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Schulwettbewerb "fair@school"

Antidiskriminierungsstelle zeichnet Schule für LGBTI-Respektklub aus

Hohe Auszeichnung für eine Berliner Initiative: Mit einem Klub zur Förderung der Wertschätzung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten konnte die Kurt-Schwitters-Gesamtschule den fair@school-Preis gewinnen.


Die Sieger des "fair@school"-Wettbewerbs sind am Dienstag ausgezeichnet worden (Bild: John Morgan / flickr)

Der Respektklub der Berliner Kurt-Schwitters-Gesamtschule hat den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis des Schulwettbewerbs "fair@school" gewonnen, den die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Zusammenarbeit mit dem Cornelsen-Verlag dieses Jahr zum ersten Mal vergeben hat. Der seit mehreren Jahren bestehende Klub setzt sich für eine Wertschätzung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein.

Eine zehnköpfige Jury aus renommierten Sozial- und Bildungswissenschaftlern hatte über die Preisträger entschieden. Insgesamt hatten sich über 50 Projekte aus ganz Deutschland beworben. Die Preise wurden in einer Feierstunde am Dienstag im Bundesfamilienministerin in Berlin verliehen.

Im Rahmen des Klubs laden Schüler und Lehrer mit verschiedenen kreativen Projekten und Aktionen dazu ein, sich mit der Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen zu befassen. Sexuelle Vielfalt wird mittlerweile auch regelmäßig im Unterricht zum Thema; der Klub ist fester Bestandteil des Schulalltags.

Der zweite Preis in Höhe von 2.000 Euro geht an die saarländische Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle in Nonnweiler-Primstal für die AG "Multimediale und inklusive Erinnerungsarbeit: Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden". Den dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro erhielt das Projekt "Laut:::stark" der hessischen Schule am Goldberg in Heusenstamm; im Rahmen dieses Projektes trainieren die Kinder und Jugendlichen der Förderschule, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden, selbstbewusst aufzutreten und sich im Notfall zur Wehr zu setzen.

Andere Schulen können Akzeptanzprojekte kopieren

"Die mehr als 50 eingereichten Projekte zeigen deutlich: Junge Menschen sind aktiv, sie tun etwas, sie ziehen sich nicht zurück", sagte Christine Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, bei der Preisverleihung. "Da können wir uns alle ein Beispiel daran nehmen, egal ob jung oder alt." Ziel des Wettbewerbs sei es unter anderem, Projekte auszuzeichnen, deren Inhalte und Methoden von anderen Schulen übernommen werden können, erläuterte sie. "So wollen wir das Recht auf einen fairen Schulalltag und auf diskriminierungsfreie Bildung weiter stärken."

Die Schule sei ein wichtiger Ort für die Persönlichkeitsentwicklung für Kinder und Jugendliche, begründete Dr. Anja Hagen, Geschäftsführerin im Cornelsen-Verlags, die Auszeichnung. "Wie hier im Klassenzimmer die Grundlagen für Offenheit und Respekt gelegt werden, verdient besondere Anerkennung." (pm/cw)



#1 DaFehltWasAnonym
  • 13.06.2017, 17:16h
  • Dass es Schulen gibt, die an diesem Punkt arbeiten, gefällt mir. Die Auszeichnung ist sicherlich verdient.
    Allerdings fehlt ein pädagogischer Bereich, der nicht weniger wichtig ist.
    ------> Auch in Kita-Teams sollte Vielfalt präsent sein.
    Das erschließt sich bereits aus dem Orientierungsplan, der unter anderem die Vielfalt und Offenheit in der Arbeit mit Kindern festlegt.
    Inklusion und ganzheitliche Erziehung - ist bereits bekannt.
    Aber bitte auch im Erzieher-Team!

    Leider lässt das noch sehr zu wünschen übrig. Und ich weiß, wovon ich rede. Erst jetzt beginnen Kitas allmählich(!), Stellenausschreibungen so zu formulieren, dass es auch männliche Erzieher betrifft. Leider sind dabei aber seitens der Erzieherinnen Hetero-Männer gemeint! Das steht so natürlich nicht in den Stellenausschreibungen, aber die schwulen Männer erfahren dies dann in Form von Absagen nach Bewerbungsgesprächen, und auch während der Gespräche werden so manche Erzieherinnen (gelegentlich auch Leute mancher Stadtverwaltungen) sehr deutlich in ihrer «Haltung.»
    Dasselbe erleben lesbische Erzieherinnen!

    Ich lernte im Laufe der Zeit drei Frauen kennen (zwei sind lesbisch, eine ist bi) und einen schwulen Mann, die alle umschulen mussten aufgrund von Diskriminierung gegenüber ihrer sexuellen Veranlagung.
    Und diese vier Personen rennen alle nicht mit der Homo-Flagge herum, falls jemand ihnen etwas ankreiden möchte. Nein, sie arbeiteten genauso wie ihre Kollegen auch.
    Diskriminierung ist einseitig: entsteht aus Vorurteilen und auch aus Ablehnung, die die jeweilige Person nicht überwinden kann. Im Fall der vier Personen waren es die Erzieherinnen, die ihre Vorurteile nicht überwinden konnten! Die drei Frauen und der Mann verloren ihre Jobs.

    Und ich weiß, dass es davon sehr viel mehr als nur vier Fälle deutschlandweit gibt!

    Auch in Kita-Teams muss sich beim Thema Vielfalt und Offenheit dringend was verbessern.

    Glückwunsch an die Schule, die ausgezeichnet wurde.
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#2 Julian SAnonym
  • 14.06.2017, 09:13h
  • Herzlichen Glückwunsch für die Auszeichnung!!

    Diese Initiative ist für andere Schulen dringend zur Nachahmung empfohlen.
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