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Gleichbehandlung bedroht "Ehe und Frieden"

Katholische Kirche wütet gegen Ehe-Öffnung

Mehrere Bischöfe haben am Wochenende betont, dass sie die staatliche Anerkennung von Homo-Paaren weiterhin bekämpfen. So appellieren sie an das Bundesverfassungsgericht, die Gleichbehandlung zu kippen.


Bischof Ludwig Schick argumentiert, die Autoren des Grundgesetzes hätten nur die Hetero-Ehe "im Sinn" gehabt (Bild: Pressestelle Erzbistum Bamberg)

In der katholische Kirche gibt es erheblichen Widerstand gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im staatlichen Eherecht. Mehrere Bischöfe haben seit der Verabschiedung des Gesetzes zur Ehe für alle am Freitag im Bundestag erklärt, diese stehe nicht im Einklang mit dem deutschen Grundgesetz.

So forderte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Freitag auf Facebook, das Bundesverfassungsgericht müsse die Ehe-Öffnung überprüfen: "Als das Grundgesetz verabschiedet wurde, hat der Gesetzgeber bei der Ehe die Verbindung von Frau und Mann im Sinn gehabt", dies müsse auch "heute bei der Auslegung der Verfassung eine Rolle spielen". Denn auch 2017 gelte, was im Jahr 1949 gemeint gewesen sei: "Die Ehe von Mann und Frau und die daraus entstehende Familie genießen den besonderen Schutz des Staates."

Bischof Genn: Ehe-Verbot für Schwule und Lesben ist keine Diskriminierung

Auch Felix Genn, der Bischof von Münster, machte am Wochenende Stimmung gegen die Gleichbehandlung. Am Sonntag beschwerte sich Genn bei einer Heiligen Messe darüber, wie schnell der Schutz des Grundgesetzes für Ehe und Familie zur Disposition gestellt werde: "Hier werden wir uns als Kirche ganz klar zu einer deutlichen Positionierung der Ehe von Mann und Frau weiterhin bekennen, ohne mit dem Begriff 'Lebenspartnerschaft' eine Diskriminierung homosexueller Personen zu bezeichnen, sondern indem wir damit nur eine andere Wirklichkeit benennen", so der Bischof laut einer Pressemitteilung des Bistums.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke betonte am Samstag im Dom der oberbayerischen Stadt bei einer Feier vor (ausschließlich heterosexuellen) Ehejubilaren: "Christliche Ehe ist das von Gott gesegnete Bedürfnis von Mann und Frau, sich in gegenseitiger Liebe zu ergänzen und den schöpfungsmäßigen Reichtum des Menschseins zu erfahren." Ehe nach dem Verständnis der Kirche sei "von Gott gesegnete Polarität von Mann und Frau".

Immerhin: Deutschland geht laut Weihbischof Laun wegen Ehe für alle nicht sofort unter

Auf dem Portal kath.net erinnerte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun an eine Rede von Papst Benedikt XVI. 2012 im Bundestag. Bei diesem Auftritt hatte der damalige Pontifex gewarnt, dass die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht "Ehe und Frieden" bedrohe. Laun warf Kanzlerin Angela Merkel vor, die Rede inzwischen "wohl vergessen oder nicht verstanden" zu haben. Deutschland sei aber wegen der Ehe-Öffnung nicht sofort dem Untergang geweiht: "Ein Naturrecht zu leugnen lässt nicht alle Gerechtigkeit im Land sofort einstürzen. Aber wie jedes Rütteln an Fundamenten ist es nicht ungefährlich", so Laun, der erst im März Schwule und Lesben als "gestörte Männer und Frauen" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

In mehreren Interviews kritisierte auch der Berliner Erzbischof Heiner Koch die Ehe für alle. Der 63-Jährige stellte etwa gegenüber der "Passauer Neuen Presse" klar, dass Homo-Paare in der Kirche weiterhin mit keinerlei Anerkennung rechnnen dürften: "Wir werden alles unterlassen, was die Vermutung nahelegt, Verbindungen Homosexueller seien mit der Ehe gleich. Eine Segnung kommt deshalb nicht in Frage." Für ihn sei die Ehe "ein Sakrament, das der Schöpfungsordnung entspricht."

