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Einzelkommentar zu:
Offener Brief einer HIV-positiven Transfrau an ihre Internet-Trolle


#6 Homonklin44Profil
  • 15.06.2017, 14:08hTauroa Point
  • ""Oder versuchen sie einfach alles und jeden loszuwerden, der nicht in ihre Vorstellung von der Welt passte?""

    "Trolle" sind oft ganz im Geiste ärmliche Persönlichkeiten, die sich daran hoch ziehen, andere an deren vermeintlichen Schwachstellen zu packen, und sie herunter zu treten. Man kann sie mit Leuten gleichsetzen, die andere hänseln und mobben, und daraus eine Art Befriedigung ziehen. Sie begegnen einem leider ja auch in den eigenen Reihen, sobald man Eigenschaften preis gibt, die aus deren Sicht nicht richtig sind, nicht en vogue, oder aus dem präferierten Weltbild heraus ragen.
    Man nehme den auffälligen Umgang mit so genannten "Tunten" oder mit der Drag-Fraktion als Beispiel. Oder siehe Fetisch-Leute. Beziehungen mit hohem Altersunterschied ect. Man erscheint damit für "Trolle" unverständlich und gerne inakzeptabel, es ist dasselbe Problem weiter gereicht nach innen, das Homophobe und Transphobe internalisiert tragen, weswegen sie Menschen nicht als Menschen wahrnehmen, sondern an einigen ihrer Eigenschaften wertbemessen.

    ""Ich habe nie behauptet, genau wie du zu sein, lieber Troll. Ich habe unsere Unterschiede lebhaft erfahren. Ich verstehe nur nicht, warum auch manche Frauen versuchen, durch patriarchisch durchtränkte Aggression Menschen wie mich aus diesem kreativen Raum zu vertreiben. Ihr habt mich verrückt genannt, ich würde spinnen, ich wäre geistesgestört, ein Mann, ein abgefucktes Mann-Frau-Zwischending. Eine Person, die niemandem etwas beibringen könnte, die nicht mal in der Nähe eines Kindes sein sollte, die sich Illusionen macht, die eine Gefahr für alles darstellt, was eine Gesellschaft ausmacht: Ob für Männer, Frauen, Kinder, Weiblichkeit, Männlichkeit, Feminismus.""

    Weil das die Ängste sind, die solche Personen in Abwehrhaltungen werfen. In der Tat geht es doch zumeist um einfach gestrickte Geister, die mit ihrem begrenzten, ich-zentrierten Weltbild und dem Zuhalt daran ihre einzige Identitätsgröße verbinden. Unsicher in sich selbst, fühlen sie sich von Anderem bedroht, aus ihrer Weltvorstellung etwas abtreten zu müssen, würden sie wen mit andersartigen Eigenschaften einfach so akzeptieren, wie sie ist. Die fürchten sich praktisch immerzu vor dem Zusammenbruch dessen, was sie als Regelsystem ihrer Welt als Vertrautheit kennen.
    Zumindest versuche ich das als Erklärweg, es kann einer von Verschiedenen sein.

    Bei vielen als "Trolle" Auffälligen habe ich auch einfach nur den Eindruck, es sind strunzdumme, saudämliche Charaktere, oder dressierte Kapuziner-Äffchen, denen irgend ein kloppenhohler Muhackl beigebracht hat, bestimmte Wörter und Satzbausteine einzutippen!

    Einen großen Anteil nimmt leider auch der Zeitgeist mit seiner Auslegung der Normbegriffe und dem Hang dazu, jeden und alles zu diagnostizieren, zu pathologisieren, und die natürliche Vielfalt in optimal und minderklassig einzuordnen. Das wiederum befeuert begrenzte Weltbilder bei denen, die sowieso kein Interesse daran haben, mal über Tellerränder zu schauen.

    HIV hat in der Vorstellung etlicher Menschen immer noch eine Stellung, die dem Aussatz oder der Beulenpest nahe gereicht. Auch die Mediziner sind von der Angst vor einer Übertragung während ihrer Arbeit nicht zwingend ausgenommen.
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