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Polizeibericht

Schwules Paar in Neukölln angegriffen

Fünf Jugendliche hatten die Männer auf der Leinestraße zunächst beleidigt und dann einen 42-Jährigen körperlich attackiert.


Eine Gruppe unbekannter Jugendlicher hat am Sonntagabend in Berlin-Neukölln ein schwules Paar schwulenfeindlich beleidigt und dann angegriffen. Ein 42-Jähriger wurde dabei leicht verletzt, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte.

Der Mann war demnach am Sonntagabend gegen 19 Uhr mit seinem Partner auf der Leinestraße unterwegs, als die beiden aus einer Gruppe von fünf Jugendlichen heraus beleidigt wurden. Auf die Frage, was das Problem sei, hätten zwei Jugendliche mit Schlägen auf den 42-Jährigen reagiert. Zeugen eines nahegelegenen Imbisses gelang es, die Täter zunächst in die Flucht zu schlagen.

Wenige Zeit später traf das Paar erneut auf die Gruppe. Wie die Polizei vermerkt, hätten dieselben zwei Jugendlichen erneut auf den 42-Jährigen eingeschlagen, bevor sie in Richtung Tempelhofer Flugfeld endgültig flüchteten.

Wie bei Taten mit einem möglichen homofeindlichen Motiv üblich, hat der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Die Polizei verweist auf Zeugenangaben, wonach die mutmaßlichen Täter türkisch gesprochen hätten.

Berlin gehört zu den wenigen Städten, die mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnen und die Taten publik machen. Die Staatsanwaltschaft besitzt eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Am Wochenende fand in Berlin das jährliche Lesbisch-Schwule Stadtfest rund um den Nollendorfplatz in Schöneberg statt; Wirte rechneten wie in den Vorjahren mit rund 350.000 Besuchern. Am Samstag feiert die Szene den diesjährigen Christopher Street Day.

Vergangenen November hatte die Berliner Polizei anlässlich der Verleihung des Respektpreises ihre aktuelle vorläufige Statistik homophober und transphober Straftaten vorgestellt (queer.de berichtete). Für Januar bis Oktober 2016 wurden demnach 113 Vorfälle statistisch erfasst. Das bedeutete einen leichten Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, in dem 107 Straftaten gemeldet worden waren. Im Mai hatte das Beratungstelefon Maneo zugleich seine Statistik vorgelegt, die auch wegen anderer Zählweise mehr Taten erfasst und für das gesamte Jahr 2016 291 Fälle erfasste (queer.de berichtete). Ein Jahr zuvor war es auf 259 Taten gekommen. (cw)

Artikel nachträglich um zusätzliche Details ergänzt



#1 DrakeAnonym
  • 17.07.2017, 09:41h
  • Ich finde super, dass Berlin mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnt und die Taten publik macht. Hoffentlich würden alle Städte es machen.
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#2 Patroklos
  • 17.07.2017, 09:42h
  • Wer als schwuler und lesbischer Tourist demnächst einen Aufenthalt in Berlin plant, sollte diesen gleich wieder stornieren! Solche Verbrechen schaden der deutschen Hauptstadt!
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#3 Sven100Anonym
  • 17.07.2017, 10:20h
  • Wieder haben "Jugendliche" ein schwules Paar überfallen, diesmal waren die Angreifer in einer Gruppe von fünf Personen.
    Diese "Jugendlichen" sind nur stark in der Gruppe. Wenn sie allein sind, trauen sie sich nicht, Schwule anzugreifen.
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#4 TheDadProfil
  • 17.07.2017, 10:31hHannover
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • ""Wer als schwuler und lesbischer Tourist demnächst einen Aufenthalt in Berlin plant, sollte diesen gleich wieder stornieren! ""..

    Weil, wer nicht dahin fährt, kann dann auch nicht überfallen werden ?

    Solche Postings schaden vor allem der Sichtbarkeit !

    Zusätzlich sind sie schlichtweg eine dumme Idee..
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#5 Homonklin44Profil
  • 17.07.2017, 11:04hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Na ja, zumindest sollte man Warnhinwese darauf hin ausgeben, dass Schwule und Lesben als Berlinbesucher*innen möglicherweise einer höheren Gefahr durch homophobe Anteile der Bevölkerung ausgesetzt sind.

