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Mit Homo- und Transphobie ins Wahljahr

Wieder "Demo für alle" in Wiesbaden angekündigt

Am 25. Juni wollen die Homo-Hasser erneut gegen Schulaufklärung in Hessen demonstrieren – nur weil diese Akzeptanz für LGBTI lehren soll.


Die erste "Demo für alle" in Wiesbaden am 30. Oktober 2016 (Bild: Norbert Blech)

Das homofeindliche Protestbündnis "Demo für alle" will am 25. Juni erneut durch Wiesbaden ziehen. Das gab Organisatorin Hedwig von Beverfoerde am Dienstag bekannt, die die Proteste früher aus dem Berliner Büro der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch aus organisierte und die inzwischen offiziell eigenständig aus ihrer Heimat in Magdeburg aus agiert.

Den ortsfremden Protest (geplant ab 15 Uhr am Luisenplatz vor dem Kultusministerium) erklärt die kürzlich aus der CDU ausgetretene Aktivistin mit der Signalwirkung für ganz Deutschland: "Wir werden für Hessen und für alle anderen Bundesländer vor dem Sommer erneut auf die Straße gehen", schreibt die "Demo für alle" in der Einladung zu dem Protest unter dem Motto "Elternrecht achten – Indoktrinierende Sexualerziehung stoppen!" Man werde "keine Ruhe geben, bis der rechtswidrige Sexualerziehungs-Lehrplan in Hessen zurückgezogen ist".

Dieser Lehrplan verstoße "sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen das Hessische Schulgesetz", so Beverfoerde. "Das elterliche Erziehungsrecht hat im Bereich der Sexualerziehung Vorrang vor dem Erziehungsauftrag des Staates." Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) müssen "den Sexual-Lehrplan einkassieren".

Keine Akzeptanz, niemals!

Die "Demo für alle" bezieht sich auf ein Gefälligkeits-Rechtsgutachten, das Prof. Dr. Christian Winterhoff ursprünglich für Schulaufklärungsgegner in Schleswig-Holstein erstellt hatte. Demnach verstoße es gegen das "Indoktrinationsverbot", wenn an Schulen "Heterosexualität und andere sexuelle Orientierungen als gleichwertige Erscheinungsformen menschlicher Sexualität dargestellt werden" (queer.de berichtete). Auch Besuche von LGBTI-Schulaufklärungsteams wie SCHLAU seien einen Rechtsbruch, wenn nicht gleichzeitig "ein Vertreter einer gegenteiligen Sexualmoral anwesend ist, der sein Menschen- und Familienbild ebenso vermittelt (z.B. ein katholischer Priester)".


Aktivisten der NPD bei der ersten DFA in Wiesbaden. Offiziell distanziert sich die "Demo für alle" von rechtsextremen Aktivisten, nutzt aber die gleichen Kampfbegriffe und heizt ihren Kampf an. Bild: nb

Das rechtlich fragwürdige und diskriminierende Gutachten hatte in Hessen – anders als in Bayern, wo die "Demo für alle" nach etlichen Protesten in Baden-Württemberg auch aktiv war – bislang weder Medien noch Politik überzeugt: Kultusminister Lorz und weitere CDU-Politiker hatten auf zahlreiche Beschwerden hin immer wieder ihren Bildungsplan zu erklären versucht und das Ziel, Akzeptanz für LGBTI zu schaffen, verteidigt: Man könne einem schwulen Schüler schlecht sagen, dass man ihn toleriere bzw. tolerieren müsse, aber nicht akzeptiere.

Dennoch hatte die "Demo für alle" im letzten Herbst tausende Menschen – Christen, AfD-Anhänger und noch radikalere Rechte – zu einer ersten Demonstration in Wiesbaden mobilisiert und war erst vor wenigen Wochen in die hessische Landeshauptstadt zurückgekehrt, zu einem "wissenschaftlichen Symposium", auf dem neben Winterhoff u.a. auch Unterstützer einer Homo-"Heilung" auftraten. Zu beiden Veranstaltungen gab es größere und friedliche Gegenveranstaltungen der örtlichen Szene. Das "Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt" hat auch diesmal bereits für den 25. Juni zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen und will am Samstag beim Wiesbadener CSD erste Details dazu bekannt geben.


