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90 Prozent bekommt man rum

So kriegen Schwule heterosexuelle Männer ins Bett!

Mit seinem umstrittenen Buch "Hetenfalle" hat Chris Kappelmann einen Ratgeber aus persönlicher Erfahrung veröffentlicht. Als Leseprobe dokumentieren wir sein Vorwort.


Ausschnitt aus dem Cover vom "Hetenfalle". Der schwule Autor Chris Kappelmann findet Sex mit heterosexuellen Männern besonders aufregend: "Man weiß nie, wie weit man gehen kann und ob man kommen wird"

Ich habe mich schon immer zu heterosexuellen Männern hingezogen gefühlt und mich dabei auch in den ein oder anderen verguckt. Es liegt sicher daran, dass ich 90 Prozent der schwulen Kerle nicht mag. Sie sind mir zu falsch, zu oberflächlich oder zu tuckig.

Ich stehe auf den richtigen Mann. Auf Schwiegermamas Liebling. Auf den Naturschönen, der morgens aus dem Bett steigt und einfach gut aussieht – ohne all die schwulen Eitelkeiten und Egotrips. Davon gibt es leider nicht all zu viele und meist sind sie dann hetero. Schwulen, gutaussehenden Jungs steigt ihr Aussehen nämlich fast immer zu Kopf!

Naturschöner Hetero vs. selbstverliebte Egoschwulette

Merken sie, dass die Jungs sich nach ihnen umdrehen und permanent anflirten, bekommen sie einen Höhenflug. Sie lassen sich anhimmeln und durchpoppen. Da sie in der Blüte ihrer Jugend vermeintlich jeden haben können, bläht sich ihr Ego überdimensional auf und sie sind selten bereit, Kompromisse in einer Beziehung einzugehen. Warum auch Rücksicht nehmen und nicht seinen Willen durchsetzen – wo doch an der nächsten Lampe schon der nächste Lover wartet. So entwickeln sich viele süße Boys kurz nach ihrem Eintritt in die schwule Welt in selbstverliebte Egoschwuletten.

Er, der naturschöne Hetero von nebenan, sieht selbst im Kartoffelsack noch bezaubernd aus. Er braucht dazu weder XS-Designer-Leibchen, noch Bling-Bling-Protzschmuck, und ist dabei weder arrogant noch aufgesetzt. Oft wissen diese Typen gar nicht, wie toll sie aussehen, und landen, nicht all zu selten, in den Betten und Beziehungen von und mit unattraktiven Frauen.

Natürlich gibt es auch die übergeilen (meist südländischen) Hetero-Poser, doch die sind mir genauso unsympathisch wie die aufgedrehten Szenisten, die mit Justin-Bieber-Haarschnitt, Beckham-Tattoo und Gucci-Schlüpper ins nächste Bett hüpfen, sobald dunkle Wolken am schwulen Beziehungshimmel aufziehen.

Ein Dutzend echter Kerle verführt


Seine persönlichen Tipps zum Hetenabschleppen vermengt Chris Kappelmann mit jeder Menge Klischees über schwule Männer (Bild: facebook.com/eternityfotos.de)

Die große Liebe war auf dem Gebiet der natürlichen Traummänner natürlich nicht zu finden. Aber zu dem ein oder anderen Abenteuer konnte ich ein Dutzend echter Kerle verführen. Vom schönsten Jungen des Landkreises bis zum glatzköpfigen Club-Betreiber. Auch ein englischer Soldat und ein Neo-Nazi waren dabei. Bei Letzterem entdeckte ich dessen neue Gesinnung erst am Morgen danach. "Wenn das meine Kameraden wüssten", stöhnte er jetzt nicht mehr vor Lust, sondern aus Angst.

Somit verfälsche ich die Vornamen der Personen, damit sie weiterhin ungestört mit ihrer Freundin oder Frau schlafen können und dabei an die Nacht mit mir denken können. Ansonsten nehme ich aber keinen Slip vor den Mund und schildere euch vom geplanten Sex mit einem Ex-Klassenkameraden bis zum Abreiten einer Alkoholleiche viele pikante Details.

In bin mir sicher das 90 Prozent der westeuropäischen heterosexuellen Männer in der richtigen Situation (ohne Kumpels oder Frau/Freundin, die davon etwas mitbekommen könnten) und der richtigen Verfassung (betrunken ist ein großer Pluspunkt) zu knacken sind – zumindest für eine heiße Nacht.

