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Ende der Blockade?

Bosbach schließt Zustimmung der Union zur Ehe für alle nicht aus

Er habe sich "manchen Politikwechsel nicht vorstellen können, der dann trotzdem gekommen ist", meinte der CDU-Innenpolitiker zur Koalitionsbedingung der Grünen.


Wolfgang Bosbach war von 2009 bis 2015 Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages. Zur Wahl im September tritt er nicht mehr an (Bild: Manfred Esser)

Die Abwehrkämpfe lassen nach, wenn auch nur sehr langsam: Auf die Frage der "Heilbronner Stimme" (Montagausgabe), ob der Grünen-Parteitagsbeschluss zur Ehe für alle ein schwarz-grünes Bündnis ausschließen würde, antwortete der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach ausweichend.

"Die Ehe von Mann und Frau hat in unserer Rechtsordnung nicht deshalb eine herausgehobene Stellung, weil es sich hierbei um eine heterosexuelle und nicht um eine homosexuelle Gemeinschaft handelt, sondern weil nur aus der Beziehung von Mann und Frau Kinder hervorgehen und die so gebildete Familie die Keimzelle jeder Gesellschaft ist", betonte Bosbach zwar seine alten Positionen. "Deshalb glaube ich nicht, dass die Union auch bei den Themen Ehe und Adoption ihre bisherige Haltung aufgeben wird."

Der CDU-Innenpolitiker fügte jedoch hinzu: "Aber ich muss leider gestehen; ich habe mir manchen Politikwechsel nicht vorstellen können, der dann trotzdem gekommen ist."

Volker Beck: Der CDU gehen die Argumente aus

Auf Initiative des grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck hatte der Parteitag der Grünen am Wochenende in Berlin beschlossen, jeder Koalition ohne die Ehe für alle eine Absage zu erteilen (queer.de berichtete).

Der CDU gingen die Argumente gegen die Ehe für alle aus, kommentierte Beck die Äußerungen Bosbachs. "Die Ehe ist ein weltlich Ding. Sie wird in der Verfassung um ihrer selbst Willen, als Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft, geschützt. Sie ist keine bevölkerungspolitische Maßnahme und verfassungsrechtlich eben nicht bloße Vorstufe zur Familiengründung". Es sei "traurig", wenn eine konservative Partei den Wert der Ehe als solche nicht erkennen könne, so der Grünen-Politiker.

Wolfgang Bosbach ist einer der lautstärksten Gegner einer rechtlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen in der Union. Weil er die Diskriminierung homosexueller Paare mit "unserer christlichen Grundlage" und dem Grundgesetz verteidigt hatte, bekam er 2011 von queer.de eine Homo-Gurke verliehen. (mize)

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#1 AmurPrideProfil
  • 18.06.2017, 15:35hKöln
  • Wie traurig zu lesen! Nicht etwa weil er zu einer besseren Einsicht gekommen ist, nein, alleine zum Machterhalt ist ein Herr Bosbach bereit seinen "Standpunkt" als verhandelbar zu deklarieren.
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#2 SebiAnonym
#3 stephan
  • 18.06.2017, 16:09h
  • "Die Ehe von Mann und Frau hat in unserer Rechtsordnung nicht deshalb eine herausgehobene Stellung, weil es sich hierbei um eine heterosexuelle und nicht um eine homosexuelle Gemeinschaft handelt, sondern weil nur aus der Beziehung von Mann und Frau Kinder hervorgehen und die so gebildete Familie die Keimzelle jeder Gesellschaft ist"

    Och so würde ich das nicht sagen: Wenn zum Beispiel der Vorsitzende der CSU ein außereheliches Fi**verhältnis hat und mit der 'Zweitfrau' Kinder zeugt, dann geht das auch ... Auf der Grundlage von Bosbachs 'Argumentation' müssen sich die sog. Konservativen dann schon entscheiden, ob sie es gut finden ... ein Mann und diverse Frauen ... Mutter, Vater, Kinder ist auch in der Union eine Illusion.

