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Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee

LSVD: "Berlin braucht einen aufgeklärten Islam"

Am Freitag wird die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin eröffnen. Der LSVD kündigt bereits Kooperationen mit dem liberalen Gotteshaus an.


Der LSVD möchte die Zusammenarbeit mit Muslimen vertiefen

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg begrüßt die für Freitag geplante Eröffnung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Ortsteil Moabit. "Berlin braucht einen aufgeklärten Islam, welcher der Berliner Landesverfassung gerecht wird und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität ausschließt", erklärte LSVD-Landesgeschäftsführer Jörg Steinert am Montag. Man sei bereits in Gesprächen über die Planung von gemeinsamen Veranstaltungen.

Die Initiative für die liberale Moschee war von der prominenten Berliner Rechtsanwätin Seyran Ateş ausgegangen. Sie hatte betont, dass es in Berlin endlich ein Gotteshaus für "moderne, liberale Muslime" geben müsste, in der Männer und Frauen anders als in traditionellen Moscheen gemeinsam beten und auch sexuelle und geschlechtliche Minderheiten willkommen seien (queer.de berichtete).

Am 16. Juni ist am Tag der Eröffnung das erste Freitagsgebet in der Moschee geplant. Ateş soll die Predigt halten und will außerdem ihr Buch "Selam, Frau Imamin: Wie ich in Berlin eine liberale Moschee gründete" vorstellen. Zudem gibt es eine Vortragsreihe und Musikaufführungen (Programm als PDF).

"Muslime unter dem Regenbogen"

Bereits seit 1999 beschäftigt sich der LSVD in der Hauptstadt mit seinem Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) intensiv mit dem Thema Islam. Neben regelmäßigen Beratungs- und Gruppenangeboten für homosexuelle Muslime wurden bereits mehrere Fachkonferenzen organisiert und Publikationen veröffentlicht, so unter anderem das Buch "Muslime unter dem Regenbogen". Bereits seit mehreren Jahren gehört der Liberal-Islamische Bund, der erst vergangenen Monat die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gefordert hatte, zu den Kooperationspartnern von MILES.

Am Vorabend der Moschee-Eröffnung in Berlin-Moabit unterstützt der LSVD mit seinem Projekt MILES das Iftar-Fastenbrechen im Gemeinschatshaus "MORUS 14" in Berlin-Neukölln. Dieses Angebot gibt es bereits seit mehreren Jahren im Ramadan. In diesem Jahr wird es als Hauptgericht Tepsi-Köfte (türkische Frikadellen) mit Reis und Kartoffeln gebe (mehr Infos als PDF-Datei).

2014 hatte der Dialogsversuch des LSVD mit einer staatlichen türkischen Moschee zu einem Streit geführt: Der LSVD hatte sich damals vergeblich um ein Treffen mit Gläubigen in der Neuköllner Şehitlik-Moschee bemüht (queer.de berichtete). Später erklärte der damalige Moscheechef Ender Çetin bei einer Diskussionsveranstaltung, dass gleichgeschlechtlicher Sex nach den meisten Auslegungen des Korans verboten sei (queer.de berichtete). Die Şehitlik-Moschee gehört dem Verband DITIB an, der de facto der Regierung des Autokraten Recep Tayyip Erdoğan unterstellt ist. (pm/cw)



#1 Pascal GoskerAnonym
  • 12.06.2017, 14:53h
  • Wenn, dann braucht nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland und ganz Europa einen "aufgeklärten Islam".

    Aber abgesehen davon halte ich es eh für fraglich, wie "aufgeklärt" eine Religion sein kann - egal wie sie sich nennt und welche Fabelwesen sie anbeten.

    Kein Staat und keine Gesellschaft "braucht" eine Religion. Im Gegenteil: es sollte eine strikte Trennung von Staat und Religion geben und Religion sollte (wenn schon jemand an sowas glauben will) Privatsache sein und aus der Öffentlichkeit komplett rausgehalten werden.
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#2 OrthogonalfrontAnonym
  • 12.06.2017, 15:22h
  • Islam "braucht" überhaupt niemand, genauso wenig wie das Christentum oder andere irrationale Überzeugungen.
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#3 niccinicciAnonym
  • 12.06.2017, 15:32h
  • eine prima idee, da der glauben, egal welcher richtung, für viele menschen eine grosse rolle spielt. sieht man ja schon daran, das auch viele schwule oder lesbische päärchen sich für ihre heirat den segen gottes holen.
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#4 LarsAnonym
  • 12.06.2017, 16:45h
  • Antwort auf #1 von Pascal Gosker
  • "Kein Staat und keine Gesellschaft "braucht" eine Religion. Im Gegenteil: es sollte eine strikte Trennung von Staat und Religion geben"

