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Üble Hetze & starke Sätze

CDU-MdB: Ein Blindenhund kann auch kein Ehepartner sein

80 persönliche Erklärungen wurden zum Bundestagsbeschluss zur Ehe für alle zu Protokoll gegeben – darunter Tiefpunkte und echte Highlights, eine SPD-Überraschung und eine faule Minister-Ausrede.


Der CDU-Abgeordnete Ulrich Petzold aus Sachsen-Anhalt verglich die Liebesbeziehung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen mit der "Beistandsgemeinschaft" zwischen einem Blinden und seinem Assistenzhund – aus beiden gingen keine Kinder hervor (Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen / flickr)

Der Deutsche Bundestag debattierte am letzten Freitag nur rund eine Dreiviertelstunde über die Ehe für alle, da kamen nicht viele Redner zu Wort (queer.de berichtete). 80 Abgeordnete gaben jedoch persönliche Erklärungen zu Protokoll, in der sie ihre Ja- oder Nein-Stimme ausführlich begründeten. Wir haben uns die jetzt in der Mitschrift der Plenardebatte (PDF) veröffentlichten Statements näher angeschaut.

Nur eine einzige persönliche Erklärung kam nicht aus der CDU/CSU-Fraktion, sondern von der SPD-Politikerin Andrea Nahles. Die Arbeitsministerin rang bei ihrer Stimmabgabe mit ihrem katholischen Glauben:

Ich werde heute im Bundestag für den Gesetzentwurf einer "Ehe für alle" stimmen. Gerade als Katholikin habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich nehme sehr ernst, dass die katholische Kirche in der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare einen deutlichen Widerspruch zu ihrer Auffassung sieht, dass eine Ehe ein Lebens- und Liebesbund zwischen Mann und Frau ist. Umgekehrt sehe ich aber den weltanschaulich neutralen Staat der Bundesrepublik in der Pflicht, gleichgeschlechtlichen Paaren die gleichen Rechte auf Schutz und Förderung ihrer verbindlichen Lebensgemeinschaft zu gewähren wie heterosexuellen Ehepartnern. Das ist für mich eine Frage der Gerechtigkeit.

Bei der Union, das ist durchaus positiv anzumerken, bemühte sich die überwiegende Mehrheit um einen sachlichen und respektvollen Ton. Zwar schimpften fast alle über das Verhalten der Sozialdemokraten, doch vielen Erklärungen merkt man an, dass sich die Abgeordneten tatsächlich Gedanken über die Rechte homosexueller Paare gemacht haben. Nur sehr wenige benutzten Textbausteine oder schrieben voneinander ab.

Und Thomas Gebhart aus Rheinland-Pfalz war nicht der einzige, der erklärte:

Ich habe mir die Entscheidung für die Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts nicht leicht gemacht.

Die Berliner CDU-Chefin und Kulturstaatsministerin Monika Grütters meinte gar:

In meiner mittlerweile mehr als 20-jährigen Parlamentszeit ist mir eine Entscheidung zu einer Abstimmung noch nie so schwer gefallen wie diese. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dennoch entschieden, für die Öffnung der staatlichen Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare zu stimmen, nicht obwohl, sondern weil ich katholisch bin.

Bei den Befürwortern der Eheöffnung erwähnten einige, darunter die Ostfriesin Gitta Connemann, dass sie einen Prozess des Umdenkens durchlaufen hätten:

Vor Jahren hätte ich die Öffnung der Ehe noch abgelehnt. Denn ich bin aufgewachsen mit dem Bild der Ehe zwischen Frau und Mann. Aber heute ist für mich klar: Wenn Menschen sich lieben und beständig füreinander Verantwortung übernehmen, wenn sie einander Stabilität und Halt geben, verdienen sie Wertschätzung. Sie sollten gleiche Rechte haben – unabhängig vom Geschlecht.

Wichtig bei solchen Prozessen waren – etwa bei Antje Tillmann aus Thüringen – persönliche Kontakte zu Lesben und Schwulen:

In zahlreichen Gesprächen mit gleichgeschlechtlichen Partnern musste ich aber feststellen, dass hier der Begriff "Ehe" einen hohen Stellenwert hat.

