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Entgleisung in der Spielzeugfabrik

Ein weiterer CDU-Abgeordneter vergleicht Homosexuelle mit Tieren

"Und dann gibt es auch noch die, die sagen, dass sie Tiere lieben", kommentierte Josef Rief die Ehe für alle bei einer Werksbesichtigung in Aichstetten – der Bürgermeister, ein Parteifreund, intervenierte.


Der Schweinezüchter Josef Rief ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags. Im Wahlkreis Biberach gewann er zweimal das Direktmandat für die CDU (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Bei einem Besuch des Spielzeugherstellers Jamara in Aichstetten löste der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Rief (CDU) am Mittwoch einen Eklat aus. Laut einem Bericht der "Schwäbischen Zeitung" wurde der 57-Jährige bei einer Gesprächsrunde im Konferenzraum des Unternehmens auf seine Haltung zur Ehe für alle angesprochen.

"Das ist eine Gewissensentscheidung", erklärte Rief zunächst, der wie drei Viertel seiner Fraktion mit Nein gestimmt hatte. Dann meinte er, dass in Berlin schon über Partnerschaften mit mehr als zwei Personen diskutiert werde, und ergänzte: "Und dann gibt es auch noch die, die sagen, dass sie Tiere lieben."

CDU-Bürgermeister stellte Rief zur Rede

Laut "Schwäbischer Zeitung" wurde es daraufhin laut im Konferenzsaal: "Teilnehmer interpretierten das als direkten Vergleich zwischen Homosexualität und dem sexuellen Missbrauch von Tieren", heißt es im Bericht des Regionalblatts. "Das ist nicht zu ertragen. Nehmen Sie das bitte zurück!", empörte sich auch der Aichstetter Bürgermeister Dietmar Lohmiller, der ebenso wie Rief Mitglied der CDU ist. Der Vergleich des Abgeordneten sei "unanständig".

Josef Rief erklärte schließlich, er habe es nicht so gemeint; Debatten über Polygamie gebe es in Berlin aber tatsächlich schon. "Die dicke Luft zwischen dem Bundestagsabgeordneten und dem Bürgermeister verzog sich (…) bis zu Riefs Abreise nicht", schreibt die "Schwäbische Zeitung".

Der Bundestagsabgeordnete, der einen Schweinezuchtbetrieb in Kirchberg an der Iller betreibt, pflegt enge Kontakte zu Homo-Hassern. Im vergangenen Jahr lud er den "Demo für alle"-Redner Manfred Spieker, der Homosexualität als "generationenblind", "lebensfeindlich" und "Unsittlichkeit" bezeichnet hatte, sowie Birgit Kelle zu einem Vortrag in den Deutschen Bundestag ein (queer.de berichtete).

Erst am Mittwoch war durch einen Bericht von queer.de bekannt geworden, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold die gleichgeschlechtliche Ehe in einer persönlichen Erklärung mit einer "Beistandsgemeinschaft" aus einem Blinden und seinem Assistenzhund verglichen hatte. (cw)

 Update  07.07.: Rief "bereut" seine Äußerung

Der Bundestagsabgeordnete Josef Rief hat sich gegenüber der "Schwäbischen Zeitung" für seinen Vergleich entschuldigt. "Meine Aussage hat zu Missverständnissen geführt. Das bereue ich", zitiert das Regionalblatt den CDU-Politiker in einer am Freitag veröffentlichen Ergänzung.

Einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Sodomie gebe es nicht, stellte Rief klar. "Dieser Vergleich geht gar nicht, und den habe ich auch gar nicht so beabsichtigt," Er habe nie den Eindruck erwecken wollen, dass homosexuelle Menschen in irgendeiner Form schlechter seien. "Wenn ich damit jemanden verletzt haben sollte, tut mir das leid." (cw)



#1 GevatterAnonym
#2 MarcAnonym
  • 06.07.2017, 17:55h
  • Da hatte der Schweinebaron bestimmt gedacht, er sei unter Gleichgesinnten und könnte wie beim Diskriminierungskaffeeklatsch mit Birgit Kelle mal so richtig schön und unwidersprochen auf unterster Schiene vom Leder ziehen - da muss er feststellen, dass selbst in seiner Heimat doch nicht jeder jeden homophoben Kalauer zum Schenkelklopfen findet. So kann's gehen im Jahr 2017.

