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Umstrittener Rapper

Hat sich Tyler, The Creator geoutet?

Wegen homophober Texte hatte Großbritannien gegen den Rapper ein Einreiseverbot verhängt. In einem geleakten Song scheint sich nun der Amerikaner zu outen. Ist das ernst gemeint?


Rapper Tyler, The Creator musste sich wegen homophober Texte viel Kritik anhören

Der Rapper Tyler, The Creator gilt wegen seiner Kreativität als einer der einflussreichsten Rapper in den USA, wegen seiner homophoben Songtexte aber auch als einer der umstrittensten. In einem Lied auf seinem neuen Album "Scum Fuck Flower Boy" scheint er aber erstmals über seine Homosexualität zu sprechen – zwar wird das Album erst am 21. April veröffentlicht, allerdings hat ein Unbekannter die Lieder am Wochenende im Internet geleakt.

Im Song "I Ain't Got Time" (Ich hab keine Zeit) rappt der 26-Jährige laut US-Medienberichten: "Next line will have them like woah / I been kissing white boys since 2004" (Die nächste Zeile wird viele überraschen, ich habe seit 2004 weiße Jungs geküsst). In diesem Jahr wäre der Sänger gerade einmal 13 Jahre alt gewesen.

Im Song "Garden Shed" deutet er zudem an, dass er sich verliebt habe, seine Freunde aber die Zeichen nicht verstanden hätten und er sie ihnen nicht erklären wollte. Seit der Veröffentlichung wird in Online-Foren darüber spekuliert, ob sich der in Los Angeles als Tyler Gregory Okonma geborene Sänger outen oder doch nur provozieren will.

Ein Coming-out wäre eine Überraschung, weil der Rapper nicht nur mit homophoben Texten von sich reden machte, sondern auch in älteren Liedern ausdrücklich erklärte, er sei nicht schwul – so rappte er 2011 im Lied "Yonkers": "I'm not gay."

London verhängte Einreiseverbot

Ein Coming-out wäre auch überraschend, weil der Rapper nicht nur wegen gewaltverherrlichender und frauenfeindlicher Lyrics in Kritik steht, sondern auch wegen homofeindlichen Texten. So verhängte Großbritannien 2015 ein dreijähriges Einreiseverbot gegen Tyler, The Creator (queer.de berichtete).

Der Grund für das Einreiseverbot: Besonders am Anfang seiner Karriere verwendete er oft das Wort "faggot" (Schwuchtel) oder das Wort "gay" als aggressive Schimpfwörter. Der Rapper hat aber stets bestritten, Homosexuelle zu hassen: "Ich bin nicht homophob, ich sage nur 'Faggot' und benutze 'gay' als Adjektiv, um Dinge zu beschrieben, die Scheiße sind", sagte er etwa in einem Interview vor ein paar Jahren. In einem anderen Interview sagte er zudem, seine schwulen Fans störten derartige Äußerungen nicht – ihn störe ja auch nicht, wenn er als "Nigger" bezeichnet werde.

LGBTI-Aktivisten in den USA appellieren seit Jahren insbesondere an die Rapper-Szene, "Gay" und "Faggot" nicht mehr als Schimpfworte zu verwenden. Dies würde insbesondere jungen Schwulen und Lesben erheblichen Schaden zufügen, weil diese Schimpfwörter auf Schulhöfen weit verbreitet seien und so das Coming-out erschwerten.

In den letzten Jahren hatte Tyler, The Creator wiederholt auf Twitter auf seine sexuelle Orientierung angespielt, was allerdings von den meisten als Witz verstanden wurde. So schrieb er 2015: "Ich habe vor vier Tagen versucht, mich zu outen, aber niemanden hat es geschert. Hahahahahaha". Später reagierte er auf Falschmeldungen, dass er mit Realitysternchen Kendall Jenner ausgehen würde: "Nicht möglich, wir sind beide gay." 2016 veröffentlichte er ein Bild, in dem eine Regenbogenfigur durch eine Tür schreitet und fragt: "Ist es ungefährlich?"

Twitter / tylerthecreator

Twitter / tylerthecreator

Twitter / tylerthecreator

Mit geouteten Schwulen schien Tyler, The Creator nie Berührungsängste zu haben: So gratulierte er als einer der ersten seinem Rapper-Kollegen Frank Ocean zu dessen Coming-out im Jahr 2012 (queer.de berichtete). Der 26-Jährige arbeitete auch wiederholt mit Ocean zusammen, so auch auf seinem neuen Album. (dk)

Direktlink | Die neueste Single von Tyler, The Creator wurde vergangenen Monat veröffentlicht



#1 OrthogonalfrontAnonym
#2 MooreAnonym
  • 11.07.2017, 13:27h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Nun ja, nicht jeder hört, wie du vermutlich, den lieben langen Tag Heino mit der ersten Strophe der deutschen Nationalhymne und "schwarz-braun bin auch ich, schrumm-schrumm".