Gegendemo zu den Homo-Hassern beim ersten Einmarsch in Wiesbaden

Kämpfer gegen die "Gender-Ideologie"

Möglicherweise wird es bis zur nächsten Landtagswahl in Hessen im Herbst 2018 noch weitere "Demos für alle" geben. Örtlicher Hauptpartner der "Demo für alle" ist der erzkatholische Aktivist Mathias von Gersdorff, der einst mit der "Aktion Stoppt Bravo" bekannt wurde und für die "Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur" und die "Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum" arbeitet (die wiederum in Brüssel von Paul von Oldenburg vertreten wird, dessen Cousine Beatrix von Storch ebenfalls gegen LGBTI-Rechte ankämpft).

Direktlink | Mathias von Gersdorff, Frankfurter Aktivist u.a. der "Aktion Kinder in Gefahr", betonte auf der ersten "Demo für alle" im letzten Herbst in Wiesbaden: "Kinder gehören den Eltern und nicht dem Staat". Eine Ersetzung des Wortes "Akzeptanz" durch "Toleranz" im Lehrplan reicht ihm auch nicht aus.

Gersdorff will CSDs verbieten und die Lebenspartnerschaft abschaffen, für die Verbreitung eines Hetz-Postings gegen Schulaufklärung und Conchita Wurst bezahlte er Facebook kürzlich so viel Geld, das es tausendfach geteilt wurde und zu hunderten Hetzkommentaren führte (queer.de berichtete). Zum Einlesen in die Denke und Hetze der "Demo für alle" und ihrer Unterstützer bietet sein Blog "Kultur und Medien" einen guten Einstieg – es ist keine Satire, sondern bitterer Ernst.



#1 PschoAngelProfil
  • 30.05.2017, 21:21hWesterstede
  • Die Demo für alle ist in anderen Worten für mich eine Demo für die hompohobe und transphobe Erziehung der Kinder.
    Bei so einer Erziehung muss man sich nicht wundern, wenn Kinder suizid begehen (als homosexuelle/transsexuelle) oder wenn sie homo-/transsexuelle Menschen Gewalt antun.
    So eine rechtsradikale Demo gehört verboten! Und dann wird sie in einigen Tv-Sendern noch positiv dargestellt und die ganzen Gegner als asoziale und hochaggressive..
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#2 easykeyProfil
  • 30.05.2017, 21:31hLudwigsburg
  • Hedwig nebst Gefolge kommt wieder nach Wiesbaden? Hat sie nichts gelernt beim letzten Mal? Der Widerstand dürfte bei der Wiederholung m. E. noch größer ausfallen.
    Jagt sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aus der Stadt! ....aus dem Land.......von diesem Planeten.........zum Teufel!
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#3 TheDadProfil
  • 30.05.2017, 22:01hHannover
  • ""Mathias von Gersdorff, Frankfurter Aktivist u.a. der "Aktion Kinder in Gefahr", betonte auf der ersten "Demo für alle" im letzten Herbst in Wiesbaden: "Kinder gehören den Eltern und nicht dem Staat". ""..

    Völlig falsch..
    Kinder sind nicht "Eigentum" der Eltern !
    Kinder gehören sich selbst !
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#4 EsReichtAnonym
  • 30.05.2017, 22:32h
  • Diese hetzerische «Demo für alle» ist der wichtigste Grund, weshalb die Gleichstellung und die Eheöffnung in unserem Land kommen muss! Inklusive eines konkret ausformulierten und erweiterten Gesetzes gegen Diskriminierung!
    Die Benachteiligungen schadet zu vielen - es schadet ganz Deutschland. Weil es ein großes Ungleichgewicht produziert. Weil es einerseits ein falsches Dominanzgefühl in der Heterowelt- und andererseits ein falsches unterlegenes Gefühl bei der LSBTTIQ auslöst!
    Weil es Benachteiligungen gibt, die sich gravierend im Lebenslauf auswirken, und weil manche dadurch sogar ihren Arbeitsplatz verlieren können - immer noch!

    Und die Aussage der CDU, dass sie die Diskriminierung beenden wollen, ist für die LSBTTIQ doch nur noch lachhaft. Solange es kein erweitertes Gesetz gegen Diskriminierung gibt und die Eheöffnung und auch die Gleichstellung kein Gesprächspunkt darstellen, solange kann auch die Diskriminierung kein Ende finden.
    Es gibt zu viele Lücken im Gesetz, was der Diskriminierung nur Futter gibt!

