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Vor der historischen Abstimmung

So homophob ist das Gewissen der Union noch immer

Eine große Mehrheit der Abgeordneten von CDU und CSU wird im Bundestag gegen die Ehe für alle stimmen – mit uralten "Argumenten".


Kampagne der Union gegen die Einführung der Lebenspartnerschaft aus dem Jahr 2000, die sie später auch noch in Karlsruhe bekämpfte. Inhaltlich ist die Partei seitdem wenig weiter gekommen. (Bild: Montage, CDU sowie Löwe 48 (CDU-Zentrale))

Angela Merkels überraschendes Einlenken bei der bisherigen Blockade der Ehe-Öffnung führt zu einem zunehmenden Groll unter den davon überrollten Unions-Abgeordneten und an der Basis, mitten im beginnenden Wahlkampf. Berichten zufolge könnten über zwei Drittel der Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion gegen die Ehe für alle stimmen.

Hier sind einige der Stimmen aus der Debatte – aus einer Partei, die erst in der vergangenen Woche in ein Gesetz zur Rehabilitierung der Verfolgten des Paragrafen 175 in letzter Minute eine neue Diskriminierung einbaute (queer.de berichtete) und LGBTI-Rechten weiterhin größtenteils ablehnend gegenüber steht. "Merkels Bauchgefühl ist gelindert, nicht geheilt", warnte bereits der CSD Kiel.

Der stellvetretende Unions-Fraktionsvorsitzende und frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) meinte am Mittwoch auf Twitter, die Ehe für alle trage zur "Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung" bei, und warnte: "Wundern Sie sich nicht, wenn das Pendel irgendwann zurückschlägt."

Twitter / HPFriedrichCSU

Der aus dem Bundestag ausscheidende CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach empörte sich: "Wir müssen uns doch fragen: Gibt es überhaupt noch politische Positionen, für welche die Union unverwechselbar steht, mit denen wir gegenüber anderen Parteien unterscheidbar sind? Oder ändern wir, wenn es gerade politisch opportun ist, unsere Haltung?" Gegenüber kath.net sagte er, die Position der Union zur Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften sei bekannt und gelte "für CDU und CSU ebenso wie für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion". "In der letzten Fraktionssitzung ist noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass sich an diesen Positionen auch nichts ändern wird."

Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) kritisierte im NDR das mit der Ehe für alle kommende vollständige Adoptionsrecht für Homo-Paare. Aus Sicht der CSU sei es für ein Kind besser, wenn es Bezugspersonen unterschiedlichen Geschlechts habe: "Das ist eine Lebenserfahrung, die nicht nur wir haben, sondern die sich über Jahrhunderte verfestigt hat." Auch ärgere er sich, dass ein verfassungsrechtlich komplexes Gesetz "jetzt im Schweinsgalopp in den letzten Stunden der letzten regulären Sitzungswoche in dieser Legislatur durchgepeitscht werden soll".

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer nannte das Vorgehen der Sozialdemokraten in einem von der Partei auf Facebook verbreiteten Bild "unwürdig".

#Klartext von Generalsekretär Andreas Scheuer!

Posted by CSU (Christlich-Soziale Union) on Mittwoch, 28. Juni 2017
Facebook / CSU (Christlich-Soziale Union)

Manfred Grund, Sprecher der thüringischen Landesgruppe, sagte dem MDR, er wolle "gute Argumente haben, warum die eingetragene Partnerschaft das Etikett Ehe haben soll". Bis auf das Adoptionsrecht sei die eingetragene Partnerschaft der Ehe schon gleichgestellt. In der Partei gebe es eine klare Beschlusslage, wonach die Institution der Ehe Mann und Frau vorbehalten bleibe.

Der Westthüringer CDU-Abgeordnete Christian Hirte meinte, man könne die eingetragene Partnerschaft erweitern: "Zum Beispiel kann man über das Adoptionsrecht sprechen." Die Abgeordnete Antje Tillmann betonte, durch Gespräche mit Betroffenen ändere sich nach und nach ihre Auffassung. Das Durchjagen der Ehe für alle durch den Bundestag mache sie aber "wütend".

