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Texas

Mark Zuckerberg und Tim Cook besorgt über homophobe Gesetze

Über ein Dutzend Chefs amerikanischer Tech-Unternehmen, darunter auch die CEOs von Facebook und Apple, appellieren an den Staat Texas, gegen Homo- und Transsexuelle gerichtete Gesetze in letzter Sekunde doch noch aufzuhalten.


Die Vorstandsvorsitzenden Mark Zuckerberg (Facebook) und Tim Cook (Apple) warnen davor, dass Homo- und Transphobie das Geschäftsklima in Texas eintrüben könnte

Die Bosse von 14 Großunternehmen der New Economy haben in einem Brief an den texanischen Gouverneur Greg Abbott appelliert, zwei geplante diskriminierende Gesetze gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten noch zu verhindern. Das berichtet die Zeitung "Dallas News".

Der Brief an den republikanischen Politiker ist unter anderem von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dem offen schwulen Apple-Chef Tim Cook, Amazon-Chef Jeff Wilke, IBM-Chefin Ginni Rometty, Microsoft-Präsident Brad Smith und Google-Chef Sundar Pichai unterzeichnet worden.

In dem Brief beschreiben sich die Unternehmen als "große Arbeitgeber im Bundesstaat", die "sehr besorgt" seien, dass die geplanten Gesetze "den guten Ruf von Texas als offen und freundlich für Unternehmen" beflecken würden. Die Wettbewerbsfähigkeit des wirtschaftlich sehr starken Bundesstaates stehe auf dem Spiel.

"Diskriminierung in jeder Form ist falsch"

Auch Brian Krzanich, der Vorstandsvorsitzende des weltweit führenden Halbleiterherstellers Intel, hat am vergangenen Freitag in einem Brief den texanischen Gouverneur gebeten, die diskriminierenden Gesetze zu stoppen. "Diskriminierung in jeder Form ist falsch. Bei Intel legen wir sehr viel Wert auf Vielfalt und Inklusion", schrieb Krzanich nach Angaben des Intel-Blogs. Die Gesetze machten es für die Firma schwerer, in ihren texanischen Werken Angestellte anzuwerben und zu halten, warnte der Intel-Boss.

Anlass für die Sorge sind die im Gesetzesverfahren befindlichen Entwürfe HB 3859 und SB 2078, die unter anderem religiöse Diskriminierung von Homosexuellen bei Adoptionen erlauben sollen und Transsexuellen verbieten würden, an öffentlichen Schulen die Toiletten zu benutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen (queer.de berichtete).

Eigentlich war Montag bereits der letzte Tag vor der politischen Sommerpause, danach müssten in Texas die noch nicht beschlossenen Gesetz neu ins Parlament eingebracht werden. Allerdings hat Vize-Gouverneur Dan Patrick, ein erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten, bereits eine Sondersitzung am Freitag ins Spiel gebracht. In einer Pressekonferenz sagte Patrick am Montag: "Wenn diese Gesetze nicht durchkommen oder blockiert werden, werde ich den Gouverneur bitten, so viele Sondersitzungen einzuberufen, bis die Gesetze beschlossen sind."


Der Republikaner Greg Abbott muss am Ende entscheiden, ob er in seinem Staat Diskriminierung ausdrücklich erlauben soll – das könnte die homophobe Basis befriedigen, aber möglicherweise gehen dadurch Jobs verloren (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Nun hängt das weitere Schicksal der Gesetze an der Reaktion von Gouverneur Abbott, der sich bislang im Gesetzgebungsverfahren bedeckt gehalten hat. Der 59-Jährige hat sich aber in der Vergangenheit einen Namen als LGBTI-Gegner gemacht; er kämpfte etwa 2015 als texanischer Justizminister erbittert gegen die Ehe für alle und erklärte, in Texas gebe es kein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben: "Die Kläger haben ja im ganzen Staat die Freiheit, ein Mitglied des anderen Geschlechts zu heiraten", so seine Argumentation.

