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Deutliches Interview

Kadyrow: Tschetschenisches Blut von Schwulen reinigen

In einem TV-Interview mit dem amerikanischen Sender HBO nahm der Präsident der Republik kein Blatt vor den Mund: Schwule sollten nach Kanada gebracht werden.


Das tschetschenische "Oberhaupt" Ramsan Kadyrow in dem HBO-Interview. Bislang sah die russische Politik über jahrelange Menschenrechtsverletzungen des "Statthalters" in Grosy hinweg.

Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow hat in einem Interview mit dem US-Sender HBO erneut eine Verfolgung von Schwulen in der autonomen russischen Republik abgestritten.

Auf die Frage des Sportjournalisten David Scott, was er zur berichteten Verschleppung und Folter schwuler Männer in Tschetschenien sagen wolle, meinte der 40-Jährige: "Warum ist [der Journalist] hierher gekommen? Was ist der Sinn dieser Fragen? Das ist Schwachsinn. Wir haben hier keine dieser Leute. Wir haben keine Schwulen. Wenn es welche gibt, bringt sie nach Kanada. Gott sei gepriesen. Bringt sie sehr weit weg von uns, so dass wir sie nicht hier zu Hause haben. Um unser Blut zu reinigen: Wenn es hier irgendwelche gibt, nehmt sie."

Der in die tschetschenische Hauptstadt Grosny gereiste Scott wollte in einer Nachfrage wissen, ob es Kadyrow nicht besorge, wenn er die Berichte junger Männer über tagelange Folter lese, auch aus Sicht von Recht und Gesetz in seiner Republik. Diese Männer seien "Teufel", so Kadyrow. "Sie stehen zum Verkauf. Sie sind keine Menschen. Gott soll sie für das verdammen, was sie uns vorwerfen. Sie werden sich vor dem Allmächtigen dafür verantworten müssen."

Twitter / yashar | Einer der vorab veröffentlichen Ausschnitte des Kadyrow-Interviews von HBO Real Sports

In einem weiteren vorab verbreiteten Interviewausschnitt bedrohte Kadyrow die USA, die eine anti-russische Politik betrieben: "Sie wissen, dass ich bereit bin, mein Leben für Russland zu geben, und dass ich eine gute Armee habe, die fähig ist, zu attackieren und zu verteidigen. Wir werden sehen, wie die Dinge für jeden laufen werden."

Amerika sei "nicht stark genug", um als Feind Russlands zu gelten, so Kadyrow. "Wir haben eine starke Regierung und Atomwaffen. Selbst wenn unsere Regierung komplett zerstört würde, würden automatisch Atomraketen abgefeuert. Wir werden die ganze Welt in die Knie zwingen und sie von hinten ficken."

Erstes westliches TV-Interview seit Jahren

Grund des makabren Interviews für die HBO-Sendung "Real Sports" ist die Begeisterung des Präsidenten für den Kampfsport Mixed Martial Arts – Kadyrow promotet den Sport in seiner Region und ließ, unter Protest des russischen Sportverbands, zu seinem letztjährigen Geburtstag einen Wettkampf im Fernsehen übertragen, an dem sogar drei acht- bis zehnjährige Söhne des Präsidenten teilnahmen.

Direktlink | Der Trailer für die Sendung

Das Interview, das erste von Kadyrow mit einem westlichen Medium seit Jahren, soll am 18. Juli ausgestrahlt werden. Zusammen mit dem Magazin "Vice" hatte der Pay-TV-Sender HBO vor einigen Wochen bereits eine Reportage aus einem außergesetzlichen Gefängnis in Tschetschenien veröffentlicht, in dem schwule Männer gefoltert worden sein sollen (queer.de berichtete). Die Verantwortlichen vor Ort stritten das ab.

Auch Kadyrow selbst hatte die Verfolgungswelle mehrfach abgestritten. Unter Tschetschenen habe es nie Homosexuelle gegeben, sagte er im Mai: "Es sei denn, wir sprechen von denen, die sich so bezeichnen, damit sie in den Westen gehen können" (queer.de berichtete). Zu den ersten Berichten über die Verschleppungen sagte seine Sprecher: "Du kannst keine Personen verhaften oder unterdrücken, die in der Republik nicht existieren. Falls solche Menschen in Tschetschenien existieren würden, hätten ihre Verwandten sie zu einem Ort geschickt, von dem sie nicht zurückkehren können" (queer.de berichtete).

Direktlink | In eine Notunterkunft des LGBT Network in Moskau geflüchtete Schwule aus Tschetschenien im Gespräch mit "France 24"

Nach Berichten des russischen LGBT Network wurden im Frühjahr mehrere hundert Männer in Tschetschenien wegen vermuteter Homosexualität durch Sicherheitskräfte verschleppt und in sechs außergesetzlichen Gefängnissen gefoltert. Mindestens sechs Männer wurden durch die Beamten oder durch Verwandte getötet. Nach einem zwischenzeitlichen Stopp der Verschleppungen gab es zuletzt Meldungen über erneute Festnahmen.