Homosexuelle Paare hätten "Respekt und ebenso Anspruch auf staatlichen Schutz" verdient, sagte der rheinland-pfälzische Abgeordnete Patrick Schnieder dem SWR. "Es gibt aber keine Notwendigkeit, ungleiche Dinge wie Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaft absolut gleich zu behandeln oder als gleich zu bezeichnen". Laut ihm würden die meisten Abgeordneten aus dem Land gegen die Ehe für alle stimmen. Sie sei für das Adoptionsrecht und für die Ersetzung des Begriffes "verpartnert" durch "verheiratet", sei aber gegen die Ehe-Öffnung, weil die Ehe ein "christliches Sakrament" sei, betonte die Mainzer Abgeordnete Ursula Groden-Kranich.

Die CDU Sachsen postete ein Bild auf Facebook, wonach die CDU-Abgeordneten des Bundeslandes die Ehe-Öffnung ablehnten. Der Vorsitzende der sächsischen Landesgruppe der Bundestagsfraktion, Michael Kretschmer, betonte, mit der Ehe aus Mann und Frau einerseits und der Lebenspartnerschaft andererseits habe man "vernünftige Rechtsnormen". Es könne nicht sein, dass Politiker der CDU/CSU wegen ihrer Bedenken als homophob und reaktionär beschimpft würden, sagte Kretschmer dem Deutschlandfunk.

Unsere Bundestagsabgeordneten sehen keinen Änderungsbedarf die geltenden Regelungen zu Lebenspartnerschaften in…

Posted by CDU Sachsen – Die Sächsische Union on Dienstag, 27. Juni 2017
Facebook / CDU Sachsen – Die Sächsische Union

"Wenn nun die Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende wieder einmal überraschend und persönlich eine abrupte, unabgestimmte, politische Kehrtwende vollzieht, muss sich Widerstand regen", kommentierte Mechthild Löhr von den "Christdemokraten für das Leben". "Denn hier geht es nicht um irgendein soziales Randthema, sondern um eine Umwertung und Entwertung einer zentralen Lebenswirklichkeit, die unsere Gesellschaft zutiefst prägt und trägt. Das politische Signal (…) schadet den Familien. Diese leiden schon heute unter vielen Formen der wirtschaftlichen und sonstigen Benachteiligung gegenüber Singlen und Kinderlosen Paaren, während gleichgeschlechtliche in der Regel kinderlos bleiben."

Der Konservative Aufbruch in der CSU, der u.a. mit der "Demo für alle" zusammenarbeitet, kommentierte im Portal "Bayern jetzt", das vom Ehemann der homophoben Autorin Birgit Kelle (noch CDU-Mitglied) betrieben wird, die "verfassungswidrige Einführung" der Ehe für alle sei "ein Schlag ins Gesicht der Parteibasis": "Sowohl das aktuelle Grundsatzprogramm der CSU als auch ein verbindlicher Parteitagsbeschluss der CDU vom 16.12.2015 sehen vor, dass die Ehe unbedingt auf eine dauerhafte Verbindung zwischen Mann und Frau beschränkt bleiben soll."

Sprecher Thomas Jahn kommentierte weiter: "Die einsame Entscheidung des CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer, diese Grundsatzposition über Nacht aufzugeben, ist ein Schlag ins Gesicht aller CSU-Mitglieder, die sich den christlichen Grundsätzen unserer Partei besonders verpflichtet fühlen. Als Konservativer Aufbruch in der CSU werden wir nicht zulassen, dass elementare CSU-Grundsätze, wie das Eintreten für Ehe und Familie geopfert werden, um sich dem Zeitgeist oder linksgrünen Parteien anzubiedern. Wir fordern alle CSU-Mitglieder auf, dem Konservativen Aufbruch in der CSU beizutreten, um ein Zeichen gegen den Ausverkauf der Grundwerte der CSU zu setzen!"

Alexander Mitsch vom neuen, auch auf Homophobie setzenden Dachverband "Freiheitlich-Konservativer Aufbruch" (queer.de berichtete) kommentierte in einem anderen Portal Kelles, "The Germanz", man lehne die Ehe für alle "konsequent ab": "Die staatliche Privilegierung der Ehe gegenüber anderen Lebensgemeinschaften hat ihren guten Grund in ihrer Funktion zum Fortbestand der Gesellschaft. Dieser Fortbestand über Generationen kann nur in einer Verbindung von Mann und Frau gesichert werden."

Progressive Stimmen

Aus der Union gibt es aber auch Stimmen, die die Ehe für alle befürworten. Schleswig-Holsteins neuer Ministerpräsident Daniel Günther hat sich zwar noch nicht in die aktuelle Debatte eingeschaltet, sich aber zuvor für die Ehe-Öffnung ausgesprochen; eine entsprechende Haltung des Landes auf Bundesebene ist im Koalitionsvertrag mit Union und Grünen enthalten (queer.de berichtete).

