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Homophobie

Erika Steinbach: Ehe-Öffnung dient "Pädointeressen"

Die erzkonservative Bundestagsabgeordnete stellt einen Zusammenhang zwischen der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben und dem Missbrauch von Kindern her.


Erika Steinbach kämpft jetzt auch mit der Pädo-Keule gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben (Bild: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde)

Erika Steinbach sorgt wieder einmal mit einem homophoben Kommentar für Empörung: In sozialen Netzwerken erklärte die fraktionslose Abgeordnete, die im Januar aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik und die angebliche Anpassung an den Zeitgeist aus der CDU ausgetreten war, am Montag, dass die Grünen mit ihrer Forderung nach der Ehe für alle "Pädointeressen" vertreten würden.

"Die GRÜNEN habe[n] im Wahlprogramm 'Ehe für alle' beschlossen. Eine völlig offene Formulierung!", schrieb Steinbach etwa auf Facebook. "Das ist auch die Hintertür für Pädophileninteressen, die in der Vergangenheit eine starke Lobby bei den Grünen hatten." Dazu veröffentlichte die 73-Jährige das Video einer ihrer Bundestagsreden aus dem Jahr 2010, in der sie gegen die Ökopartei wettert.

Twitter / SteinbachErika

Als Reaktion gab es auf Twitter scharfe Kritik unter dem Hashtag #ErikaDrehtHohl. Auf Steinbachs Facebook-Seite erhielt sie aber auch Lob. So schrieb eine Nutzerin: "Na prima, dann kann ich endlich meinen Kühlschrank heiraten."

Steinbach spielt mit ihrer provokanten Äußerung auf die fragwürdige Toleranz der Grünen gegenüber dem Missbrauch von Kindern in den Siebziger- und Achtzigerjahren an, von der sich die Partei aber bereits scharf distanziert hat und die minutiös aufgearbeitet wurde (queer.de berichtete). Der im Deutschen relativ neue Ausdruck "Ehe für alle", der aus dem französischen Ausdruck "mariage pour tous" entlehnt wurde, wird außerdem nie als Motto für die Legalisierung von sexuellem Kindesmissbrauch genutzt, sondern nur für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht.

Ein entsprechender Gesetzentwurf der Okopartei liegt bereits in dieser Legislaturperiode dem Bundestag vor und dürfte Steinbach bekannt sein. Am Wochenende hatten die Grünen die Forderung nach der Ehe für alle in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl bekräftigt und als Koalitionsbedingung benannt (queer.de berichtete).

Bereits in der Vergangenheit hatte sich Steinbach, die dem Bundestag seit 1990 angehört, als Hardlinerin gegen LGBTI-Rechte profiliert. Die Einführung der Lebenspartnerschaft lehnte sie ebenso ab wie spätere Weiterentwicklungen des Instituts. So stimmte sie "aus Gewissensgründen" gegen das von Karlsruhe erzwunge Ehegattensplitting für gleichgeschlechtliche Paare. "Ich gestatte mir, eine andere Auffassung zu haben, was die Verfassungsgründer im Sinn hatten", sagte sie dazu. Bereits zur Entscheidung des Gerichts zur Sukkzessivadoption hatte sie getwittert: "Wer schützt eigentlich unsere Verfassung vor den Verfassungsrichtern?"

Die Ehe für alle bringt auch manch homophoben Zeitungsredakteur in Rage. So veröffentlichte die "Rhein-Neckar-Zeitung" am Mittwoch eine bizarren Text, der als Glosse markiert wurde. Darin wird die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben als "Ausstieg aus der Mann-Frau-Beziehung" beschrieben und den Grünen vorgeworfen, mit ihrer Forderung nach der Gleichbehandlung die Ehe zu verspotten. (dk)



#1 wiking77
  • 20.06.2017, 14:02h
  • Die Begrifflichkeit stimmt tatsächlich nicht mit "für ALLE". Denn ALLE schließt ja Gott und die Welt ein.