Bereits im Vorfeld der Entscheidung zur Ehe-Öffnung hatten Kardinal Reinhard Marx, der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, sowie der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp gegen die Ehe-Öffnung Stimmung gemacht. Dagegen begrüßte der Rat der Evangelischen Kirche die Gleichbehandlung (queer.de berichtete). (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Die Ehe für alle kommt. Wirst du jetzt heiraten?
    Ergebnis der Umfrage vom 03.07.2017 bis 10.07.2017


#1 Paulus46Anonym
#2 ManuelAnonym
  • 03.07.2017, 15:15h
  • Da es hier um Religion geht: Kann mir mal jemand helfen: wie kann man nun gegenüber Muslimen argumentieren, dass "Ehe für alle" nicht bedeutet, dass man zwei oder mehr Frauen heiraten darf? Ich finde das nicht i.O., tu mir aber echt schwer, dagegen zu argumentieren. Wenn alle Beteiligten einverstanden sind, warum sollte man dann die Ehe auf zwei Personen begrenzen?
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#3 FOX-NewsAnonym
  • 03.07.2017, 15:22h
  • Die kath. Kirche kann die religiöse Ehe zwischen 2 Partnern gleichen Geschlechts unter ihrem Dach gerne ablehnen. Es geht hier allerdings um die Zivilehe nach BGB und nicht nach der Bibel, von daher soll sie sich bitte mit Ratschlägen zurückhalten. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Hass die Kirche verbreitet und zum Hass aufruft, statt Nächstenliebe entgegenzubringen. Wenn es nach ihrem Glauben geht, hat Gott doch auch Schwule geschaffen und sie geliebt. Also lasst uns auch lieben und zufrieden.
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#4 Abdul-Sattar NawafAnonym
  • 03.07.2017, 15:40h
  • Antwort auf #2 von Manuel
  • Könntest Du mir vielleicht kurz sagen, in welchen islamischen Staaten Polygamie staatlicherseits möglich ist, und in der einen oder anderen Form auch tatsächlich praktiziert wird?

    Das müsste dann ja zumindest unter wohlhabenden Männern ein Phänomen sein, das nicht seltener ist, als zum Beispiel Homosexualität in den westlichen Ländern.

    Also: In welchen Ländern haben wir das?
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#5 Dave KAnonym
  • 03.07.2017, 15:41h
  • Die ewiggestrigen Hinterwäldler von der Kinderschänder-Sekte wollen wohl wieder mal von den Verbrechen ihres Hass-Konzerns ablenken, indem sie gegen andere hetzen.

    Was anderes als Hass schüren fällt denen nicht mehr ein um ihre Schäfchen noch auf Linie zu halten.
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#6 OutAndProud
#7 johannbAnonym
#8 MariposaAnonym
  • 03.07.2017, 15:54h
  • In der RKK scheinen tatsächlich Welten zwischen der "Obrigkeit" und dem "Fußvolk" zu liegen. Komisch - dennso ziemlich alle mir persönlich bekannten Mitglieder dieser Kirche haben nichts gegen die Eheöffnung einzuwenden.....
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#9 Michael1200Anonym
  • 03.07.2017, 15:54h
  • Soso... Bischoff Genn weiß also, dass die Autoren des Grundgesetzes nur die heterosexuelle Ehe im Sinn hatten. Wenn er nur genauso gut wüßte, was die Autoren der Bibel im Sinn hatten....
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#10 joahnnbAnonym
  • 03.07.2017, 15:58h
  • Ach ja, ganz vergessen: Die Gehälter der Dompfaffen und die Zuschüsse zu Kirchenbauten sind da ja noch gar nich dabei!
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