Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?29224

Fußball

Brasilien: Drittligist feuert vier Spieler wegen "Homo-Sex"

Ein zehnsekündiges Video mit sexuellen Andeutungen wurde vier Fußballern eines brasilianischen Teams zum Verhängnis.


Auf dem Feld dürfen sich Fußballer herzen, aber nach Ansicht des Sport Club Gaúcho nicht unter der Dusche (Bild: Jayel Aheram / flickr)

Der Sport Club Gaúcho aus der südbrasilianischen Stadt Passo Fundo hat lokalen Medien zufolge vier Profis mit sofortiger Wirkung aus ihrem Vertrag entlassen, weil am vergangenen Freitag ein "schwules" Video online aufgetaucht ist. Das Video hat sich innerhalb weniger Tage in Brasilien viral verbreitet – und ist laut Gilmar Rossmo, dem Präsidenten des in der "Campeonato Gaúcho Série B" (Dritte Liga) spielenden Vereins, "ekelerregend".

Der mit einer Handykamera aufgenommene Kurzfilm ist ganze zehn Sekunden lang. Das Video zeigt, wie einer der Fußballer kniend – und lachend – die nicht erigierten Penisse von zwei unter der Dusche stehenden Kollegen reibt – im Hintergrund hört man lautes Gelächter des vierten Spielers, der die Szene aufnimmt. Das Video war offensichtlich nicht als ernstzunehmendes Sex-Video gefilmt worden.

Club-Präsident: "Sie hatten einfach Sex"


Ausschnitt aus dem Video

Laut Rossmo ist das Video ein Grund für eine Entlassung, weil die Szene in Räumlichkeiten des Fußballclubs entstanden sei – nicht, weil er Homosexuelle diskriminieren wolle, behauptete der Funktionär. Schließlich habe der Verein auch einen schwul-lesbischen Fanclub und engagiere sich gegen Homosexuellenfeindlichkeit.

Gegenüber "UOL Esporte" machte er aus der offenbar aus Spaß gedrehten Szene trotzdem schwulen Sex: "Soweit ich weiß, sind die drei nicht schwul, sie hatten einfach Sex." Einige Medien sprachen von einem Skandal um einen schwulen Orgien-Porno-Dreh und zeigten eine verpixelte Version des Videos, die weniger deutlich als Spaß zu erkennen war.

Bei LGBTI-Rechten gilt Brasilien zwar als recht fortschrittlich – so ist Homosexualität bereits seit 1830 legal, seit 2004 gibt es Lebenspartnerschaften und 2013 wurde die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Allerdings ist die Akzeptanz gering: Seit Jahren gibt es etwa Berichte über eine anhaltend hohe Hasskriminalität gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Alle 28 Stunden werde laut der LGBTI-Organisation Grupo Gay da Bahia im Land statistisch ein Mensch wegen seiner sexuellen Orientierung oder Identität ermordet. Anfang des Jahres sorgte eine Frau für weltweite Schlagzeilen, weil sie ihren 17-jährigen Sohn wegen seiner Homosexualität umgebracht hatte (queer.de berichtete). (cw)



#1 SebiAnonym
  • 07.07.2017, 15:19h
  • Der Drittligist verhält sich auch drittklassig.

    Es sollte völlig egal sein, mit wem die Spieler in ihrer Freizeit Sex haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 onesecondAnonym
  • 07.07.2017, 15:30h
  • Ich hoffe doch sehr, dass die dagegen klagen? Selbst wenn sie einvernehmlichen Sex unter der Dusche gehabt haetten, was waere daran so schlimm gewesen? Fuer den harmlosen Scherz gefeuert zu werden, ist einfach nur verrueckt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 DrakeAnonym
  • 07.07.2017, 20:40h
  • In meinen Augen sollte es nicht relevent sein, ob der President das Video "ekelerregend" findet, um sie zu entlassen. Ich frage mich selbst, ob er dasselbe gesagt und gemacht hätte, wenn einer von diesen drei Männern mit 2 oder 3 sehr hübsche Frauen in Räumlichkeiten des Fußballclubs etwas getan hätte. Könnte mir jd bitte sagen, ob die drei Fußballspieler selbst das Video im Internet hochgeladen haben oder ob es eine andere Person ohne ihr Erlaubnis getan hat. Danke! :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 seb1983
  • 07.07.2017, 21:24h
  • Brasilien ist ein Beispiel dafür dass das Dogma "rechtliche Gleichstellung führt automatisch zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz" eben auch nichts wert ist sondern beides zwei Paar Schuhe sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Homonklin44Profil
  • 08.07.2017, 08:49hTauroa Point
  • Eine homophobe Entscheidung als "keinen Spaß verstehen" umzuinterpretieren, ist dann auch nichts anderes als eine homophobe Entscheidung.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 daVinci6667
#7 TheDadProfil
  • 08.07.2017, 21:02hHannover
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • ""Brasilien ist ein Beispiel dafür dass das Dogma "rechtliche Gleichstellung führt automatisch zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz" eben auch nichts wert ist sondern beides zwei Paar Schuhe sind.""..

    Dieses Dogma gibt es auch nicht..
    Dafür aber ein anderes :
    Ohne rechtliche Gleichstellung wird es auch keine gesellschaftliche Akzeptanz geben..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 seb1983
  • 08.07.2017, 22:05h
  • Antwort auf #5 von Homonklin44
  • Kann man so auch nicht sagen, in westlichen Ländern setzt der Staat Leitplanken, bestimmt aber nicht detailiert das gesellschaftliche Leben wie in linken und rechten Diktaturen.

    War in den Niederlanden nicht schon lange die Akzeptanz da bevor 2000 die rechtliche Anerkennung kam?
    Waren die skandinavischen Länder in den 1990er und 2000er Jahren noch homophob?
    Bringen Schweizer und Österreicher ihre schwulen Kinder um weil dort die Ehe noch nicht geöffnet wurde?
    In Großbritannien gab es sogar noch lange schwulenfeindliche Gesetze und trotzdem schritt dort die Akzeptanz in den 1980er und 1990er Jahren schnell voran.
    Gleichzeitig hat etwa die Türkei Homosexualität viel früher legalisiert als westliche Länder ohne dass dies zu gesellschaftlicher Akzeptanz geführt hätte.
  • Antworten » | Direktlink »