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Schleswig-Holstein

Aus "christlicher Grundüberzeugung" für die Ehe für alle

Eheöffnung im Koalitionsvertrag: Daniel Günther erklärt, warum er sich als erster CDU-Ministerpräsident für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen einsetzen will.


Der designierte Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), will das Eheverbot für homosexuelle Paare beenden (Bild: Sönke Ehlers)

Mit der Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein wird sich, sofern die Basis der Parteien mitspielt, zum ersten Mal eine CDU-geführte Landesregierung für die Ehe für alle einsetzen (queer.de berichtete). "Wir stellen uns gegen die gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Identität", heißt es im Koalitionsvertrag von Union, Grünen und FDP (PDF), der am Freitag veröffentlicht wurde. "Daher setzt sich die Koalition auf Bundesebene konsequent dafür ein, dass die zivile Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird, was selbstverständlich auch eine volle adoptionsrechtliche Gleichstellung bedeutet."

In einem am Sonntag online veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Focus" begründete der designierte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), warum er sich für ein Ende des Eheverbots starkmacht: "Ich kenne mittlerweile viele Menschen, die homosexuell sind. Wenn man denen persönlich erklären muss, dass sie andere Rechte als Heterosexuelle haben, stellt man sich schon die Frage, ob das richtig ist."

"Ich kann die Vorbehalte nicht nachvollziehen"

Hinzu kämen "meine christliche Grundüberzeugung und meine Überzeugung, dass der Staat zu Recht fördert, wenn Menschen dauerhaft zu zweit leben und füreinander sorgen", so Günther. "Was tun wir eigentlich Menschen an, wenn wir ihnen erklären, sie dürften alles Mögliche leisten, das Bild einer Partnerschaft sprechen wir ihnen aber ab?"

Das könne doch nicht Auffassung der CDU sein, erklärte der bisherige Partei- und Fraktionschef im "Focus"-Interview. "Die wollen unser Familienbild leben, nur lieben sie sich in gleichen Geschlechtern. Darum werbe ich da seit Jahren für eine andere Position. Das war im Wahlkampf nicht neu. Deshalb fiel mir überhaupt nicht schwer, im Koalitionsvertrag die Ehe für alle plus Adoptionsrecht festzuschreiben."

Auf den Einwand, dass die Bundeskanzlerin und CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel diese Positionen nicht mitträgt, reagierte Günther gelassen: "Ich habe kein Problem damit, wenn die Bundeskanzlerin einmal anderer Auffassung ist als ich. Dass es schwierig ist, meine Position in der CDU durchzusetzen, respektiere ich. Aber ich kann die Vorbehalte nicht nachvollziehen."

Bereits Anfang des Jahres hatte sich Daniel Günther im Interview mit queer.de für eine Gleichstellung von Lesben und Schwulen ausgesprochen: "Ich finde es heute antiquiert, ein Problem damit zu haben." (cw)



#1 RobinAnonym
  • 19.06.2017, 09:34h
  • Tja, die Christen reden immer viel von Nächstenliebe, Toleranz, etc.

    Aber sobald sie das dann wirklich zeigen sollen, ist es ganz schnell vorbei. Dann sieht man, dass das nichts als Folklore ist, um sich ein ach so tolles, friedliches Image zu geben, dass es in Wirklichkeit aber um Hass und Ausgrenzung anderer geht.

    Gerade eine konservative Partei sollte auch für die volle Gleichstellung sein, denn es ist keineswegs konservativ, Menschen zu diskriminieren. Wer das glaubt, verwechselt Konservatismus mit Rechtspopulismus. Und was ist konservativer als wenn zwei Menschen sich binden wollen und Verantwortung füreinander übernehmen wollen.
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#2 FinnAnonym
  • 19.06.2017, 10:08h
  • Ob jemand meint, sein Aberglaube würde Gleichstellung von Menschen erlauben, interessiert mich genauso wenig, wie wenn jemand meint, das würde dagegen sprechen.

    Okkultismus sollte niemals ein Maßstab für Politik sein. Egal ob für oder gegen etwas.

    Es sollte immer nur um Demokratie und Menschenrechte gehen. Und die Gleichheit aller Menchen ist nun mal ein demokratisches Grundprinzip.
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#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 19.06.2017, 10:40h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • "Aber sobald sie das dann wirklich zeigen sollen, ist es ganz schnell vorbei."