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak freute sich in mehreren Einträgen in sozialen Netzwerken wie auch in Interviews über die anstehende Entscheidung. "Bundeskanzlerin Merkel für #Gewissensentscheidung bei der Öffnung der #Ehe für gleichgeschlechtliche Paare! Ein Durchbruch, der vielen Kollegen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Bürde von den Schultern bei der Abstimmung nimmt", schrieb er etwa am Montagmorgen. "Für mich war immer klar: Die Ehe ist der wunderbare Liebesbeweis zweier Menschen, bei dem es auf das Geschlecht nicht ankommen kann!" (Korrigierter Satz:) Im Rechtsausschuss ließ er sich am Mittwoch vertreten, dort stimmte die Union geschlossen gegen die Vorlage des Bundesrats.

CDU/CSU-Bundestagsfraktion gibt Abstimmung zur Öffnung der Ehe als Gewissensentscheidung frei! Gute und richtige…

Posted by Dr. Jan-Marco Luczak MdB on Dienstag, 27. Juni 2017
Facebook / Dr. Jan-Marco Luczak MdB

Im ARD-"Morgenmagazin" und in einem Gastkommentar in der "Rheinischen Post" warb der schwule CDU-Politiker Jens Spahn für die Ehe-Öffnung, betonte aber auch mal wieder, deren Ablehnung aus religiösen Gründen sei nicht homophob. Auch forderte er erneut eine "verbale Abrüstung auf beiden Seiten".

Der Landesvorsitzende der CDU Hamburg, Roland Heintze, der lange Vorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union war, warb ebenfalls für die Gleichbehandlung: "Ich persönlich halte die 'Ehe für alle' für richtig, da dies eine konsequente und zeitgemäße Fortsetzung von Unionspolitik wäre", sagte er der "Hamburger Morgenpost". Zugleich beklagte er ein "Wahlkampfgetöse" der SPD: "Die Entscheidung der Kanzlerin, die Abstimmung freizugeben ist richtig und macht ein durchsichtiges SPD-Wahlkampfmanöver zum Rohrkrepierer."

Es ist soweit, die Eheöffnung kommt! Voraussichtlich Freitag wird endlich im Deutschen Bundestag abgestimmt! Wir…

Posted by LSU Bundesverband on Mittwoch, 28. Juni 2017
Facebook


In dem in der letzten Woche veröffentlichten ZDF-Politbarometer gibt es auch unter Unionsanhängern eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung

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#1 EisenhowerProfil
  • 28.06.2017, 15:24hMarseille
  • Ich empfehle hierzu gerne noch einmal die sehr interessante Stellungnahme von Jens Spahn:

    www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmaga
    zin/videos/jens-spahn-120.html


    Man sollte es sich nicht zu einfach machen. Und man sollte die Menschen, die sich vielleicht noch schwer tun mit dem Thema, nicht vorschnell der Lesben- und Schwulenfeindlichkeit verdächtigen.

    Manche der Personen sind kirchlich gebunden, andere haben vielleicht andere Vorbehalte.

    Eher sollte man sich als Lesben- und Schwulenbewegung vielleicht einmal fragen, weshalb man die eigenen Werte und Vorstellungen diesem Personenkreis bislang nicht vermitteln konnte (oder wollte).

    Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft, und es ist wichtig, eine solche Debatte mit gegenseitigem Respekt zu führen.

    Die Debatte wird allerdings nur recht kurz sein, am kommenden Freitag wird der Prozess aller Voraussicht bereits beendet sein. Und dann schauen wir mal weiter, denn dann kommt der Sommer, und dann ist das Thema vermutlich bereits vergessen bei den Personen, die sich nun vielleicht überrumpelt oder gar auf den Schlips getreten fühlen.
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#2 JuNiAnonym
  • 28.06.2017, 15:58h
  • Die meisten Unionler sind ja dieser Partei beigetreten, um in ihrer homophoben Ansicht Unterstützung zu finden.
    Dass morgen natürlich ihr Weltbild zusammen bricht, können nicht alle gut verkraften.
    Objektiv gibt es keinerlei Gründe dagegen zu stimmen. Was sollen sie also tun, um den alten Schwachsinn von sich zu geben?!
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#3 FinnAnonym
  • 28.06.2017, 16:04h
  • An diesen Aussagen sieht man wieder mal, dass die Mehrheit der Union nicht wirklich konservativ, sondern eigentlich rechtspopulistisch (oder teilweise sogar rechtsextrem) ist.

