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Patrick Slapal

Jahrzehntelang gegen Homo-Rechte: LSU-Chef fordert Entschuldigung der CSU

Der Chef des kürzlich gegründeten bayerischen Landesverbandes der Lesben und Schwulen in der Union sieht die Zeit kommen, "wo sich die CSU entschuldigen muss".


Patrick Slapal ist der Chef der frisch gegründeten bayerischen LSU (Bild: Bundesverband LSU)

Patrick Slapal, der Landesvorsitzende der bayerischen Lesben und Schwulen in der Union, hat in der "Abendzeitung" eine Entschuldigung der CSU für die jahrzehntelange Politik gegen Homo-Rechte gefordert: "Man muss die CSU auffordern, sich von den letzten Jahren und Jahrzehnten zu distanzieren, in denen sie Gleichstellung verhindert haben. Irgendwann wird die Zeit kommen, wo sich die CSU entschuldigen muss, um sich von dem Ballast zu befreien, den sie sich und den Schwulen und Lesben aufgeladen hat", erklärte das 29-jährige Parteimitglied.

Slapal verwies auch darauf, dass sieben von 56 CSU-Abgeordneten bei der Abstimmung zur Ehe-Öffnung am 30. Juni im Bundestag für die Ehe gestimmt haben. Zwei von ihnen, neben dem schwulen Politiker Bernd Fabritius auch die niederbayerische Abgeordnete Gudrun Zollner, würden am kommenden Samstag auf dem LSU-Wagen bei der CSD-Politparade in München teilnehmen. "Wir wollen zeigen, dass unsere Ansicht in der Partei breit akzeptiert ist", so Slapal. Im vergangenen Jahr war erstmals ein lesbisch-schwules Netzwerk der CSU mit einem Wagen beim Münchner CSD vertreten (queer.de berichtete).

Gegenüber der "Abendzeitung" spielte Slapal die vielen Nein-Stimmen aus der CSU herunter und zeigte sich davon überzeugt, dass viele Abgeordnete nur deshalb die Ehe-Öffnung abgelehnt hätten, weil sie die kirchliche Ehe schützen wollten. Diesen Parteifreunden empfahl Slapal, sich darüber zu freuen, "dass Schwule und Lesben konservative Werte wie die Ehe leben wollen".

Seehofer-Drohung gegen Homo-Paare ist "Platzpatrone"

Die Drohung von CSU-Chef Horst Seehofer, in Karlsruhe eine Klage gegen die Ehe für alle einzureichen, sieht der LSU-Chef dagegen gelassen als "Platzpatrone": "Die kommt sowieso nicht durch", prophezeit Slapal.

Der LSU-Landesverband Bayern ist erst Ende April gegründet worden (queer.de berichtete). Bei der Gründung dabei war auch Münchens CSU-Bürgermeister Josef Schmid, der sich schon seit mehreren Jahren für die Ehe für alle und das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare einsetzt. So erklärte Schmid 2015: "Die Forderung nach der Gleichstellung homosexueller Paare ist keine exklusiv linke Position, sondern sie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen." (dk)



#1 Eisenhower
  • 12.07.2017, 13:11h
  • Ich bin sprachlos.

    Zunächst ging es ja nun darum, in den Unionsparteien für die eigene Position zu werben und Verständnis zu wecken. Und wie man sehen konnte war das nicht unbedingt einfach.

    Inzwischen kann man das schon fast den Schützenbrüdern, CDU-Bürgermeistern und Feuerwehrmännern überlassen, die ihr Missfallen deutlich zum Ausdruck bringen, wenn Lesben und Schwule für gesellschaftliche Fehlentwicklungen verantwortlich gemacht werden. Und das ist ja schon mal toll.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Forderung nach einer Entschuldigung verfrüht ist, oder ob sie nicht der gerade jetzt nötige »Stopper« ist, um Sturköpfen klarzumachen, dass jetzt Schluss sein muss mit Pöbeleien gegen Lesben und Schwule.

    So etwas wie eine Forderung einer Entschuldigung kann die Sturheit nämlich auch noch weiter erhöhen. Dennoch gibt es inakzeptable Entgleisungen, und da muss man ganz klar sagen: »Entschuldigen Sie sich, Sie Schmutzfink.«

    So funktioniert das eben wenn Menschen gegenteiliger Ansicht sind, und dabei auch mal über die Stränge schlagen.
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#2 Oliver CuillerierAnonym
  • 12.07.2017, 14:06h
  • Wer die Burschen von der LSU Bayern auch mal live sehen möchte: Dazu ist Gelegenheit auf dem Münchner Christopher Street Day.

    Die CSD-Politparade startet am Samstag, den 15. Juli 2017 um 12:00 Uhr auf dem Marienplatz in Richtung Isartor.

    Der Sattelschlepper der LSU Bayern wird die Startnummer 76 haben!

    Insgesamt sind 118 Fußgruppen und Fahrzeuge zur Demonstration angemeldet.
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#3 Homonklin44Profil
  • 12.07.2017, 14:20hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von Eisenhower
  • ""So etwas wie eine Forderung einer Entschuldigung kann die Sturheit nämlich auch noch weiter erhöhen.""

    Das befürchte ich bei den Betonköpfen im C-Lande auch. Rückwärts gebürstet zu sein gehört da zur Tradition.