    Da wirfst Du zwei Dinge in einen Topf, nämlich "Staat" und "Gesellschaft". Religionen sind eine gesellschaftliche Realität. Genau wie andere Kulturäußerungen (Märchen, Romane, Bilder) müssen sie gar nicht rational sein, sondern man kann sie als ein Kommunikationsmittel unter den Menschen betrachten, mit denen man Dinge zum Ausdruck bringt, die sich rational schlecht fassen lassen (Trauer, Einsicht in die Endlichkeit des eigenen Lebens, Gemeinschaft, knifflige ethische Fragen aber auch empfehlenswerte Standards im Umgang mit Sexualität). Außerdem bilden Religionen Community´s, soziale Gemeinschaften , vergleichbar den Schützen- und Fußballvereinen mit entsprechenden Verhaltensweisen und Riten.

    Der Abbau von Homophobie in der Gesellschaft ist wiederum eine kulturelle und gesellschaftliche Aufgabe, in den Fußballvereinen genauso wie in Moscheevereinen.

    Der Staat steht dabei immer vor der Aufgabe, kulturelle Vielfalt und Eigenheiten sowie sozialen Zusammenhalt der Menschen zu ermöglichen (egal wie "moralisch", sinnvoll oder rational diese Communitíes sich verhalten) und gleichzeitig da Grenzen zu setzen, wo Menschenrechte verletzt werden oder da, wo sich religiöse oder konfessionslose Gruppen diskriminieren.

    Religiöse Communities, die zeitgemäße Formen des Zusammenlebens suchen und finden und ihnen mit der rituellen Sprache der Religion Ausdruck verleihen, leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Modernisierung und Harmonisierung.
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#5 ollinaieProfil
  • 12.06.2017, 17:06hSeligenstadt
  • Antwort auf #4 von Lars
  • "Religiöse Communities, die zeitgemäße Formen des Zusammenlebens suchen und finden und ihnen mit der rituellen Sprache der Religion Ausdruck verleihen, leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Modernisierung und Harmonisierung."

    Das ist jetzt Realsatiere oder was?!

    Religion <-> zeitgemäß
    rituelle Sprache <-> Modernisierung

    Harmonisierung: Andreas Laun, Vitus Huonder, Schlomo Amar....

    Ach, im zwangsbeitragsfinanzierten öffentlichen Kirchenwerbefunk kam letztens eine Sendung in der von Whatsapp-Morgengebeetsgruppen berichtet wurde. Meinst Du das mit mordernisierung? Jahrtausende alter Wein in elektronischen Schläuchen.
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#6 RobinAnonym
  • 12.06.2017, 17:17h
  • Antwort auf #4 von Lars
  • Zur Klärung kniffliger Fragen gibt es Wissenschaft. Und sobald es um Fragen der Ethik, Moral, etc. geht, erledigt das die Philosophie.

    Und dass ausgerechnet Religion "empfehlenswerte Standards im Umgang mit Sexualität" geben soll, ist ja wohl der Witz des Jahrhunderts. Das denken die vielleicht, aber in Wirklichkeit sorgen sie für einen verkrampften, verklemmten Umgang mit sowas natürlichem wie Sexualität.

    Und Religion mit einem Fußballverein zu vergleichen ist auch albern. Oder schreibt der Fußballverein Menschen vor, wie sie zu leben haben? Religion macht das. Sogar für Menschen, die dort nicht mal Mitglied sind.
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#7 burgerbergProfil
  • 12.06.2017, 17:23hberlin
  • Solange weltweit Homosexuelle von dieser Religion verfolgt, inhaftiert, gesteinigt und an Baukränen aufgehängt werden, braucht Berlin keinen aufgeklärten Islam - sondern - die Welt braucht einen aufgeklärten Islam!!
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#8 Stop ReligiotieAnonym
  • 12.06.2017, 17:40h
  • Antwort auf #4 von Lars
  • JEDE Religion basiert im Kern auf Hass, Bevormundung und Unterdrückung. Nur so kann Religion funktionieren. Denn nur unglückliche Menschen suchen ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern.

    Liebe, Vielfalt und Freiheit bedrohen den Anspruch auf alleinige, absolute Wahrheit.

    "Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."
    (Albert Einstein)

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
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#9 LarsAnonym
  • 12.06.2017, 17:57h
  • Antwort auf #2 von Orthogonalfront
  • Lies mal den Artikel Ibn-Rushd (Averroes) auf Wikipedia. Nach Ibn-Rushd, einem Verfechter der Logik und Philosophie ist die Moschee benannt. der andere Namenspatron ist Goethe, der sich als Dichter und Naturforscher auf sehr vielschichtige Weise mit dem Menschen und seinem Bezug zur Religion beschäftigt hat.
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#10 larschAnonym