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Gegenmaßnahmen eingeleitet

Berlin: 355 Übergriffe auf LGBTI-Flüchtlinge in drei Jahren

Eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber bringt erschreckende Zahlen an den Tag – zu den Tatverdächtigen gehören auch Wachleute.


Queere Willkommenskultur: Mit diesen Kellen waren die Schwulenberatung Berlin und Bewohner ihrer queeren Flüchtlingsunterkunft in Treptow beim CSD 2016 unterwegs (Bild: Schwulenberatung Berlin)

Offensichtlich mehrere hundert LGBTI-Flüchtlinge sind in den vergangenen Jahren in Berlin Opfer von Pöbeleien, Drohungen und körperlicher Gewalt geworden. Dies geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Justiz auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor (PDF).

Dokumentiert sind nach Angaben des Senats insgesamt 355 Fälle in den Jahren 2014 bis 2016. Knapp die Hälfte der Vorfälle betraf schwule Männer, gefolgt von trans* Menschen und lesbischen Frauen. Nur die wenigsten Fälle wurden bei der Polizei angezeigt.

Die Zahlen stammen von den drei LGBTI-Hilfsinitiativen LesMigraS der Lesbenberatung, dem schwulen Antigewaltprojekt Maneo und MILES vom LSVD. Mehrfachnennungen seien dabei nicht auszuschließen, wenn ein Flüchtling sich bei verschiedenen Beratungsstellen gemeldet hat, räumte die Justizverwaltung ein. Andererseits müsse von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

47 Übergriffe durch Wachleute in 2016

Die Aggressionen gegen LGBTI-Flüchtlinge gehen nicht allein von Mitbewohnern in den Unterkünften aus, sondern auch vom Sicherheitspersonal. Allein im Jahr 2016 meldete LesMigraS 47 Übergriffe durch Wachleute. "Hierbei handelte es sich bei 37 Meldungen um verbale Beleidigungen, bei acht um körperliche und bei zwei um sexualisierte Gewalt", heißt es dazu in der Antwort auf die SPD-Anfrage. Das Projekt Maneo meldet für 2015 zwei Betroffene von Gewalt durch Mitarbeiter. Angaben zu den Unterkünften liegen nicht vor.

50 Vorfälle von Beleidigungen sollen sich zudem im Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten bzw. in der Vorgängerbehörde Lageso ereignet haben: "Die Betroffenen berichteten dabei mehrheitlich von der Verwendung beleidigender Begriffe sowie beleidigenden verbalen und nonverbalen sonstigen Äußerungen."

Der Senat hat reagiert

Die Antwort auf die Kleine Anfrage zeigt jedoch auch, dass sich der Senat des Problems bewusst ist und es ernst meint, LGBTI-Flüchtlinge besser vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen. Auf sechs Seiten werden zahlreiche bereits eingeleitete Maßnahmen aufgeführt, darunter die Einrichtung einer eigenen Fachstelle sowie von spezifischen Unterkünften, Schulungsmaßnahmen für Sprachmittler und Mitarbeiter in den Heimen, die Ernennung von besonderen Ansprechpersonen oder die Einladung geflüchteter Menschen ins Polizeipräsidium.

In Kürze sollen zudem die Handreichung "Was tun bei Gewalt gegen Frauen und LSBTI in Unterkünften" sowie ein Gesprächsleitfaden zur Identifizierung von besonderen Schutzbedarfen erscheinen. (cw)



#1 PierreAnonym
  • 11.06.2017, 14:48h
  • Skandalös!

    Das sind mehr als 100 Übergriffe pro Jahr - alleine in Berlin!! Dann kann man ja mal auf ganz Deutschland hochrechnen.

    Da kommen LGBTI aus Verfolgerstaaten zu uns, weil sie hoffen, hier sicher zu sein und dann werden sie hier auch wieder ihrem Schicksal überlassen.

