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Bundestagswahl 2017

Forsa-Umfrage: Ehe für alle ohne Einfluss auf Wahlabsichten

Jeder dritte Bundesbürger ist allerdings der Auffassung, dass sich die Grünen am meisten für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen engagiert haben.


Aufkleber für nichts? Die Ehe für alle wird als Erfolg der Grünen gesehen – doch in Wählerstimmen scheint sich das Engagement bislang nicht auszuzahlen (Bild: Bündnis 90/Die Grünen)

Die Turbulenzen um die Ehe für alle in der vorigen Woche haben die Wahlabsichten der Bundesbürger bislang kaum beeinflusst. Die Union büßt im Wahltrend von "stern" und RTL einen Prozentpunkt ein und kommt auf 39 Prozent. Die SPD liegt unverändert mit 23 Prozent nun 16 Punkte hinter der Union.

Während die Linke bei 9 Prozent bleibt, geben die Grünen im Vergleich zur Vorwoche einen Zähler ab auf jetzt 8 Prozent. Die FDP legt um einen zu auf ebenfalls 8 Prozent. Wie in den Wochen zuvor stagniert die AfD bei 7 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 21 Prozent.

Bei der Kanzlerpräferenz verliert Angela Merkel, die die Ehe für alle zur Gewissensfrage erklärt hatte und gegen sie stimmte, einen weiteren Prozentpunkt, während der Wert von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz unverändert bleibt. Wenn der Kanzler direkt gewählt werden könnte, würden sich 51 Prozent aller Wahlberechtigten für Merkel entscheiden und 22 Prozent für ihren Herausforderer.

82 Prozent sehen wahltaktische Motive bei der Eheöffnung

Nach einer weiteren Forsa-Umfrage im Auftrag des "stern" befürwortet eine Mehrheit von 69 Prozent der Deutschen die am vergangenen Freitag im Bundestag beschlossene Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare.

Befragt, welche Partei sich für die Ehe für alle am stärksten engagiert habe, nennen 32 Prozent die Grünen, 20 Prozent die SPD, 7 Prozent die Linke, 5 Prozent die CDU und 2 Prozent die FDP, die wie die Grünen und die SPD die Einführung der Ehe für alle zur Bedingung für eine Koalition nach der Bundestagswahl machen wollte. 82 Prozent der Bundesbürger unterstellen der Union und der SPD angesichts ihres Umgangs mit dem Thema in der vergangenen Woche vor allem wahltaktische Motive.

Für den Wahltrend befragte das Forsa-Institut vom 26. bis 30. Juni 2.503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten. An der Ehe-Umfrage nahmen 1.002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger teil. Die statistische Fehlertoleranz liegt hier bei 3 Prozentpunkten. (ots/cw)



#1 Carsten 95Anonym
  • 05.07.2017, 10:57h
  • "Jeder dritte Bundesbürger ist allerdings der Auffassung, dass sich die Grünen am meisten für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen engagiert haben."

    Das sehe ich ähnlich. Mit ihrer Klage und ihrem Vorpreschen, das zur Koalitionsbedingung zu machen, haben die Grünen alle anderen Parteien unter Druck gesetzt und die Entwicklung in Gang gesetzt, die letztllich zur Eheöffnung geführt hat. Und auch davor haben die Grünen ja schon seit Jahren dafür gekämpft.
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#2 Maik BraunAnonym
  • 05.07.2017, 11:44h
  • »Wenn der Kanzler direkt gewählt werden könnte, würden sich 51 Prozent aller Wahlberechtigten für Merkel entscheiden und 22 Prozent für ihren Herausforderer.«

    Danke, Angela Merkel.

    Sie sing hut für unser Land, und 51% der Wahlberechtigten sprechen Ihnen das Vertrauen aus.
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#3 BürgernäheAnonym
  • 05.07.2017, 11:57h
  • 21%, die unentschlossen sind oder sich enthalten, das ist zu viel. Dabei gehen wertvolle Stimmen verloren.
    Es wäre schon sinnvoll, wenn der Wahlkampf bürgernäher wäre. Die Parteien sollten sich aktiver für Stimmen einsetzen.

    Wenn ich mir anschaue, was in Deutschland besser werden muss, finde ich, sind die Grünen die Antwort. Die SPD ist mittlerweile ein starker Partner geworden.
    Aber ich kann mir nicht verkneifen zu sagen, dass es nicht zu verstehen ist, weshalb die CDU trotz ihrer schlechten Arbeit und trotz der überwiegenden Ablehnung für die Eheöffnung noch so viele Stimmen haben, laut der Forsa-Umfrage.
    Ich brauche keine Erklärung dafür, ich weiß wie es zusammenhängt.
    Das soll ein Appell an die Bürger sein.

    Mein Gott: da leistet die Opposition tolle Arbeit, aber Stimmen erhalten sie nicht genug - das darf mich schon mal wundern.
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#4 JuNiAnonym
  • 05.07.2017, 12:09h
  • Das ist ja auch so. Auch in den Jahren zuvor waren die Grünen die einzige Partei, die -bis auf ein paar Ausnahmen- sich immer für unsere Belange eingesetzt und diese voran gebracht haben!
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#5 WindheimerAnonym
  • 05.07.2017, 12:24h
  • Antwort auf #3 von Bürgernähe
  • Liegt halt an der Wählerstruktur....immer blind folgen, auch wenn das ein oder andere nicht passt....und gute Sachen der anderen werden als Eintagsfliege weggefegt....und die Wähler von Spd...grüne...sind genau umgekehrt...zu kritisch
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#6 MarcAnonym
  • 05.07.2017, 12:37h
  • Ich bin völlig ratlos, was eine Mehrheit der Deutschen an dieser völlig konzeptlosen Pfarrerstochter findet, die sich einfach nur re-agierend vom Weltgeschehen treiben lässt und deren einziger Grundsatz der Machterhalt ist.

