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Kalauer-Alarm

Ronaldo-Witz: Mehmet Scholl wird Homophobie vorgeworfen

Ein Spruch des Ex-Fußballers und Kommentators Mehmet Scholl hat einen üblen Beigeschmack hinterlassen. Die ARD findet den Witz aber offenbar lustig.


Mehmet Scholls Witz über Cristiano Ronaldo ging daneben (Bild: BR)

Cristiano Ronaldos angebliche sexuelle Orientierung war schon Anlass für so manchen Scherz – am Wochenende konnte es auch Mehmet Scholl im Rahmen der Confed-Cup-Übertragung der ARD nicht lassen: Der 46-jährige Europameister von 1996, der gerne mal mit Kalauern um sich haut, erklärte mit Blick auf die Steuerermittlungen gegen den portugiesischen Nationalspieler: "Vielleicht kommt Cristiano Ronaldo ja wirklich in den Knast. Dann mache ich mir Sorgen, dass er als 'Miss September' endet."

Die "Sportschau"-Redakteure fanden den Witz so gut, dass sie ihn auf Twitter weiter verbreiteten – samt einem zwinkerndem Smiley:

Twitter / sportschau

In sozialen Netzwerken fand nicht jeder lustig, dass Scholl ausgerechnet bei einem Turnier in Russland, wo sich selbst Staatschef Wladimir Putin mit Homophobie profiliert, einen derartigen Witz reißt. Viele Twitter-User empörten sich, dass der Witz auf Kosten von Schwulen ging:

Twitter / MattesB75

Twitter / Henning_Niemann

Twitter / mb3650

Twitter / georgrestle

Bislang gab es keine Reaktion der "Sportschau" auf die Kritik.

Der Vorfall ist nicht das erste Mal, dass Scholl für einen Witz heftig angegangen wird. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 hatte er etwa sich etwa über die Inaktivität von Nationalspieler Mario Gomez lustig gemacht – mit den Worten: "Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss." Erst drei Jahre später entschuldigte Scholl für die Aussage und sagte, er habe Gomez mit dem Hohn "sehr geschadet."

Bei Ronaldo wird deutlich, wo derartige Neckereien hinführen: Gegen den Stürmer von Real Madrid gibt es in spanischen Stadien immer wieder homophobe Fangesänge (queer.de berichtete). Selbst Spieler haben den Portugiesen auf dem Bolzplatz schon ungestraft als "Schwuchtel" beschimpft (queer.de berichtete). (dk)



#1 FreeAngelAnonym
  • 19.06.2017, 17:00h
  • Sportlich gesehen ist mir Scholl sehr sympatisch, persönlich gesehen nicht wirklich. Generell sind solche Aussagen sehr schädlich für den Fußball und stützen Homophobe Menschen noch in ihren Taten und Gedanken.
    Man müsste am besten mal schauen, die viele Homophobe Angriffe in Fusballstadien stattfinden und über solche Aussagen gar nicht erst nachdenken.
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#2 RobinAnonym
  • 19.06.2017, 17:01h
  • Was für ein homophober Kommentar von Mehmet Scholl.

    War da nicht schonmal was, wo Mehmet Scholl homophob ausfällig wurde?
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#3 tobiasProfil
  • 19.06.2017, 17:16hbremerhaven
  • #GEZ ...kann ich Aufgrund solcher Aussagen eig. die Zahlungen an die #GEZ verweigern, oder muss man sich als schwuler öffentlich-rechtlich "beleidigen" lassen???
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#4 Wie doofAnonym
#5 Paulus46Anonym
#6 Patroklos
  • 19.06.2017, 20:11h
  • Bei einem solchen Sprachdurchfall frage ich mich, ob Mehmet Scholl selbst schwul oder bisexuell ist und davon nur von sich ablenken will.
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#7 CipiAnonym
#8 monchichiAnonym
  • 19.06.2017, 20:42h
  • Wenn ein schwarzer einen schwarzen als nigger bezeichnet ist das was anderes als wenn man als weisser einen schwarzen so anspricht selbst wenns ein freund ist,das ist eindeutig rassismus genauso wie mit scholl,eindeutig verletzende homophobie!!
    Und ARD ist sowaaas von gestern.
    Vielleicht sollten hier ein paar schrittte vorgenommen werden,nur zur disziplinierung!
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#9 AndreaVAnonym
  • 19.06.2017, 21:46h
  • Doppelte Homophobie:
    1. Einen Mann, den man für schwul hält, als Frau zu benennen. Bedeutet: Schwul = unmännlich
    2. Sexuelle Gewalt gegen diese Person als Witz zu verbrämen. Fehlte nur noch der beliebte 'Seife und bücken' Spruch.

    Noch schlimmer als Scholl's Ausfall ist aber, dass der offizielle Sportschau-Twitteraccount dies so wahnsinnig lustig fand, dass er als Meme mit Zwinker-Smiley postete.

    Dazu wurde auf die vielen empörten Antworten zu diesem Tweet überhaupt nicht reagiert, weder von Scholl, noch der Sportschau-Reaktion, noch von der ARD.

    Also wird in der ARD-Sportredaktion Homophobie toleriert wernn nicht sogar dreckig schmunzelnd gutiert.

    Aber dann heuchlerisch Interviews mit Hitzlsperger führen, warum kein Fußballstar sich während seiner aktiven Karriere je geoutet hat und was man da ändern könne. Diversity und so.
    FIFA und UEFA auch nur mit Lippenbekenntnissen.

    All dies wird bestimmt keinen Fußballer ermutigen, sich zu outen. Männerfußball bleibt offiziell 100% heterosexuell.

    Und gerade Cristiano Ronaldo muss sich in jedem Auswärtsspiel Sprechchöre wie 'Portugiesische Schwuchtel' 'Barbie' 'Prinzessin' 'Stirb, Du Homo' etc. anhören.
    Ein spanischer LGBT Verband versuchte den spanischen Fußballverband dazu zu bringen, dagegen anzugehen. Keine Reaktion.
    Da passt Scholl's 'Witz' perfekt ins Bild.
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#10 daVinci6667
  • 19.06.2017, 21:59h
  • Genau wegen solch primitiven Sprüchen outete sich bisher keine aktiven Profi-Fussballer.

    Da es sich auch noch um einen öffentlich-rechtlichen Sender handelt, sollten Schritte eingeleitet werden. Sowas muss Konsequenzen haben.

    Ich weiss nicht wie das bei euch ist, bei uns muss sich das TV ab und zu mal öffentlich entschuldigen. Reklamationen können einfach über die Ombudstellen Radio und Fernsehen online eingegeben werden.
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