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Homophobie im Sauerland

"Ich habe keinen schwulen Sohn!"

Der neue Kurzfilm "Semicolon" thematisiert ein dramatisches Coming-out in der deutschen Provinz – Regisseur Pascal Mörchen will jungen LGBTI Mut machen.


Pascal Mörchens Film "Semicolon" erzählt die Geschichte von Timo, der kurz vorm Selbstmord steht (Bild: queerblick e.V. / S. Geis)

Wie ist es, in einer Welt aufzuwachsen, in der es keine queere Jugendgruppe gibt, keine Szene und in der auch sonst wenig LGBTI sichtbar sind? Dieser Frage geht der neueste Kurzfilm "Semicolon" vom Medienprojekt queerblick nach.

Der Film erzählt die Geschichte von Timo, Schüler aus dem Sauerland und schwul. Das weiß allerdings bisher noch niemand. Doch dann entdeckt seine Mutter, auf welchen Webseiten Timo surft, und stellt ihn zur Rede. Und auch das Coming-out bei seinen Freunden läuft nur mäßig gut; von einer anonymen homophoben Drohung einmal ganz zu schweigen.

Drehbuch von einem Sauerländer selbst

Das Drehbuch zum Kurzfilm hat Pascal Mörchen geschrieben. Er kommt selbst aus Menden im Sauerland und hatte die Idee zum Film. "Die Story ist erfunden, aber das Setting ist meine eigene Lebensrealität", sagt Pascal. Er wollte in dem Film Themen präsentieren, die ihm auch selbst als Jugendlicher beschäftigt haben. 19 Jahre war er damals alt.


Szene von den Dreharbeiten (Bild: queerblick e.V. / S. Geis)

In nur einer Woche schrieb das komplette Drehbuch zusammen und stand zwei Monate später mit vielen Jugendlichen am Set. "Das war der Sprung ins kalte Wasser. Ich habe sehr viel davon mitgenommen. Ich würde es immer wieder tun." Sowohl Kamera, Regie als auch Schnitt und Effekte hat Pascal allein übernommen. Herausgekommen sind dabei 27 Minuten. Es ist der bisher längste Kurzfilm, der bei queerblick entstanden ist.

Das Semicolon steht für den Neuanfang

Ein Thema im Film dürfte besonders polarisieren. Gleich zu Einstieg sieht man, wie Timo (Christoph Stuhlmann) Tabletten schluckt. Suizidversuch. Ein leidvolles Thema. Schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Jugendliche versuchen sich häufiger das Leben zu nehmen als heterosexuelle Gleichaltrige.

"Semicolon" will deutlich machen, dass man sich so sehr ins Abseits gedrängt fühlen kann, dass der Selbstmord als vermeintlich einzige Option erscheint. "Egal wie schlecht es geht, irgendwas kommt immer, was besser ist. Es geht immer weiter", sagt Pascal. Deswegen hat er ganz bewusst den Filmtitel "Semicolon" gewählt. "Ein Semikolon steht für einen Satz, den der Autor beenden könnte, aber sich dazu entschieden hat, es nicht zu tun. Jeder von uns ist Autor seines eigenes Leben – und der Satz ist dein Leben." (cw/pm)

Direktlink | Der komplette Kurzfilm auf Youtube



#1 Sebastian21Anonym
  • 20.06.2017, 10:46h
  • "Doch dann entdeckt seine Mutter, auf welchen Webseiten Timo surft, und stellt ihn zur Rede."

    Also ich hab jetzt net grad Angst dass meine Mutti mich verprügelt...

    ...aber woher wissen die, welche Websiten man besucht?? Und kann man/ich das abschalten?

    Ich mach nix schlimmes im Grunde im Web, aber ich surf schon mal rum, wenn ich vllt. besser inner Uni / Vorlesung wär.
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#2 Patroklos
  • 20.06.2017, 11:05h
  • Antwort auf #1 von Sebastian21
  • Es gibt bestimmte Programme, mit welchen man anonym im Internet surfen kann. Von Vorteil ist es, wenn man nach jedem Aufenthalt im Internet seine Verlaufsdaten löscht, auch dafür gibt es passende gute Programme!
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#3 RobinAnonym
  • 20.06.2017, 11:39h
  • Antwort auf #1 von Sebastian21
  • Du kannst den "Privaten Modus" nutzen, den fast jeder Browser hat.

