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Gallup-Studie

USA: Ehe für alle führt zu LGBT-Hochzeitsboom

Über zehn Prozent der LGBT-Bevölkerung der Vereinigten Staaten sind inzwischen mit einem gleichgeschlechtlichen Partner in den Hafen der Ehe eingelaufen. Heute gibt es mehr verheiratete Schwule und Lesben als solche, die in "wilder Ehe" zusammenleben.


Inzwischen ist die gleichgeschlechtliche Ehe so amerikanisch wie McDonald's und Apple Pie (Bild: Blavou - Wedding Photography / flickr)

Zwei Jahre nach der einschneidenden Entscheidung des amerikanischen Supreme Courts, die Ehe für Schwule und Lesben landesweit zu öffnen, wird das Heiraten unter der lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Bevölkerung der USA immer beliebter: Laut einer aktuellen Studie von Gallup, die auf der Befragung von über 350.000 Amerikanern beruht, erklärten 10,2 Prozent der LGBT-Bevölkerung, sie seien mit einem gleichgeschlechtlichen Partner verheiratet. Das bedeutet einen Anstieg von mehr als zwei Prozentpunkten innerhalb von zwei Jahren.

Demgegenüber ist die Zahl der zusammenlebenden gleichgeschlechtlichen Paare ohne Eheschein gefallen – von 12,8 Prozent auf 6,6 Prozent. Auch die Zahl der mit einem verschiedengeschlechtlichen Partner verheirateten LGBT hat abgenommen, liegt aber mit 13,1 Prozent noch immer über der Zahl der gleichgeschlechtlich Verheirateten.

Die Zahlen legen nahe, dass in diesem Jahr erstmals die Mehrheit von LGBT, die mit ihrem gleichgeschlechtlichen Partner eine Wohnung oder ein Haus teilen, in einer "Gay Marriage" leben: Deren Anteil hat sich binnen zwei Jahren von 38 auf 61 Prozent erhöht.


Bild: Gallup

"Das Wachstum von gleichgeschlechtlichen Ehen wird sich wahrscheinlich fortsetzen", kommentierte Gallup die Befragung. "Jüngere Erwachsene, von denen viele unabhängig von ihrer sexuellen Identität nicht ans Heiraten denken, identifizieren sich überproportional als LGBT." Das könnte auch der Grund dafür sein, dass innerhalb von zwei Jahren die Zahl der Singles unter LGBT von 47 auf 56 Prozent gestiegen ist.

"Wenn diese Gruppe älter wird, wird sich ihre Lebenssituation ändern und viele könnten heiraten. Zudem werden zukünftige Generationen von erwachsenen LGBT in einer Zeit aufgewachsen sein, in denen es keine rechtlichen Restriktionen mehr für die Eheschließung gibt." Damit änderten sich auch die gesellschaftlichen Normen und es sei wahrscheinlich, "dass LGBT-Amerikaner in größeren Zahlen heiraten werden als die Generationen vor ihnen." (dk)



#1 Simon HAnonym
  • 23.06.2017, 13:04h
  • Ja, so würde es auch in Deutschland kommen.

    Viele Leute wollen halt keine Ehe 2. Klasse namens "Eingetragene Lebenspartnerschaft" (alleine schon der Name klingt wie eine DIN-Norm), sondern warten auf die echte Gleichstellung.
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#2 JasperAnonym
  • 23.06.2017, 13:21h
  • Schön, dass das auch in den USA so ein großer Erfolg ist wie überall, wo das eingeführt wurde...

    Das nimmt all den Hetzern den Wind aus den Segeln, die meinen, das würde ja eh nur wenige betreffen.

    Und selbst wenn es nur wenige wären: Grundrechte und das demokratische Gleichheitsprinzip gelten für jeden und müssen gerade auch bei Minderheiten angewandt werden.
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#3 Stefan84Anonym
  • 23.06.2017, 15:51h
  • Wobei die Ehe rechtlich in den USA auch viel, viel nötiger ist als hier. Nicht-verheiratete Paare werden dort rechtlich und finanziell sehr stark benachteiligt. Klar gibt es auch hier, aber es ist bei weitem nicht so extrem.

    Was auch interessant ist, ist das es dort inzwischen Druck auf Paare gibt Kinder zu bekommen. Die Frage kommt praktisch gleich nach der Heirat. Das hängt aber auch damit zusammen dass künstliche Befruchtung und zum Teil Adoption dort anders als hier nie an die Ehe gekoppelt werden. Dadurch gab es schon seit den 90ern einen Trend in die Richtung.
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#4 seb1983
  • 23.06.2017, 17:30h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Nö.

    In den USA ist es nicht ungewöhnlich bereits in seinen 20er Jahren zu heiraten, dann lässt man sich eben wieder scheiden und heiratet noch ein paar mal. Da reihen sich Schwule offenbar brav ein. Das ist in Deutschland und Europa eine völlig andere Einstellung.
    Zudem, und das dürfte der Knackpunkt sein, sind die Unterschiede verheiratet-nicht verheiratet in den USA enorm, inbesondere was finanzielle Belange angeht.
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#5 Patroklos
#6 daVinci6667
#7 MarkKerzmanProfil
  • 24.06.2017, 06:07hVenice Beach
  • "Über zehn Prozent der LGBT-Bevölkerung der Vereinigten Staaten sind inzwischen mit einem gleichgeschlechtlichen Partner in den Hafen der Ehe eingelaufen."

    "Über zehn Prozent"? Das ist ja ein schlappes Resultat; im Juni 2015 wurde für die nächsten 12 Monate eine Hochzeits-Rate von 23 bis 26% prognostiziert, für jedes folgende Jahr bis 2020 zwischen 10 und 12% dieser berechtigter Bevölkerungsgruppen. Da muß wohl noch der eine und die andere in die Gänge kommen.
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#8 Patroklos
#9 seb1983
#10 daVinci6667
  • 24.06.2017, 15:52h
  • Antwort auf #8 von Patroklos
  • Wir Schwulen und Lesben hatten dank der Diskrimierungspolitik wohl alle extrem viel Zeit um zu prüfen!!!

    Mein Mann und ich z.B. haben uns 10 Jahre auf Herz und Nieren "prüfen" dürfen bis endlich wenigstens die "eingetragene Partnerschaft" eingeführt wurde. Heiraten dürfen wir immer noch nicht.

    Wir wären schon vor 20 Jahren bereit dazu gewesen und wollen es noch immer. Ob wir das noch mal zu Lebzelten können? Es warten noch Zehn- oder Hunderttausende von uns das endlich zu dürfen und viele werden es leider nicht mehr erleben.

    Das werde ich den Politikern nicht verzeihen!
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