Stimmte als Familienvater für die Ehe für alle: Maik Beermann (Bild: Pressefoto)

Ein starkes Statement gab es von Maik Beermann aus Niedersachsen:

Als Familienvater möchte ich, dass meine Töchter in einem Land aufwachsen, in dem sie dieselben Rechte und Pflichten genießen wie jeder und jede andere, egal ob sie irgendwann Männer oder Frauen lieben.

Selbst nahezu alle Gegner der Ehe für alle betonten, dass auch in homosexuellen Partnerschaften für die Gesellschaft wichtige Werte gelebt würden, und wiesen – wie Yvonne Magwas aus Sachsen – den Vorwurf der Homophobie zurück:

Meine Meinung ist ausdrücklich kein Votum gegen homosexuelle Frauen und Männer, deren Verantwortung füreinander und Liebe zueinander ich vollumfänglich sehe, sondern es ist […] ein Votum für die Ehe, so wie wir sie auch als CDU in unserem Grundsatzprogramm beschlossen haben.

Auch Maria Michalk aus Bautzen fand für ihre Ablehnung warme Worte:

Die wertvolle Verbindung zwischen zwei Frauen oder zwei Männern, die sich zu einer rechtlich geordneten Lebensgemeinschaft finden, in der sie eine die gegenseitige Verantwortung bejahende Haltung zeigen, ist geschützt.

Die Hauptargumente der Gegner waren der Verweis auf die "lange kulturelle und religiöse, christliche Tradition" (Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel), die Behauptung, dass der Schutz der Ehe im Grundgesetz keine Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare zulasse, sowie die Annahme, dass nur aus gemischtgeschlechtlichen Partnerschaften Kinder hervorgingen.

Einige wenige Abgeordnete vergriffen sich dabei leider im Ton. Die beiden Sachsen Klaus Brähmig und Arnold Vaatz warfen etwa in ihrer gemeinsamen Erklärung homosexuellen Paaren vor, "sich der Weitergabe des Lebens für die nächste Generation zu entziehen":

Das Bestreben, Leben zu zeugen und weiterzugeben, wird seiner besonderen Würde beraubt, seine einzigartige Funktion wird negiert. […] Wir schämen uns fremd für den Umgang dieser Gesellschaft mit den Lebensauffassungen unserer Vorfahren, die sich nicht mehr verteidigen können und zu deren Mitmenschen auch die Mütter und Väter des Grundgesetzes zählten. Mit der heutigen Entscheidung wird nicht die Ehe für alle eingeführt, sondern die Ehe für Mann und Frau abgeschafft.

Persönliche Erklärung auf AfD-Niveau: Ulrich Petzold (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Einen weiteren Tiefpunkt setzte die persönliche Erklärung von Ulrich Petzold aus Sachsen-Anhalt, der die Liebesbeziehung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen mit der "Beistandsgemeinschaft" aus einem Blinden und seinem Assistenzhund verglich:

Die Fortpflanzung in einer gleichgeschlechtlichen Gemeinschaft ist nicht auf natürliche Art und Weise möglich. Sie bedarf zum Beispiel der künstlichen Befruchtung, einer Leihmutterschaft oder anderer schwerwiegender medizinischer Eingriffe. Sie ist dadurch gerade in der Regel nicht auf die Erzielung von Nachwuchs ausgerichtet, sondern ist selbst nach allen Statistiken nur in Ausnahmefällen Keimzelle einer nachfolgenden Generation. Sie bleibt daher fast immer eine Beistandsgemeinschaft, die durchaus wertvoll ist, aber nicht den Rang einer heterosexuellen Gemeinschaft erreicht.

Eine Beistandsgemeinschaft besteht zum Beispiel auch, wenn eine Mutter ihr behindertes Kind bis zum Lebensende pflegt. Doch niemand würde auf die Idee kommen, dieses als Ehe zu bezeichnen. Eine Beistandsgemeinschaft besteht auch zwischen einem Blindenhund und dem Hilfsbedürftigen. Selbstverständlich besteht eine Beistandsgemeinschaft auch zwischen einem nach Deutschland eingereisten Muslim mit einer Hauptfrau und mehreren Nebenfrauen.

