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Kommentare zu:
Die erste Briefmarke für die Homosexuellenbewegung


#11 Barnaba FiorentinoAnonym
  • 16.07.2017, 01:14h
  • Etwas seltsam ist ja, dass das alles in der Wikipedia steht, aber leider nicht in der deutschen.

    Wie bei Nietzsche auch sind es wohl wieder einmal die Italiener, die den Deutschen erklären müssen, das sie einst die griechische Liebe zu neuem Leben erweckten.

    Il lavoro compiuto dallo storico dell'arte tedesco Johann Joachim Winckelmann ha avuto una grande influenza sulla formazione degli ideali classici nel XVIII secolo, ed è anche un punto di partenza frequente per le storie della letteratura gay tedesca.

    it.wikipedia.org/wiki/Amore_greco#Neoclassicismo

    Also ich möchte mich jetzt nicht näher darauf einlassen was hier auf Queer.de so unter "letteratura gay tedesca" verstranden werden könnte, ein Italiener stellt sich darunter jedenfalls etwas ganz besonderes vor! Und er greift dabei, egal ob selber schwul oder nicht, natürlich zu einem Werk von Johann Joachim Winckelmann!

    Hier, lade Dir die Bücher runter, oder geh in die Pommesbude und kaufe sie Dir da! Die liegen überall rum, Du stolperst darüber!

    it.wikipedia.org/wiki/Johann_Joachim_Winckelmann#Bibliografi
    a


    it.wikisource.org/wiki/Autore:Johann_Joachim_Winckelmann

    Und jetzt dauert es 300 Jahre, bis die erste Winckelmann-Briefmarke in Deutschland erscheint, unglaublich.

    Man schaue sich bitte nur einmal die italienische Winckelmann-Seite auf Wikipedia an:

    it.wikipedia.org/wiki/Johann_Joachim_Winckelmann

    Sogar mit Übersetzungen! La superiorità dell'arte greca! Nobile semplicità e quieta grandezza!

    In der deutschen Wikipedia hingehen: Gähnen und Grunzen.

    Und nun möchten deutsche Homosexuelle (angeblich) jemand anderen zu ihrem Leitstern erklären, der sie von der Antike in die Moderne geleitet haben soll. Diesen Herrn Hirschfeld. Darf ich mal fragen, wer sie überhaupt gefragt hat? Könnte man vielleicht mal eine Abstimmung dazu durchführen oder so?
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#12 Sara DresnerAnonym
  • 16.07.2017, 02:58h
  • Was uns leider verschwiegen wird: Magnus Hirschfeld vertrat auch eugenische Ideen und war Mitglied der Gesellschaft für Rassenhygiene.

    Pfui!
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#13 goddamn liberalAnonym
  • 16.07.2017, 10:05h
  • Antwort auf #11 von Barnaba Fiorentino
  • "Und nun möchten deutsche Homosexuelle (angeblich) jemand anderen zu ihrem Leitstern erklären, der sie von der Antike in die Moderne geleitet haben soll. Diesen Herrn Hirschfeld."

    Winckelmann war ein bedeutender Ästhet, Hirschfeld war ein politischer Mensch, der durch 'Wissenschaft zur Gerechtigkeit' kommen wollte.

    Wie politisch er war, zeigt sich am vernichtenden Hass seiner nazifaschistischen Gegner, die sein 'Institut für Sexualwissenschaft' kurz und klein schlugen. Hirschfeld war schon Anfang der 20er lebensgefährlich zusammengeschlagen worden.

    Der jüdische königlich-preußische Sanitätsrat und Sozi war gleich aus mehreren Gründen ein Hassobjekt der Reaktion.

    Sein größtes Verdienst war, dass er das Modell der Judenemanzipation auf unsere Minderheit übertragen hat.

    Das war erfolgreich.

    Wenn auch nicht in Deutschland.
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#14 goddamn liberalAnonym
#15 Fredegar MugwortAnonym
  • 16.07.2017, 10:55h
  • Antwort auf #11 von Barnaba Fiorentino
  • Ich bremse ungerne Ihren Enthusiasmus, im Gegenteil, ich möchte Ihn weiter befeuern! Auch in der englischen Wikipedia ist das so, nicht nur in Italien!

    Im Wikipedia Artikel "Greek Love" findet sich zum Thema "German Hellenism" folgendes:

    »The German term griechische Liebe ("Greek love") appears in German literature between 1750 and 1850, along with socratische Liebe ("Socratic love") and platonische Liebe ("Platonic love") in reference to male-male attractions. The work of the German art historian Johann Winckelmann was a major influence on the formation of classical ideals in the 18th century, and is also a frequent starting point for histories of gay German literature.«

    en.wikipedia.org/wiki/Greek_love#German_Hellenism

    Gänzlich unbekannt ist das Thema allerdings in Deutschland, dem einstigen Kernland des Deutschen Hellenismus.

    Da beschäftigt man sich lieber mit einem Eugeniker??

    -----

    Zitat Magnuns-Hischfeld-Wikipedia:

    Zwangssterilisation solle als eugenisch vorbeugende Maßnahme erlaubt sein können bei Menschen, die "geistig so verblödet sind, daß sie außer Stande sind über sich selbst zu verfügen".

    Mit so etwas sollen sich Leute identifizieren? Das soll ja wohl ein Scherz sein.

    -----

    Ich möchte festhalten: Auch ich bin nicht gefragt worden. Den Magnus-Hirschfeld-Kult hat jemand festgelegt, ohne mich zu fragen.

    Ich möchte förmlich dagegen protestieren, als Schwuler mit einem Eugeniker in Verbindung gebracht zu werden.
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#16 Masun Faruq GergesAnonym
  • 16.07.2017, 11:32h
  • Nur mal zur Info: Es gibt kein "Drittes Geschlecht". Das ist eine biologistische Irrlehre. Es ist schlichtweg falsch.

    Hirschfeld wirft Zwitter, Transvestiten, Tunten und Stricher in einen Topf, und macht daraus eine Rotlicht-Reportage aus dem Nachtleben der Berliner Halbwelt.

    magnus-hirschfeld.de/publikationen/schriftenreihe-der-mhg/ba
    nd-5/


    Homosexualität ist keine biologische Kategorie. Sie ist eine Nuance der Empfindung, der Zuneigung, und der Liebe.
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#17 goddamn liberalAnonym
#18 goddamn liberalAnonym
  • 16.07.2017, 11:55h
  • Antwort auf #15 von Fredegar Mugwort
  • "Ich möchte förmlich dagegen protestieren, als Schwuler mit einem Eugeniker in Verbindung gebracht zu werden."

    Ich auch nicht.

    Aber ich werde gerne mit einem antirassist. Demokraten, frühen polit. Kämpfer gegen den Par. 175 und NS-Opfer in Verbindung gebracht. Ich habe überdies auch nichts gegen deutsche Juden (im Gegenteil!)

    Bei allem Respekt vor dem bedeutenden unpolitischen Kunstgelehrten Winckelmann:

    Ich werde ungern mit Fürstendienern und Konvertiten zum Katholizimus, der Wurzel allen homophoben Übels in Europa, in Verbindung gebracht.
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#19 Matthias WeberAnonym
#20 TheDadProfil

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