    Aber natürlich war das alles nicht so gemeint und er wurde falsch verstanden und seine Äußerung aus dem Zusammenhang gerissen und wer ihm Homophobie unterstellt, der ist böswillig, denn er hat doch selbst ganz viele schwule Freunde blablabla laberlabersülz...

    Hoffentlich sorgen die Wähler dafür, dass er sich nach dem 24.9. wieder voll und ganz der Massentierhaltung widmen kann!
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 Paulus46Anonym
  • 06.07.2017, 18:11h
  • Da wird sich Josef Rief (CDU) aber sicherlich bei Peter Tauber, Peter Altmaier, Ursula von der Leyen, Maria Böhmer und weiteren 70 CDU-Bundestagsabgeordneten sehr sehr unbeliebt gemacht haben; gleiches gilt für Ulrich Petzold. Petzold und Rief sollten besser die CDU verlassen und zur AfD gehen, dort finden sie eher Zustimmung.
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#5 johannbAnonym
#6 Andreas VAnonym
  • 06.07.2017, 18:49h
  • Antwort auf #4 von Paulus46
  • Warum sollten sie die Partei wechseln? In der CDU kann man immer noch herrlich homophob, rassistisch und frauenfeindlich sein. Nur, weil es eine Minderheit nicht ist, wird sich die Mehrheit dort nicht so schnell ändern.

    Vielleicht solltest du eher deinen pathologisch wirkenden Drang aufgeben, die homophobe CDU in Schutz zu nehmen und dich lieber einer Partei widmen, aus der solche menschenverachtenden Hetzer für diese Aussagen sofort hochkant rausgeflogen wären.
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#7 BabewynAnonym
  • 06.07.2017, 18:50h
  • Liebt der Herr Abgeordnete denn keine Tiere!?

    Eine künftige Gesetzesöffnung in Richtung anderer Spezies ist nicht zu erwarten. Dies gilt auch hinsichtlich unbelebter Gegenstände.

    Der Vorteil einer Erweiterung der "gesetzlichen Partnerschaft" anstatt der weiteren Institutionalisierung der "Ehe", wäre natürlich gewesen, dass die Partnerschaft in Richtung Legalisierung von Lebensgemeinschaften von mehr als 2 Erwachsenen hätte sinnvoll ausgebaut werden können, ohne religiöse Sakramente zu beschwören. Da hat Herr Josef Rief recht, und denkt somit konsequenter als manch eine LGBTIQ*-Aktivist*in. Chile geht hier mit gutem Beispiel voran.

    Meine Stimme hatte ein solches Partnerschaftsgesetz!

    LG,

    Babewyn

    ps. "Laut eines Berichts [sic] der 'Schwäbischen Zeitung' ... "
    -
    Schweinezüchter ist kein un-ehrenwerter Beruf. Wollen wir mal die Klassenressentiments außen vor lassen.
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#8 SebiAnonym
  • 06.07.2017, 19:07h
  • Auch wenn ein knappes Viertel der Union für die Eheöffnung gestimmt hat, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Rest der Partei homophob, reaktionär und menschenverachtend ist.
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#9 ollinaieProfil
  • 06.07.2017, 19:14hSeligenstadt
  • Antwort auf #7 von Babewyn
  • "Schweinezüchter ist kein un-ehrenwerter Beruf. "

    In wieweit es besonders Ehrenvoll ist, empfindungsfähige Lebewesen unter fragwürdigen Bedinungen zu vermehren, mit dem Ziel diese zwecks Gewinnmaximierung in kürzestmöglicher Zeit zu Töten, bleibt an anderer Stelle zu diskutieren.
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#10 HartAnonym
  • 06.07.2017, 19:17h
  • Die CDU erinnert mich immer mehr an die AfDler. Wer ihnen eine Stimme gibt, schadet nur noch sich selbst.
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