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Reaktion auf tagelange Hasstiraden

Brandbrief: Martina Navratilova kritisiert homofeindliche Tennis-Legende

Die frühere Profispielerin fordert öffentlich, eine Arena umzubenennen, die nach Margaret Court benannt ist. Die Australierin warnt vor einer "Homo-Lobby" in Sport und Gesellschaft.


Martina Navratilova (l.) hat vielleicht den genau richtigen Zeitpunkt erwischt, um Margaret Court öffentlich anzugreifen

In der seit Tagen andauernden und ausufernden Debatte über homofeindliche Äußerungen der australischen Tennis-Legende Margaret Court hat sich am Donnerstag mit Martina Navratilova eine weitere Tennis-Legende mit einem Öffentlichen Brief im "Sydney Morning Herald" eingeschaltet.

Die heute 74-jährige Court war mit 64 Grand-Slam-Titeln eine der erfolgreichsten Profispielerinnen der Geschichte, sorgte in den letzten Jahrzehnten aber vor allem mit christlich-fundamentalistischen und speziell homofeindlichen Äußerungen für Schlagzeilen. Die frühere Katholikin gründete ihre eigene Pfingstgemeinde und bekämpfte in Australien unter anderem die – weiter ausstehende – Ehe-Öffnung für homosexuelle Paare.

Bereits vor Jahren hatte Court kritisiert, wie der Zeitgeist "gestörte" Homosexuelle "hinter geschlossenen Türen hervorgeholt" habe und ihre nach Gottessicht "widerliche" Beziehungen anerkennen wolle (queer.de berichtete). In den letzten Wochen hatte Court dann eine Tirade nach der anderen abgelassen: Erst forderte sie einen Boykott der australischen Fluggesellschaft Qantas Airways, weil diese die Ehe für alle unterstützt.

Am Mittwoch sagte sie schließlich einem "christlichen" Radiosender, die "Homo-Lobby" sei ein Werk des Teufels und hätte es "auf die Jüngsten abgesehen", Homosexualität sei eine "unheilige Lust auf das Fleisch", Schulaufklärung über LGBTI sei vergleichbar mit Taten von Hitler und den Kommunisten und der Tennissport sei "voll mit Lesben", die jüngere Spielerinnen verführten. Sie habe nichts gegen diese Leute, sondern wolle ihnen bei der Abkehr helfen.

Navratilova fordert Konsequenzen

Nach etlicher Kritik aus der australischen Politik und Community und auch der Welt des Tennissports hat nun die amerikanisch-tschechische Tennis-Legende Martina Navratilova in dem Offenen Brief eine Umbenennung der Margaret-Court-Arena gefordert. Die Multifunktionsarena in Melbourne wird unter anderem für die Australian Open und den Davis Cup genutzt und trägt seit 2003 den prominenten wie umstrittenen Namen.

Courts "Giftigkeit" sei "nicht nur eine Meinung", so die lesbische Tennislegende. "Sie versucht aktiv, lesbischen, schwulen, bisexuellen und Transgender-Menschen gleiche Rechte zu verwehren." LGBT mit Nazis und Kommunisten zu vergleichen, sei "krank und gefährlich": "Jugendliche werden mehr leiden wegen dieses anhaltenden Draufhauens und der Stigmatisierung der LGBT-Community." Court werde durch Gewalt und Suizide unzähliges Blut an den Fingern kleben.

"Wir feiern die freie Rede, aber das bedeutet nicht, dass sie frei von Konsequenzen ist", so Navratilova, die auch Rassismus bei Court beklagte. Eine Arena, deren Name nicht nur die sportlichen Leistungen einer Person würdigt, sondern die komplette Person als Vorbild, könne nicht nach Court benannt bleiben. Sie schlug eine Benennung nach der austalischen Spielerin Evonne Goolagong vor – eine Aborigine, die sieben Grand-Slam-Titel gewann. "Das wäre eine Person, die wir alle feiern können."



#1 SebiAnonym
  • 01.06.2017, 17:52h
  • >>> Die Australierin warnt vor einer "Homo-Lobby" in Sport und Gesellschaft. <<<

    Die homophoben Spinner kommen immer mit denselben Verschwörungstheorien. Begründungen oder gar Belege haben die dabei nie - das wird einfach nur behauptet.
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#2 Patroklos
  • 01.06.2017, 22:46h
  • Margaret Smith Court - so ihr voller Name - spielte ihn ihrer Karriere auch gegen die offen lesbische US-Tennislegende Billie Jean King (das war 1970 in Wimbledon) und gewann.

    Ich stimme Martina Navratilova zu, daß Frau Court mit ihren homophoben Äußerungen unbedingt mit allen Mitteln gestoppt werden und die Arena in Melbourne umbenannt werden muß. Hoffentlich erlebt Frau Court noch die Öffnung der "Ehe für Alle" in ihrem Heimatland!
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#3 GutGemachtAnonym
  • 02.06.2017, 00:23h
  • Finde ich sehr gut, was Navratilova äußert. Und die Idee mit der Umbenennung macht Sinn. Den Vorschlag, den sie nennt, ist nachvollziehbar, da die Aboriginies die Ureinwohner sind.
    Bin gespannt, wie darauf reagiert oder geantwortet wird.

    Jedenfalls ist Courts Einstellung extrem «unsportlich» und die Konsequenzen darf sie gerne zu spüren bekommen!
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#4 MariposaAnonym