    Feuierwehrmänner sind geil ;o) Und retten Leben, auch lesbische und schwule Leben. Geht also auch wider den starren Sinn. ;o)
    Hoffnung ist alles.
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#4 qwertzuiopüAnonym
  • 12.07.2017, 14:35h
  • Das ist seeeeehr einfach zu durchschauende Wahlwerbung.

    Wie kriege ich Homosexuelle dazu, eine Partei gut finden zu können, die keine Homosexuellen mag?

    Antwort: Ich kritisiere die Partei dafür lautstark aus den eigenen Reihe. Und natürlich lass ich dabei ganz nebenbei ein Lob dafür fallen, dass die Partei in Wirklichkeit ja überhaupt nicht so homophob ist, wie sie tut.
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#5 Matthias CattaneoAnonym
  • 12.07.2017, 14:56h
  • Patrick Slapal sieht aus wie ein stolzer junger Römer. Ist das eigentlich normal in Bayern?

    Slapal hat ganz gewiß Recht mit der Aussage, daß eine Klage vor dem Bundesverfassungsgesetz eine "Platzpatrone" wäre.

    Das freut mich wirklich, daß ein Politiker das mal so deutlich sagt: Wir fürchten uns nicht vor euren leeren Drohungen, denn wir sind im Recht.
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#6 Markusbln11Anonym
  • 12.07.2017, 15:52h
  • Mutig, gerade in der CSU ein so offenes Wort. Find ich gut

    Ergänzend. Herr Sapal sagt, "dass viele Abgeordnete nur deshalb die Ehe-Öffnung abgelehnt hätten, weil sie die kirchliche Ehe schützen wollten". Mag es geben.

    Relevanter scheint mir, "um nicht zuviel opposition gegenüber dem erklärten willen des parteivorsitzenden und seinem katholischen umfeld zu zeigen".
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#7 Suhail Haddad FarrafAnonym
  • 12.07.2017, 17:31h
  • Da nun auch bald Wahlkampf ist, möchte ich die Kollegen, Freunde und Sympathisanten noch um größt­mög­liche Seriösität bei allen Auftritten und Wortmeldungen bitten.

    Wir wollen nicht wie Angänger gewisser Parteien durch grobes, lautes und polterndes Verhalten auffallen, und erst recht nicht durch überzogene, unrealistische Forderungen.

    Es muss klar sein: Die Politiker und Wähler der Unionsparteien sind solide, bodenständige Menschen.

    CDU und die CSU sind Volksparteien in denen sich verschiedene Ansichten und Meinungen zu gesellschaftspolitischen Themen sammeln.

    Wir von der LSU wollen mit gutem Beispiel vorangehen, gegenüber den eigenen Kollegen aus den Unionsparteien, vor allen Dingen aber auch gegenüber den Anhängern irgendwelcher Linksparteien.

    Krumme Dinger sind mit uns nicht zu machen. Wir stehen für eine verlässliche und solide Politik.
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#8 Andy2Anonym
  • 12.07.2017, 18:33h
  • Ich werde NIE verstehen können, wie man als Schwuler zur CDU / CSU gehören kann. Da fehlt mir jedes Verständnis. Ich mach mich doch nicht für die Partei stark, die GEGEN meine Interessen ist und mich jahrzehntelang diskriminiert. Ist das Selbsthass? Ganz abgesehen von mangelnden Rechten für Schwule, sieht es umwelttechnisch und mit den Rechten für Tiere in der CDU / CSU ja fast noch schlimmer aus.
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#9 Matthias JunkerAnonym
  • 12.07.2017, 19:19h
  • Antwort auf #8 von Andy2
  • In der CDU/CSU sind nicht wenige Landwirte. Da kann man mal echte Tiere auf dem Bauernhof kennenlernen, nicht nur Hamster und Kaninchen.

    Beim Thema Umwelt hat sich einiges getan. Ich nenne nur das Thema Ausstieg aus der Kernenergie. Oder das Zukunftsthema Elektromobilität. All das sind Themen, in denen man mit Regierungsverantwortung mehr erreichen kann.

    Das gesellschaftliche Klima bezüglich der Ehe hat sich insgesamt gewandelt. Deshalb ist es nun eine Gewissenentscheidung, ob man heiraten möchte, oder nicht. Das bleibt jedem selber überlassen: Den Frauen und Männern in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, und den Heterosexuellen auch.

    Die Gesellschaft ist im Wandel, die CDU/CSU mit ihr auch, auch wenn wir Werte hochhalten, die für uns nicht verhandelbar sind.
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#10 Shinkaishi
  • 12.07.2017, 20:25h
  • Antwort auf #8 von Andy2
  • Ich denke diese Leute haben ihren teil dazu beigetragen, langsam aber sicher die Homophobie der Parteimitglieder zu bekämpfen, einfach dadurch dass sie da sind und die meist auf realitätsfernen Klischees und Vorurteilen beruhende Haltung mit schierer Konfrontation mit der Realität bekämpfen.

    Ich denke, dass das wichtige einfach ist, konsequent ganz normal sichtbar zu sein und die Menschen dazu zu zwingen, ihre Vorurteile zu überwinden.

    Wenn selbst jeder CSU Politiker einen Homosexuellen kennt, der für ihn ein ganz normaler Mitbürger ist, den zu Diskriminieren er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dürften wir auf dem besten Weg sein, diesen Kulturkampf gänzlich zu gewinnen.

    Mit anderen Worten, Konfrontationstherapie für Homophobe bis die Phobie verschwindet.
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