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Pride-Statement jetzt im Fenster

Regenbogenfahne am Balkon: Vermieter drohte mit fristloser Kündigung

Im Flaggenstreit von Gröbenzell folgte der schwule Mieter der Aufforderung des Eigentümers – und fand eine viel auffälligere Lösung, die den Vorschriften entspricht.


Am Donnerstagmittag hing die Regenbogenfahne noch rechts auf der Terrasse – am Abend leuchteten dann zwei Flaggen aus den beiden Schlafzimmerfenstern (Bild: Christof Demuth)

Der Streit um eine Regenbogenfahne auf einer Dachterrasse in Gröbenzell wird immer absurder. Am Montag hatte der schwule Mieter Christof Demuth von Eigentümer Joachim Netschert die erste Aufforderung erhalten, die Flagge zu entfernen – die er jedoch ignorierte (queer.de berichtete). Am Donnerstag folgte nun ein Einschreiben mit einer letzten Frist bis Freitag um 12 Uhr.

"Sollten Sie unserer Aufforderung nicht nachkommen, werden wir ohne weitere Mahnung Ihren Mietvertrag fristlos wegen Eigentumsstörung und Gefährdung des Hausfriedens aufkündigen", heißt es in dem Brief, der queer.de vorliegt. "Wir dulden in unserem Haus keine dauerhaften politischen Demonstrationen mittels Fahnen, Aufklebern, Plakaten oder ähnlichem", schrieb Neufert, ein ehemaliger CSU-Gemeinderat, zur Begründung. "Diese Fahne hängt jetzt seit dem 30.06.2017 und stellt eine politische Äußerung dar. Ihrem Anspruch auf freie Meinungsäußerung ist damit über Gebühr entsprochen."


Kein Sichtschutz mehr am Geländer: Um der Kündigung zu entgehen, entfernte Christof Demuth die Regenbogenflagge von seiner Terrasse (Bild: Christof Demuth)

Demuth wirft dem Vermieter sowohl Homophobie als auch eine Racheaktion vor. "Die Flagge hing letzten Sommer zwei Monate dort. Keine alte Sau hat das gejuckt", erklärte er gegenüber queer.de. Zudem habe sich das Verhältnis zur Grundstücksgesellschaft Netschert im letzten Herbst deutlich verschlechtert, nachdem er erfolgreich zwei Mieterhöhungen abgewehrt habe.

Die bunte Fahne entfernte Demuth dennoch am Donnerstagabend von seiner Dachterrasse – und hängte sie stattdessen in einem Schlafzimmerfenster seiner Wohnung auf, direkt links vom Geländer. "Und weil ich zwei dieser Flaggen habe und weil ich denke, die Flaggen dürften so einfach besser zu Geltung kommen, werde ich bis auf weiteres – 24/7 – das Licht in meinem Schlafzimmer brennen haben", meinte der schwule Mieter. "Nächtigen werde ich auf meiner Schlafcouch im Wohnzimmer. Nun entspricht alles den Vorschriften."

Die Fenster als Ausweichort hatte der Vermieter in einem ersten Schreiben selbst ins Gespräch gebracht. (mize)



#1 Patroklos
  • 14.07.2017, 09:09h
  • Der Vermieter sollte sich schämen! Jeder Schwule weiß nun, daß er keine Wohnung mieten sollte, bei der der Vermieter Herr Netschert ist!
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#2 TimonAnonym
  • 14.07.2017, 09:10h
  • Wie kommt der Vermieter darauf, dass politische Aussagen nicht unter freie Rede fallen bzw. diese überanspruchen?

    Wieder mal typisch deutsch, dass nicht jeder seinen Balkon so gestalten kann, wie er will. (Solange dabei keine verbotenen Sachen gezeigt werden.)
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#3 FredinbkkProfil
  • 14.07.2017, 09:28hBangkok
  • Antwort auf #2 von Timon
  • naja ..ein CSU Vermieter ,
    steht halt mit beiden Fuessen fest auf seiner Bibel...

    ein "wahrer stolzer Christ" welcher sein Christsein demonstrative zeigen moechte....

    Franziskus in Rom ist stolz auf solche

    tapferen,treuen echten Christenmaenner ....

    An die Mieter ...lasst Euch nicht unterkriegen ...
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#4 HinnerkAnonym
  • 14.07.2017, 09:50h
  • Antwort auf #3 von Fredinbkk
  • Ja, irgendsoein faschistoider CSU'ler, der aus Frust über sein eigenes verpfuschtes Leben der ganzen Welt seinen Hass aufzwingen will.

    So ein armes Würstchen kann einem eigentlich nur leid tun.
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#5 Michael KoehlerAnonym
  • 14.07.2017, 09:54h
  • Antwort auf #3 von Fredinbkk
  • Der Mieter war CDU-Gemeinderat!

    "Es wird wieder einmal klar und deutlich, mit der Toleranz und Akzeptanz ist es nicht weit her", erklärte der homosexuelle Mieter, der selbst einmal für die CDU in Baden-Württemberg Mitglied eines Gemeinderates war.

    www.queer.de/?29259

    Schön, dass die CDU sich so für unsere Meinungsfreiheit einsetzt! Schön, dass das zum christilich-demokratischen Menschenbild dazugehört, sich irgendwelche Fahnen auf den Balkon zu hängen! Danke, CDU!
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#6 FutterAnonym
#7 FritzeAnonym
#8 SailorAnonym
  • 14.07.2017, 11:36h
  • Also ganz ehrlich - ich find's ja langsam bissl kindisch. Man kann auch schwul und stolz sein, ohne es jedem, egal ob er's wissen will oder nicht, ständig auf's Auge zu drücken.
    Gesellschaftliche Akzeptenz steigt nicht mit der Zahl der Regenbogenfahnen. Im Gegenteil; wenn's irgendwann zu viel wird, kann's auch nerven. Dann heißt's "Jetzt heult die weinerliche Tunte wieder rum, weil sie ihr Fähnchen nicht aufhängen darf..."
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#9 Thorsten WannemakerAnonym
#10 Uwe_Anonym
  • 14.07.2017, 12:21h
  • Wieso Störung des Hausfriedens?

    Beschwert sich denn ein Nachbar? Oder reicht dafür schon, dass der Vermieter ein Blockwart ist?
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