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Homophobie

Hundevergleich: Scharfe Kritik an Ulrich Petzold

Ein homophober Vergleich schlägt hohe Wellen: Die Rufe nach einer Entschuldigung des CDU-Politikers Ulrich Petzold werden lauter.


Ulrich Petzold hat bei der letzten Bundestagswahl seinen Wahlkreis Dessau – Wittenberg mit über 20 Prozent Vorsprung gewonnen (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die persönliche Erklärung des CDU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Petzold über die Ehe für alle hat zu heftigen Reaktionen geführt. Wie queer.de am Mittwoch als erstes Medium berichtete, hatte der Politiker aus dem sachsen-anhaltinischen Wittenberg in seiner zur Protokoll gegebenen Erklärung die gleichgeschlechtliche Ehe zum einem mit einer "Beistandsgemeinschaft" aus einem Blinden und seinem Assistenzhund verglichen, zum anderen mit "einem nach Deutschland eingereisten Muslim mit einer Hauptfrau und mehreren Nebenfrauen".

Aus Oppositionsparteien folgte scharfe Kritik. So schrieb der Hamburger SPD-Bundestagabgeordnete Johannes Kahrs resigniert in sozialen Netzwerken: "Tja, halt CDU! mich wundert bei denen nix mehr!" Der sachsen-anhaltinische SPD-Bundestagskandidat Stefan Maria Stader‏, der in Petzolds Wahlkreis Dessau-Wittenberg als Direktkandidat antritt, erklärte auf Twitter: "Die Äußerungen von Herrn Petzold sind unglaublich und entsprechen nicht meinem christlichen Menschenbild! Respekt vor jeder Biografie!"

Twitter / StaderWK70SPD

In Petzolds Heimatbundesland kritisierte auch die Linke die Aussagen scharf: Eva von Angern, die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Magdeburger Landtag, bezeichnete den Vergleich als "zutiefst entwürdigend und geschmacklos." Mit Blick auf Petzolds Vergleich zwischen der Ehe für homosexuelle Paare und muslimischen Vielehen werde versucht, "rassistische mit homophoben Ressentiments zu verknüpfen". Damit bewege sich Petzold argumentativ auf einer Linie mit dem AfD-Rechtsaußen Alexander Gauland, der sich ähnlich abwertend äußere.

"Eines Christen nicht würdig"

Auch Blogger zeigten sich über Petzolds Äußerungen empört. Das "Brights Blog" bezeichnete die Aussage auf Twitter "geistig minderbemittelt". Blogger Stefan Krabbes forderte auf seiner "Seite für Politik" eine Entschuldigung des CDU-Abgeordneten. Er habe kein Verständnis für die homophobe Argumentationsweise: "Das, was Sie schreiben, ist menschenverachtend und verletzend und eines Christen in keiner Weise würdig." Er empfahl Petzold: "Haben Sie Respekt vor der Einzigartigkeit von Menschen."

Kritik kommt auch von HIV-Aktivisten. Sven Warminsky, der Landesgeschäftsführer der Aids-Hilfe Sachsen-Anhalt, erklärte in einer Pressemitteilung, er akzeptiere zwar, dass man bei dem Thema Ehe-Öffnung unterschiedlicher Auffassung sein könne. "Was ich allerdings nicht respektieren muss, ist, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold aus der Lutherstadt Wittenberg die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit Beziehungen zu einem Blindenhund gleichsetzt", so Warminsky. "Wir sind völlig fassungslos über diese Gleichsetzung und erwarten, genau wie der Lesben- und Schwulenpolitische Runde Tisch Sachsen-Anhalt, eine öffentliche Entschuldigung von Herrn Petzold."

Petzold war von 1990 bis 1998 und ist erneut seit 2002 als Abgeordneter im Bundestag vertreten. Bei der Wahl im September wird der 65-Jährige aus Altersgründen nicht erneut kandidieren.

