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Gouverneur unterschreibt homophobes Gesetz

Texas: "Der Gesetzgeber nutzt Religion als Waffe"

Ein neues texanisches Gesetz erschwert gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption von Kindern und fördert Homo-"Heilung". HB 3859 könnte aber erst der Anfang sein, befürchten LGBTI-Aktivisten.


Gouverneur Greg Abbott verankert Diskriminierung in seinem Bundesstaat (Bild: Office of the Texas Governor)

Greg Abbott, der republikanische Gouverneur von Texas, hat am Donnerstag ein Gesetz unterzeichnet, das staatlich geförderten Adoptionsagenturen erlaubt, mögliche Adoptionseltern aus religiösen Gründen abzuweisen. Außerdem enthält HB 3859 eine Passage, wonach öffentlich geförderte religiöse Jugendeinrichtungen an jungen Schwulen und Lesben sogenannte "Konversionstherapien" durchführen dürfen.

Mit der Unterstützung der Homo-"Heilung" schwimmt der konservative Bundesstaat gegen den Strom: Die in Texas nun offiziell staatlich geförderten "Therapien" von Minderjährigen sind in den letzten Jahren in neun Bundesstaaten verboten worden, weil sie laut Psychologen Schwule und Lesben in den Selbstmord treiben können. Zuletzt untersagte der republikanische Gouverneur von Nevada "Konversionstherpaien" an Jugendlichen (queer.de berichtete).

Laut den Befürwortern des homophoben Gesetzes wird durch HB 3859 niemand diskriminiert, sondern vielmehr die "Religionsfreiheit" für Christen gesichert. Gegner bemängeln aber, dass Adoptionsagenturen nun nach Gutdünken nicht nur Schwule und Lesben diskriminieren dürften, sondern auch gemischtreligiöse Paare oder solche, die nicht religiös sind oder einer nicht-christlichen Religion angehören.

Aktivisten: Gesetz diskriminiert auch Kinder

LGBTI-Aktivisten laufen Sturm gegen das Gesetz und drohen mit Klagen: "Der Gesetzgeber nutzt Religion als Waffe", kritisierte Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBTI-Organisation GLAAD. Das Thema "Religionsfreiheit" werde missbraucht, um marginalisierte Gruppen noch mehr an den Rand zu drängen. "Das Gesetz wird nicht nur qualifizierte Adoptionseltern diskriminieren, sondern auch Kinder. In diesem Gesetz ging es nie um das beste Interesse der Texaner oder der Kinder, sondern darum, eine politische Agenda durchzusetzen, welche die Diskriminierung von LGBT-Texanern im Regionalrecht verankert."

Auch Kinderrechtsorganisationen hatten gegen den Gesetzentwurf protestiert, da sie befürchten, dass weniger Kinder adoptiert werden würden und als Folge in Kinderheimen aufwachsen müssten.

HB 3859 könnte nur der Anfang einer langen Kette von diskriminierenden Gesetzen sein, befürchten Bürgerrechtler. So hängte das Repräsentantenhaus dem Schulgesetz SB 2078 eine gegen Transsexuelle gerichtete Passage an: In der Ergänzung ist vorgesehen, dass Transpersonen an öffentlichen Schulen nicht die Toiletten benutzen dürfen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Dieses Gesetz ähnelt HB 2 aus North Carolina, das zu Boykotten geführt hat, ist aber nicht so weitreichend. Das Parlament hat bereits für den 18. Juli mitten in der Sommerpause eine Sondersitzung eingesetzt, bei der dieses Gesetz verabschiedet werden könnte.

Auch Großunternehmen gegen homophobe Gesetze

Auch hochrangige Vertreter der Wirtschaft warnten Texas davor, mit homo- und transphoben Gesetzen Boykotte zu provozieren und damit das Geschäftsklima im unternehmensfreundlichen Bundesstaat zu gefährden. So unterzeichneten vergangenen Monat über ein Dutzend Chefs von Tech-Unternehmen, darunter Facebook, Apple, Google und Microsoft, einen Brief an den texanischen Gouverneur, in dem sie appellierten, die diskriminierenden Gesetzesvorstöße fallen zu lassen.

Es gilt als wenig überraschend, dass sich Abbott an die Seite der Homo-Hasser stellte: Der 59-Jährige hat sich bereits in der Vergangenheit einen Namen als LGBTI-Gegner gemacht; er kämpfte etwa 2015 als texanischer Justizminister erbittert gegen die Ehe für alle und erklärte, in Texas gebe es kein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben: "Die Kläger haben ja im ganzen Staat die Freiheit, ein Mitglied des anderen Geschlechts zu heiraten", so seine eigenwillige Begründung. (dk)



#1 RobinAnonym
  • 16.06.2017, 12:51h
  • Schlimm!