Allerdings könnte North Carolina, das vergangenes Jahr ein weiterführendes Toiletten-Verbot für Transsexuelle verhängt hatte, als abschreckendes Beispiel dienen: Ein Boykott, an dem sich neben vielen Künstlern und anderem auch die Deutsche Bank beteiligte, kostete dem Staat Schätzungen zufolge Milliarden. Außerdem verlor der republikanische Gouverneur Pat McCrory laut Demoskopen ausschließlich wegen dieses Gesetzes im letzten November die Gouverneurswahlen. Später beklagte sich McCrory, dass er wegen der "politisch-korrekten Gedankenpolizei" diskriminiert werde (queer.de berichtete). (dk)



#1 Pascal GoskerAnonym
  • 30.05.2017, 14:42h
  • Und wann beendet Mark Zuckerberg die homo- und transphobe Zensur auf Facebook?

    Und zensiert stattdessen Hetze gegen LGBTI?

    Denn da ist Facebook bisher untätig.
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#2 TollerSpruchAnonym
  • 30.05.2017, 14:52h
  • Macht sich gut, auf der scheinheilig-toleranten Welle zu reiten, aber auf der eigenen Homepage nicht konsequent genug zu sein.
    Ich nutze Facebook eh nicht.
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#3 FelixAnonym
  • 30.05.2017, 15:27h
  • Antwort auf #1 von Pascal Gosker
  • Und Apple ist auch nicht viel besser.

    Es sei nur daran erinnert, wie Apple in seiner Werbung in manchen Ländern (u.a. Deutschland) ein lesbisches Paar zensiert hat.

    Diese ganzen großen Konzerne versuchen solche Dinge immer zu nutzen, um sich ein liberales, fortschrittliches Image zu geben. Aber das ist leider nur Marketing - sobald sie selbst dann handeln müsen, agieren sie genauso homophob wie andere.
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#4 easykeyProfil
  • 30.05.2017, 21:28hLudwigsburg
  • Scheinheilig oder nicht....Marketing gehört da auch zum Speil, klar.
    Wenn dieser Appell der Wirtschaft etwas bringt, so soll der Zweck in diesem Fall doch die Mittel heiligen.
    Bei Erfolg werden die Unterzeichner automatisch in Regress genommen und zu entsprechendem Handeln genötigt....die Tür haben sie damit ja aufgestossen.
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#5 TheDad
  • 30.05.2017, 22:33h
  • Antwort auf #3 von Felix
  • ""Es sei nur daran erinnert, wie Apple in seiner Werbung in manchen Ländern (u.a. Deutschland) ein lesbisches Paar zensiert hat.""..

    Man "zensiert" nicht, man "tauscht aus", oder sendet Werbe-Spots einfach gar nicht..

    Das machen andere Firmen aber auch..
    UND dabei sind dann auch Deutsche Firmen !

    Während der nachfolgende Spot in Kalifornien spielt, in der gesamten USA, ebenso wie in Kanada, Lateinamerika und auch Australien lief, sogar in England gezeigt wurde, hat er den Weg in das deutsche Werbefernsehen niemals gefunden :

    www.youtube.com/watch?v=TRoPkUIvIxI
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#6 ArchIbaldoAnonym
  • 31.05.2017, 14:38h
  • Das ist eine unvorstellbare Dreistigkeit gegenüber den Rest der Bürger des Landes (und das sind immerhin ca 80 bis 85%) wenn reiche Menschen denken sie können auf Grunde ihres immensen Reichtums die Gesetzgebung auf illegale Art und Weise beeinflussen bzw. Manipulieren außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Normen. Und dabei auch noch denken sie würden dabei ungeschoren davonkommen. Die Gesetzgebung muss absolut unabhängig sein können und existieren können vor den Reichtum bzw. Superreichen Plutokraten bzw Danisterkraten oder wie immer ihr sie auch nennen möchtet. Es reicht ja wohl voll und ganz aus dass die Reichen in den Vereinigten Staaten bis zum heutigen Tage immer noch das Recht haben das Geld zu drucken und nicht der Staat selber bzw der Bürger diese Rechte wahrnehmen kann im übertragenen Sinn durch seine Politiker.
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