Mehr zur aktuellen Lage in Tschetschenien in dem gestrigen Bericht: Tschetschenien: Volker Beck ermahnt russischen Außenminister. (nb)

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#1 Crikkie
  • 15.07.2017, 12:51h
  • "Wir werden die ganze Welt in die Knie zwingen und sie von hinten ficken."

    Na, Ramsan, ein erster, zaghafter Versuch eines Coming Outs?
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 Patroklos
#4 KotzAnonym
#5 Augen aufAnonym
  • 15.07.2017, 13:40h
  • Oh je, der Mann hat wohl einen starken Fall von Realitätsverlust.
    Solchen Menschen ist doch nicht mehr zu helfen, machen auch noch einen auf religiös und sprechen von "Gott wird sie richten" aber fragen sich nicht, ob sie selbst etwas machen, wofür sie gerichtet werden könnten.
    Religion war mir schon immer schleierhaft, jeder legt sie sich so zurecht wie sie den eigenen Motiven dienlich ist.
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#6 monchichiAnonym
  • 15.07.2017, 13:43h
  • Na ich denke mal das der schwule westen wenn er den wirklich wollte kurzen prozess machen kann mit dieser bande psychisch gestörter massenmörder ..sollte es mal wirklich heiss werden..wirds auch für die gönnende kreml bande weiter nördlich brenzlig.

    Ach ja,und dieses blut kann man nicht mehr reinigen ,das ist schon so schwarz und voller psycho toxine das die schiere abgrundtiefe schwärze diese klebrige flüssigkeit zum kochen bringt..
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#7 VögelchenAnonym
  • 15.07.2017, 14:05h
  • Empathieunfähigkeit, aggressives Imponiergehabe, extrem normierendes Denken, sexualisierung von Gewalt - Kadyrow ist ein Musterbeispiel für das, was man "toxische Männlichkeit" nennt. Es fehlt noch die aggressive Abwertung von Frauen bzw. Weiblichkeit, aber wenn man nachfragte, wäre die mit sicherheit auch mühelos abrufbar.

    Solche Männer richten schon in ihrem persönlichen Umfeld unendlich viel Schaden an. Aber wenn sie in der Politik landen und auch noch genug Unterstützung von Gleichgesinnten haben, dann können sie ganze Gesellschaften in den Abgrund reißen. Es ist leider nichts neues, aber immer wieder schockierend, das zu beobachten.
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#8 Olivier PouchardAnonym
  • 15.07.2017, 14:15h
  • Antwort auf #6 von monchichi
  • Bereits in der Ilias (I. Gesang, Vers 103f) wird dieses Bild verwendet:

    ... und es schwoll der Zorn und füllte das Zwerchfell
    Ganz schwarz an, seine Augen glichen dem lodernden Feuer.

    Dabei gibt es seit Jahrhunderten die Überlegung, ob die Schwärze, die das Zwerchfell auffüllt, als Metapher zu verstehen ist, oder von einer Alltagserfahrung herrührt, indem man Leuten halt ab und an den Bauchraum geöffnet hat, um nachzuschauen, was dann passiert.

    Der eine weiss also, wovon er spricht, der andere spricht in Bildern. Und manchmal deckt sich das auch.

    Aber was meint der Herr nun mit der Aussage:

    Wir werden die ganze Welt in die Knie zwingen und sie von hinten fi**en.

    Ist das ein klammheimlicher Neid, eine Sehnsucht nach Analverkehr?

    Sozusagen eine Propagierung nicht-traditioneller Beziehungen?

    Denn soweit ich das nun verstehe, bewirbt dieser Herr Analverkehr als etwas ganz und gar interessantes und wünschenswertes. Und da mag er ja Recht mit haben.

    Nur ich fürchte, das ist illegal in Russland, und er wird dafür ins Zuchthaus müssen.
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#9 daVinci6667
  • 15.07.2017, 14:35h
  • "Sie sind keine Menschen. Gott soll sie für das verdammen, was sie uns vorwerfen. Sie werden sich vor dem Allmächtigen dafür verantworten müssen."

    "Wir werden die ganze Welt in die Knie zwingen und sie von hinten ficken."

    Der Typ ist voll von selbstunterdrücktem homosexuellem Verlangen und hat Angst vor imaginären Westen! Ein Fall für die Psychiatrie. Trotzdem bitte keine mildernden Umstände. Für das Unvorstellbare was er LGBTI antut gehört der für immer weggesperrt!
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#10 easykeyProfil
  • 15.07.2017, 14:52hLudwigsburg
  • "Sie wissen, dass ich bereit bin, mein Leben für Russland zu geben, ......." -->> bitte recht zeitnah!
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