    Bei Chrome heißt er "Inkognito-Modus" und wird mit der Tastenkombination Ctrl-Shift-N geöffnet. Oder über den Menüpunkt "Neues Inkognito-Fenster" (dritter Punkt von oben).

    Bei Firefox heißt es "Privates Fenster" und wird über den gleichnamigen Menüpunkt oder über die Tastenkombination Ctrl-Shift-P geöffnet.

    Aber auch alle mir bekannten anderen Browser haben unter ähnlichen Namen solch einen Privaten Modus.

    Wichtig:
    bei den Seiten, die Du über einen Privaten Modus ansurfst, werden keine History, keine Cookies, etc. gespeichert. Aber wenn Du so eine Seite bookmarken würdest, wäre die natürlich dennoch in den Bookmarks des Browsers vorhanden. Und was Du von solchen Seiten runterlädst, ist natürlich auch auf der Festplatte, wenn Du es nicht gleich auf einen Stick gespeichert hast.

    Und noch wichtig:
    das betrifft natürlich nur die Spuren, die nicht auf dem Rechner selbst angelegt werden. Wenn Deine Eltern z.B. auf dem Router einen Filter haben, wo sie alle angesurften Seiten sehen können, ist es dort auch bei Privatmodus sichtbar. Und wenn Du z.B. einen Rechner in der Schule nutzt, kann der Admin auch sehen, welche Seiten angesurft wurden und das falls Du das mit einem personalisierten Login gemacht hast oder immer an demselben Rechner sitzt, auch der Person zuordnen. Genauso könnte bei illegalen Tätigkeiten (Runterladen von Raubkopien, etc. natürlich auch die Strafverfolgungsbehörden die IP ausfindig machen, von der das kam. Da nützt auch der Private Modus nichts, da er ja nur die Spuren auf dem Rechner selbst verhindern, aber nicht die Spuren, die man im Netz hinterlässt.

    Ohne Privaten Modus:
    falls Du mal vergessen hast, den Privaten Modus zu aktivieren oder bisherige Spuren löschen willst: auch dafür bietet fast jeder Browser einen Menüpunkt oder eine Option in den Einstellungen an, wo man bisherige History, Cookies, Formulareingaben, etc. löschen kann. Oft kann man sogar wählen, was davon und ob nur von heute, der letzten Woche oder alles komplett. Aber das löscht dann halt wirklich auch alle Seiten der History aus dem Zeitraum. Wenn Deine Eltern sich dann wundern, dass bei Eingabe weniger Buchstaben nicht mehr die Autovervollständigen-Funktion anspringt, brauchst Du einen Grund. Vielleicht ist ja "der Browser abgestürzt". Bookmarks bleiben auch hier erhalten. Und wenn Du nur mal einen Tag den Privaten Modus vergessen hast, stellst Du halt ein, dass nur von einem Tag die Spuren entfernt werden sollen. Wenn Deine Eltern regelmßig auf Seiten gehen, hat das dann keine Auswirkungen auf die Auto-Vervollständigen-Funktion.

    Auch bei diesem nachträglichen Löschen von Surfspuren gilt natürlich, dass das nur die lokalen Spuren auf dem Rechner entfernt, aber nicht die Spuren, die man im Internet hinterlässt. Da werden Deine Eltern aber auch i.d.R. nicht rankommen. Das ist zur Hauptsache bei Netzwerken (z.B. in Schule oder Uni oder beim Arbeitgeber) relevant und natürlich wenn man im Netz was Illegales macht und dabei erwischt wird, im Falle von Strafverfolgung.

    Und jetzt mach Dir keinen Kopf. Beherzige meine Tipps und dann finden Deine Eltern nicht raus, auf welchen Seiten Du bist. (Es sei denn, sie kommen gerade rein, wenn Du auf so einer Seite bist und sehen das so schnell.)

    Und vielleicht outest Du Dich ja auch irgendwann und hast das Problem eh nicht mehr.

