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Überblick über ein Pride-Wochenende

Sofia: Starker Pride trotzt Gegendemonstranten

Auch in Zagreb blieb ein CSD unter Polizeischutz friedlich, während in Posen das Büro einer LGBTI-Organisation angegriffen wurde.


Bunt, groß und schön war der Pride am Samstag in Sofia

Die Gewalt blieb glücklicherweise aus: Zwar waren am Samstag wie angedrohtt zum zehnten Pride in der bulgarischen Hauptstadt Sofia bis zu 50 Nationalisten und fundamentalistische Christen gekommen, um mit "Besen und Schaufeln" bewaffnet "Sofia vom Müll zu befreien". Wie dann selbst russische "Journalisten" im Video festhalten mussten, konnten sie die Besen allerdings nur nutzen, um Rückstände von Polizeipferden zu entfernen.

Direktlink | Die russische Agentur Ruptly fing den trüben Protest der Gegendemonstranten ein – und nur wenige Eindrücke von einem noch leeren CSD

Denn die Beamten schützten den CSD und seine mehreren tausenden Teilnehmer vor dem "Nationalen Widerstand", wie es von der internationalen Politik gefordert wurde, auch wenn die Bürgermeisterin der Stadt die Veranstaltung nicht unterstützen wollte und die rechte Gegenveranstaltung ohne Widerstand und -spruch ließ. Dafür waren beim Pride viele internationale Botschafter anwesend.

Direktlink | Bericht vom "Sofia Globe" über den bunten Pride

Der deutsche LGBTI-Aktivist Alfonso Pantisano, früher Sprecher von "Enough is Enough", war am Samstag dabei, hat auf Facebook einige Live-Videos publiziert und für die taz am Sonntag eine Zusammenfassung geschrieben. "Die Community in Sofia wächst zusammen", berichtet er über eine – wie in vielen Teilen Osteuropas – an Teilnehmern und Selbstbewusstsein wachsende Bewegung. "Die Community lässt sich nicht einschüchtern".

Von Polizei geschützter CSD auch in Kroatien

Unter starkem, aber entspannten Polizeischutz fand am Samstag zugleich der 16. Zagreb Pride mit bis zu 10.000 Teilnehmern statt, nach bisherigen Erkenntnissen kam es in der kroatischen Hauptstadt zu keinen Zwischenfällen. Auch an dieser Demonstrationen nahmen rund ein dutzend Botschafter überwiegend aus EU-Ländern teil, darunter der deutsche Botschafter Thomas E. Schultze.

Twitter / BalkanInsight

Aber auch aus der kroatischen Politik waren Vertreter gekommen, darunter mehrere Abgeordnete des Parlaments und der stellvertretende Ministerpräsident Predrag Stromar. Nach einem Angriff auf eine LGBTI-Party im Februar hatten der CSD und andere Organisationen zuwenig Unterstützung aus der Politik beklagt (queer.de berichtete).


Einige Utensilien des CSD in Zagreb

Pride von Tel Aviv bis Washington

Friedliche und bunte CSDs fanden am Samstag in ganz Europa und weiten Teilen der Welt statt, etwa auch in Zürich, Rom und Athen sowie in Deutschland in Aschaffenburg, Bielefeld und Chemnitz; am Freitag war bereits Tel Aviv an der Reihe, mit dem erstmaligen Schwerpunkt Bisexualität.


Bunt und heiß war es wie immer in Tel Aviv. Bild: Guy Yechiely

Am Sonntag, nach einem Refugee-Pride in Brandenburg und ersten friedlichen Bildern aus dem türkischen Mersin, blickt die queere Welt nach Washington D.C.: Einen Tag nach der CSD-Demo der amerikanischen Hauptstadt wollen noch mehr Menschen aus dem ganzen Land beim "Equality March for Unity and Pride" sowie in ähnlichen Demos in weiteren Städten ein Zeichen gegen Donald Trump und Hass setzen.

Facebook / Human Rights Campaign | Livevideo aus Washington. Die Demo zieht auch am Weißen Haus vorbei.

Polen: Büro von LGBTI-Organisation demoliert

Ein homofeindlicher Vorfall beschäftigte derweil am Samstag die polnischen Medien: In der Nacht zu Samstag sind Unbekannte in das Büro der LGBTI-Organisation "Stonewall" in Posen eingedrungen, sorgten für Verwüstungen und entwendeten zwei große Regenbogenflaggen, die zur Straße hin hingen – wohl als Trophäe. Denn da keine weiteren Gegenstände gestohlen wurden, geht die Organisation von einem homofeindlichen Vorfall aus, der sich gegen "Gleichheit und Offenheit" richte und Teil der "jüngsten weitverbreiteten Intoleranz" sei.

Jesteśmy w Centrum Stonewall. Biuro zdemolowane, a flagi wiszące na froncie kamienicy od września, zerwane. Czekamy na policję!

Posted by Grupa Stonewall on Freitag, 9. Juni 2017
Facebook

Vor einer Woche hatte in Warschau der diesjährige CSD stattgefunden, zum "Marsch der Gleichberechtigung" kamen eine Rekordzahl von rund 50.000 Menschen. Eine im Vergleich zu Vorjahren nur noch kleine Anzahl von nationalistischen Gegendemonstranten wurde von der Polizei vom Versuch einer Blockade abgehalten. Wenige Wochen zuvor konnte auch ein Pride in Danzig friedlich abgehalten werden – anders als im Vorjahr, als Nationalisten die Demo angreifen wollten (queer.de berichtete). Im letzten Jahr hatte es auch mehrere Angriffe auf Büros von LGBTI-Organisationen in Warschau gegeben (queer.de berichtete). (nb)



#1 RobinAnonym
  • 11.06.2017, 17:38h
  • Gut, dass die sich nicht einschüchtern lassen, sondern selbstbewusst und stolz ihre Grundrechte Rede- und Versammlungsfreiheit nutzen.

    Denn das Ziel der homophoben Fanatiker ist Einschüchterung, so dass die Leute vor Angst ihre Freiheit aufgeben. Wenn man das tut, haben die Homohasser bereits gewonnen.

    Deswegen ein Bravo für alle Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen, sondern ihre Rechte einfordern und sich für Liebe und Freiheit einsetzen.
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#2 Patroklos
#3 SebiAnonym
#4 Marius CologneAnonym
  • 12.06.2017, 09:33h
  • 50 grimmige Neonazis auf tausende fröhliche LGBT und ihre Verbündeten.

    Das macht Mut und gibt Hoffnung...
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