    "Gut für Deutschland" (wie hier jemand schrieb) wäre jemand, der etwas für die Schwachen tut, auch wirklich etwas für den Umweltschutz (sie liefert nur Show und heiße Luft und verfehlt krachend sämtliche selbst gesetzten Ziele) und der eine wenigstens mittelfristige Strategie für dieses Land hat. Merkel profitiert von der günstigen Wirtschaftslage, für die sie selbst nichts getan hat, und hofft ansonsten, dass die Türkei nicht wieder die Grenzen für Flüchtlinge aufmacht. Denn wie beim ersten Mal hätte sie auch diesmal keine Idee, wie sie und ihr unfähiger Innenminister das handeln sollten. Von ihrer desaströsen Minderheitenpolitik, die nur den Homophoben und Nationalisten Vorschub leistet, ganz zu schweigen.

    Das mit der "Gewissensentscheidung" hat sie nur ins Spiel gebracht, weil sie wusste, dass eine solche Abstimmung im nächsten Bundestag angesichts ihrer guten Unfragewerte und denen der AfD keinerlei Aussicht auf Erfolg gehabt hätte. Dann hätte sie sich als halbwegs moderat präsentieren und trotzdem sicher sein können, dass die Ehe für alle nicht kommt. Vergessen hatte sie dabei aber den fertigen Gesetzentwurf aus Rheinland-Pfalz, mit dem SPD und Grüne ihr ratzfatz noch ein Ei gelegt haben. Jetzt so zu tun, als hätte sie bewusst irgendwas für die Ehe für alle getan, ist Geschichtsklitterung.
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#7 War nicht schlimmAnonym
  • 05.07.2017, 14:45h
  • Also, kein Einfluß! Der befürchtete Weltuntergang, oder zumindest der des Abendlandes ist auch ausgeblieben.
    Vielleicht liegen Erika Steinbach, Norbert Geis, Singhammer, Petzhold, Kauder, Hasselfeldt, de Maizière, von Beverfoerde, Kuby, Kelle, Vaatz und einige mehr irgendwo zusammen mit der AfD in Schnappatmungsanfällen. Die erholen sich schon wieder! Gewissensentscheidungen dürfen nur so ausfallen wie die Union sich die wünscht. Wo kommen wir denn hin, wenn die mit ihrem Gewissen nicht so stimmen, wie die rückwärtsgewandten Politiker/innen das wollen. Dennoch Hochachtung vor den Union-lern, die den Mut hatten, für die Gleichstellung zu stimmen.
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#8 Simon HAnonym
  • 05.07.2017, 16:45h
  • Antwort auf #7 von War nicht schlimm
  • "Dennoch Hochachtung vor den Union-lern, die den Mut hatten, für die Gleichstellung zu stimmen."

    Aber dieselben haben noch 1 Stunde früher (um 8 Uhr) brav dem Rest der Fraktion gefolgt und gegen die Änderung der Tagesordnung gestimmt, wonach es dann gar nicht erst zur Abstimmung um die Eheöffnung gekommen wäre.

    Deshalb nicht zu viel Lob für diese Leute aus der Union, die im Zweifel brav Angela Merkel folgen.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 05.07.2017, 18:39h
  • Antwort auf #6 von Marc
  • "Ich bin völlig ratlos, was eine Mehrheit der Deutschen an dieser völlig konzeptlosen Pfarrerstochter findet, die sich einfach nur re-agierend vom Weltgeschehen treiben lässt und deren einziger Grundsatz der Machterhalt ist. "

    Exakt meine Meinung.

    Gegen diese weltfremde gewissenlose Gewissensakrobatin aus Pfarrhaus und Physiklabor war ja selbst der Historiker Kohl ein historischer Visionär.

    Vom Antifaschisten Brandt gar nicht zu reden...
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#10 Simon HAnonym
  • 06.07.2017, 10:50h
  • Antwort auf #9 von goddamn liberal
  • Die Masche von Angela Merkel ist es, immer schön schwammig zu bleiben. Wer niemals klar Position bezieht, kann es sich auch mit niemandem verscherzen.

    Das beste Beispiel ist die Eheöffnung: sie gibt die Abstimmung frei (was sie laut Grundgesetz eh sein muss), damit die libealen Leute denken, die Union würde sich wandeln und man müsse sie auf diesem Weg unterstützen. Aber gleichzeitig stimmt sie selbst dagegen, um auch konservative Wähler nicht zu verschrecken, die dann meinen, man müsse sie unterstützen, um diesen Weg der Diskriminierung zu stärken.

    Am Ende denkt jeder, eine Stimme für Angela Merkel würde seiner eigenen Meinung zur Durchsetzung verhelfen.

    Diese seit Jahren gleiche Taktik von Angela Merkel mag demokratiegefährdend sein, aber noch viel schlimmer ist, dass tatsächlich so viele Wähler darauf reinfallen. Wenn so viele Wähler offenbar zu dumm sind, diese relativ simple Taktik zu durchschauen, ist das genauso demokratiegefährdend. Denn es zeigt, dass man gar keine Inhalte braucht, sondern mit der richtigen Taktik auch ohne Inhalte politischen Erfolg hat.
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