Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28969

ZDF-Satire

"Sie wollen die Ehe für alle, bücken sich aber für die CDU"

In der "heute show" konfrontierte Lutz van der Horst die SPD mit ihrem Einknicken bei der Gleichstellung von Lesben und Schwulen.


Der SPD-Bundestagsabgeordnete Marcus Held im Gespräch mit "heute show"-Außenreporter Lutz van der Horst

Das Trauerspiel der Sozialdemokraten bei der Ehe für alle beschäftigte am Freitagabend auch Deutschlands beliebteste Comedy- und Satiresendung. In der "heute show" des ZDF fragte Lutz van der Horst fünf Bundestagsabgeordnete, davon drei von der SPD, warum es denn mit der Gleichstellung von Lesben und Schwulen nicht klappt.

Der freche Außenreporter brachte es politisch mal wieder auf den Punkt und war dabei doch alles andere als politisch korrekt: "Sie wollen die Ehe für alle, bücken sich aber für die CDU", konfrontierte van der Horst etwa den SPD-Hinterbänkler Marcus Held. "Das ist leider so ein bisschen", räumte der ein, "Ich sehe es auch so. Wir bücken uns natürlich nicht immer, das kann man nicht immer machen. Aber wir wollen natürlich die wesentlichen Erfolge der Koalition bis zum Ende fortsetzen."

Und das war nicht der einzige Höhepunkt: Ebenfalls zu Wort in dem 200-Sekunden-Beitrag "Ehe für alle für keinen" kommen die SPD-Kollegen Detlef Müller und Karl Lauterbach, Volker Mosblech von der CDU, der die Worte "Schwule" und "Lesben" nur ganz leise aussprechen kann, sowie die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die erklärt, warum sie zwar gegen Käfighaltung. aber dennoch für die Ehe für alle ist. (mize)

Direktlink | Ausschnitt aus der "heute show" vom 2. Juni 2017



#1 MarekAnonym
  • 03.06.2017, 10:50h
  • Genial wie Lutz van der Horst die SPD vorführt...

    "Aber wir wollen natürlich die wesentlichen Erfolge der Koalition bis zum Ende fortsetzen."

    Von welchen Erfolgen spricht die SPD?

    Die hat ja nicht nur die versprochenen "100% Gleichstellung" aufgegeben, sondern ist auch bei anderen Themen komplett umgefallen: von PKW-Maut bis Herdprämie, von Bürgerversicherung bis Auslandeinsätzen und Waffenexporten, etc. etc. etc.

    Und wer glaubt, es gäbe in Deutschland einen Mindestlohn, soll man die ganzen Friseure, Paketzusteller, Zeitungsboten, Scheinselbständigen, etc. fragen, wie die Realität aussieht...

    Auch der andere SPD-Typ ist geil, der behauptet, wer die Eheöffnung will, müsse die SPD wählen. Was man mit der SPD in Regierungsverantwortung bekommt, sehen wir ja seit fast 4 Jahren wieder mal. Und dann sein schnippiges, dann soll man eben Union wählen und gucken, was man davon hat.

    Der hat wohl eines noch nicht kapiert: wer SPD wählt, wählt die Union. Denn die SPD koaliert ja sogar dann mit der Union und verschafft der Union die Mehrheiten für die weitere LGBTI-Diskriminierung, wenn es eine Mehrheit links der Union gäbe. Mit dem Segen von über 75% der SPD-Parteibasis.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Paulus46Anonym
  • 03.06.2017, 10:56h
  • Der Lutz van der Horst bringt es auf den Punkt, kann ich nur bestätigen. Schön wie er das Versagen der SPd thematisiert, wie er den CDU-Politiker sofort treffend schlagfertig analysierte, als dieser die Stimme senkte und sehr schlagfertig auch diesmal Frau Roth von den Grünen und Herr Lauterbach von der SPD.

    Der Fairnesshalber hätte er aber auch einen Vertreter der Linkspartei auch interviewen müssen, wenn er schon Frau Roth befragt.

    FDP und AfD-Politiker konnte er wohl nicht im Bundestag befragen, weil die bekanntlich "noch" nicht im Bundestag drin sind, was sich wohl ab September dann ändern wird. Ich gehe davon aus, dass AfD und FDP beide dann im Bundestag sein werden: in bezug auf die FDP finde ich dies gut, in bezug auf die AfD finde ich dies großer Mist.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 MitcherAnonym
  • 03.06.2017, 11:09h
  • Genial!