    Die Wachleute, die sowas tun, sollten sofort fristlos entlassen werden und nie mehr einen Job in diesem Bereich bekommen. (Und natürlich auch strafrechtlich für ihre Taten belangt werden. Inkl. Schmerzensgeld, etc.)

    Und die Flüchtlinge, die auf LGBTI losgehen, sollten sofort ausgewiesen werden und Einreiseverbot in die EU bekommen. Wer gewalttätig wird, hat damit bewiesen, dass er nicht zur Integration bereit ist und hier nicht leben kann.
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#2 GerritAnonym
  • 11.06.2017, 15:15h
  • Antwort auf #1 von Pierre
  • -----------------------------------------
    Und die Flüchtlinge, die auf LGBTI losgehen, sollten sofort ausgewiesen werden und Einreiseverbot in die EU bekommen. Wer gewalttätig wird, hat damit bewiesen, dass er nicht zur Integration bereit ist und hier nicht leben kann.
    ------------------------------------------

    Man sollte da differenzieren:
    viele Flüchtlinge sind nach der Flucht und dann in einem Heim in einer Ausnahmesituation. Da tut man dann vielleicht auch mal Dinge, die einem nachher selber leid tun und für die man sich selbst hasst. Und solange es sich nicht um brutalste Gewalt mit bleibenden Schäden handelt (sondern z.B. nur eine Ohrfeige) und solange es dem Täter selbst hinterher aufrichtig leid tut, sollte man demjenigen auch noch eine zweite Chance geben.

    Aber wenn Migranten klar machen, dass sie GLBT niemals akzeptieren werden, dass sie für die den Tod begrüßen, etc. MUSS man die ausweisen. Zum Schutz der anderen Migranten, aber auch aller anderen Bürger. Das kann ein Staat nicht tolerieren und da wiegt der Schutz Unschuldiger stärker.

    Mir ist zwar erstmal jeder willkommen, der hier leben möchte. Aber dann kann man auch eine Gegenleistung erwarten. Und die Akzeptanz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung inkl. Akzeptanz von Frauen, Juden und GLBT ist ja wohl das mindeste. Das ist doch nicht zu viel verlangt. Wer dazu nicht bereit ist, kann eben hier nicht leben.
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#3 Patroklos
#4 Tommy0607Profil
#5 RobinAnonym
  • 11.06.2017, 17:30h
  • Antwort auf #2 von Gerrit
  • "Mir ist zwar erstmal jeder willkommen, der hier leben möchte. Aber dann kann man auch eine Gegenleistung erwarten. Und die Akzeptanz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung inkl. Akzeptanz von Frauen, Juden und GLBT ist ja wohl das mindeste. Das ist doch nicht zu viel verlangt. Wer dazu nicht bereit ist, kann eben hier nicht leben."

    Das Problem ist:
    die Verantwortlichen reagieren völlig falsch.

    Bei gewalttätigen Übergriffen gegen LGBTI durch Migranten muss immer das Opfer die Einrichtung verlassen, während es für den Täter ohne Sanktionen bleibt. Es gibt höchstens mal eine Ermahnung, aber keine wirklich ernsthaften Konsequenzen.

    Damit signalisiert man den Tätern, dass ihr Verhalten hier nicht nur geduldet wird, sondern dass sie sogar im Recht sind, weil es ja die LGBTI-Person ist, die weg muss.

    Das wird in Zukunft noch für enorme Probleme sorgen, wenn man den Tätern nicht von Anfang an klare Grenzen setzt, deren Verletzung dann auch Konsequenzen hat.

    Und umgekehrt signalisiert man dem Opfer, das hier auf Sicherheit gehofft hat, dass man sich auch hierzulande verstecken muss, um nicht Opfer von Gewalt zu werden. Und wird man Opfer von Gewalt, dann muss man selber weg, während der Täter keine Konsequenzen hat. Das ist auch für die Opfer ein verheerendes Signal.

