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Proteste zeigen Erfolg

Malaysia stoppt homophoben Jugend-Videowettbewerb

Jugendliche sollten nach dem Willen der Regierung erklären, wie Homosexualität "verhindert" werden kann. Nach einem Aufschrei wird dieser Wettbewerb nun doch nicht stattfinden.


In Malaysia stehen auf Homosexualität offiziell 20 Jahre Haft (Bild: Brian Jeffery Beggerly / flickr)

Wegen scharfer Proteste von LGBTI-Aktivisten und Bürgerrechtlern hat das Gesundheitsministerium von Malaysia am Mittwoch einen Videowettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 24 Jahren geändert und die Kategorie "Geschlechtsverwirrung" entfernt. In dieser Kategorie sollten Teilnehmer erklären, wie Homosexualität "verhindert" oder "kontrolliert" werden kann (queer.de berichtete). Stattdessen gibt es nun eine Kategorie zu Geschlecht und Sexualität, die keinen direkten Bezug zu Homosexualität enthält.

Die LGBTI-Aktivistin Nisha Ayub begrüßte die Entscheidung. Sie hatte mit anderen Aktivisten am Mittwochmorgen im Gesundheitsministerium an einem "tollen Meeting" teilgenommen, erklärte sie auf Facebook. Danach habe das Ministerium zugestimmt, Begriffe wie "Geschlechtsverwirrung" aus dem Wettbewerb zu verbannen.

I had an awesome meeting today with the Ministry of Health relating with the video competition on the topic of Gender…

Posted by Nisha Ayub on Mittwoch, 7. Juni 2017
Facebook / Nisha

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ergänzte Ayub, dass nun ihr Ziel sei, einen "sicheren Ort für Diskussionen" zu etablieren und das öffentliche Bewusstsein für LGBTI-Rechte zu stärken. Sie hoffe, dass die Regierung weiterhin mit Aktivisten über diese Thematik diskutieren werde.

In Malaysia ist der Islam Staatsreligion – das wird von der Regierung oft als Vorwand für Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten genutzt. So erklärte Premierminister Najib Razak bereits vor zwei Jahren, dass LGBTI-Rechte "extreme Aspekte der Menschenrechte" seien und aus religiösen Gründen nicht gewährt werden dürften (queer.de berichtete). Anfang dieses Jahres hat die Regierung in einem Video zudem für Homo-"Heilung" geworben (queer.de berichtete).

Auf gleichgeschlechtlichen Sex stehen in Malaysia offiziell bis zu 20 Jahre Gefängnis und Auspeitschung – egal, ob einvernehmlicher Geschlechtsverkehr oder eine Vergewaltigung vorliegen. Wegen einvernehmlicher Homosexualität kommt es zwar nur selten zu Verurteilungen, die Gesetzgebung führt aber dazu, dass sich nur wenige Bürger trauen, sich öffentlich zu outen. In der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur ist trotzdem eine lebendige schwule Szene ansässig. (dk)



#1 SandokanAnonym
#2 ZweifelAnonym
  • 09.06.2017, 05:36h
  • Irgendwie traue ich diesem Frieden nicht ganz. Dieser Schritt ist zwar immerhin etwas, aber die Gesetze sind trotzdem verheerend.
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#3 Tyson JalbertAnonym
  • 09.06.2017, 12:31h
  • Höflich um etwas zu bitten, verbunden mit einer logisch nachvollziehbaren Argumentation und seriösem Auftreten, kann auch manchmal zum Ziel führen.
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#4 goddamn liberalAnonym
#5 seb1983
#6 TheDadProfil
  • 11.06.2017, 20:22hHannover
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • ""Soweit ich weiß wurde die Sklaverei aber von Gerichten und Parlamenten abgeschafft...""..

    Ein Klage ist, selbst wenn sie noch so höflich formuliert ist, immer noch keine Bitte !
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