    Und Frau Merkel und viele andere in der Union ohne Kinder dürfen eine Ehe führen, weil sie ein heterosexuelles Paar sind, egal ob zeugungsfähig oder gewollt kinderlos etc.

    Bosbach redet wie immer vollkommen wirr!
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#4 SebiAnonym
  • 18.06.2017, 16:19h
  • Antwort auf #1 von AmurPride
  • Wobei man fairerweie sagen muss, dass der sich vor ca. 2-3 Jahren schonmal vorsichtig positiv geäußert hat.

    Das ist immer noch zu spät und er hat ja auch nicht gerade für dieses Thema gekämpft, deswegen gebe ich Dir im Prinzip recht. Aber es ist halt nicht das erste mal, dass er sich dazu vorsichtig positiv äußert.
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#5 FredinbkkProfil
#6 SebiAnonym
  • 18.06.2017, 16:26h
  • Antwort auf #3 von stephan
  • Ja, das mit der Möglichkeit zum Kinderkriegen ist das Standardargument der Union. Andere Arguente fallen denen nicht mehr ein.

    Aber auch dieses Argument ist natürlich logisch schwachsinnig:

    Denn erstens gibt es ja auch Heteros, die zu alt zum Kinderkriegen sind. Oder zeugungsunfähig. Oder sie wollen keine Kinder. Denen verweigert man ja auch keine Ehe.

    Und zweitens müsste man ja dann gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe erlauben, sobald sie Kinder großziehen.

    Aber selbst wenn man dies nicht bedenken würde, gibt es keinen Grund, die Ehe vom Kinderbekommen abhängig zu machen. Es geht ja da erstmal nur um Paarprivilegien und gegenseitige Absicherung. Die Förderung von Kindern (z.B. Kindergeld) ist ja davon unabhängig.

    Und wenn man wirklich Kinder bzw. auch Familien mit Kindern fördern will, sollte man vor allem dafür sorgen, dass es mehr Kindergeld gibt, dass es mehr Kindergarten- und Kitaplätze gibt, dass keine Kinder mehr in Armut leben müssen, etc.

    Aber was Kindern und Heteros garantiert nicht nützt, ist wenn man Schwule und Lesben diskriminiert.
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#7 seb1983
  • 18.06.2017, 16:39h
  • Wehrpflicht, Atomkraft, Mindestlohn, Flüchtlinge usw. usw. mit Mutti an der Spitze lassen sich so einige Pirouetten drehen und der CDU Wähler verkraftet es offenbar deutlich pragmatischer als bei SPD und Co.
    Da lässt sich auch eine Homoehe durchdrücken.

    "Nach wie vor sind wir in unserem christlichen Weltbild... blabla... geänderte Sicht der Gesellschaft.... blabla.. modernes Rechtssystem blabla..."
    Schwups ist die Sache erledigt.
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#8 EisenhowerAnonym
  • 18.06.2017, 17:13h
  • Naaa, Genossen, noch Grund zur Klage?

    Die Hinterbänkler kippen, die letzten Hardliner fallen um! Die Ehe für Alle wird's nur mit der CDU geben, und zwar in der nächsten Bundesregierung mit Angela Merkel!

    Grundvoraussetzung dafür aber ist, das eine der beteiligten Parteien diesen Punkt auch mit in die Koalitionsverhandlungen nimmt!
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#9 IronhauerAnonym
  • 18.06.2017, 17:32h
  • Antwort auf #8 von Eisenhower
  • "Grundvoraussetzung dafür aber ist, das eine der beteiligten Parteien diesen Punkt auch mit in die Koalitionsverhandlungen nimmt!"
    Dann sei doch bitte so konsequent und wähl diese Parteien auch, wenn du schon zugibst, dass die CDU von alleine dies eben NICHT macht. Wozu machst du dann Werbung für die CDU?
    Und Grundvoraussetzung ist erst recht, dass die CSU aus den Koalitionsverhandlungen draußen bleibt!
    Dazu müssten die Leute aber auch
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#10 SebiAnonym