    Ich finde es nach wie vor ein Mangel, dass man bei einem Engagement für eine an und für sich für viele gute Sache schwammige und uneindeutige Begriffe verwendet. Denn für ALLE ist tatsächlich nicht nur Hetero und Homo, sondern alle(!) Spielarten, die nicht unbedingt von einer "Ehe" profitieren sollten. Auch Zoophile könnten sich bei "ALLE" angesprochen fühlen nicht nur Lieber von Kühlschränken.
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#2 CarbajalAnonym
#3 SchuldigAnonym
  • 20.06.2017, 14:11h
  • Alle, mit so ner verachtenden Einstellung wie die *Qualle* im Artikel, wissen nicht wie sehr sie sich bei Menschen schuldig machen. Bei uns und bei allen anderen auch. Ob das nicht Wissen oder das absichtliche Schaden schlimmer ist, das ist schwer zu sagen.
    Manchmal sind beide Dinge gleichzeitig gleich schlimm!
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#4 StrottiAnonym
  • 20.06.2017, 14:19h
  • Die verlinkte Glosse der Rhein-Neckar-Zeitung ist wirklich selten dämlich. Ich befürchte, sie ist einer dieser Ergüsse, die entstehen, wenn eine Zeitung täglich eine Glosse veröffentlicht und dann auf jeden Fall einer ran muss, auch wenn ihm nichts Amüsantes einfällt.
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#5 Pascal GoskerAnonym
  • 20.06.2017, 14:43h
  • Hätte diese Hetzerin noch ein Fünkchen Restintelligenz, wüsste sie, dass es nicht darum geht, das Ehe-Alter abzusenken, sondern die Ehe zwischen zwei (erwachsenen) Menschen für alle Paare zu ermöglichen.

    Will sie nur wieder mal Nazis erzählen, was sie hören wollen? Oder dreht sie jetzt wirklich komplett durch?

    Auf jeden Fall ein Fall für die Geschlossene.
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#6 krakalaAnonym
  • 20.06.2017, 14:51h
  • Oh Gott... die Kommentare unter dem Youtube-Video. Ich habe das Gefühl ich bin im Nazi-Deutschland direkt aufgewacht.
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#7 Dave KAnonym
  • 20.06.2017, 15:04h
  • Diese Prulla setzt quasi Homosexuelle mit Kinderschändern gleich.

    Erfüllt das nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung?

    Aber im Land des rosa Winkels darf man sowas wahrscheinlich wieder straffrei sagen. So wie dieser Kardinal der Katholiban, der offen zum Mord an Schwulen und Lesben aufgerufen hat (queer.de berichtete) und die Gerichte haben das als "freie Rede" tituliert.
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#8 Dave KAnonym
  • 20.06.2017, 15:06h
  • Antwort auf #6 von krakala
  • Tja, Videos von Nazis ziehen halt andere Nazis magisch an und motivieren sie, darunter auch ihren Scheiß zu hinterlassen.

    Ich habe mich schon bei Youtube beschwert. Aber erfahrungsgemäß wird die Google-Tochter (genau wie Facebook, Instagram, Twitter & Co) bei Hetze erst dann aktiv, wenn der öffentliche Aufschrei groß genug wird. Bei nackter Haut sind die dagegen ganz schnell mit dem Löschen...
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#9 FredinbkkProfil
#10 Dave KAnonym
  • 20.06.2017, 15:17h
  • Antwort auf #9 von Fredinbkk
  • Erika Steinbach ist auch diejenige, die gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe-Privilegien verwehren will, weil diese ja angeblich keine Kinder bekämen und damit nicht zum Volkserhalt beitragen.

    Dass sie selbst noch nie ein Kind zur Welt gebracht hat, aber wie selbstverständlich die Eheprivilegien in Anspruch nimmt, erwähnt sie nicht.

    Von ihrer Relativierung des viel-tausendfachen Kindesmissbrauchs durch Pfaffen mal ganz zu schweigen.
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