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Brutaler Übergriff am Hauptbahnhof

München: Homo-Hasser attackieren Schwulen am helllichten Tag

Am belebten Münchner Hauptbahnhof attackierten zwei Männer einen Schwulen und brachen ihm die Nase.


Das Gewaltopfer beklagte, dass ihm kein Passant zur Hilfe gekommen sei (Bild: Süleyman Argun / flickr)

Ein 29-jähriger Schwuler ist am Sonntagmittag am Hauptbahnhof von München von homophoben Schlägern attackiert und verletzt worden. Shahin Shah erklärte in der Zeitung "tz", er habe deswegen eine Anzeige bei der Polizei gestellt.

Der Vorfall ereignete sich laut dem 29-Jährigen zwischen 12.30 Uhr und 13.00 Uhr, wie das Gewaltopfer auf Facebook mitteilte. Demnach sei er vor der Postbank-Filiale von zwei Unbekannten zwischen 30 und 40 Jahren als "Scheißschwuchtel" beschimpft worden. Als er die Männer zur Rede stellen wollte, hätten sie auf ihn eingeprügelt. Er sei die Treppe heruntergefallen und am Boden liegend mit Füßen getreten worden. Ihm sei dabei unter anderem die Nase gebrochen worden.

Die mutmaßlichen Täter seien dann zur U-Bahn geflüchtet. Der 29-Jährige habe einen der Männer noch am T-Shirt festhalten können, dieser habe sich aber befreit. Das Gewaltopfer beklagte, dass ihm keiner der Passanten zur Hilfe gekommen sei.

Hey liebe Münchner Gay, Straight and others.Ich wurde am Sonntag Nachmittag zwischen 12:30 Uhr und 13:00 Uhr am Mü…

Posted by Shahin Shah on Dienstag, 4. Juli 2017
Facebook / Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum Sub e.V.

Bereits im Mai sorgte ein Übergriff von Homo-Hassern in München für Schlagzeilen: Mitten im Szeneviertel wurde ein Schwuler von drei Männern angegriffen und schwer am Auge verletzt (queer.de berichtete). (cw)



#1 SanottheProfil
  • 05.07.2017, 16:00hRhüffel-Ostend
  • Wie war das doch gleich? Seit dem 30.6. gibt es keine Diskriminierung und keine Schwulenfeindlichkeit mehr?

    Und deshalb könne sich die Community ja jetzt genauso gut auflösen?

    Mir bleibt das zynische Lachen im Halse stecken.
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#2 Simon HAnonym
  • 05.07.2017, 16:24h
  • Zunächst mal gute Besserung dem Opfer.

    Und ich hoffe, dass er sich davon nicht einschüchtern lässt.

    Außerdem hoffe ich, dass die Täter bald geschnappt werden und hart bestraft werden.

    Und das zeigt auch wieder eines:
    die Eheöffnung darf noch lange nicht das Ende sein. Es war ein wichtiger Schritt, aber es liegt weiterhin ein langer Weg vor uns, auf dem weitere Maßnahmen dringend folgen müssen.
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#3 hoff nungAnonym
  • 05.07.2017, 21:31h
  • Antwort auf #1 von Sanotthe
  • Etwas Zeit sollte man der Bevölkerung schon geben, es ist doch erst eine Woche vergangen. Nicht alle im Land sind bereits über Bundestagsentscheidung vom 30.06. informiert. Also einfach noch etwas abwarten.
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#4 herve64Profil
  • 05.07.2017, 21:43hMünchen
  • Antwort auf #1 von Sanotthe
  • Hat irgend jemand wirklich allen Ernstes geglaubt, mit der Öffnung der Ehe ist jetzt alles Friede-Freude-Eierkuchen? Also, wer das geglaubt hat, ist einfach naiv.

    Existiert in den USA weniger Diskriminierung von Afro-Amerikanern, nur weil ein Barack Obama mal Präsident war? Mitnichten. Ganz im Gegenteil hat der Rassismus zugenommen.

    Ist Berlin schwulenfreundlicher, weil es einen schwulen regierenden Bürgermeister namens Klaus Wowereit hatte? Ebenfalls mitnichten. Auch da hat die Homophobie zugenommen.