    Claudia Roth über heiratswütige Schwule:
    "Die werden schon sehen was sie davon haben."
    Endlich mal eine realistische Einschätzung dieses ganzen Problemkomplexes!

    Auch nicht schlecht: Detlev Müller von der SPD, der zur Wahl der CDU aufruft:
    "Ja gut, dann sollen die Keute gerne CDU wählen."
    Danke sehr, aber solche Quatschköpfe als Wahlhelfer sind wohl eher kontraproduktiv.

    Fazit: SPD unwählbar, Grüne können bleiben, die CDU setzt den Goldstandard.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LachMichUnternTischAnonym
  • 03.06.2017, 11:31h
  • Hätte ich ja nicht gedacht, dass man aus unseren Politikern was lustiges herausholen kann.

    Unter anderem fand ich die Aussage von C. Roth amüsant: «sie und sie, und er und er, und er und sie, und sie und er,...»
    Konstellationen in Worte zu fassen, kann sehr kompliziert werden ;-D
    Und am Ende die schallende Ohrfeige für alle: «Sie werden schon sehen, was sie davon haben.»
    Oha, da spricht aber eine Geschiedene, oder?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Patroklos
  • 03.06.2017, 11:49h
  • Antwort auf #1 von Marek
  • "Genial wie Lutz van der Horst die SPD vorführt..."

    Das hätte er besser mit der Union machen sollen, denn an der liegt es nämlich hauptsächlich, daß es die "Ehe für Alle" noch nicht gibt!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 stephan
  • 03.06.2017, 11:57h
  • "Das Trauerspiel der Sozialdemokraten bei der Ehe für alle"

    Ja, es ist ein wirkliches Trauerspiel und irgendwie tut es mir auch wirklich leid um die SPD - wohl als alter, jahrzehntelanger Zugehörigkeit und Mitgliedschaft - aber die Partei hat in diesem Punkt wieder Seele und Glaubwürdigkeit verloren und die 460000 Genossinnen und Genossen sollten einmal Bilanz ziehen, wer die Partei so weit verunstaltet hat! Ich denke, das wird am Abend des 24. September direkt beginnen, wenn das Ergebnis das schlechteste der Geschichte sein wird!

    Herrlich, wie Lutz van der Horst die lächerliche Lage für alle Zuschauer fassbar macht!

    "100% GLEICHSTELLUNG - NUR MIT UNS!"
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MarekAnonym
  • 03.06.2017, 11:59h
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • Nein, denn auch wenn die Union dagegen ist, kann sie nur deshalb blockieren, weil die SPD ihr die Mehrheit dafür sichert und die weitere Diskriminierung unterstützt.

    Würde die SPD Wort halten und das umsetzen, was sie vesprochen hat, gäbe es auch eine Mehrheit dafür und die Union könnte es nicht blockieren.

    Und eh Du jetzt was von Koalitionstreue erzählst:

    Erstens gibt es die nicht. Das haben Parteibosse erfunden, die Abgeordnete gefügig machen wollen um ihre eigene Meinung an demokratischen Prozessen vorbei durchzudrücken.Denn laut Art. 38 GG ist jeder Abgeordnete nur seinem eigenen Gewissen verpflichtet und nicht an Anweisungen anderer gebunden.

    Und zweitens ist dieser homophobe Koalitionsvertrag ja der SPD nicht mit Waffengewalt aufgezwungen worden, sondern der ist von der SPD genau so verhandelt und beschlossen worden. Und auch über 75% der SPD-Mitglieder haben dem im einer Urabstimmung zugestimmt.

