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Verfahren in Lagos

Nigeria: Zwei Männer wegen Homosexualität angeklagt

In Nigeria stehen zwei Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung vor Gericht – dieses Mal in Lagos, der größten Stadt des Kontinents.


Auf Homosexualität steht in Nigeria eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren

Zwei mutmaßlich schwule Männer mussten am Mittwoch vor einem Amtsgericht in der 18 Millionen Einwohner zählenden Metropole Lagos erscheinen, weil sie in einem Hotel Sex gehabt haben sollen. Das berichtet die nigerianische Nachrichtenagentur NAN. Die 24 und 29 Jahre alten Männer plädierten mit "nicht schuldig" auf den Vorwurf der gleichgeschlechtlichen "Unzucht". Darauf steht laut dem nigerianischen Strafgesetz eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren.

Staatsanwältin Anthonia Osayande erklärte laut dem Bericht, die beiden Männer seien von der Polizei aufgegriffen worden, weil sie in der Öffentlichkeit über eine Bezahlung für den Sex gestritten hätten. Laut Osayande habe einer der Männer gestanden, Anal-Sex gehabt zu haben. "Er hatte versprochen, den anderen zu bezahlen, wenn er den Akt vollzieht, aber der Beschuldigte hat dann nicht bezahlt", behauptete Osayande. Laut Menschenrechtsorganisationen wird mutmaßlichen Schwule in afrikanischen Verbotsstaaten allerdings oft vor Gericht Prostitution vorgeworfen, auch wenn es keine Beweise dafür gibt.

Das Gericht eröffnete den beiden Beschuldigten die Möglichkeit, bis zum Verfahren wieder auf freien Fuß zu kommen. Dafür müssen sie eine Kaution von 100.000 Naira (280 Euro) hinterlegen sowie zwei Personen nennen, die für sie bürgen; dabei muss es sich um einen Blutsverwandten handeln und eine Person, die in der Gesellschaft hoch angesehen ist, etwa ein Geistlicher. Es ist unklar, ob die beiden diese Bedingung erfüllen können. Das Verfahren ist für den 3. August angesetzt.

Verfahren gegen 53 mutmaßliche Schwule geht im Juli weiter

Bereits im April sorgte die Verhaftung von 53 mutmaßlichen Schwulen im Norden Nigerias für Empörung. Sie sollen an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung teilgenommen haben; darauf stehen in Nigeria bis zu zehn Jahre Haft (queer.de berichtete). Die nächste Anhörung in diesem Prozess ist für den 4. Juli angesetzt.

Nigeria ist mit 185 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. In den letzten Jahren hat sich dort die Lage von LGBTI dramatisch zugespitzt: 2014 verschärfte die Regierung trotz scharfer internationaler Proteste die Gesetze gegen Homosexuelle (queer.de berichtete). Im islamischen Norden gilt zudem für Muslime das Scharia-Recht, das die Todesstrafe für Homosexuelle vorsieht.

Unterstützt wird die Verfolgung von sexuellen Minderheiten von einer großen Mehrheit der nigerianischen Bevölkerung. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 halten 87 Prozent der Nigerianer die Verfolgung von Schwulen und Lesben für gerechtfertigt. Auch die katholische Kirche hat die Regierung dafür gelobt, dass sie härter gegen sexuelle Minderheiten vorgeht (queer.de berichtete).



#1 HumanityAnonym
  • 16.06.2017, 18:48h
  • Es ist unfassbar, was da abgeht.

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    ----------|---------------a light of hope
    ----×××××××-----------------für alle
    ----×××××××------------Angeklagten
    ----×××××××----------------und für
    ----×××××××------------alle LSBTTIQ
    ----×××××××-----------in diesem Land
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