    Was lehrt uns das? Es reicht einfach nicht, nur einen Schritt in die Richtige Richtung "Fortschritt" zu machen, man muss diesen auch absichern.
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#5 queergayProfil
  • 05.07.2017, 22:48hNürnberg
  • LGBTI-Rechte müssen immer wieder neu bestätigt und errungen werden.
    Der böse Gegner kann überall lauern. Schon Heraklit meinte: Der Krieg ist der Vater aller Dinge. Und Thorwald Dethlefsen, Dipl. -Psychologe & Autor, sagte einmal, das dies die Grundsituation
    des Menschen ist - außer man setzt eine Schönfärbe-Brille auf um sich etwas vorzumachen.
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#6 JadugharProfil
  • 06.07.2017, 07:45hHamburg
  • Antwort auf #3 von hoff nung
  • Die Information, daß Homosexuelle heiraten dürfen, wird den Homophoben schnuppe sein. Sie werden jetzt erst recht dagegen ankämpfen und viele Homosexuelle insbesondere Schwule attackieren. Man kann nur dem entgegenwirken, wenn bei Homophobie in jeder Form Höchststrafen eingeführt werden, bzw. Zwangstherapien in milderen Fällen. Da kann man nicht wieder Jahrzehnte oder Jahrhunderte warten.
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#7 wiking77
  • 06.07.2017, 09:14h
  • ...vielleicht war es auch ein Streit und "Landsleuten". Bzw. fanden seine Landsleute, dass gay zu sein nicht mit der Kultur aus der ursprünglichen Heimat kompatibel ist.

    Wie auch immer, von Herzen alles Gute dem Opfer Shahin und ja, ich hätte im Rahmen meiner Möglichkeiten ihm geholfen.
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#8 PeerAnonym
  • 06.07.2017, 09:17h
  • Antwort auf #2 von Simon H
  • Ja, volle rechtliche Gleichstellung ist die Voraussetzung dafür, dass sich auch gesellschaftlich etwas ändern kann.

    Deshalb müssen die nächsten Schritte sein:

    - Reform des AGG (es kann nicht sein, dass ein Gesetz, das Diskriminierung verhindern soll, Kirchen explizit Diskriminierung erlaubt)

    - Reform des Transsexuellen-Gesetzes (auch das ist längst überfällig)

    - Art. 3 GG (auch daran muss weiter gearbeitet werden)

    - Verbot von Konversions-"Therapien" (da geht es schließlich um Menschenleben)

    - statistische Erfassung von Hassverbrechen, damit man überhaupt mal weiß, wie groß das Problem ist, wo es sich häuft, ob es feste Täterstrukturen gibt, etc. Denn nur mit diesem Wissen kann man dann Gegenmaßnahmen ergreifen

    Und neben diesen gesetzlichen Maßnahmen muss es dann auch noch einiges geben, das direkt und unmittelbar die Gesellschaft betrifft:

    - nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie

    - mehr Aufklärung an Schulen (ist zwar Ländersache, muss jetzt aber auch forciert werden)
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#9 Simon HAnonym
  • 06.07.2017, 09:57h
  • Antwort auf #8 von Peer
  • Ich würde sogar den Parteien, die die Eheöffnung zur Koalitionsbedingung machen wollten (was sich ja jetzt erledigt hat) empfehlen, zumindest die wichtigsten dieser Punkte jetzt zur Koalitionsbedingung zu machen.

    Denn man hat ja gesehen, dass sich durchaus bei allen Parteien etwas bewegen kann und auch sehr schnelle reale Verbesserungen möglich sind, wenn man hartnäckig genug ist und Dinge zur nicht verhandelbaren roten Linie erklärt.

    Und nicht zuletzt ist sowas natürlich auch eine gute Maßnahme, sich die Stimmen der LGBTIs zu sichern.

    Und sind wir ehrlich: die Eheöffnung traf doch auf den größten Widerstand. Ich bin mir sicher, dass man die weiteren nötigen Schritte viel leichter und schneller umsetzen kann, wenn man nur darauf besteht.

    Da werden wir jetzt sehr genau beobachten, welche Parteien welche Dinge fordern oder gar zur Koalitionsbedingung machen.
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#10 Homonklin44Profil
  • 06.07.2017, 09:59hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von queergay
  • Das ist ein Grundproblem der Menschen. Dass viele die Schönfärbe-Brille so verinnerlicht tragen, dass sie zwischen rosa Blasen und dunklen Wolken hin und her eiern.
    Sich etwas vor machen ist groß in Mode. in LGBTIQ-Kreisen macht man sich am liebsten vor, Toleranz und Respekt würde flächendeckend gelebt und steigere die Freiheit oder Sicherheit gesellschaftsweit.

    Warum hier niemand geholfen hat, weiß ich nicht. Ob es an Fremdsprachen lag oder die Leute dachten, da rangeln sich "Landsleute" um irgendwas zu klären. Ich denke nur immer, heute hat doch bald jeder so ein Smartphone-Daddelding dabei und hätte die Polizei rufen können. Dass Realvorgänge aber so schnell verlaufen, dass die nicht rechtzeitig eintreffen, ist auch klar. Die Beherztheit, in einen laufenden Streit einzugreifen, hat aber nicht jeder Mensch, oder genug Skills, um wen zu schützen.
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