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Joseph Muscat will Diskriminierung beenden

Malta: Wiedergewählter Regierungschef verspricht Ehe-Öffnung

Die Ehe für alle ist in Malta nur noch eine Frage der Zeit: Nach einem überwältigenden Wahlsieg verspricht der alte und neue Premierminister, die Gleichstellung noch im Sommer zu beschließen.


Premierminister Joseph Muscat hat es sich zum Ziel gemacht, die Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in seinem Land restlos zu beenden (Bild: Foreign and Commonwealth Office / flickr)

Der maltesische Premierminister Joseph Muscat, der sein Land seit 2013 regiert, hat nach seinem Sieg bei den Parlamentswahlen am Samstag die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben angekündigt. Er wolle die Ehe für alle zur Priorität machen und noch vor der Sommerpause Ende Juli durchs Einkammerparlament bringen, so der Politiker der sozialdemokratischen Labour-Partei bei seiner Siegesrede.

Muscat hatte die vorgezogene Wahl Anfang Mai nach Korruptionsvorwürfen und der damit einhergehenden Unsicherheit angesetzt. Am Ende ging seine Partei gestärkt aus dem Urnengang hervor: Labour konnte sein Ergebnis mit 55 Prozent leicht verbessern, das konservative Bündnis von Oppositionsführer Simon Busuttil erreichte lediglich 43 Prozent.

Kein Widerstand der Opposition erwartet

Da auch die Opposition die Ehe für alle grundsätzlich befürwortet, wird kaum Widerstand gegen die Gleichstellung erwartet. Seit längerem wird im kleinsten EU-Mitgliedsstaat bereits über die Öffnung der Ehe debattiert. Im Februar hatte Helena Dalli, die Ministerin für Freiheitsrechte, bereits einen entsprechenden Gesetzentwurf angekündigt (queer.de berichtete).

Malta – ein tiefkatholisches Land, das Homosexualität bis 1973 unter Strafe gestellt hatte – hat sich in den letzten Jahren wie kaum ein anderes Land für ein Ende der Diskriminierung von LGBTI eingesetzt. Erst 2014 wurden eingetragene Partnerschaften mit gleichen Rechten – auch im Adoptionsrecht – eingeführt (queer.de berichtete). Dabei beließ es Muscats Regierung aber nicht: 2015 beschloss das Parlament einstimmig (!) eines der fortschrittlichsten Transsexuellengesetze der Welt (queer.de berichtete). Ein gutes Jahr später setzte die Regierung ein komplettes Verbot von "Therapien" zur "Heilung" von Lesben und Schwulen durch – als erster Staat in Europa und anders als bei ähnlichen Regelungen etwa in Nordamerika auch bei Erwachsenen (queer.de berichtete).

Bereits seit 2015 gilt Malta laut der von ILGA-Europe erstellten "Rainbow Europe"-Liste als Land mit den LGBTI-freundlichsten Gesetzen und Lebensumständen auf dem Kontinent – obwohl es die Ehe noch nicht geöffnet hat (queer.de berichtete). Gegenwärtig liegt Malta in der Liste mit 88 von 100 Punkten weit vor dem zweitplatzierten Norwegen, das "nur" 78 Punkte erreicht. Deutschland mit 54 Punkten ist weit abgeschlagen auf Rang 14 (queer.de berichtete). (dk)



#1 Flieder07Anonym
  • 06.06.2017, 17:17h
  • Malta Erzkatholisch und es geht doch.
    Was ist mit Deutschland, welche Lobby steckt dahinter das CDU, CSU und SPD sich weigern. Ist es die Kirche oder die Wirtschaft oder sind es die Medien?
    Vergessen unsere Politiker eigentlich das sie für alle Bürger die in Deutschland Leben da sein sollten und für uns alle regieren sollten. Wenn angeblich über 80% der Bürger für die EHE für alle sind, warum wehrt sich die Politik seit Jahren so wehement dagegen? Was hat das mit Rechtstaat, Demokratie zu tun?
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#2 BaldwinProfil
  • 06.06.2017, 17:36hWuppertal
  • Schön, dass Malta sich entschieden hat, diesen Weg weiterzugehen.
    Auch sehr schöne Insel übrigens (und tolle Männer... ;) ), kann ich nur empfehlen!
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#3 Paulus46Anonym
  • 06.06.2017, 18:41h
  • Antwort auf #2 von Baldwin
  • Irland, Malta, Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Kolumbien oder auch Mexiko...eine Reihe katholisch geprägter Länder haben die Ehe für alle umgesetzt.

    Deutschland und Schweiz, die Kernländer der Reformation, hingegen immer noch nicht.

    Wenn Taiwan und Malta die Ehe für alle umsetzen, dann sind es 24 Staaten weltweit. Deutschland wird es danach nicht einmal mehr unter die ersten 25 Staaten weltweit schaffen, die die Ehe für alle erreicht haben und es allenfalls unter die ersten 30 Staaten dann eventuell schaffen.
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#4 Patroklos
#5 HubbiAnonym
  • 07.06.2017, 07:00h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • "Ich dachte, Malta hätte die "Ehe für Alle" schon längst geöffnet?"

    Tja, man sollte nicht alles glauben, was man denkt ...

    Und ich dachte, du wärest dank queer.de immer bestens informiert ...
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#6 RobinAnonym
  • 07.06.2017, 08:56h
  • Hoffentlich wird das schnell umgesetzt. Wäre toll, wenn es noch im Sommer die ersten Hochzeiten dort geben würde.
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#7 RobinAnonym
  • 07.06.2017, 09:07h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • Du denkst viel... Und liegst immer falsch...

    Das wäre ja auch okay, es muss nicht jeder alles wissen. Wenn Du nur nicht immer in genug Fällen so penetrant auf Deiner (beweisbar falschen) Meinung beharren würdest und alle anderen immer als Lügner hinstellen würdest, nur weil sie auf Fakten hinweisen, die Dir nicht passen.
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#8 JustusAnonym
  • 07.06.2017, 09:19h
  • Herzlichen Glückwunsch Malta!

    Aber auch wieder mal ein Armutszeugnis für die Bananenrepublik Deutschland und eine schallende Ohrfeige für unsere schwarz-rote Bundesregierung.

    Wenn schon die Union die Homophobie im Land des rosa Winkels aufrecht erhalten will, sollte die SPD ihr nicht auch noch die Mehrheiten dafür sichern. Erst recht, da die SPD immer wieder das Gegenteil verspricht und es auch eine Mehrheit für volle Gleichstellung gäbe, wenn die SPD endlich mal Wort halten würde, statt immer nur Schoßhündchen der Union zu spielen.
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#9 skottAnonym
#10 skottAnonym
  • 07.06.2017, 19:50h
  • Antwort auf #7 von Robin
  • Aber du warst nicht komplett falsch. Seit 2014 gibt es Partnerschaften die GENAU alle rechte einer ehe haben - auch das adoptionsrecht. Was sich in 2017 ändern will ist nur der name: 'Marriage' statt 'Civil Union'. Warun ist das nicht in 2014 passiert? Um die konservativen leute nicht zu ärgern. Nicht die konservative opposition - sie war dafür. Vor den wahlen vom 3. Juni hat der oppositions chef selber gesagt: es geht ja nur um den namen, und deshalb war die opposition auch dafür.
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