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Großeinsatz in schwul-lesbischer Institution

Laura erbost über polizeiliche Räumung des Kings Club

Am Wochenende stürmten Beamte den schwul-lesbischen Traditionsclub in Stuttgart wegen einer angeblichen Vergewaltigung. Die Betreiberin ist erbost und fühlt sich an dunkle Zeiten erinnert.


Szenewirtin Laura Halding-Hoppenheit engagiert sich seit vier Jahrzehnten in Stuttgart für die LGBTI-Community (Bild: missingFILMs)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben Beamte der Polizei den schwul-lesbischen Kings Club in der Stuttgarter Innenstadt gestürmt und alle Gäste hinausgeworfen. Die Polizei erklärte ihren Großeinsatz damit, dass sie gegen 2.10 Uhr einen Anruf einer Frau erhalten habe, die angab, im Kings Club von einem Mann auf der Damentoilette vergewaltigt worden zu sein. Der Club sei vollständig geräumt worden. Erst eine Stunde später hätten die Gäste zurückkehren können.

Die Polizei teilte mit, dass mit der Polizeiaktion gegen den Homo-Club nicht geklärt werden konnte, ob wirklich eine Frau vergewaltigt worden war. Das müssten erst weitere Ermittlungen zeigen.

"So etwas habe ich vor 40 Jahren erlebt"

Die Betreiberin des Clubs, die Stuttgarter Linke-Stadträtin Laura Halding-Hoppenheit, kritisierte die Polizeiaktion scharf. Ihre Gäste seien von den Beamten "drangsaliert" worden, verhielten sich aber trotz der Aktion "diszipliniert und vernünftig". Ihr Vertrauen in die Polizei sei erschüttert: "Ich habe bis jetzt immer für die Arbeit der Polizei Verständnis gezeigt, aber seit letzter Nacht ist damit Schluss", so Halding-Hoppenheit auf Facebook. "Wir dürfen es uns nicht gefallen lassen, dass die Polizei so unprofessionell, unkontrolliert und chaotisch in einem schwulen Club vorgeht, wo die Menschen sowieso Angst vor gezielten Attacken von außen und Diskriminierung haben."

Halding-Hoppenheit fühlte sich an dunkle Zeiten erinnert, als sie den Club 1977 eröffnete: "So etwas habe ich vor 40 Jahren erlebt, dass die Polizei den Kings Club stürmt und die Schwulen einschüchtert. Ich habe gedacht, diese Zeiten haben wir schon längst hinter uns gelassen!" Sie sei jederzeit bereit, sinnvoll mit der Polizei zu kooperieren. "Aber dafür verlange ich geschultes Polizeipersonal, welches angepasst mit den Menschen umgeht und nicht nur nach Paragrafen handelt!" Sie fühle sich und ihre "Gayfamilie" persönlich angegriffen und erklärte, sie werde "dagegen mit allen Mitteln und Konsequenzen vorgehen".

Eine Stuttgarter Institution

Laura Halding-Hoppenheit ist eine Institution in der LGBTI-Szene in der baden-württembergischen Hauptstadt – sie ist dort vor allem unter ihrem Vornamen bekannt. Für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Community sowie für Menschen mit HIV und Aids wurde die bekannte Szenewirtin schon mehrfach ausgezeichnet. 2011 bekam sie von der damaligen baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) den "Rosa Detlef" überreicht, das Team des "Kings Club" erhielt 2013 den "PositHIV-Preis".

Außerdem ist Halding-Hoppenheit seit 2014 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande (queer.de berichtete). Im selben Jahr setzte ihr der Regisseur Rosa von Praunheim mit der Doku "Laura – Das Juwel von Stuttgart" ein filmisches Denkmal (queer.de berichtete). Seit Mitte 2014 ist sie für die Linkspartei Mitglied des Stuttgarter Stadtrates. (cw)



#1 LauraIstTollAnonym
  • 19.06.2017, 17:56h
  • Lob an die Szenenwirtin. Bleiben Sie dem Kings Club noch lange erhalten, wir brauchen Sie.

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#2 SemperIdemAnonym
  • 19.06.2017, 18:06h
  • Aufgepasst! Reaktionäre Zeiten sind gar nicht so gern. Hier handelte die gleiche Polizei, die bereits bei den Stuttgart 21 Demonstrationen unverhältnismäßige Mittel einsetzte.
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#3 Dont_talk_aboutProfil
  • 19.06.2017, 22:45hFrankfurt
  • Bei einem Klub ohne Ausrichtung auf eine sexuelle Orientierung würde in der Zeitung stehen:

    Polizei verfolgt Vergewaltigung in öffentlichem Klub.
    Das konsequente Durchgreifen finden wir sehr gut.
    Sexuelle Selbstbestimmung vor Geschäftsinteressen.
    Nur der Betreiber beschert sich über Umsatzeinbußen
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#4 TheDadProfil
  • 19.06.2017, 23:27hHannover
  • Antwort auf #3 von Dont_talk_about
  • ""Bei einem Klub ohne Ausrichtung auf eine sexuelle Orientierung""..

    Was sollte das sein ?

    Sämtliche Läden wurde nur dazu erfunden mit dem Objekt der Begierde in Kontakt zu kommen..
    Die einen so, die anderen so..

    ""Polizei verfolgt Vergewaltigung in öffentlichem Klub.""..

    Club..