    Dieser Rapper hat immerhin Gold errappt, und wenn er tatsächlich ein Coming-out haben sollte, wäre das in seiner Zielgruppe sicher nicht schlecht.
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#3 OrthogonalfrontAnonym
#4 Christiaan BijlAnonym
  • 11.07.2017, 14:42h
  • Yesssssssssssssssssss Babe!!!

    Nicht alle wollen "Lady Gaga" hören! Rette uns, mach uns gute Musik!!
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#5 Daniel ArmstrongAnonym
  • 11.07.2017, 20:06h
  • Erinnert mich, ehrlich gesagt, an Catull, den Begründer des Rap.

    Der hat in seinem 16. Song »Pedicabo ego vos et irrumabo«, dessen Titel ich aufgrund der Jugendschutzbestimmungen nur auf Latein wiedergeben kann (englische Übersetzung im folgenden Wikipedia-Link NSFW Not Safe For Work) auch diverse homosexuelle Handlungen angekündigt und verherrlicht, wobei bis heute unklar ist, was der Künstler damit eigentlich zum Ausdruck bringen will:

    en.wikipedia.org/wiki/Catullus_16

    Es hat Vorteile, im Lateinunterricht aufzupassen!

    Allerdings gibt es all diese Dinge inzwischen auch in Übersetzungen (bei Catull muss man allerdings aufpassen, manches ist in früheren Übersetzungen einfach weggelassen oder überschieben worden).
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#6 FredinbkkProfil
  • 12.07.2017, 03:15hBangkok
  • ...was ersichtlich "andersrum " ist ,
    ist nur seine Zigarette in der Schnudde...

    fuer eine Musik mit Stammelsprechgesang eines torkelnden,scheinbar besoffen oder bekifften Typs auf dem Gehsteig und dem leichtunverstaendlichen Text,

    fucking,fucking ,bitch,Bitch Motherfucker,

    vermag ich mich leider garnicht zu begeistern....

    mag es an meinem fort geschrittenem Alter liegen....

    vielleicht bekomme ich mal "Wohlgefallen" daran ...

    bei beginnender Demenz oder Alzheimer ?
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#7 Homonklin44Profil
  • 12.07.2017, 06:24hTauroa Point
  • Das: ""Next line will have them like woah / I been kissing white boys since 2004"" kann man auch so übersetzen, dass er Weißen in den Arsch kriechen musste. Vielleicht mit seinem Musiktalent, um sich hochzuarbeiten, oder anderswie Anerkennung oder Aufstiegschancen abzugreifen. Ist oft genug nicht wörtlich gemerint.
    Auch das Rumspielen mit Szene-Begriffen oder die Verwendung von negativ besetzten Begriffen ist da relativ üblich. Auch hier wird "schwul" gerade in der Rap- und Hiphopszene richtig häufig als abwertender Ausdruck benutzt. Die Hosevon dem Typ ist schwul = nicht trendy, nicht angesagt, scheiß Style usw. Die Musik ist schwul = taugt nix, wird als Synonym für "scheiße" gebraucht. In den USA ist das noch eine Ecke krasser. "Faggot" wird schon ziemlich lange als Synonym für nix Gutes verwendet. Da müsste man ganze Generationen umschulen, um das raus zu bekommen.

    Das "Mocking" also Leute verwirren und mit Sprüchen spielen, betreiben viele dieser Musiker als Provokationstechnik. Leute zu verscheißern ist eine Form von Humor, könnte man fast sagen. Im nächsten Moment könnte er sich als Weißer outen, als Jungfrau oder nach Lust und Laune als Vampir oder sonstwas. Wenn's den Song verkauft bekommt.
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#8 gifiAnonym
  • 12.07.2017, 08:49h
  • Antwort auf #6 von Fredinbkk
  • Es muss so entsetzlich sein, ab einem gewissen Alter nur noch wie eine meckernde Ziege durchs Leben gehen zu können. Mein Fall ist diese Musik auch nicht, aber sie deshalb wie ein gelangweilter Frührentner niederzupöbeln, käme mir deshalb nicht in den Sinn. Übrigens findet man bei Alzheimer besonderen Gefallen an Musik der eigenen Kindheit und kann mit neuer Musik gar nichts mehr anfangen - vielleicht hast du dieses Stadium ja schon erreicht. Liebe Grüße
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#9 FredinbkkProfil
  • 12.07.2017, 10:01hBangkok
  • Antwort auf #8 von gifi
  • auf Forenbeitraege welche anonym erfolgen und durch Beleidigungen auffallen ....
    ist eine "Antwort" unnoetig , zeig erstmal Deinen Klarnamen und Dein Gesicht...

    solange gehts am A.... vorbei...
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#10 OrthogonalfrontAnonym
  • 12.07.2017, 11:49h
  • Antwort auf #9 von Fredinbkk
  • Was habt ihr nur immer gegen Anonymität im Netz? Anonymität im Netz ist ein RECHT jedes EU-Bürgers, auch bekannt als Bürgerrecht. Seid ihr Bürgerrechts-Gegnern dann für eine Klarnamenpflicht im Netz? Heiko Maas freut sich schon auf eure Stimme für eine weitere Einschränkung von Bürgerrechten...
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