Eine mit dem Bauch begründete Warnung vor Polygamie kam auch von Christian Haase aus Ostwestfalen:

Ich habe das Gefühl, dass es hier nicht mehr nur um die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geht, sondern sehe die Gefahr, dass damit auch schleichend der Vielehe Tür und Tor geöffnet wird.

Mehrere Abgeordnete – wie die CSU-Politikerin Andrea Lindholz aus Aschaffenburg – verurteilten das volle Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare mit längst widerlegten Argumenten:

Vater und Mutter sind als Bezugspersonen für das Kindeswohl von elementarer Bedeutung.

Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Christoph Bergner schlug dabei extrem unter die Gürtellinie:

Ich bin der Auffassung, dass wir eine Entscheidung, die strikt nach dem Kindeswohl ausgerichtet wird, nicht zu einer Frage der Gleichberechtigung von Homosexuellen oder gar einer Frage der Selbstverwirklichung machen sollten. Das ist keine Frage von Diskriminierung, sondern von Differenzierung.

Dagegen erinnerte Sybille Benning aus Münster daran, dass eingetragene Lebenspartner heterosexuellen Eheleuten rechtlich fast gleichgestellt sind und schon jetzt zusammen mit Kindern leben:

Wenn also in der materiellen Ausgestaltung der bisherigen eingetragenen Lebenspartnerschaft keinerlei Unterschied zur zivilen (!) Ehe mehr besteht, gibt es keinen Grund, diese Beziehung anders zu nennen – auch wenn das für manche zunächst ungewöhnlich klingt.

Für Jan Metzler aus Worms ist die Ehe für alle sogar der "letzte logische Schritt":

Dass dabei in den vergangenen fast 20 Jahren die rechtliche Gleichstellung nach und nach umgesetzt wurde und eine Entwicklung durchlief, halte ich für grundlegend und entscheidend für die heutige Debatte. Denn nur so konnten mit jedem Schritt die Akzeptanz und die Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft und auch in den politischen Parteien mehr und mehr wachsen.

Metzler erinnerte zudem daran, dass der Ehebegriff schon immer flexibel war:

Das Verständnis von Ehe hat sich im Laufe der Zeit stets gewandelt und war beispielsweise im 19. Jahrhundert und sogar bis weit in das 20. völlig anders geprägt, als wir dies heute sehen.

Trotz ihrer Nein-Stimme erkannte auch die Bonner Abgeordnete Claudia Lücking-Michel:

Es wird der besondere Schutz von Ehe und Familie nicht ausgehöhlt, wenn eingetragene Lebenspartner gleiche Rechte erhalten. Es wird deshalb keine Ehe weniger geschlossen und kein Kind weniger geboren.

Der CDU-Politiker Fritz Güntzler aus Göttingen setzte sich mit dem Vorwurf der angeblichen Verfassungsfeindlichkeit der Ehe für alle auseinander:

Das Grundgesetz ist nicht statisch, sondern dynamisch auszulegen. Es atmet also gewissermaßen mit dem gesellschaftlichen Wandel. Am Ende wird das Bundesverfassungsgericht darüber zu entscheiden haben. Ich bin mir aber sicher, dass wir mittlerweile so weit sind, dass unter dem Begriff der Ehe im Sinne des Artikels 6 Absatz 1 Grundgesetz auch gleichgeschlechtliche Paare zu verstehen sind.

Carsten Müller aus Braunschweig konnte sich bei seiner Zustimmung zur Ehe für alle einen Seitenhieb auf Linke und Grüne nicht verkneifen:

Nicht vollkommen außer Betracht lassen möchte ich hierbei, dass auch politische Vermächtnisnehmer der sogenannten seinerzeitigen "Kommune 1" und auch solche Vertreter insbesondere bei Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei nunmehr ihre Begeisterung für das Rechtsinstitut der Ehe entdeckt haben. Bei diesem Weg der Einsicht in zutiefst bürgerliche Werte möchte ich nicht im Wege stehen.