    Da sieht man wieder mal, was Religion anrichtet...

    Das ist besonders tragisch für Kinder. Zum einen die Kinder, die dadurch keine Adoptiveltern finden und im Heim oder auf der Straße leben müssen. Und zum anderen für die Kinder, die bereits in Regenbogenfamilien leben und die dadurch nicht nur keine staatliche Anerkennung finden, sondern auch keinerlei rechtliche Sicherheit haben. Das erschwert nicht nur den Alltag (z.B. wenn man mal eine Entschuldigung für die Schule braucht oder zum Arzt muss), sondern reicht bis zu so dramatischen Dingen, wie dass man beim Tod eines Elternteils auch noch den anderen Elternteil und das vertraute Zuhause verlieren kann.

    Und zu den "Homoheilungs"-Therapien:
    das ist ja längst wissenschaftlich belegt, dass die schwerste psychische Schäden verursachen und bis zum Tod führen können.
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#2 JustusAnonym
  • 16.06.2017, 12:58h
  • Pfui

    Das ist diese ekelerregende Mischung aus totalitärer Gesinnung, rechtem Gedankengut und religiösem Fanatismus, die immer Hand in Hand gehen und die Menschen mit Hass vergiften.

    Dieser Typ geht (wortwörtlich) über Leichen. Und dann grinst der auch noch so diabolisch in die Kamera.

    Widerlich, einfach nur widerlich.

    Bei solchen Nachrichten und solchen Subjekten kann man gar nicht so viel essen, wie man kotzen will.
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#3 PierreAnonym
  • 16.06.2017, 13:06h
  • Nochmal zur Erinnerung:
    Hillary Clinton hatte fest zugesagt, die von Barack Obama begonnene Initiative für einen US-weiten Diskriminierungsschutz voranzutreiben und so schnell wie möglich ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden.

    Aber Donald Trump hat das gleich wieder kassiert... Für den bedeutet Freiheit vor allem die Freiheit zu Diskriminierung.

    Er ist halt Kandidat der "Old White Men", der religiösen Fanatiker und des Großkapitals.
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#4 Crikkie
#5 FinnAnonym
  • 16.06.2017, 13:39h
  • Antwort auf #4 von Crikkie
  • Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit, das die Hirne verblödet und die Herzen mit Hass erfüllt.

    "Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."
    (Albert Einstein)

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
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#6 Tommy0607Profil
  • 16.06.2017, 18:05hEtzbach
  • Solche konservative Religionsfanatiker haben in einer Politik nichts zu suchen. Religion und Politik sollte man strikt trennen . Denn sowas zerstört die Menschlichkeit und treibt nur Hass in den Menschen . Denn es gibt leider "dumme" genug , die solche Religionsfanatiker hinterher laufen ; edrgal ob es Christen , Juden oder Moslems sind.
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#7 Patroklos
#8 RadikalAnonym
  • 16.06.2017, 19:18h
  • Irgendwie mutiert Texas durch den Gouverneur Abbott zu einem geklonten «russisch-tschetschenischen Gebiet.»
    Tiefes Mittelalter.
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#9 Homonklin44Profil
  • 17.06.2017, 10:09hTauroa Point
  • Man möchte Leute eigentlich nicht nach ihrem Äußeren bewerten, aber dem Wieselgesicht sieht man die Dummheit an der Nase an. Möglicherweise ist erein religioter Halbknilch aus dem Unterwurzelbereich dieser verständnislosen Bibelaner-Ecke.

    "" "Die Kläger haben ja im ganzen Staat die Freiheit, ein Mitglied des anderen Geschlechts zu heiraten", so seine eigenwillige Begründung.""

    Schon klar, der Depp,. Merkt er eigentlich, dass er die Religionsfreiheit anderer einschränkt, wenn er christliche Sekten bevorzugt behandelt?

    Zu den Konversionstherapien ist zu sagen, dass dieses Gesetz die Unversehrtheit von LGBTIQ-Personen angreift, und die freie Entfaltung der Persönlichkeit, falls es den Äquivalent dazu in den US-(Grund)Gesetzen auch gibt.
    Mit "Homo-Heilung" erlaubt man eine institutionelle Form von Kindesmissbrauch!
    Aber damit haben es die christoformen Sekten ja sowieso ganz gerne, nicht wahr?
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#10 o aus hAnonym
  • 17.06.2017, 23:28h
  • Haben die Adoptionsagenturen jetzt also auch das Recht, z.B. fanatische Evangelikale von der Adoption auszuschließen? Das wäre dann ja sogar ein Fortschritt
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