    Solange es diesbezüglich keine Verbesserung gibt, wird die Gesellschaft Homosexualität auch nicht anerkennen oder akzeptieren können. Wie auch, wenn es im Alltag nirgendwo sichtbar gemacht werden darf! Die Regenbogenflagge wird verboten vor bestimmten Gebäuden, in den Nachrichten im Radio wird nicht gemeldet, wenn es irgendwo homophobe Auswüchse oder Gewalttaten gibt, in der Werbung sieht man nichts von gleichgeschlechtlichen Paaren, es gibt zu wenig Filme darüber, zu wenig Lokalitäten (zumindest ist es in meiner Gegend mau mit diesen Lokalitäten), und in der Öffentlichkeit sieht es so aus: dass niemand gleichgeschlechtliche Paare sehen oder hören möchte!
    Sobald wir nämlich den Mund aufmachen und was erzählen wollen, werden wir unterbrochen, weil das Gegenüber befürchtet, etwas zu hören, was er/sie gar nicht hören möchte! Am Arbeitsplatz können die Überzahl der LSBTTIQ ihre Persönlichkeit nicht frei entfalten, weil sie ein Teil davon (ihre Homo, Bi, Trans, Intersexualität) unterdrücken, verschweigen, und zurückhalten müssen! Warum? Weil es die Heterowelt so erzwingt! Es droht einigen Kündigung, wenn sie sich daran nicht halten! Und das im Jahr 2017, obwohl es seit 2006 das AGG gibt!

    Das muss man sich mal vorstellen: da verliebt sich eine Frau in eine Frau, oder ein Mann in einen Mann, und es soll während der 8 Stunden Arbeitszeit täglich verschwiegen werden, weil es die Kollegen und die Chefetagen nicht ertragen können!
    Wie um alles in der Welt soll man denn die Liebe verschweigen, die einem doch förmlich im Gesicht steht?
    Dürfen die LSBTTIQ nicht ebenso glücklich sein wie alle anderen?
    Falls nein, warum nicht? Wir sind alle gleichermaßen Menschen!
    Solange es Heterosexuellen erlaubt ist, über Schwangerschaft, Geburt, Hochzeit, und Beziehung zu reden, auch am Arbeitsplatz, solange ist es der LSBTTIQ auch gestattet, darüber zu reden, was sie glücklich macht!
    Ich meine grundsätzlich. Es steht jedem frei, was er/sie sagen möchte oder nicht - aber niemand kann gezwungen werden, seine Persönlichkeit zu unterdrücken, nur weil es jemand anderem nicht passt!
    So weit darf nicht in fremde Privatsphären eingegriffen werden!

    Und es gibt ein tolles Zitat, dass seit der ersten Premiere, bis leider heute, immer noch zutrifft, und ich schreibe es in erweiterter Form hin:
    «Nicht die LSBTTIQ ist pervers, sondern die Situation, in der sie sich immer noch befinden!»
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#5 kuesschen11Profil
  • 30.05.2017, 22:38hDarmstadt
  • Und wir geben nicht auf, bis die Lehrpläne zum Schutz von LGBT's in allen Schulen deutschlandweit angekommen sind. Der Rechtspopulismus darf niemals gestärkt werden.
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#6 gaysenior
  • 31.05.2017, 08:13h
  • "Man könne einem schwulen Schüler schlecht sagen, dass man ihn toleriere bzw. tolerieren müsse, aber nicht akzeptiere."

    Genau darum geht es doch. Diese Gruppe möchte uns noch nicht einmal tolerieren. Im Grunde spricht sie uns die Daseinsberechtigung ab. Ganz im Sinne des alten Mose. Nur darf sie das aus strafrechtlichen Gründen so nicht sagen.
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#7 krakalaAnonym
  • 31.05.2017, 08:41h
  • Ich bin für OFFENSIVE Attacken. Defensive Erklärungen und Richtigstellungen kann man in den Foren und Diskussionen im Abendprogramm machen.

