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Mit Bischof nicht abgesprochen

Prälatin Arnold ist Schirmfrau des CSD Stuttgart

Die Regionalbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die noch immer keine homosexuellen Paare segnet, wird an mehreren CSD-Veranstaltungen teilnehmen.


Gabriele Arnold leitet seit Ende November 2016 den Sprengel Stuttgart, eine von vier Prälaturen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, übernimmt die Schirmherrschaft zum diesjährigen Christopher Street Day in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Dies teilte der CSD-Verein am Sonntag mit. Arnold hatte zuletzt in ihrer Landeskirche teils scharfe Kritik auf sich gezogen, weil sie sich entgegen der offiziellen Linie für die Segnung lesbischer und schwuler Paare ausgesprochen hatte.

"Es ist mir eine große Ehre, die Schirmfrau des diesjährigen CSD Stuttgart sein zu dürfen. Ich empfinde das als besondere Auszeichnung", erklärte Gabriele Arnold laut der Mitteilung der IG CSD Stuttgart. Angesprochen auf die Gründe für die Übernahme meinte die Prälatin: "Auch in der Kirche wurden Lesben, Schwule und Menschen mit geschlechtlicher Thematik ausgeschlossen oder verachtet. Viele lesbische Christinnen und schwule Christen mussten sich verstecken oder ihre Sexualität verleugnen. Nicht wenige haben deshalb die Kirche verlassen. Das tut mir sehr leid."

Der Landesbischof zeigt sich reserviert

Landesbischof Frank Otfried July bezeichnete Arnolds Schirmherrschaft gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" als Privatangelegenheit und deutete sogar mögliche Konsequenzen an: "Prälatin Arnold hat diese Entscheidung im Vorfeld weder mit mir, noch mit dem Kollegium abgesprochen und übernimmt für diese sehr persönliche Entscheidung Verantwortung. Ich bin jetzt selbstverständlich mit ihr darüber im dienstlichen Gespräch."

Als Schirmfrau verleihe Gabriele Arnold "unserer Einladung zum Dialog, die wir mit dem 2017er Leitthema aussprechen, einen ganz besonderen Nachdruck", erklärte hingegen CSD-Geschäftsführer Christoph Michl. Der CSD Stuttgart findet vom 14. bis 30. Juli unter dem Motto "Perspektiv-Wechsel" statt (queer.de berichtete). Als Höhepunkt zieht am Samstag, den 29. Juli ab 15:30 Uhr die CSD-Polit-Parade bereits zum 21. Mal durch Stuttgarts Innenstadt. An die Kundgebung schließt sich nahtlos die zweitägige CSD-Hocketse auf Markt- und Schillerplatz an.

Erster Auftritt beim CSD-Sommerfest am 11. Juni

Als Schirmfrau wird de Prälatin nach Angaben des CSD-Vereins verschiedene Veranstaltungen im Rahmen des queeren Festivals persönlich besuchen. Ihren ersten Auftritt im neuen Ehrenamt hat sie beim CSD-Sommerfest auf dem Berger Festplatz. Im dortigen Zelt im Unteren Schlossgarten wird sie am 11. Juni offiziell vorgestellt. Im Stuttgarter Rathaus spricht sie am 14. Juli anlässlich des CSD-Empfangs ein persönliches Grußwort. Bei der CSD-Eröffnungsgala am 21. Juli wird Arnold auf der Bühne des Friedrichsbau Varieté die heiße Phase des CSD 2017 feierlich eröffnen.

Die Schirmherrschaft zum Christopher Street Day (CSD)-Festival in Stuttgart wird jährlich im Rotationsprinzip an eine andere politische Partei vergeben. Ausnahmen bilden Jahre – wie beispielsweise 2017 -, in welchen in direktem zeitlichem Umfeld eine Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl ansteht. Dann werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens um Übernahme des Amts gebeten. Frühere Schirmherren waren u.a. Heiner Geißler, Cem Özdemir, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Harald Christ, Nils Schmid und Gregor Gysi. (cw/pm)



#1 ursus
  • 04.06.2017, 18:51h
  • "Auch in der Kirche wurden Lesben, Schwule und Menschen mit geschlechtlicher Thematik ausgeschlossen oder verachtet. Viele lesbische Christinnen und schwule Christen mussten sich verstecken oder ihre Sexualität verleugnen."

    ich versuche ja, nicht mehr jedes wort auf die goldwaage zu legen, aber hier allen ernstes die vergangenheitsform zu verwenden und damit weiterbestehende diskriminierungen einfach dummdreist zu leugnen, zeugt m.e. nicht gerade davon, dass arnold die ehre dieser schirmherrschaft gebührt.

    vom einsatz für diskriminierende "segnungen" mal ganz abgesehen.

    ich hatte früher mal großen respekt für die politischen haltungen und die vorbildliche pr-arbeit des stuttgarter csd-teams. in letzter zeit kann ich leider keine loblieder mehr singen.

    was ist da los, leute? ihr könnt das besser!
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#2 Patroklos
#3 SorryAnonym
#4 SanottheProfil
  • 05.06.2017, 04:50hRhüffel-Ostend
  • Was sind denn bitte "Menschen mit geschlechtlicher Thematik"?

    Haben Heterosexuelle KEINE "geschlechtliche Thematik"? Sind Heterosexuelle also die eigentlichen Asexuellen, während queere Menschen eine "geschlechtliche Thematik" haben?

    Wollte sie nicht vielleicht eigentlich sowas wie "sexuell abartige Menschen" sagen und hat händeringend nach einer Formulierung wie "Maximalpigmentierte" gesucht, um die eigentliche Sichtweise ihrer Kirche zu verschleiern?

    Fragen über Fragen...
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#5 EsSchätzenLernenAnonym
#6 Patroklos
#7 PathoklosAnonym
#8 kuesschen11Profil
#9 EsSchätzenLernenAnonym
  • 05.06.2017, 12:03h
  • Antwort auf #8 von kuesschen11
  • Auch daran kann sich ja was ändern. Es ändert sich nicht alles auf «Knopfdruck.»
    Dass diese Person die Schirmherrschaft übernimmt und auch Reden hält, ist ein erster Schritt und sehr mutig(!), wenn man bedenkt, dass die Kirche extrem weit entfernt ist von Toleranz und Akzeptanz gegenüber LSBTTIQ.
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#10 Ralph
  • 05.06.2017, 12:18h
  • Muss denn immer eine Schirmherrschaft sein? Wenn sich niemand findet als eine Frau, die mit ihren überholten Ansichten in einer Organsisation, die massiv schwulen- und lesbenfeindlich ist, noch einigermaßen moderat erscheint, objektiv aber schlicht rückständig ist, dann sollte man es halt mal ohne Schirmherrschaft machen. Eine Schirmherrin, die einerseits wegen ihrer scheinliberalen Ansichten nicht echte Unterstützung leistet, andererseits wegen ihrer Zugehörigkeit zur Führung einer offen feindlich gesinnten gesellschaftlichen Gruppe schlicht ein Missgriff ist, spaltet die Community und lenkt die öffentliche Diskussion auf sich selbst, statt die Gleichstellung und Akzeptanz von Schwulen und Lesben zu befördern.
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