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Verabschiedung gilt als sicher

Malta: Ehe für alle landet im Parlament

Am Montag debattieren Abgeordnete erstmals über ein entsprechendes Gesetz, das noch im Juli verabschiedet werden soll. Nur die katholische Kirche zeigt noch Widerstand.


Queerpolitisch hat das tiefkatholische Malta in den letzten Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht

Geschieht am Mittwoch nicht noch ein Wunder im Rechtsausschuss des deutschen Bundestags, dürfte auch Valletta Berlin bei der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare schlagen. Am Montag stellte die Regierung Maltas einen Gesetzentwurf zur Ehe für alle vor, der noch am Abend erstmals im Parlament beraten werden soll.

Nach dieser zweiten Lesung (als erste gilt eine offizielle Ankündigung des Gesetzes) soll der Entwurf zügig in den Ausschüssen beraten und dann noch vor der Sommerpause bis Ende Juli im Einkammernparlament verabschiedet werden. Der seit 2013 amtierende Premierminister Joseph Muscat hatte die Ehe für alle nach der gewonnenen Parlamentswahl Anfang Juni als Priorität seiner Regierung behandelt (queer.de berichtete).

Der am Montag vorgestellte Gesetzentwurf öffnet die Ehe und ändert einige Formulierungen in Gesetzen und zur Trauung geschlechtsneutral um. Ehepartner können den eigenen Nachnamen behalten, den des Partners annehmen oder eine Kombination bilden – durch das Gesetz erhalten erstmals auch heterosexuelle Ehemänner das Recht, den Nachnamen der Frau zu tragen.

Opposition mit im Boot


Das von Renzo Piano entworfene Parlamentsgebäude in Valletta gibt sich modern wie seine Abgeordneten

Malta hatte erst vor drei Jahren Lebenspartnerschaften eingeführt und dabei bereits ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht eingeschlossen (queer.de berichtete). Damals hatte sich die einzige im Parlament vertretene Oppositionspartei, die zur christdemokratischen Europäischen Volkspartei gehörende Nationalistische Partei, noch enthalten. Inzwischen will sie die Gleichstellung aktiv unterstützen.

Bereits im Wahlkampf hatten auch die Nationalisten die Ehe für alle versprochen. Parteichef Simon Busuttil meinte, in Fragen von Rechten und Pflichten sei die Gleichstellung längst erfolgt und "akzeptierte Realität". Die Fraktion werde das Gesetz nun im Parlament unterstützen. Unklar ist Medienberichten zufolge, ob wahrscheinlich fünf Abgeordnete, die gegen den Schritt sind, eine erwünschte freie Abstimmung erhalten. Die Opposition kommt auf 30 Sitze, die Regierung auf 37.

Kirche gegen Öffnung

Kritik kommt allerdings von Charles Scicluna, dem katholischen Erzbischof von Malta. Er rief Gläubige am Wochenende dazu auf, für Politiker zu beten, dass diese "auf der Seite von Jesus" stehen blieben. "Wir sind nicht gegen Homosexuelle (…) Sie sind Menschen und haben jedes Recht, für sich Respekt und Liebe zu verlangen (…) Aber wir müssen nicht die Art, in der Gott die Ehe geschaffen hat, ändern". Der 58-Jährige beklagte vor allem, dass sich das Prinzip der Elternschaft verändere und Kinder zu einem Produkt werden könnten.

Fast 90 Prozent der rund 445.000 Maltesen gehören der katholischen Kirche an. Bis 1973 standen homosexuelle Handlungen auf Malta noch unter Strafe. In den letzten Jahren hatte sich das Land allerdings im Ranking von ILGA Europe an die Spitze der LGBTI-freundlichsten Länder gesetzt, u.a. bietet die Insel inzwischen eines der fortschrittlichsten Transsexuellengesetze der Welt und ein komplettes Verbot von "Therapien" zur "Heilung" von Lesben und Schwulen. (nb)



#1 FinnAnonym
  • 26.06.2017, 16:55h
  • Toll!

    Hoffentlich öffnet Malta bald die Ehe.

    Das ist nicht nur für die Malteser eine gute Nachricht, sondern für alle LGBTI - denn je mehr Staaten die Ehe öffnen, desto besser...
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#2 Tommy0607Profil
#3 Patroklos
  • 26.06.2017, 18:04h
  • Die Katholische Kirche wieder der Störfaktor, der aber bei den Abgeordneten ins Leere läuft! Die Ehe für Alle wird auf jeden Fall einstimmt verabschiedet werden!
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#4 suedwestmannAnonym
#5 panzernashorn
  • 27.06.2017, 02:24h
  • Der katholische Groß-Sektenverein sollte sich besser um die Aufklärung seiner unzähligen Verbrechen kümmern - damit wäre er auf Jahrtausende beschäftigt!
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#6 Simon HAnonym
  • 27.06.2017, 10:04h
  • "Nur die katholische Kirche zeigt noch Widerstand."

    "Kirche gegen Öffnung"

    Wen wundert's?

    Die können ihre Schäfchen nur noch mit Hass und Hetze auf Linie bringen...

    "Der 58-Jährige beklagte vor allem, dass sich das Prinzip der Elternschaft verändere und Kinder zu einem Produkt werden könnten."

    Die einzigen, die Kinder zu Produkten gemacht haben sind die abertausenden Pfaffen, die Kinder missbraucht haben. Und die Kirche gibt davon immer nur gerade so viel zu, wie sie eh nicht mehr vertuschen können.
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#7 Paulus46Anonym
  • 27.06.2017, 13:17h
  • Als 23 Staat weltweit überholt dann Malta als auch Deutschland.

    Das ist eine sehr erfreuliche Meldung aus Malta.
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#8 SkotAnonym
  • 30.06.2017, 09:58h
  • Nein, 90% der Malteser sind nicht Katholisch. Das ist eine seher alte statistik die immer wieder in den Deutschen medien wiederholt wird. Ein paar jahre her hat die Maltesische kirche berichtet, das es knapp über 60% sind, die noch zur messe gehen.
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#9 TheDadProfil
  • 30.06.2017, 13:11hHannover
  • Antwort auf #8 von Skot
  • ""Nein, 90% der Malteser sind nicht Katholisch. Das ist eine seher alte statistik die immer wieder in den Deutschen medien wiederholt wird. Ein paar jahre her hat die Maltesische kirche berichtet, das es knapp über 60% sind, die noch zur messe gehen.""..

    Eine sehr eigentümliche Sicht !

    Die Tatsache der Zugehörigkeit zu einer Kirche, die bei der RKK darin besteht getauft zu sein, und in Malta insbesondere dadurch, daß man aus dieser Kirche gar nicht austreten KANN, hat absolut nichts damit zu tun, wie viele dieser Mitglieder regelmäßig an einer "Messe" teilnehmen !
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