    Schiebt diese Gruppe in die Kategorie, in der sie hingehört: Zusammen mit den Fundamental-Christen, den Kreationisten, den Rechts-Konservativen und den Ewig-Gestrigen und den Impfgegnern weil sie an die Heilung durch Gott glauben. Im Idealfall wehen da auch ein paar AfD-Fahnen mit, damit die Gesellschaft bereits aus der Ferne die Spinnerei bereits einordnen kann.

    Wir sollen die Bösen sein? Wunderbar. Dann sind wir die Bösen.
    Wir sind die Bösen, aber die Realisten.
    Konterbotschaften:
    "Sexualkunde ist Allgemeinwissen."
    "Selbst-Befriedigung ist kein Verbrechen."
    Sehr stark: "Wer soll die Jugend über Sex aufklären? Die Schule oder das Internet?" (Da gehen bei Eltern die Alarmglocken an.)
    Provokativ: "Sexuelle Aufklärung gehört in die Schule. Nicht in die Kirche."

    Schaffen wir es diese Gruppe als gottliebende Spinner zu deffamieren, die vor Sex Angst hat ist es fast gewonnen bevor es begonnen hat.
    Das ist denen natürlich aber primär um die homophoben Inhalte geht, wird niemanden interessieren.
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#8 RobinAnonym
  • 31.05.2017, 10:12h
  • Warum wollen diese Leute wohl die Kinder dumm halten?!

    Dabei ist es nicht nur eine Frage der Bildung, sondern man hat es auch viel leichter im Leben (von Familie und Freunde über Nachbarschaft bis hin zum Beruf), wenn man nicht von Hass zerfressen durchs Leben geht. Und man ist dann auch glücklicher.

    Es ist wichtig, sich solchen Ewiggestrigen immer und immer wieder zahlreich und lautstark entgegenzustellen. Wir müssen denen zeigen, dass sie eine schrille Minderheit von Spinnern sind, die nicht für die Mehrheit sprechen.
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#9 EHkaAnonym
  • 31.05.2017, 10:45h
  • Ich bin gerade in den Niederlanden und die "Demo für alle" wollte auch in die Niederlande exportieren.
    Nur sind diese Demos dort im Sand verlaufen. Keinen interessiert das. Und Deutsche mit Bussen in die Niederlanden fahren bringt auch nichts, weil Deutschen klebt eh schon der "Naziruf" von damals an. Und diesen Ruf wird man mit solchen homophoben Themen nicht los.

    Und was auch auffällt, homosexuelle Menschen kommen im niederländischen Fernsehen, Schulen, Postkarten und Werbung viel häufiger vor als in Deutschland und trotzdem beklagt sich keiner.

    Was solche Leute wie die "Demo für alle" hassen, ist "Aufklärung". Weil das nimmt den Leuten die Vorurteile
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#10 kuesschen11Profil
  • 31.05.2017, 11:15hDarmstadt
  • Zur politischen Lage für LGBTTIQs in Deutschland möchte ich gerne ein Lied zitieren, das schon in den frühen siebziger Jahren als Protestsong entstanden ist. Der lyrische Text passt auch noch im Jahre 2017 zum homophob erzeugten Klima der "Demo für alle"

    Ich lebe heut (M.Panas/K.Munro)

    Ich lebe hier, ich lebe heut
    Warum ruft ihr die alte Zeit?
    Was fang ich an mit der Erinnerung?
    Meine Träume sind noch jung!

    Ich lebe heut, ich lebe hier
    Neu ist die Zeit, ich folge ihr
    Kann viel mehr Glauben, bin voll Zuversicht:
    Weil das Leben so viel Schönes mir verspricht!

    Nein, ich kann es nicht mehr hören,
    Dieses ewig alte Lied es war einmal
    Denn mein Herz gehört dem Morgen
    Nun, was gestern einmal war ist mir egal.

    Wenn ihr es nicht seht, dass wir gerade heute glücklich sind,
    Wenn ihr es nicht versteht, was kann ich dafür?
    Dies ist unsere Welt
    Ob sie uns gefällt, das entscheiden Wir ganz allein nur wir
    Denn:
    WIR leben hier, wir leben heut
    Das haben wir niemals bereut
    Die Welt ist herrlich und wir lieben sie,
    Nur die ANDERN, nur die ANDERN, SCHWEIGEN NIE


    www.youtube.com/watch?v=mWdMTlX0Rm0
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