    Exakt das ist ja bei Daniel Günther eben nicht der Fall. Was soll also dieser deplatzierte Beitrag von dir?

    An dieser Stelle erinnere ich nochmal an meine politische Position. Ich bin MODERAT. Das heißt ich gehöre nicht irgendwelchen politischen Lagern an, sondern entscheide von Fall zu Fall nach rationalen Kriterien. Während manche hier aus Prinzip immer die Linke wählen (einfach nur weil es die Linke ist), selbst in Landesverbänden die am liebsten Putin zu ihrem Ehrenvorsitzenden machen würden, entscheide ich nach tatsächlich gelebter Politik. Das bedeutet, dass ich aktuell zwar die Grünen im Bund wählen würde, aber in Schleswig-Holstein würde ich die CDU wählen. DAS ist die moderate Position. Oft missverstanden, von manchen hier regelmäßig mit Vorsatz.

    Now let the hatred rain down on me again...
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#4 Patroklos
#5 Thom_ass1973
  • 19.06.2017, 11:42h
  • bröckeln da "Feindbilder" oder gilt " . . . und sie bewegt sich doch?!"

    Auf jeden Fall ist das ein hoffnungsvoller Ansatz!!
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#6 Ralph
  • 19.06.2017, 11:51h
  • Es ist schön, dass Herr Günther seine Position mit genau der Religion begründet, die die Gegner als Ausrede für ihre Ablehnung anführen, dennoch haben meiner Meinung nach religiöse Mythen und Legenden in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren, da wir heute Menschenwürde und Grundrechte kennen, an denen unsere Gesetzgebung sich auszurichten hat. Die Ehe ist weder zum Nein noch zum Ja eine Sache der Religion, sondern schlichtes bürgerlich-rechtliches Institut zu Ausgestaltung und Schutz einer Partnerschaft zweier Menschen.
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#7 RobinAnonym
  • 19.06.2017, 11:53h
  • Antwort auf #3 von Orthogonalfront
  • Du hast meinen Beitrag komplett falsch verstanden.

    Es geht ja gerade darum, dass viele Christen es eben nicht so sehen wie Herr Günther. Er hält sich offenbar an die Forderung von Nächstenliebe und dass es nicht Aufgabe des Menschen ist, über andere Menschen zu urteilen.

    Aber viele andere Religiöse sehen das eben so. Deswegen begrüße ich die Aussagen von Herrn Günther, die diesen fanatisierten Menschen zeigen, dass deren Diskriminierung nichts mit deren Religion zu tun hat.
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#8 JustusAnonym
  • 19.06.2017, 12:11h
  • Antwort auf #2 von Finn
  • Richtig! Religion sollte in einer Demokratie gar keine Kategorie für Entscheidungen sein - weder in die eine noch in die andere Richtung.

    In einer Demokratie sollte es eine strikte Trennung von Staat und Religion geben und Religion sollte nur Privatsache sein und andere Menschen niemals belästigen.

    Entsprechend darf Religion nicht nur kein Anlass für eine Entscheidung sein, sondern auch keine nachträgliche Rechtfertigung oder Begründung.
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#9 Sven100Anonym
  • 19.06.2017, 12:32h
  • Mit denselben Argumenten wie jetzt Daniel Günther hatte der damalige Premierminister von Großbritannien die Ehe für Schwule und Lesben eingeführt:

    "Ich unterstütze nicht die gleichgeschliche Ehe, obwohl ich ein Konservativer bin. Ich unterstütze die gleichgeschlechtliche Ehe, WEIL ich ein Konservativer bin.

    David Cameron, 2011
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#10 Paulus46Anonym
  • 19.06.2017, 12:34h
  • Antwort auf #8 von Justus
  • In der CDU gibt es immer heftigere innere Auseinandersetzungen, wie diese Stellungnahme des CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günther in Schleswig-Holstein zeigt.

    Was bei Grünen und Linkspartei seit vielen Jahren bereits Parteitagsbeschluss ist und ebenso bei FDP und SPD seit einigen Jahren bereits parteipolitisch gefordert wird, wird nun tief in die Reihen der CDU hinein getragen und dürfte dort zu einem Umdenken mittelfristig führen.

    Denn Daniel Günther hat vollkommen Recht, wenn er mit tiefer christlicher Grundüberzeugung sich hinter die Ehe für alle stellt.
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