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Ruf nach Gleichheit

Lesben und Schwule in der CSU offiziell gegründet

In Bayern gibt es nun den zehnten LSU-Landesverband. Dessen Vorsitzender Patrick Slapal kündigte an, eine "laute Minderheit" sein zu wollen.


Der erste CSU-Wagen beim Münchner CSD – finanziert durch Sponsoren und nicht etwa aus der Parteikasse – war der "Bild"-Zeitung 2016 eine Titelschlagzeile wert

In Bayern hat sich bereits Ende April ein neuer Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gegründet. Zum Landesvorsitzenden wurde Patrick Slapal gewählt, der bereits im November 2015 ein Netzwerk homosexueller Parteimitglieder initiiert hatte (queer.de berichtete).

Nach Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen ist Bayern der zehnte Landesverband der LSU. Wie es schon in anderen Bundesländern der Fall ist, wird eine Anerkennung durch die CSU als Arbeitsgemeinschaft bzw. Arbeitskreis angestrebt.

"Die LSU ist nun in der Mehrzahl der deutschen Bundesländer in Landesverbänden organisiert. Das ist ein Erfolg unserer Arbeit in den vergangenen Jahren", erklärte der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt, der an der Gründungsversammlung in München teilnahm, am Sonntag in einer Pressemitteilung. Der immer höhere Organisationsgrad sei "ein weiterer Schritt in Richtung einer stärkeren strukturellen Annäherung an unsere Mutterparteien".

Josef Schmid: Gleichstellung "keine exklusiv linke Position"

Bei der Gründung dabei war auch Münchens CSU-Bürgermeister Josef Schmid, der sich schon seit mehreren Jahren für die Ehe für alle und das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare einsetzt (queer.de berichtete). "Ich gratuliere dem neuen Team der LSU Bayern zu seiner erfolgreichen Gründung", erklärte Schmid. "Dies ist ein wichtiger Schritt, von dem das Signal ausgeht: Die Forderung nach der Gleichstellung homosexueller Paare ist keine exklusiv linke Position, sondern sie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen."

Im vergangenen Jahr war das lesbisch-schwule Netzwerk der CSU erstmals mit einem Wagen beim Münchner CSD vertreten. Patrick Slapal betonte damals: "Der Wagen ist für uns auch eine Ermutigung an alle in der CSU, ihre Meinung laut kundzutun: Die CSU muss bei LGBT-Themen neu denken. Wir zeigen, dass der Ruf nach gleichen Rechten, eine gesamtgesellschaftliche Forderung ist. Wir zeigen, dass der Ruf nach Gleichheit nicht nur von außen kommt, sondern auch von innen, aus der Partei."


Erster CSU-Wagen beim Münchner CSD im Jahr 2016 (Bild: CSD München / Kornelija Rade)

Als neu gewählter Landesvorsitzender der LSU Bayern knüpfte Slapal an seine Äußerungen aus dem Vorjahr an: "Wir sind keine Mehrheit. Aber wir haben das Recht, eine laute Minderheit zu sein, denn es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, einer Minderheit die Privilegien der Mehrheit zu verweigern. Auch wenn rechtlich bald alles gegen den Willen der CDU und CSU gleichgestellt sein mag, so muss man Vielfalt und die offene Gesellschaft immer von neuem verteidigen und auch das auch vorleben."

Die LSU ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern der CDU und CSU, die sich gegen Diskriminierung von LGBTI engagieren. "Die LSU fordert die Abschaffung aller noch bestehenden Ungerechtigkeiten und die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare. Die Gleichberechtigung der Homosexuellen – die Kern unserer freiheitlichen Gesellschaft ist, muss sich in Pflichten und Rechten wiederspiegeln", so Vogt und Slapal in der gemeinsamen Pressemitteilung. "Wenn es ein konservatives Thema in unserem Land gibt, dann das, dass zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Immer mehr Mitglieder in CDU und CSU erkennen das."

In ihrem im November 2016 einstimmig verabschiedeten Grundsatzprogramm wenden sich die Christsozialen gegen "Frühsexualisierung", "Gender-Ideologie" und "jegliche Relativierungsversuche" der Ehe zwischen Mann und Frau (queer.de berichtete). (cw/pm)



#1 JanJanAnonym
  • 04.06.2017, 14:38h
  • Schwule und Lesben die CDU Mitglieder und Wähler sind??? Ich "glaube" es nicht....
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#2 SebiAnonym
  • 04.06.2017, 14:51h
  • Noch ein Verband, der uns erklärt, warum wir nochmal ein paar Jahre Geduld zeigen müssen und warum wir "Verständis für andere Positionen" haben müssen...

    Und die im Zweifel dann doch wieder ihren Parteibossen nach dem Mund reden. Denn die Parteikarriere ist solchen Leuten dann doch wichtiger als Überzeugungen.

    (Und viele von denen lehnen ja auch selbst die volle Gleichstellung, besseren Diskriminierungsschutz, etc. ab.)
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#3 OutAndProud
#4 EisenhowerAnonym
  • 04.06.2017, 15:39h
  • Was für ein schöner CSD-Wagen, und was für gutaussehende Männer und Frauen!

    Immer daran denken: Due Unionsparteien richten sich an kultivierte Mibürger. Deshalb gibt es auch manchmal Gegenwind! Aber dieses Profil sollte man schärfen, statt es zu verwässern.
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#5 FutterAnonym
#6 Tommy0607Profil
  • 04.06.2017, 17:05hEtzbach
  • Hoffentlich hat der neue Verband mehr Glück mit der Toleranz und Meschlichkeit .. Manchmal hab ich da sehr starke Bedenken bei einigen sogenannten "Christen " . Denn einige von diesen Christen verstehen den Glauben nicht ! Wie auch andere "tolle " Religionen!
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#7 Unterhose1987Anonym
  • 04.06.2017, 17:24h
  • Antwort auf #1 von JanJan
  • Und ich finde es unglaublich das Schwule heutzutage immer noch Links oder Grün wählen.So verschieden sind die Meinungen.Deutschland besteht nicht nur aus der Homoehe oder dem CSD....
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#8 Yori WeijerAnonym
#9 OutAndProud
  • 04.06.2017, 17:33h
  • Antwort auf #6 von Tommy0607
  • Ach ja, ihr "Religiösen"
    Seit 30 Jahren höre ich von allen Seiten, hauptsächlich aus der muslimischen und christlichen Ecke wie sehr der jeweils eigene Blick auf die eigene Religion von anderen missverstanden wird. Gähne.
    Religion ist "Opium fürs Volk". Das war, ist und bleibt so.
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#10 MarcAnonym
  • 04.06.2017, 17:40h
  • Ein Verband, so wichtig und schlagkräftig wie "Frauen für Trump", "Lesben und Schwule im IS" oder "Buddhisten im Vatikan".
    Pure Alibi-Veranstaltung kurz vor der Wahl. Ganz arme Lichter, die sich für sowas in der Hetzerpartei CSU hergeben. Aber hey, sie werden vor Stolz weinen und vor Aufregung Nasenbluten kriegen, wenn Seehofer ihnen auf dem nächsten Parteitag tatsächlich mal einen Flyer abnimmt.
    "Total losers. So sad."
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