    Es ist also nicht nur Schuld der Union, sondern genauso sehr der SPD, die das der Union erst ermöglicht und die dem allem zustimmt. Ob jemand uns aus Überzeugung diskriminiert, oder "nur" aus Machtgeilheit und Pöstchen-Geilheit ist kein Unterschied.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 MarcAnonym
  • 03.06.2017, 12:01h
  • Die Politik der nächsten Legislaturperiode wird wohl in erster Linie über den oder die kleineren Koalitionspartner entschieden. Dabei gehe ich mal davon aus, dass die Merkel-Union - leider - stärkste Partei bleiben wird. Bei einer 'Schwampel' sehe ich leise Hoffnung auf die Eheöffnung (wirklich nur ganz leise), bei SchwarzGrün durchaus auch noch ein bisschen, bei SchwarzGelb schwindet die Hoffnung noch mehr, bei SchwarzRot habe ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre keine Hoffnung mehr.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 JustusAnonym
  • 03.06.2017, 12:11h
  • Lutz van der Horst spricht nochmal einen wichtigen Punkt an:

    Im Koalitionsvertrag steht, dass man angeblich Benachteiligungen gleichgeschlechtlicher Paare abschaffen will. Und was soll sonst eine Benachteiligung sein, wenn nicht das Vorenthalten voller rechtlicher Gleichstellung?!

    Die SPD versucht sich ja immer ganz billig rauszureden, indem sie auf die angebliche Koalitionsdisziplin verweist.

    Aber:

    1. Kann sie nicht nur nach dem deutschen Grundgesetz (Art. 38) frei entscheiden. sondern sie MUSS es sogar. Verhindert sie die Gleichstellung, ist das also nicht Schuld der CDU/CSU, sondern einzig und allein Entscheidung der SPD. Und durch diese ihre Entscheidung gibt es dann mit der CDU/CSU zusammen eben die Mehrheit für unsere weitere Diskriminierung.

    2. Die CDU/CSU bricht ja auch laufend den Koalitionsvertrag. Z.B. bei der Rückkehr vom Teilzeit in Vollzeit. Dass dann die SPD noch was von Koalitionsdisziplin faselt und dass Martin Schulz den Koalitionsvertrag "bis zum Wahlabend" umsetzen will, zeugt davon, dass auch die SPD nicht die Gleichstellung will, sondern sich nur hinter dem Koalitionsvertrag, der doch eh nicht mehr gilt und wo sich die CDU/CSU auch nicht mehr dran hält, versteckt.

    3. Wenn die CDU/CSU Benachteiligungen gleichgeschlechtlicher Paare nicht abschaffen will, ist sie es, die den Koalitionsvertrag bricht - nicht die SPD. Wenn die SPD sich angeblich an den Koalitionsvertrag halten will, MUSS sie sogar die Ehe öffnen. Wenn die CDU/CSU schon den Koalitionsvertrag bricht, sollte sich zumindest die SPD dran halten. Tut die SPD das nicht, liegt das nicht am Koalitionsvertrag, sondern nur daran, dass auch der SPD der Koalitionsvertrag scheißegal ist und dass die einfach nur weiter mit der CDU/CSU diskriminieren wollen.

    Fakt ist:

    Wenn die SPD die Ehe nicht mehr in der Legislaturperiode öffnet, bricht sie nicht nur ihre Wahlversprechen, sondern auch den Koalitionsvertrag!!

    Dann braucht sie uns aber auch nicht für dumm zu verkaufen und sich mit dem Koalitionsvertrag rauszureden (was eh schon nach Art. 38 GG kein Argument wäre).
  • Antworten » | Direktlink »
#10 MarekAnonym
  • 03.06.2017, 12:17h
  • Antwort auf #8 von Marc
  • "bei SchwarzRot habe ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre keine Hoffnung mehr."

    Ich auch nicht. Aber so wird es leider kommen.

    Die SPD und gerade auch Martin Schulz machen ja im Moment alles mögliche, um sich bei der Union einzuschleimen. Die lassen sich ja von denen komplett an der Leine halten und schlucken alles...

    Das macht die SPD, weil sie wieder mal aus verletzter Eitelkeit nicht mit den Linken wollen und weil es für Rot-Grün eh nicht reichen wird. Und da die SPD immer schon eine machtgeile Partei war, die gutbezahlte Ministersessel und Referentenpöstchen über Inhalte gestellt hat, tun sie ales, um irgendwie wieder in eine Regierung zu kommen, Und da ist die einzige Chance eben eine neue GroKo.

    Und wenn es für eine GroKo reicht, wird auch die Union das bevorzugen, weil sie eben gesehen haben, wie gut sie die SPD rumkommandieren können und dass die alles mitmachen, wenn es dem Machterhalt dient. So "billig" (also mit so wenig Zugeständnissen) bekommt die Union nie mehr eine Koalition.
  • Antworten » | Direktlink »