    Alles Gute.
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#4 Ralph
  • 20.06.2017, 11:41h
  • Also ein Film, in dem dem Jungschwulen die Nase blutig geschlagen wird, hätte mir in diesem Alter nicht unbedingt Mut gemacht.
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#5 RobinAnonym
  • 20.06.2017, 11:46h
  • Antwort auf #3 von Robin
  • Korrektur (sorry für die Verwirrung, hatte mich verschrieben):

    Ich schrieb:
    "das betrifft natürlich nur die Spuren, die nicht auf dem Rechner selbst angelegt werden. "

    Es muss natürlich heißen, dass es nur die Spuren betrifft, die auf dem Rechner selbst angelegt werden.

    Also nochmal ganz deutlich:

    Der private Modus und auch das nachträgliche Löschen von Spuren betrifft nur die Spuren, die LOKAL (!!!) auf dem Rechner sind, aber NICHT (!!!) die Spuren im Internet bzw. im Netzwerk.

    Würde man was illegales machen, wäre man für Strafverfolgungsbehörden dennoch auffindbar. Und wenn man in einem Netzwerk ist, könnte der Admin der Schule, der Uni, des Arbeitgebers, etc. natürlich auch sehen, welche Seiten angesurft worden sind und das bei personifiziertem Login oder bei festem Arbeitsplatz zu festen Zeiten (z.B. 3. Stunde montags hat Klasse xyz immer Informatik und am dem Rechner sitzt dann immer Schüler xyz) der Person zuordnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 RobinAnonym
  • 20.06.2017, 11:59h
  • Antwort auf #5 von Robin
  • PPS:
    Und wie gesagt könnten auch in einem Heimnetz die Eltern einen Filter auf dem Router installieren, der mitprotokolliert, auf welchen Seiten man war. Da hilft dann natürlich auch keine lokale Einstellung auf einem Rechner gegen.

    Aber das macht man kaum und die meisten Eltern haben dafür nicht mal die technische Kompetenz.

    Genauso könnte man natürlich auch auf dem lokalen Rechner Schnüffelsoftware installieren. Z.B. Keylogger, die jeden Tastenschlag protokollieren. Da das nichts mit dem Browser selbst zu tun hat, würden die Browsereinstellungen natürlich auch da nichts helfen.

    Aber das alles nur der Vollständigkeit halber. Wenn Eltern soweit sind, dass sie Schnüffelsoftware installieren, dann hat man wahrscheinlich noch ganz andere Probleme in der Familie. Aber ich wollte zumindest mal der Vollständigkeit halber alle (mir bekannten, vielleicht gibt es noch mehr) Möglichkeiten genannt haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDad
  • 20.06.2017, 13:51h
  • Antwort auf #1 von Sebastian21
  • ""Also ich hab jetzt net grad Angst dass meine Mutti mich verprügelt...

    ...aber woher wissen die, welche Websiten man besucht?? Und kann man/ich das abschalten?""..

    Auf dem eigenem Rechner :
    Browser -> Einstellungen -> Datenschutz -> Anonym surfen :
    "Immer den privaten Modus verwenden"..

    Trotzdem vorher die Einstellung wählen :
    "Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird"..

    Cookies
    "nur von besuchten Drittanbietern" akzeptieren, und auch die mit schließen des Browsers löschen lassen..

    Zusätzlich Programme nutzen wie "C-Cleaner" und regelmäßig, wenigstens einmal die Woche eine "Reinigung" der Registratur durchführen..

    Unter "Erweitert" -> Netzwerk -> Zwischengespeicherte Webinhalte :
    "Automatisches Cache-Management ausschalten"
    und den Browsers-Cache auf maximal 10 MB limitieren..
    Hier stehen oft mehr als 350 MB zur Verfügung, was Unsinn ist, denn der Browser-Cache braucht gar keine "zugewiesene Ressource", er nutzt den "virtuellen Arbeitsspeicher"..
    Diesen Cache ebenfalls täglich, mindestens wöchentlich "leeren"..

