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"Orphan Black"-Star

Jordan Gavaris outet sich als schwul

In der Serie "Orphan Black" spielt der 27-Jährige seit 2013 eine schwule Figur. In einem Interview spricht der Kanadier nun erstmals über seine eigene sexuelle Orientierung.


Jordan Gavaris spielt seit 2013 Felix Dawkins in der TV-Serie "Orphan Black" (Bild: BBC America)

Der kanadische Schauspieler Jordan Gavaris hat sich in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit "Vulture" als schwul geoutet. Der 27-Jährige ist vor allem bekannt als einer der Hauptdarsteller der Science-Fiction-Serie "Orphan Black", in der er einen extrovertierten schwulen Künstler und Callboy darstellt.

Im Interview schien Gavaris überrascht nach der Frage nach seiner sexuellen Orientierung zu sein: "Das hat mich nie zuvor jemand gefragt während des Verlaufs der Serie", so Gavaris, nachdem er bestätigt hatte, dass er schwul ist. "Orphan Black" läuft in Kanada und den USA bereits seit März 2013.

"Als die Serie losging, dachte ich, dass diese Frage nichts zur Sache tut. Ich glaube das noch immer", so Gavaris. Er hoffe, dass die Gesellschaft eines Tages so weit sein wird, dass man die sexuelle Orientierung nicht mehr politisieren müsse, sondern jeder einfach als Mensch akzeptiert werde, egal ob er schwul oder hetero ist. "Das wäre eine grandiose Welt, in der niemand denkt, er müsse sich schützen, und in der andere Leute kein Bedürfnis verspüren, eine Inquisition zu starten."

Im Moment seien öffentliche Coming-outs aber weiterhin wichtig: "Wenn sich auch nur eine Person besser in ihrer Haut fühlt, weil sie sich irgendwie repräsentiert fühlt – dann ist das wichtiger, als mich selbst zu schützen."

Gavaris ist seit 2013 vergeben


US-Schauspieler Devon Graye ist bereits seit Jahren der Partner von Jordan Gavaris (Bild: Canadian Film Centre / wikipedia)

Gavaris erklärte in dem Interview auch, dass er sich im Alter von 19 Jahren gegenüber seiner Familie geoutet habe. In seinem Job als Schauspieler habe er seine sexuelle Orientierung nie versteckt. Er sagte auch, dass er seit fast vier Jahren mit seinem 30-jährigen Schauspielkollegen Devon Graye liiert sei; Graye wurde vor elf Jahren als jugendlicher Dexter in der gleichnamigen Krimiserie über Selbstjustiz bekannt und tauchte danach in mehreren TV- und Kinoproduktionen auf – so spielte er eine Hauptrolle im vom Disney produzierten Highschool-Film "Die Tochter von Avalon".

"Orphan Black" ist eine der populärsten kanadischen Serien, die in Deutschland auf ZDFneo und Netflix gezeigt wurde. In Kanada und den USA ist vergangene Woche die fünfte und letzte Staffel angelaufen.

Die Hauptrolle in "Orphan Black" spielt Tatiana Maslany, die mehrere meist weibliche Klone verkörpert, die voneinander getrennt aufgewachsen sind und das Geheimnis ihrer Herkunft aufzudecken versuchen. Die Reihe wurde wiederholt für ihre LGBTI-Handlungsstränge gelobt. Bereits 2015 verteidigte Gavaris seine Figur gegen Kritik, dass diese zu tuckig sei: "Man kann als Gesellschaft nicht kollektiv entscheiden, dass man nur einen kleinen Ausschnitt einer Minderheit darstellt", so Gavaris damals. Maslany ergänzte: "Wir mögen die Idee, dass jeder Mensch das Potenzial hat, alles zu sein. Ich denke, das öffnet die Tür für eine große Vielfalt an Dialogen über Sexualität und Geschlecht." (dk)

Direktlink | Trailer für die letzte Staffel von "Orphan Black", die in den USA im kommerziellen Kabelsender BBC America ausgestrahlt wird



#1 RobinAnonym
  • 16.06.2017, 12:47h
  • Sehr gut!

    Je mehr Menschen offen schwul, lesbisch, bi, trans, etc. sind, desto besser. Desto mehr Vorbilder haben junge LGBTI und desto mehr sehen Heteros, wie viele wir sind und wie vielfältig wir sind.

    Bei Promis kommt noch dazu, dass sie besonders hohe Reichweite haben und viele Fans haben.