    Hier wird durch völlig falsche Reaktionen der Boden für noch viel massivere Probleme in der Zukunft bereitet. Wenn man sich dann in gar nicht so ferner Zukunft fragt, wie es so weit kommen konnte, sie muss man die Ursachen heute suchen.
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#6 uwekrefeldProfil
  • 11.06.2017, 18:16hKrefeld
  • tja, und das sind die Ergebnisse "nur" von Berlin?! :-(
    Wie mag es dann in den anderen Aufnahmelagern aussehen? Da schreibt keiner etwas drüber. Was man bisher von diesen ganzen "ehrwürdigen" Aufpassern gelesen hat, komme ich langsam zu dem Schluss, dass speziell diese Gruppe wohl einer wesentlich (!) intensiveren Kontrolle ihrer Person unterzogen werden soll (!). Wenn es um die Bewachung einiger Goldbarren geht, sind die Kontrollen dieser Wachleute immens, geht es "nur" um Menschen, welche beschützt werden sollen, geht alles nur "larifari". Wer trägt hier Verantwortung, das BamF oder/und unser "Bundesinnenminister"?
    - Lachtablette -
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 11.06.2017, 18:38h
  • Antwort auf #2 von Gerrit
  • "Mir ist zwar erstmal jeder willkommen, der hier leben möchte. Aber dann kann man auch eine Gegenleistung erwarten. Und die Akzeptanz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung inkl. Akzeptanz von Frauen, Juden und GLBT ist ja wohl das mindeste."

    Na ja, nehmen wir z. B. Syrien.

    Demokratie: Es gibt einen Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Konzepten von Diktatur (mal eher nationalistisch, mal eher fromm).

    Juden: Da gibt es antisemitische Propaganda auf NS-Niveau in den Medien. Der Nazi-Massenmörder Alois Brunner war Ehren-Asylant des Regimes.

    Frauen: Es gibt die Vielehe (Abschaffung in der Türkei 1917).

    Muss ich noch ein Wort über LGTBI verlieren?

    Was will man da groß erwarten?
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#8 SebiAnonym
  • 11.06.2017, 22:46h
  • Antwort auf #7 von goddamn liberal
  • Umso wichtiger, allen Migranten von Anfang an und unmissverständlich bestimmte Regeln aufzuzeigen.

    Und wer die bricht, muss dann auch mit den Konsequenzen (bis hin zur Ausweisung) rechnen. Es darf da keinen Kulturrelativismus und irgendeinen Bonus geben.

    Tut man das nicht, bestätigt man die nur in ihrem Denken und Handeln und züchtet sich die Straftäter der Zukunft heran.

    Und damit schadet man dann auch den integrationswilligen Migranten.
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#9 Gpeterjoachim
  • 12.06.2017, 15:06h
  • Ich sagte schon an anderer Stelle, dass die Namen der Täter veröffentlicht werden sollten, ich denke, dass das auch Nachahmer abschrecken kann.
    Insbesondere Betroffene und Opfer haben dann das Gefühl, dass auch das soziale Umfeld des Täters von den Wiederwärtigkeiten erfährt.
    Und egal wo diese Täter hingehen ist ihr Name belastet.
    Außerdem wird ja auch in den Berichten und Kommentaren oftmals der Name des Opfers erwähnt.
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#10 Gpeterjoachim
  • 12.06.2017, 15:16h
  • Auch in diesen Vorfällen sollten die Namen der Täter veröffentlicht werden.
    Ich denke, dass sich viele dann hoffentlich vorher überlegen was das für Konsequenzen hat.
    Es ist schon schwer genug wenn Opfer stigmatisiert werden, dann hilft es auch den Opfern wenn "sein Peiniger veröffentlicht" wird.
    Und Nachahmer überlegen sich vielleicht vorher ob sie mit ihren Taten veröffentlicht werden.
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