Erkannte die "positive Signalwirkung" der Ehe für alle: Elisabeth Winkelmeier-Becker (Bild: Pressefoto)

Elisabeth Winkelmeier-Becker aus dem Rhein-Sieg-Kreis enthielt sich bei der Abstimmung, erinnerte jedoch an die lange Verfolgung homosexueller Menschen in Deutschland, die noch immer nachwirke:

Erhöhte Selbstmordzahlen bei homosexuellen Jugendlichen sind dafür ein bestürzendes Zeichen. Hier erkenne ich die positive Signalwirkung des heutigen Beschlusses ausdrücklich an und habe mich deshalb entschieden, ihn nicht abzulehnen.

Ein sympathisches Statement kam von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU):

Über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wird seit Jahren gesellschaftlich debattiert, kontrovers und mit beachtlichen Argumenten. Ich möchte, dass diese Debatte nun zu einem versöhnlichen Abschluss kommt. Ich stimme dem Gesetzentwurf zu, weil ich überzeugt bin, dass das so wichtige Institut der Ehe dadurch gestärkt und unser gesellschaftlicher Zusammenhalt gefestigt wird.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe konnte sich nicht zu einer Zustimmung zur Ehe für alle durchringen, hatte jedoch einen überholten "Kompromissvorschlag":

Aus meiner Sicht wäre es daher folgerichtig, auch eingetragene Lebenspartnerschaften in Artikel 6 Grundgesetz unter den besonderen Schutz des Staates zu stellen.

Eine der schwächsten persönlichsten Erklärungen kam von Uda Heller aus Sachsen-Anhalt:

Ich werde bei dieser Abstimmung über den Gesetzentwurf auf Drucksache 18/6665 mit Enthaltung stimmen, weil ich es ablehne, eine Entscheidung über dieses wichtige gesellschaftliche Thema unter Zeitdruck innerhalb weniger Tagen treffen zu müssen.

Mit Sabine Sütterlin-Waack, der neuen Justizministerin von Schleswig-Holstein, widersprach immerhin eine CDU-Abgeordnete dem auch von anderen Fraktionskollegen erhobenen Vorwurf, dass die Debatte so plötzlich und übereilt gekommen sei:

In dieser Legislaturperiode haben wir innerhalb der Fraktionsgremien sowie im Rechtsausschuss ebenfalls eine intensive Diskussion zur "Eheöffnung" geführt.

Ausgerechnet Bundesinnenminister Thomas de Maizière , der im Plenum mit Nein stimmte, gab eine persönliche Erklärung zu Protokoll, die nur halb der Wahrheit entspricht:

Das Gesetzgebungsverfahren weist Mängel auf; es hat keine Anhörung zu diesem Gesetz gegeben. Die Aufsetzung erfolgt nur aus wahlkampftaktischen Gründen.

Fakt ist: Eine (verfassungsrechtlich nicht vorgeschriebene) Sachverständigen-Anhörung zur Ehe für alle fand am 28. September 2015 im Rechtsauschuss des Bundestages statt (queer.de berichtete). Dort wurden die fast gleichlautenden Gesetzentwürfe der Opposition beraten sowie ein Antrag der Linken, einer Entschließung des Bundesrates zur Ehe für alle vom 12. Juni 2015 zu folgen. Den am Freitag im Bundestag verabschiedeten Gesetzentwurf hatte die Länderkammer erst drei Tage vor der Anhörung beschlossen (queer.de berichtete).

Das Schlusswort geben wir Sven Volmering aus NRW, der zwar mit Nein stimmte, sich aber um versöhnliche Worte bemühte:

Ich respektiere die Argumente der Befürworter der "Ehe für alle" und ich werde selbstverständlich den Bundestagsbeschluss anerkennen. Und ja, es freut mich, dass sich nun homosexuelle Menschen, die ich kenne, ihren Traum einer Ehe erfüllen können. Aber ich erwarte ebenfalls den gleichen Respekt für meine Entscheidung.