    Denn was soll konservativer sein, als wenn zwei liebende Menschen füreinander Verantwortung übernehmen wollen und gemeinsam Werte leben wollen?

    Die Konservativen in anderen Staaten (Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Irland, Kanada, etc. etc.) haben das längst kapiert.

    Aber wie gesagt:
    die Union ist in weiten Teilen gar keine konservative Partei, sondern eher eine rechtspopulistische bis rechtsextreme Partei.
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#4 Simon HAnonym
  • 28.06.2017, 16:05h
  • Die immer gleichen Schein-"Argumente", die weder einer logischen Überprüfung noch einer Messung an den Fakten standhalten. Aber die Union hofft, dass schon irgendwas davon hängen bleibt, wenn man denselben Unsinn einfach oft genug wiederholt. Wiederholung soll da Argumentation und Belegen mit Fakten ergänzen.

    Eigentlich sollte man solchen Sprech-Durchfall gar nicht kommentieren, weil das alles so absurd und an den Haaren herbeigezogen ist, dass sich das schon von alleine entlarvt. Aber einige Dinge will ich doch mal exemplarisch aufführen:

    -------------------------------------------
    Hans-Peter Friedrich:
    "Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung"
    --------------------------------------------

    Kann er das auch irgendwie belegen oder wenigstens benennen, was da angeblich aufgelöst wird?

    Zumal in allen anderen Staaten, wo die Ehe bereits geöffnet wurde (mittlerweile schon über 20) überhaupt nichts dergleichen passiert ist. Im Gegenteil: diese Staaten haben politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell davon profitiert.

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    Johannes Singhammer (CSU) kritisierte im NDR das mit der Ehe für alle kommende vollständige Adoptionsrecht für Homo-Paare.
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    1. Dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien genauso gut aufwachsen wie in gegengeschlechtlichen ist längst wissenschaftlich bewiesen. Sagt einem ja auch der gesunde Menschenverstand, dass Kinder besser in einer liebevollen Familie aufwachsen als im Heim oder auf der Straße.

    2. Dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien aufwachsen ist Fakt - ob es der Union passt oder nicht. Es geht darum, diese Kinder endlich anzuerkennen und ihnen rechtliche Sicherheit zu geben. Wer das blockiert, nützt nicht den Kindern, sondern er schadet den Kindern.

    ------------------------------------
    Manfred Grund:
    "gute Argumente haben, warum die eingetragene Partnerschaft das Etikett Ehe haben soll"
    ------------------------------------

    Gegenfrage:
    welche Argumente gibt es dagegen?

    Ich habe schon dutzende Pro-Argumente gehört, die niemand entkräften konnte, aber noch kein einziges Contra-Argument, dass sich nicht in 1 Minute logisch-argumentativ und faktisch entkräften lässt.

    ----------------------------------------------
    Der Westthüringer CDU-Abgeordnete Christian Hirte meinte, man könne die eingetragene Partnerschaft erweitern: "Zum Beispiel kann man über das Adoptionsrecht sprechen."
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    1. Zu spät. Das haben wir jahrelang gefordert, aber die Union hat blockiert. Und jetzt wollen sie, nur um den Namen Ehe nicht zu erlauben, plötzlich sowas in Aussicht stellen. Das ist doch unglaubwürdig. Und es zeigt auch, dass es der Union nicht um die Sache geht, sondern nur um Diskriminierung.

    2. Selbst wenn wir die Volladoption auch ohne Eheöffnung bekämen, wäre es immer noch diskriminierend, für dasselbe unterschiedliche Namen zu wählen.

    ------------------------------------------
    Es gibt aber keine Notwendigkeit, ungleiche Dinge wie Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaft absolut gleich zu behandeln oder als gleich zu bezeichnen".
    ----------------------------------------------

    Dass Ehe und Eingetragene Partnerschaft ungleich sind, liegt nicht in der Sache begründet und ist kein Naturgesetz, sondern das liegt nur daran, dass die Union das als ungleich bezeichnet und behandelt.