    Netzwerk..
    Wenn Du allerdings über W-Lan zu Hause unterwegs bist ist das alles wahrscheinlich nutzlos, denn die Verbindungs-Daten der "nachgeordneten Rechner" werden auf dem Hauptrechner in einem eigenem Ordner des Anbieters gespeichert..
    Auf diesem sind dann auch die Einstellungen zu finden welche Seiten man überhaupt aufrufen darf, Stichwort "Kinderschutz"..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 TheDad
  • 20.06.2017, 14:02h
  • Antwort auf #6 von Robin
  • ""Aber das macht man kaum und die meisten Eltern haben dafür nicht mal die technische Kompetenz.""..

    Dazu muß man hier aber auch anmerken das auf dem meisten Routern eine solche Software vorinstalliert vorhanden ist, und beispielsweise die Telekom als Anbieter den Nutzern über ihre Call-Center auch anbietet solche Einstellungen dann "für den kunden" vorzunehmen, und entsprechende "kind-gerechte w-lan-zugänge" einzurichten..

    Aber..
    Ist die Mutti mal nicht zu Hause kann man das ja auch mal kreativ verändern oder löschen, nüch..
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Paulus46Anonym
  • 20.06.2017, 14:31h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Der Film ist antiquiert und nicht mehr aktuell.

    Würde der Film in den 1970er/1980er oder 1990er spielen, ja das wäre richtig dargestellt und sehr treffend analysiert und thematisiert, was das Sauerland oder sonstige ländliche Regionen in Deutschland angeht.

    Da ich aber selbst auf dem Lande aufgewachsen bin und auch heute noch auf dem Land wohe, kann ich diesen Film als schwuler Mann nicht mehr gut finden, weil er die Lebensrealität auf dem deutschen Land verzerrt wiedergibt.

    Denn mittlerweile gibt es im Unterschied zu den 1980er/190er in jedem Kinder/Jugendzimmer Internet und jeder deutsche schwule Jugendliche/junge Mann kann jede Information dort finden, inklusvie Bildern und Videos...es ist alles echt in ganzer Breite auffindbar und man muß keinen Führerschein haben, um so wie in den frühen 1990er/späten 1980er erstmal bis in die nächste Mittelstadt wie Münster, Oldenburg, oder Großstadt wie Köln zu fahren.

    Auch hat jeder Jugendliche heute ein Handy und über Grindr und Co. braucht man nicht einmal mehr eine schwule Kneipe/Sauna/Party aufzusuchen; Dating geht heute auch auf dem Lande sehr unkompliziert und ist nicht mehr so schwierig wie in früheren Jahrzehnten.

    Hinzukommt das Fernsehen, das in den letzten Jahrzehnten jede Menge an schwulen/lesbischen Charakteren auf den Bildschirm gebracht hat.

    Und ebenso verändert hat sich infolge der Öffnung der Standesämter sowie der kirchliche Trauungsangebote in den evangelischen Landeskirchen der EKD die Haltung auch und gerade auf dem Lande bei der dortigen Bevölkerung.

    Vielmehr stelle ich mittlerweile bei Gesprächen mit schwulen Freunden/Bekannten fest, dass das Leben auf dem Lande sehr sich zum Positiven in den letzten Jahrzehnten für schwule/lesbische Menschen entwickelt hat, während sich in den Großstädten aufgrund der dortigen Islamisierung und Verrohung das Leben für schwule/lesbische Menschen eher verschlechtert hat.

    Der Film stößt daher nicht auf meine volle Zustimmung.
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#10 Danny1989Anonym
  • 20.06.2017, 16:23h
  • Genau so wie im Emsland/Grafschaft Bentheim. Was mein Mann und ich da erlebt haben, kann sich keiner vorstellen.

    Man wurde verprügelt, angespuckt, beleidigt. Hakenkreuze wurden an die Garage gesprüht. Nachts kamen Leute auf den Grundstück und schauten ins Haus hinein, Schweineblut im Briefkasten, Anrufe etc.

    Am Ende brannte unser Haus. Zum Glück wurde der Brand schnell gelöscht, ansonsten würde ich hier nicht mehr sitzen... Schlimm war aber, dass die Täter bis heute auf freiem Fuss sind...
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