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#1 SanottheProfil
  • 05.07.2017, 08:42hRhüffel-Ostend
  • Herrn Volmering möchte ich entgegenhalten:

    "Viel war gestern davon zu hören, dass es jetzt darum gehen müsse, dass sich beide Seiten mit Respekt begegnen müssten. Ich kann damit nichts anfangen und wir müssen aufpassen, dass sich hier nicht die Ebenen vermischen: Es gibt die einen, die diskriminieren wollen und die anderen, die diskriminiert werden und natürlich haben die, die diskriminieren wollen nicht den gleichen Respekt verdient."

    Johannes Kram, Nollendorfblog

    www.nollendorfblog.de/?p=7708
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#2 hundeblindAnonym
  • 05.07.2017, 09:15h
  • Nichts gegen Blindenhunde, aber: Die Gleichsetzung von Menschen mit Tieren gehört zum kleinen Verunglimpfungs-Einmaleins des Faschisten.

    Sachsen und Sachsen-Anhalt sind und bleiben offenbar echtes Dunkeldeutschland.
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#3 TierrechtlerAnonym
  • 05.07.2017, 09:20h
  • Antwort auf #2 von hundeblind
  • Ganz so einfach ist es nun doch nicht - tatsächlich IST der Mensch ein Tier:

    "Der Mensch, auch Homo sapiens [...], ist nach der biologischen Systematik ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenprimaten (Haplorrhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae)."

    de.wikipedia.org/wiki/Mensch
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#4 MarcAnonym
  • 05.07.2017, 09:20h
  • Vielen Dank an die Redaktion für die Aufbereitung und den informativen Überblick! Sehr aufschlussreich und interessant.
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#5 Julian SAnonym
  • 05.07.2017, 09:27h
  • "CDU-MdB: Ein Blindenhund kann auch kein Ehepartner sein"

    Wollte der nur noch mal zeigen, dass er des Lesens fähig ist? Oder wieso wiederholt der nur nochmal etwas, wovon im Gesetz eh nicht die Rede ist.

    Oder will der nur mal wieder hetzen, indem er Homosexualität in die Nähe von Sodomie rückt?

    Naja, wie auch immer:
    für die kranke Phantasie dieses Abgeordneten können wir nichts. Das muss der mit sich selbst ausmachen und sich notfalls professionelle Hilfe suchen.
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#6 MatsAnonym
  • 05.07.2017, 09:41h
  • " und wiesen wie Yvonne Magwas aus Sachsen den Vorwurf der Homophobie zurück "

    Da muss ich Frau Magwas leider enttäuschen:
    wenn man Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Rechte vorenthält, die Menschen mit anderer sexueller Orientierung haben, ist das Diskriminierung und damit sehr wohl homophob.

    Heterosexualität ist keine bevorzugte oder höherwertige Orientierung, sondern eine absolut gleichwertige im Spektrum aller Sexualitäten.

    Alles, was nicht volle Gleichstellung ist, ist Diskriminierung und damit homophob. Das ist die Definition des Wortes.

    Man kann auch nicht Schwarze rechtlich schlechterstellen wollen und dann behaupten, das sei aber nicht rassistisch.
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#7 MatsAnonym
  • 05.07.2017, 09:44h
  • Antwort auf #1 von Sanotthe
  • Ja, das versteht die CDU/CSU also unter "Respekt für die andere Seite".

    Aber immer wenn solche Leute von "Respekt für die andere Meinung" sprechen, meinen sie damit immer nur, dass man ihre Hete respektieren müsse. Sie selbst zeigen für andere Positionen niemals Respekt.
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#8 Simon HAnonym
  • 05.07.2017, 09:49h
  • Dass die Gegner der Eheöffnung keinerlei seriöse Argumente haben, zeigt sich wieder mal daran, dass einige immer noch mit dem Scheinargument kommen, dass ja gleichgeschlechtliche Paare "kein Leben weitergeben".