    ""Die Polizei erklärte ihren Großeinsatz damit, dass sie gegen 2.10 Uhr einen Anruf einer Frau erhalten habe, die angab, im Kings Club von einem Mann auf der Damentoilette vergewaltigt worden zu sein.""..

    Selbsverständlich muß die Polizei dem nachgehen, egal in welcher Kneipe, in welchem Club..

    Aber eine Frau die in einem Schwulem Club vergewaltigt worden sein soll, das klingt schon im Ansatz nach einer falschen Spur der die Polizei da aufgesessen ist..

    Die Polizei muß wissen wie man sich in einem solchem Fall verhält..
    Ein Lokal stürmen ist da ganz sicher nicht die richtige Vorgehensweise..

    Die Polizei hat ihre Handlungen nun öffentlich zu rechtfertigen..
    Die Sache ist noch lange nicht durch..

    Aber Dein Post ist wieder einmal völlig unterirdisch !
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#5 DANKE *GRUENE*Anonym
  • 19.06.2017, 23:37h
  • Wer führt nochmal seit 6 Jahren die Landesregierung in Baden-Württemberg, stellt seit 5 Jahren den OB und die größte Fraktion im Gemeinderat?
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#6 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.06.2017, 00:35hFrankfurt
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • @Kollege TheDad

    Eine Frau KANN also in einem Schwulenclub eigentlich gar nicht vergewaltigt werden, ergo muss die Polizei dem nur halbherzig nachgehen ?

    Ich bin viel in heterosexuellen Freierforen unterwegs. Dort gibt es in den FKK-Clubs viele Razzien und diese sind meistens unverhältnismäßig. Den Ärger der Betreiber könnte man also auch verstehen, nur haben die keine Lobby.

    Laura's Ärger wegen ihrer Umsatzeinbußen verstehe ich sehr gut, nur sollte sie nicht unsere Community dadefür instrumentalisieren
  • Antworten » | Direktlink »
#7 CarguyAnonym
  • 20.06.2017, 01:12h
  • Antwort auf #5 von DANKE *GRUENE*
  • Was haben denn die Landesregierung, der OB oder eine Landtagsfraktion mit der täglichen Polizeiarbeit zu tun? Selbstverständlich muss die Polizei der Anzeige einer Straftat nachgehen, auch wenn vielleicht der Gedanke an die Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann in einem schwulen Club nicht gerade naheliegend erscheint. Dabei muss die Polizei freilich mit Augenmaß vorgehen - ein Polizeieinsatz muss schließlich immer verhältnismäßig sein. Das gilt bei einem Club mit LGBTI-Publikum in besonderem Maße, zumal mit meist jüngeren Menschen, die sich oftmals erst noch selber finden müssen oder aus historischen Gründen - zu Recht - stete Sorge haben, es könne eine Rückkehr zu willkürlichen Polizeirazzien geben. Dass diese Sorge nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen die Erfolge von sogenannter AfD, die Pedigisten oder die irrationalen und teils hasserfüllten Kommentare von Pietisten zur völlig harmlosen Ehe für alle. Die eigentliche Frage, die der Polizeipräsident - persönlich - alsbald klären muss, ist, ob es in seiner Behörde, die eine wichtige Arbeit tut, Sensibilitätsdefizite gegenüber einer ohnehin regelmäßig drangsalierten Bevölkerungsgruppe gibt, etwa aufgrund mangelnder Schulung in einer vermeintlich längst aufgeklärten Zeit. Es geht nicht um das Ob einer Tätersuche, sondern darum, ob das Wie richtig war, und das ist zu untersuchen. Etwaige Versäumnisse in diesem Bereich jedoch gleich der Politik - gleich welcher Couleur - in die Schuhe zu schieben, und dies jedenfalls bislang ohne jeden konkreten Anhaltspunkt, geht fehl.
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#8 myysteryAnonym
  • 20.06.2017, 07:20h
  • Antwort auf #3 von Dont_talk_about
  • Die Frage ist doch, ob man diesem Tatverdacht am besten nachgeht, indem man den Club "stürmt" und die Gäste "hinauswirft".

    Es wäre doch wohl sinnvoller, erstmal den Ausgang bewachen, das Opfer aufzusuchen und so den Täter zu ermitteln.

    Die Tat lag dem Bericht zufolge ja schon in der Vergangenheit, als die Polizei überhaupt den Anruf erhalten hat.
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#9 GastAnonym
  • 20.06.2017, 09:22h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Deine Aussage:
    "Aber eine Frau die in einem Schwulem Club vergewaltigt worden sein soll, das klingt schon im Ansatz nach einer falschen Spur der die Polizei da aufgesessen ist.."

    ... ist falsch.
    Der KC ist schon lang nicht mehr "nur" schwul.
    Aber das kann ein "Möchtegern"Besserwisser
    natürlich nicht wissen. Er ist und bleibt eben nur
    ein "Möchtegern"- Besserwisser ...
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#10 Brb LugAnonym
  • 20.06.2017, 13:10h
  • Ich finds traurig und bin wütend, dass es immer mehr homophobemenschen gibt. ich persönlich glaube, dass jemand von aussen angerufen hat, um der Szene Schaden zuzufügen. Die Ermittlungen sollten sich gezielt auch gegen diese person richten. last Euch nicht einschüchtern von korrupten unkompetenten Polizisten. ich hoffe, es wird gegen die ermittelt.
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