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Staatliche Homophobie

China ordnet Zensur von Homosexualität im Internet an

Die kommunistische Regierung des Landes verbietet die Darstellung von gleichgeschlechtlicher Liebe in Online-Videos.


Die chinesische Serie "Abhängig", die von der Liebe zweier junger Männer handelt, ist für Chinesen tabu

China hat am Freitag angeordnet, dass alle der in der Volksrepublik zugänglichen Online-Videos keine "abnormalen" sexuellen Aktivitäten mehr behandeln dürfen, was auch jegliche Darstellung von Homosexualität oder gleichgeschlechtlichen Beziehungen beinhaltet. Das berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Als "abnormal" gelten neben Homosexualität auch Inzest und sexuelle Gewalt.

Das Verbot ist Teil von strengen Auflagen bei audiovisuellem Online-Material, die vom staatlich kontrollierten Verband der Internetindustrie (CNSA) erlassen wurden. Nach Xinhua-Angaben müssten alle Videos "politische und ästhetische Standards" erfüllen. Chinesische Firmen werden zudem aufgefordert, "sozialistische Werte und die chinesische Kultur zu fördern".

Die Bestimmungen enthalten eine lange Liste von verbotenen Themen. Dazu gehöre alles, was dem "nationalen Interesse" schade, "revolutionäre Anführer" kritisiere, "religiösen Extremismus" fördere oder pornografisch sei. Auch die positive Darstellung von Gewalt, Mord, Glücksspiel, Drogen oder "Aberglaube" wie Reinkarnation sei untersagt. Zudem dürfe nichts gezeigt werden, was zur "leichtsinnigen und blinden Verehrung" von Prominenten verführe.

"Mindestens drei Profi-Zensoren" pro Video notwendig

Um die umfassende Überwachung zu erreichen, müssten Video-Platformen in China jedes Video vor der Veröffentlichung von "mindestens drei Profi-Zensoren" bewerten lassen. Diese müssten laut den Vorschriften alle Videos von der ersten bis zur letzten Sekunde betrachten, bevor sie entscheiden könnten, ob die Videos ungekürzt online gehen dürften.

Li Yinhe, einer der bekanntesten Sexualwissenschaftlerinnen der Volksrepublik, kritisierte nach Angaben der britischen Zeitung "Independent" die neuen Vorschriften scharf. Diese verletzten das Recht von sexuellen Minderheiten, "ihre sexuelle Präferenz zum Ausdruck zu bringen", erklärte die 65-Jährige.

China bekämpft bereits seit längerem die Darstellung von Homosexualität im öffentlichen Leben. Im vergangenen Jahr war etwa die Darstellung von homosexuellen Beziehungen in fiktionalen Fernsehserien untersagt worden (queer.de berichtete). Auch bei diesem Verbot wurde Homosexualität vom verantwortlichen Industrieverband in eine Reihe mit Inzest und sexueller Gewalt gestellt.

Die gleichgeschlechtliche Liebe gilt trotz mancher Liberalisierungstendenzen in den letzten Jahrzehnten in China noch immer als Tabu. Analverkehr zwischen Männern wurde zwar 1997 legalisiert, 2001 wurde Homosexualität außerdem von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen. Allerdings trauen sich die meisten Schwulen und Lesben nicht, sich zu outen. Laut einer Studie der Universität Peking halten mehr als 85 Prozent der Homosexuellen ihre sexuelle Orientierung vor ihren eigenen Familien geheim. Mehr als die Hälfte derjenigen, die sich geoutet haben, berichten von Diskriminierungen als Folge des Coming-outs. (dk)



#1 PierreAnonym
#2 Komischer VogelAnonym
  • 03.07.2017, 13:36h
  • Oh man China und Zensur.
    Fällt einem mittlerweile schwer dennen noch Einzelne Themen die zensiert werden übel zu nehmen ... einfach weil man damit den ganzen Tag beschäftigt währe. Wie soll man das als nicht betroffener noch erst nehmen? (war das grade unemphatisch ? ja aber Hey zumindest merk ich es noch)

    Aber der Abnormal Stempel ist mal wieder ein besonders fester tritt zwischen die Beine.

    so long ich lad mir jetzt mal n paar "Abartige" Videos runter und mach mir n entspannten gayporn Nachmittag.

    China... echt traurig ....
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#3 jochenProfil
#4 Patroklos
  • 03.07.2017, 14:02h
  • Das wundert mich nicht, darum ist Taiwan auch das bessere China, denn da wäre sowas undenkbar!
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#5 Paulus46Anonym
  • 03.07.2017, 14:03h
  • Antwort auf #3 von jochen
  • Tja so ist das in den Kommunistisch/links geführten Ländern der Welt; sie liegen als Gruppe an drittletzter Stelle bei der staatlichen Anerkennung homosexueller Paare:

    Platz 1) Islamisch geprägte Staaten Nordafrikas/Naher Osten Zentralasien
    Platz 2) Afrikanische Drittweltstaaten südlich der Sahara und Mittelamerikas
    Platz3) Kommunistisch/ehemals kommunistisch regierte Staaten (China, Russland, Ukraine, Weißrussland, Georgien, Armenien, ehemalige Ostblockstaaten mit Ausnahmen Tschechiens, Sloweniens, Kroatiens und Ungarn; Venezuela, Kuba, Nicaragua, Vietnam, Kambodscha, Laos)
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#6 aLuckyGuyProfil
  • 03.07.2017, 15:35hPeine
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • Also ich habe 26 Jahre in einen angeblich kommunistischen Land verbracht und kann Dir vesichern, dass solch ein Vorgehen weniger mit einen immer noch utopischen Kommunismus als vielmehr mit dem sehr viel realeren Stalisnismus zu tun hat.
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#7 aLuckyGuyProfil
  • 03.07.2017, 15:38hPeine
  • Am meisten macht michwütend, wenn man sieht wie deutsche Unternehmen mit diesen Staat zusammenarbeiten und sich auf Kosten der deutschen und der chinesischen Bürger dumm und dämlich verdienen.
    Tja, wie ich immer sage, hätte Honecker die DDR Wirtschaft ebenfalls wie China für den Westen geöffnet, ich denke, wir hätten die Einheit Deutschlands heute noch nicht.
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#8 Dave KAnonym
#9 OutAndProud
#10 SaterländerAnonym
  • 03.07.2017, 15:50h
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • Dass deine Nrn. 2 und 3 ganz überwiegend deshalb schwulenfeindlich sind, weil dort deine Christenkumpanen das Sagen haben, erschließt sich dir natürlich nicht aufgrund deiner Religionspsychose. Such dir professionelle Hilfe!
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