Ehe für alle Thema im Bundesrat

Das Gesetz zur Öffnung der Ehe selbst wird derweil am Freitag Thema im Bundesrat, in der letzten Sitzung vor der Sommerpause. Da es sich um ein Einspruchsgesetz handelt, muss die Länderkammer ihm nicht zustimmen sondern könnte es lediglich verhindern, indem sie den Vermittlungsausschuss anruft. Für einen entsprechenden Antrag müsste aber eine Mehrheit der Länder stimmen – derzeit hat Bayern als einziges Land eine Unions-Alleinregierung, die sich gegen die Ehe-Öffnung ausspricht.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg ruft für Freitagmorgen zu einer Kundgebung vor dem Bundesratsgebäude auf. (dk)

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#1 SelbstSchuldAnonym
  • 06.07.2017, 15:09h
  • Das ist wie bei einem Bumerang: man wirft was in die Luft und dann kommt es wieder zurück. Der einzige Schaden hat derjenige, der willkürlich Blödsinn äußert. Auch das kommt wieder zurück. Nur in diesem Fall zum Quadrat.
    Selber schuld.
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#2 MatsAnonym
  • 06.07.2017, 15:10h
  • Wer solche Aussagen tätigt, zeigt welch Geistes Kind er ist. Solche Aussagen können nur von einem homophoben Fanatiker kommen.

    Selbst wenn der sich entschuldigen würde, wäre das keinen Pfifferling wert, weil jedem klar ist, dass das nur aufgrund von medialem und politischem Druck passiert, aber nicht ernst gemeint ist.
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#3 SebiAnonym
  • 06.07.2017, 15:22h
  • "Eines Christen nicht würdig"

    Hass und Hetze sind keines Menschen würdig.

    Aber manche Menschen zeigen halt immer wieder, dass sie kein Fünkchen Menschlichkeit in sich tragen.
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#4 Tommy0607Profil
  • 06.07.2017, 17:51hEtzbach
  • Solche Aussagen sind nicht nur Christlich unwürdig , sondern auch Menschlich unwürdig . Und ein Mensch der so denkt und es ausspricht , darf sich nicht Christ nennen . Leider gibt es auch in diesen Christlichen Parteien , die sowas denken: Das sind dann die " falschen " ; Und die auch eine Menschlichkeit sowie Christlichkeit nicht verstehen . Persönlich sind " Solche Menschen " für mich ein Nichts !
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#5 orchidellaProfil
  • 06.07.2017, 18:15hPaderborn
  • Gelernter Ossi, Jg. 1951, vermutlich bis zur Wende streng linientreu, da darf man nicht allzuviel Einsichtsfähigkeit erwarten...
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#6 Stefan84Anonym
  • 06.07.2017, 18:17h
  • Die Aussagen sind typisch für eine Christen. Eine Religion die für nichts als Hass und Unterdrückung steht
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#7 easykeyProfil
  • 06.07.2017, 18:42hLudwigsburg
  • Abgeordneter im Bundestag = gewählter Volksvertreter
    SOLCHE Leute haben in einem Gremium wie dem Bundestag NICHTS zu suchen!
    Wann wird dieses dumme Volk endlich mal wach und geht spontan vor deren Haustür demonstrieren und setzt damit ein Zeichen nach dem anderen, dass so etwas einfach nicht geht. Diese Brandstifter, egal welcher Partei angehörend, gehören aus öffentlichen Ämtern gejagt!
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#8 MarekAnonym
  • 07.07.2017, 09:37h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • Und nicht nur kein Fünkchen Menschlichkeit, sondern auch kein Fünkchen Anstand und Kinderstube. Wenn solche Menschen nicht ihren Willen bekommen, werden sie immer gleich ausfallend.
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#9 Homonklin44Profil
  • 07.07.2017, 12:59hTauroa Point
  • "" Bei der Wahl im September wird der 65-Jährige aus Altersgründen nicht erneut kandidieren.""

    Hätte sich vielleicht überlegen sollen, ob er aus Altersgründen keine Reden mehr abliefert, der Herr Petzold. Immerhin liegt ein alter Hund auch lieber am Ofen, als allzuviel noch zu verbellen.
    Und auch wenn er nun nach einer Rüge seiner Frauchen und Herrchen brav Sitz machen sollte - es wirkt erdrängt.

    Christen ... na ja, lassen wir das. Man kennt deren Auslassungen von der Pike auf. Die brauchen grade was von Würde reden, die sie in Qualitätsklassen teilen und selektiv verdammen.

    Das menschliche Menschenbild gilt für alle.
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