    1.
    Der Mensch ist keine reine Gebärmaschine zum Rassenerhalt. Sondern der Wert des Menschen geht noch von so vielen anderen Dingen aus.

    2.
    Nur weil man Schwule und Lesben diskriminiert, werden die nicht plötzlich hetero und fangen an, wie die Kanickel Kinder zu zeugen.

    3.
    Es gibt auch genug Hetero-Paare, die keine Kinder haben wollen oder nicht bekommen können. Wieso wird denen dann nicht auch die Ehe verwehrt.

    4.
    Es gibt auch genug gleichgeschlechtliche Paare, die Kinder großziehen. Seien es Kinder aus früheren Beziehungen / Fehltritten, durch künstliche Befruchtung / Leihmutterschaft, durch Adoption, etc. Und selbst wenn nicht: siehe oben.
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#9 JasperAnonym
  • 05.07.2017, 10:06h
  • >>> von der SPD-Politikerin Andrea Nahles. Die Arbeitsministerin rang bei ihrer Stimmabgabe mit ihrem katholischen Glauben <<<

    Als Demokrat sollte man aber die Trennung von Staat und Kirche akzeptieren und das tun, was am besten für die Menschen ist und nicht, was irgendeine Sekte einem indoktriniert hat. Man kann doch nicht seinen persönlichen Aberglauben über das Wohl eines ganzen Volkes stellen.

    Okay, sie hat letztlich doch dafür gestimmt. Aber wenn man überhaupt erst mal mit sich ringen muss, ob man die persönliche Religion über das Wohl des Landes stellt oder nicht, ist man meiner Meinung nicht für einen Posten als Parlamentarier und erst recht nicht für ein Ministeramt geeignet.
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#10 LarsAnonym
  • 05.07.2017, 10:08h
  • Eine zwar wertend eingebettete, aber interessante Zusammenstellung von Argumenten, die die historische Entscheidung des Bundestages zur "Ehe für alle" noch einmal plastisch und differenziert darstellt.

    Auf ein paar Punkte und Sorgen, die manche CDU-Abgeordnete im Sinne ihres "C" umtreiben, lohnt es sich, einzugehen.

    - Vorwurf der Verweigerung, einen Beitrag zum Leben zu leisten: Diesen Vorwurf kann man auch Jesus und Paulus und allen zölibatär lebenden Menschen machen. Für Paulus war die Ehe nur die zweite, minderwertige Option für Menschen, die ihre Triebe nicht unter Kontrolle haben.

    - Angst vor Polygamie: Argumentiert man streng katholisch, sind auch Männer, die sich mehrmals verheiraten (und Kinder zeugen) Polygamisten. (entsprechend Frauen, über die komischerweise niemand spricht, Polyandristinnen). Die staatlichen Regelungen zur Ehe, die dies regeln, (Zahlung von Alimenten an Kinder, Unterhaltszahlungen an den Bescheidenen Ehepartner) sind im Kern nichts anderes als eine moderne Variante von Polygamie, d.h., die Zivilehe ist seit langem schon etwas anderes als die sakramentale Ehe im altkatholischen Sinne. Man muss dazu sagen, dass in Gesellschaften, die Polygamie kennen, ein Mann nur soviel Frauen heiraten kann, wie er versorgen kann, weshalb in den islamischen Ländern die Polygamie im städtischen modernen Raum sehr selten ist.

    - Die Ehe legt den Ehepartnern ein hohes und gleiches Maß an gegenseitiger Verantwortung auf. Eine Ehe aufzulösen ist so kompliziert und kostspielig, dass auch unter Heteros die reinen "Spaßehen" eher selten sind.

    - Die Zeit, in der die Ehefrau eine Sache war, die man erwirbt (z..B. in altbiblischen Zeiten) sind auch schon lange vorbei. Auch in dieser Hinsicht ist der traditionelle Ehebegriff längst aufgeweicht - und das ist gut so. Solange man den Ehepartner nicht als eine "Sache" betrachtet, die man als Haushaltshilfe erwirbt, ist die Angst vor Heiraten mit Hunden unbegründet.
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