Die Definition der "Hetenfalle"

Mit diesem Wissen entstand dann die ironische Definition der "Hetenfalle". Man hockt sich in ein Gebüsch und baut eine Kiste Bier in etwas Entfernung vor dem Gebüsch auf. Nach jedem Bier, das die begehrte Hete leert, zieht man die Kiste ein kleines Stück näher – bis man ihn schließlich betrunken bei sich hat…

Man sollte die ganze Angelegenheit locker und nicht zu verklemmt sehen. Bei Mädels ist es im Grunde in Ordnung, wenn sie in der Pubertät mit ihrer besten Freundin kuscheln, küssen oder kitzlern. Es wird schlicht als Erfahrung gesehen, und das sollte man den Jungs doch auch zugestehen. Und dann ist es auch egal, ob beide hetero sind oder einer der Spielpartner homo.

Manch einer bevorzugt es auch, lieber den stadtbekannten Schwulen zum Probieren zu nutzen als seinen besten Kumpel zu verführen. Beim Bro weiß man nicht, wie der reagiert – beim Schwulen weiß man zumindest, dass er auf diesem Gebiet Zuhause ist. Dass sich immer mehr männliche Jugendliche trauen, ihre Phantasie auszuleben oder zumindest auszudrücken, belegen aktuell Umfragen und Einträge in Internetforen

Jüngst listete mtv.de Sexfantasien junger Männer von der Whisper-App auf, auf der man anonym Geheimnisse verraten kann. Die Top 5:

1. Ich will, dass meine Freundin mir beim Sex mit einem anderen Typen zusieht.
2. Ich bin ein heterosexueller Typ, aber habe Lust einen muskulösen Mann zu begrabschen.
3. Heterosexuell, aber wirklich Lust darauf mal einen anderen Typen zu bumsen.
4. Ich bin hetero, aber ich würde gerne mit einem anderen Mann kuscheln. Ich will seine männlichen Hände und seinen Körper an meinem Körper spüren.
5. Ich bin echt neugierig, wie es sich anfühlt, gefickt zu werden … ich bin allerdings ein heterosexueller Typ.

Sex ist Sex – keine Form ist schlechter oder besser. Aber besonders aufregend ist er mit Heten, da für sie alles neu ist! Man weiß nie, wie weit man gehen kann und ob man kommen wird. Wie ein junger Hengst können sie einen jeder Zeit abwerfen, wenn der Druck in der Hose kleiner und die Hemmung wieder größer wird. Sie können einen aber auch sehr überraschen, wenn sie weiter gehen wollen als man es sich überhaupt hat vorstellen können!

Jetzt taucht tief ein in zerwühlte Laken, spritzende Schwänze und zitternde, gierige Hände.

Infos zum Buch

Chris Kappelmann: Hetenfalle: Hetero-Männer zum schwulen Sex verführt: 103 Seiten, Amazon Publishing 2017. Taschenbuch: 8,55 €. Kindle-Edition: 4,99 €.


#1 Dont_talk_aboutProfil
#2 qwertzuiopüAnonym
  • 12.07.2017, 12:40h
  • Ein Buch für Schwule, bestehend aus schwulem Selbsthass, Klischees und Sex. Aber hey, Sex, cool!
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#3 TommmyAnonym
  • 12.07.2017, 12:48h
  • WICHTIG, dem jeweiligen Hetero immer ein gutes Gefühl geben und sich wirklich anstrengen.Seine Fantasien herauskitzeln und auf diese dann so weit wie möglich eingehen. Sein Unterbewusstsein wird danach alles erlebte als positiv abspeichern und einer Wiederholung steht nichts mehr im Wege. ;-) Heteros sind einfach die besten im Bett. Die richtigen Techniken und Handgriffe, ein paar passende Worte an richtiger Stelle und sie fressen einem aus der Hand. :-D
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#4 Christian KnuthAnonym
  • 12.07.2017, 12:51h
  • Das ist ja unterirdisch! Der beste Beleg für die Notwendigkeit von Bildungsplänen mit queerer Vielfalt. Kommt in dem Buch vielleicht auch noch die Attraktivität von AfD-Politiker*innen zur Sprache?
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#5 ursus
#6 schwuler NichtdtschrAnonym
#7 SanottheProfil
  • 12.07.2017, 13:10hRhüffel-Ostend
  • Mir fehlen die Worte.

    Die, die mir noch blieben,
    würdet Ihr hier nicht veröffentlichen.
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#8 userer
  • 12.07.2017, 13:17h
  • Zitat Autor: "Es liegt sicher daran, dass ich 90 Prozent der schwulen Kerle nicht mag. Sie sind mir zu falsch, zu oberflächlich oder zu tuckig"
    (also genau das, was sich auf dem Porträt des Autors in seinem von sich selbst angeekelten Gesicht ablesen lässt!)
    "Ich stehe auf den richtigen Mann."
    (da er sich selbst nicht als solcher fühlt?)