    -------------------------------------------
    gegen die Ehe-Öffnung, weil die Ehe ein "christliches Sakrament" sei, betonte die Mainzer Abgeordnete Ursula Groden-Kranich.
    --------------------------------------------

    1. In einer Demokratie herrscht Trennung von Staat und Kirche.

    2. Wir reden nicht über die kirchliche Ehe, sondern über die staatliche Ehe.

    3. Die Kirche erlaubt ja auch Geschiedenen nicht die erneute Heirat und da hat der Staat sich ja auch anders entschieden. Also wieso nicht auch in dieser Frage?!

    Oder will Frau Groden-Kranich in Zukunft auch Geschiedenen die Eheschließung verwehren?

    ---------------------------------------
    Michael Kretschmer:
    Es könne nicht sein, dass Politiker der CDU/CSU wegen ihrer Bedenken als homophob und reaktionär beschimpft würden, sagte Kretschmer dem Deutschlandfunk.
    ----------------------------------------

    1. Wir haben uns jahrzehntelang von Unions-Mitgliedern wüsteste Beschimpfungen anhören können.

    2. Wenn die dagegen stimmen wollen, können die das ja tun. Aber dann sollen sie auch akzeptieren, wenn die Mehrheit anders entscheidet.

    3. Wer Homosexuelle weiter diskriminieren will, ist homophob. Das ist die Definition des Wortes. Das ist also keine Beleidigung, sondern schlichtweg eine Tatsachen-Feststellung.

    ---------------------------------------
    Mechthild Löhr:
    "Denn hier geht es nicht um irgendein soziales Randthema, sondern um eine Umwertung und Entwertung einer zentralen Lebenswirklichkeit, die unsere Gesellschaft zutiefst prägt und trägt. Das politische Signal () schadet den Familien.
    ----------------------------------------

    Auch hier wieder nichts als leere Phrasen und Worthülsen, die mit keinem Argument belegt werden. Was soll denn wie entwertet werden?!

    Und warum soll das nur in Deutschland passieren, was anderswo nicht passiert ist?!

    Und wie soll die Eheöffnung Hetero-Ehen schaden, denen ja nichts weggenommen wird?!

    ----------------------------------------
    Konservativer Aufbrauch in der CDU:
    "verfassungswidrige Einführung"
    ----------------------------------------

    Im Grundgeset steht nur, dass Ehe und Familie unter besonderem Schutz stehen. Aber wie Ehe und Familie definiert werden sollen, steht da nirgends.

    Wieso sollen gleichgeschlechtliche Ehen und Familien nicht ebenso unter diesem besonderen Schutz stehen?!

    -------------------------------------
    Thomas Jahn:
    ist ein Schlag ins Gesicht aller CSU-Mitglieder, die sich den christlichen Grundsätzen unserer Partei besonders verpflichtet fühlen.
    ---------------------------------------

    In der Bibel steht auch, dass man seine Tochter in die Sklaverei verkaufen darf, dass man kein Leder anfassen darf, dass man keine Schalentiere essen darf, dass man keine gemischtfasrigen Stoffe tragen darf, dass die Frau dem Mann gehorchen muss, etc. etc. etc.

    Will die CSU auch das alles einführen?

    Oder picken die sich nur das raus, was ihnen passt und verschweigen den Rest?

    -----------------------------------
    Alexanter Mitsch:
    "Die staatliche Privilegierung der Ehe gegenüber anderen Lebensgemeinschaften hat ihren guten Grund in ihrer Funktion zum Fortbestand der Gesellschaft. Dieser Fortbestand über Generationen kann nur in einer Verbindung von Mann und Frau gesichert werden."
    ------------------------------------

    Will die Union denn auch unfruchtbaren Menschen oder Frauen jenseits der Wechseljahre die Ehe verbieten?
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#5 OutAndProud
  • 28.06.2017, 16:12h
  • Antwort auf #1 von Eisenhower
  • ""Eher sollte man sich als Lesben- und Schwulenbewegung vielleicht einmal fragen, weshalb man die eigenen Werte und Vorstellungen diesem Personenkreis bislang nicht vermitteln konnte (oder wollte)""

    Dann geh doch mal mit gutem Beispiel voran und überzeuge deine Freunde bei den christlichen.