    Aber natürlich gilt das genauso auch für alle nicht-prominenten LGBTI. Wir sollten uns nicht verstecken und nicht selbst zensieren, sondern offen und stolz sein. Das bedeutet nicht, dass man sich in Gefahr begibt und unbedingt nachts in einer einsamen Gegend händchenhaltend an einer Gruppe Nazis, religiösen Fanatikern, o.ä. vorbeispazieren sollte. Aber überall wo es gefahrlos möglich ist, sollten wir auch offen sein und unsere Freiheit nicht aufgeben.
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#2 Patroklos
#3 Wolfgang BeckenbauerAnonym
#4 Max MüllerAnonym
  • 16.06.2017, 19:09h
  • Antwort auf #3 von Wolfgang Beckenbauer
  • Nein, Achilles ist nicht "gay", das Wort gab es zur Spielzeit der Ilias nämlich noch nicht. Aber Alexander Skarsgård, der Darsteller des Erik in der US-amerikanischen Serie "True Blood" ist auch kein heterosexueller Vampir, obwohl ihm das immer wieder unterstellt wird.
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#5 Marco BrandtAnonym
#6 Kristin TheissenAnonym
#7 LarsAnonym
  • 16.06.2017, 23:28h
  • So ganz verstehe ich das reflexhafte Wegwischen von Fragen nach der sexuellen Orientierung nicht. Gerade für Jugendliche ist es doch schwer einzuordnen, was jemand auf der Bühne "spielt" und was er "ist".

    Nur ein Beispiel: Wenn ein Heteromann auf dem Bildschirm überzeugend eine Biifrau spielt, dann würde man ja in einem Interview auch fragen dürfen, wie er das gemacht hat. Hat er das durch reines Beobachten geschafft, oder hat er feminine Seiten, die er da rauslässt etc? Das wären mal Schauspielerintrviews, die richtig interessant sein könnten und Jugendlichen beider Selbstfindung und beim Interpretieren von anderen Menschen helfen könnten.

    Eine Welt, wo jeder nur sagt: Ich bin halt wie ich bin und mir ist es egal, ob Du Dich für mich interessierst oder nicht, finde ich als Idee nicht so besonders prickelnd.

    Ich fände es toll, wenn es mehr Heteromänner gäbe, die überzeugend Schwule spielen, denn das ist einerseits künstlerisch eine Aufgabe, die mehr verlangt, als nur sich selbst zu spielen, und zweitens würde es für die Akzeptanz gut sein.
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#8 Walerian KucharskiAnonym
  • 16.06.2017, 23:32h
  • Hallo,

    allgemein wird auch die Illias von Wolfgang Schadewaldt als sehr gelungenes Beispiel einer Homer-Übertragung betrachtet.

    Im Gegensatz zu den Übersetzungen von Roland Hampe verzichtet Schadewaldt auf den Hexameter. Seine Illias benutzt freie Rhythmen.

    www.suhrkamp.de/autoren/wolfgang_schadewaldt_4219.html?d_vie
    w=veroeffentlichungen


    Schadewaldts Übersetzung der Odyssee ist jedoch bei Rowohlt erschienen und ganz in Prosa verfasst.

    www.rowohlt.de/taschenbuch/die-odyssee.html

    Es gibt also einige Übersetzungen, und ein paar gelten als sehr gelungen, sie unterscheiden sich aber grundlegend.

    Lass Dir den Spass daran aber nicht verderben! Nimm Dir eine günstige Ausgabe, damit Du sie in den Rucksack packen und mit Dir herumtragen kannst, nimm eine Ausgabe, die auch mal im Freibad nass werden kann.

    Und dann hast Du schon etwas, was mehr kann und wertvoller ist als, zum Beispiel, ein Smartphone. Und sogar zum Bersten gefüllt mit Sex & Crime der widerwärtigsten, abscheulichsten und widernatürlichsten Art und Weise.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Sebastian BoehmAnonym
  • 18.06.2017, 11:50h
  • Vielleicht helfen diese Artikel noch, die passende Homer-Übertragung auszuwählen?

    Troja, zum Lesen und Hören (2004).

    Wer Homer deutsch lesen will, hat die Wahl zwischen Voß, Schadewaldt und Hampe.

    www.zeit.de/2004/23/KA-Stillleben

    Odysseus lebt (2007).

    Übertragungen der Odyssee gibt es für jeden Anspruch und Geschmack, in pompöser Dichtersprache von Rudolf Alexander Schröder (1910) und in philologisch skrupulöser Prosa von Wolfgang Schadewaldt (1958), temporeich und spröde von Anton Weiher (1955), neusachlich und modern von Roland Hampe (1979), vor allem aber in der unvergesslichen, längst selbst schon klassischen und geflügelten Form des Johann Heinrich Voß (1781, überarbeitet 1793).

    www.zeit.de/2007/50/L-Homer-TAB

    Ich selber bevorzuge Roland Hampe (Reclam).

    Als zusätzliche Übertragungen konsultiere ich bei strittigen Fragen Hans Rupé (Tusculum), die auch den griechischen Text enhält:

    www.degruyter.com/view/product/216486

    Diese Ausgabe würde ich aber für Einsteiger nicht unbedingt empfehlen, Roland Hampe (Reclam) ist viel eleganter.
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#10 EisenhowerAnonym
  • 18.06.2017, 18:22h
  • Nimm Reclam!

    Das muss so anfangen:

    Göttin, singe mir nun des Peleussohnes Achilleus
    Unheilbringenden Zorn, der tausend Leid den Achäern
    Schuf und viele stattliche Seelen zum Hades hinabstieß

    www.reclam.de/detail/978-3-15-000249-0/Homer/Ilias

    Eine Leseprobe gibt's bei Reclam leider nicht. Aber man kann sich das neue Cover in 300 dpi herunterladen.
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