koalitionstreue bis zum Ende der Legislaturperiode.

"CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, und in einer Koalition kann man keine Politik gegen den Koalitionspartner machen", sagte Schulz. "Wir haben bei den Koalitionsverhandlungen 2013 versucht, die Union aus ihrer homophoben Ecke zu holen. Es ist uns nicht gelungen, aber natürlich bleiben wir dabei: Wir wollen die Öffnung der Ehe."

Die Diskriminierung homosexueller Paare könne deshalb erst nach der Bundestagswahl beseitigt werden, meinte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten: "Die Karten werden am 24. September neu gemischt. Dann gilt: Je stärker die SPD aus den Wahlen hervorgeht, desto größer ist die Chance, das endlich auch durchzusetzen." Eine Koalitionsbedingung scheint die Ehe für alle für Martin Schulz damit nicht zu sein.

Twitter / kahrs | Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs rief seine Partei nach dem Scheitern des Teilzeit-Gesetzes dazu auf, die Ehe für alle durchzusetzen

Der SPD-Vorsitzende sprach sich im "Siegessäule"-Interview auch für die Erweiterung der Gleichheitsrechte in Artikel drei des Grundgesetzes um die sexuelle Identität aus. Diese Forderung ist auch Teil des Entwurfs des SPD-Regierungsprogramms (queer.de berichtete). (mize)


Die SPDqueer marschierte am Samstag mit Martin-Schulz-Konterfei beim CSD Düsseldorf mit (Bild: nb)



#1 AllesKlarAnonym
#2 Patroklos
#3 Anti-SchulzAnonym
  • 27.05.2017, 11:34h
  • Martin Schulz (SPD-Kanzlerkandidat): "CDU und CSU lehnen die Ehe für alle ab, und in einer Koalition kann man keine Politik gegen den Koalitionspartner machen"

    Mit anderen Worten: Wenn die Union nicht will, gibt es keine Ehe für alle. Dann aber auch in der nächsten Legislaturperiode nicht, wenn es wieder zu einer großen Koalition kommen wird.

    Dann aber macht es keinen Sinn SPD zu wählen.

    Was Martin Schulz nicht verstanden hat, ist, dass es nicht darum geht keine Politik gegen den Koalitionspartner zu machen, sondern Politik FÜR DIE MENSCHEN ! ! !

    Im Fall, dass eine Partei Politik gegen den Geist des Grundgesetzes macht, muss eine Partei sich dagegen stemmen. Die SPD tut das nicht, sondern unterwirft sich gänzlich dem grundgesetzwidrigen Diskriminierungswunsch der Union.

    Die SPD ist eine schwache Partei, die sich nur um ihre eigene Macht sorgt, sich aber gar nicht ernsthaft um Gerechtigkeit in der Gesellschaft bemüht.
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#4 purzelAnonym
#5 Ralph
  • 27.05.2017, 11:37h
  • Martin Schulz - der Mann, der seine Spezis in Brüssel rechtswidrig mit hochbezahlten Posten versorgte und die Wähler mit erlogenen Versprechen für dumm verkauft. Schulz weiß selbst am besten, dass die SPD nach der Wahl schwächer sein wird als jetzt und dass die Union sich dann erst recht nicht bewegen wird. Bleibt zu hoffen, dass die Lügenpartei derart abgestraft wird, dass sie als Mehrheitsbeschaffer der Union gar nicht mehr in Betracht kommt.
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#6 TraumzerstörerAnonym
  • 27.05.2017, 11:38h
  • Usere Leben und Gesundheit, für seine Koalitionsphantasien? FCK SPD! Ich wähle keine Eugeniker.
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#7 HeckmeckAnonym
  • 27.05.2017, 11:40h
  • Was ist daran neu? Wir alle haben nach den Koalitionsverhandlungen im Herbst 2013 gewusst, dass es keine Eheöffnung geben wird.

    Die SPD befindet sich noch immer im tiefen Tal der Meinungsumfragen, eine Regierung unter der Führung von Martin Schulz ist in weiter Ferne. Also macht sich die SPD hübsch für eine weitere Auflage der GroKo, da will man die Union nicht verärgern und den Ruf eines unzuverlässigen Koalitionspartners vermeiden.

    Und solange die Union stärkste Kraft im Bundestag bleibt und die Kanzlerin stellt, wird sich daran nichts ändern - egal wer der kleinere Koalitionspartner ist. Mit der Union ist keine Eheöffnung zu machen.

    Mich wundert, dass die Sozialdemokraten ihre Unfähigkeit ständig selbst vorführen.
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#8 AlstertalerAnonym
  • 27.05.2017, 11:42h
  • Antwort auf #1 von AllesKlar
  • Weder Grün noch die Linke sind Aternativen für dieses Land!
    Ich wähle doch nicht nur weil es um die Homoehe geht eine Partei die das durchsetzen will!
    Wie wäre es mal sich um das Thema Wirtschaft ,Arbeitslosigkeit oder das Thema Asylzuzug Gedanken zu machen? Besonder beim Thema Asyl versagen die Grünen doch völlig!
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#9 Andreas SAnonym
  • 27.05.2017, 11:53h
  • Die SPD ist (von den ernst zu nehmenden Parteien) der verlogenste Haufen und absolut unwählbar.

    Die einzige realistische Option, die duckmäuserische und verlogene SPD im Herbst zu verhindern, ist eine CDU-Koalition mit starker FDP und starken Grünen.

    CDU + SPD oder CDU + FDP bringen nichts, weil die CDU alles blockiert, was ihr nicht in den Kram passt.

    Wer LGBTI-freundlich wählt, sollte sich einen Partner suchen und vereinbaren, dass einer FDP und der andere die Grünen wählt. Falls es für CDU + FDP in den Umfragen reichen sollte, müssten beide Partner die Grünen wählen.

    Wir müssen realistisch bleiben und strategisch wählen. Stimmen für die SPD oder die Linke sind verloren, das wird nichts.
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#10 EmmentalerAnonym
  • 27.05.2017, 11:54h
  • Antwort auf #8 von Alstertaler
  • "Wie wäre es mal sich um das Thema Wirtschaft ,Arbeitslosigkeit oder das Thema Asylzuzug Gedanken zu machen?"

    Zur Erinnerung: Seit 12 Jahren regiert die CDU und NICHT die Grünen und auch nicht die Linke!
    Wie wäre es mal sich Gedanken zu machen, WER im Bund regiert und verantwortlich ist?
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