    Das hätte dann auch den Vorteil das du weniger Zeit hättest uns mit deiner CDU/CSU/RKK Propaganda auf die Nerven zu gehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Paulus46Anonym
  • 28.06.2017, 16:13h
  • Antwort auf #1 von Eisenhower
  • Mich interessiert weniger, wer so alles bei der CDU/CSU gegen die Ehe für alle stimmen wird, sondern viel interessanter finde ich, WER dort jetzt sich zur Ehe für alle am Freitag bekennt. So wie ich dies so mitbekommen, sind unter anderem bei CDU(CSU dafür:

    * Daniel Günther, Ministerpräsident in Schleswig-Holstein
    * Roland Heintze, Oppositionsführer der CDU in Hamburg
    * Ingo Senfleben, Oppositionsführer der CDU in Brandenburg
    * Thomas Strobl, Vizeministerpräsident in Baden-Württemberg, Landesvorsitzender in Baden-Württemberg
    * Stefan Evers, Generalsekretär der CDU in Berlin
    * Stefan Kaufmann, CDU-Bundestagsabgeordneter
    * Jens Spahn, CDU-Bundestagsabgeordneter, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen
    * Ingrid Fischbach, CDU-Bundestagsabgeordneter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit
    * Jan-Marco Luczak, CDU-Bundestagsabgeordneter
    * Bernd Fabritius; CSU-Bundestagsabgeordneter, Präsident des Bundes der Vertriebenen, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen und Präsident der Föderation der Siebenbürger Sachsen
    * Mathhias Zimmer, CDU-Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
    * Olav Gutting, CDU-Bundestagsabgeordneter
    * Frank Heinrich, CDU-Bundestagsabgeordneter, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
    * Jürgen Klimke, CDU-Bundestagsabgeordneter
    * Rolf Koschorrek, CDU-Bundestagsabgeordneter,Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe
    *Nadine Schön,CDU-Bundestagsabgeordnete
    * Marcus Weinberg, CDU-Bundestagsabgeordneter, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
    * Sabine Weiss, CDU-Bundestagsabgeordnete
    * Elisabeth Winkelmeier-Becker, CDU-Bundestagsabgeordneter
    * Katja Leikert, CDU-Bundestagsabgeordnete
    * Thomas Kufen, CDU-Oberbürgermeister in Essen

    Am Freitag werde ich es dann genauer wissen, weil NAMENTLICH abgestimmt wird, das wird interessant.
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#7 myysteryAnonym
  • 28.06.2017, 16:14h
  • Antwort auf #1 von Eisenhower
  • Ich muss anderen Menschen meine Gleichwertigkeit nicht "vermitteln".

    Sie sollten sich mit Spahn verpartnern und dann solange "vermitteln", bis der letzte Trottel aus HinterCDSUAfDingen sie heiraten lässt.
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#8 DefinitionAnonym
  • 28.06.2017, 16:18h
  • Antwort auf #3 von Finn
  • Ja, Jens Spahn von der CDU fordert ja bereits, man dürfe seine ablehnenden Kollegen nicht als homophob bezeichnen, weil sie die Gleichstellung ablehnen.

    Aber das ist nun mal die Definition des Wortes "homophob".

    Wer Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung anders behandeln will, ist nun mal homophob. Genau wie jemand, der Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe anders behandelt will, rassistisch ist.

    Das ist nun mal das Wort dafür.
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#9 OutAndProud
  • 28.06.2017, 16:25h
  • Antwort auf #6 von Paulus46
  • ""Am Freitag werde ich es dann genauer wissen, weil NAMENTLICH abgestimmt wird, das wird interessant.""

    Das mag ja für dich zutreffend sein.

    Zähl die Namen dann am Freitag in irgendwelchen CDU/CSU Foren auf.

    Die kannst du damit vielleicht ärgern.

    Uns langweilst du damit an dieser Stelle nur.
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#10 Stefan84Anonym
  • 28.06.2017, 16:38h
  • @Simon H
    Für die Union sieht eine Familie so aus: die Frau arbeitet zu Hause, zieht die Kinder groß und braucht für alles die Erlaubnis ihres Mannes. Wenn der Mann dann nach Hause kommt schlägt er die Kinder und vergewaltigt dann seine Frau.

    Das ist nur leicht überspitzt. Bei allen diesen Dingen hat die Union dagegen gestimmt fortschrittlichere Gesetzte zu erlassen. Mit genau der gleichen "Begründung". Heute will man das natürlich nicht mehr zugegeben. Das mit der Vergewaltigung in der Ehe war erst Ende der 90er! Und viele der männlichen Führungspersönlichkeiten die gegen die Reform waren sind noch heute an der Macht.
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