    Was für ein absurdes Gequatsche. Das ist übelste Katholenideologie einer sich selbst und Schwule verachtenden Oberzicke. Armselig.

    Zu einem echten Verlag hat es dann folgerichtig nicht gereicht.

    Ich verstehe ja, dass queer.de auf redaktionelle Werbung angewiesen ist, aber das bedeutet doch nicht, dass man jeden Müll bewerben muss.
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#9 BiundsauerAnonym
  • 12.07.2017, 13:44h
  • Dass das Buch voller unsinniger, schädlicher Klischees ist, brauch ich sicher nicht zu erwähnen, aber mal wieder wird das B in LGBTQ+ nicht beachtet bzw. auch nur annährend in Betracht gezogen. "Hetero"-Männer, die davon träumen mit Männern Sex zu haben, sind eben in vielen Fällen nicht hetero.
    Dass dieser Sache keine Beachtung geschenkt wird, ist das Ergebnis des jahrzehntelangen Ignorierens dieses schönen B's und ich hab's wirklich ein bisschen satt. Männer (und Frauen) sind fähig Frauen zu lieben und Männer und auch Leute, die sich als nichts davon identifizieren. Das macht sie dann nicht zu Opfern der "Hetenfalle", sondern viel öfter zu Opfern der halt doch nicht immer so inklusiven Community. Ist für mich jetzt keine Neuigkeit, finde es aber immer wieder schade.
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#10 Homonklin44Profil
  • 12.07.2017, 13:53hTauroa Point
  • Oh, das scheint entweder mit ziemlich verschobenem Humor geschrieben zu sein, oder reiner Unsinn mit Begriffsstutzigkeit durchsetzt.

    Der spricht von Bisexuellen, die sich ihrer Bi-Anteile noch nicht bewusst sind, sie sich nicht eingestehen können, oder schlicht von Besoffenen. Eine der unattraktivsten und gewissermaßen hilflosesten Menschengruppen, da müsste man sich vorkommen, als würde man sich Leute im Wachkoma klarmachen.
    Heterosexuelle hat er offenbar keine kennen gelernt, denn die schwärmen von durch und durch weiblichen Aspekten, wenn es um ihre sexuellen Fantasien und Erfahrungen geht. Da wäre er auch mit Pushups und Tonnen von Schminke, Perücke und 10 Kisten Bier nicht weit gekommen.
    Vielleicht bei einem armen Straßenpenner für nen Buddel Korn mal die Käsenille eingelegt im Achtwochenungeduscht-Siff, ja doch,

    So schaut der Herr nicht aus, als ob er dem Ziele frönte. ;o) Ein Klischee erfüllt er selbst. Also Humor oder Verwechslungen, es gibt Leuite, die sich selbst als Heteros bezeichnen, es bei näherem Hinsehen aber nicht so ganz sind.

    ""2. Ich bin ein heterosexueller Typ, aber habe Lust einen muskulösen Mann zu begrabschen.
    3. Heterosexuell, aber wirklich Lust darauf mal einen anderen Typen zu bumsen.
    4. Ich bin hetero, aber ich würde gerne mit einem anderen Mann kuscheln. Ich will seine männlichen Hände und seinen Körper an meinem Körper spüren.
    5. Ich bin echt neugierig, wie es sich anfühlt, gefickt zu werden ich bin allerdings ein heterosexueller Typ.""

    Diese Beschreibungen klingen so sehr nach bisexuellen Interessen bzw. schwulen Ideen, dass es offensichtlich ist.

    Ich "falle" auch immer für Hetero-Männer und kenne das aussichtslose Schicksal -- sie haben Augen nur für ihre Frau, Freundin, Wunschdame des Herzens, Titten und Mösen und die Friendzone muss es tun. Von Kuscheln und weiterem keine Spur eines Interesses, auch vollkommen logisch - man(n) gehört zum verkehrten Geschlecht.

    In ähnlicher Manier könnte sich die noch so männlich aufgetrimmte Frau beim Schwulen bemühen. Auch das führt zu nichts als hoffnungslosen Mühen.

    Was bei einem leisen Deut zu weit gehen passiert, müsste dem Autor auch bekannt sein, wenn er Heterosexuelle im konsensfähigen Zustand angemacht hat. Dann dürften seine Zähne in einer Prothese sitzen. Aber der traut sich nur an Besoffskis ran, so wie's schaut. Versehentlicher Masochismus ist nix zum Lachen.
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