    Sowas macht man doch für Urlauber auch über Länder mit erhöhtem Gefahrenpotenzial. Siehe die Threads über das Ungleichgewicht zwischen Empfehlungen für Reisende versus Abschiebeverhalten gegenüber GLBTIQ-Flüchtlingen.

    Allerdings glaube ich nicht, dass das nur speziell Berlin betrifft. Da wird es nur differenziert, mit welchen Merkmalen Übergriffe auffallen. In anderen Städten macht man das wohl nicht. Beleidigt und angegriffen werden wahrscheinlich ähnlich viele Leute in Köln, FFM und HH (?)
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#6 HinnerkAnonym
  • 17.07.2017, 11:18h
  • Die Politik MUSS endlich aufwachen.

    So kann und darf es nicht weitergehen.

    Wie der Staat tatenlos zusieht, statt die erforderlichen Gegenmaßnahmen (härtere Strafen bei homo- und transphober Gewalt, besserer Diskriminierungsschutz, mehr Aufklärung an Schulen, etc.) zu ergreifen, muss man schon als Staatsversagen bezeichnen.
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#7 TheDadProfil
  • 17.07.2017, 11:24hHannover
  • Antwort auf #5 von Homonklin44
  • ""Na ja, zumindest sollte man Warnhinwese darauf hin ausgeben, dass Schwule und Lesben als Berlinbesucher*innen möglicherweise einer höheren Gefahr durch homophobe Anteile der Bevölkerung ausgesetzt sind.""..

    Das halte ich für "Berlin-schädigend", denn die Tatsache daß Berlin solche Überfälle veröffentlicht und andere Städte nicht, führt dazu Berlin als "gefährlichen Ort" zu Brandmarken, während die vermeintlich "sicheren Städte" schlichtweg auf dem Unwissen beruhen, daß man absolut nichts über derlei Überfälle erfährt..

    Ich halte es für durchaus möglich daß in Städten wie Hamburg, Hannover, Krefeld oder Dortmund ähnlich viele Übergriffe vorkommen..
    Nur erfahren wir nichts von diesen Übergriffen..

    Darüberhinaus bleibe ich bei der Auffassung daß zunächst jeder für seine Sicherheit etwas tun kann :
    Das Handy ist zum telefonieren da, und nicht um damit Online zu sein..
    Die Polizei kann JEDER anrufen, das kostet nicht einmal etwas..
    Und jeder kann einen Kurs zur Selbstverteidigung machen..
    Dort lernt man dann auch deeskalierendes Verhalten..
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#8 UrberlinerAnonym
  • 17.07.2017, 12:22h
  • Antwort auf #5 von Homonklin44
  • Berlin ist eine große Stadt, einzelne Bezirke sind so groß wie in anderen deutschen Regionen ganze Städte.

    Wer von Neukölln spricht, muss sich bewusst machen, dass er grad ein Äquivalent von Marxloh vor Augen hat, nur dass es 160 Mal mehr Leute sind, die in Neukölln wohnen.

    Man sollte echte Großstädte nirgends auf der Welt naiv betrachten.
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#9 Paulus46Anonym
  • 17.07.2017, 13:34h
  • Antwort auf #1 von Drake
  • "Ich finde super, dass Berlin mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Taten gezielt in ihren Berichten erwähnt und die Taten publik macht. Hoffentlich würden alle Städte es machen."

    --> Ja das stimmt. Wichtig wäre, wenn zumindest die ZEHN größten Städte sowie übergreifend das Ruhrgebiet ebenso wie Berlin die Taten in den Polizeiberichten gezielt publik macht. DAS ist auch eine Forderung, die seit Jahren in Hamburg, in Frankfurt, oder auch in Köln erhoben wird, aber es geschieht leider dort nicht.

    Und so erfahren wir von dem Ausmaß der homo- und transphoben Übergriffe in den Medien kaum etwas, die vorwiegend in den Großstädten geschieht, wo die LGBT-Community Ihren Schwerpunkt hat und die Mehrheit der LGBT-Personen in Deutschland wohnt.

    So beobachte ich schon seit Jahren, das in meinem schwulen/lesbsichen Bekannten- und Freundeskreis, die in ländlichen Regionen wie dem Münsterland, dem Oldenburgerland, dem Emsland, dem Tecklenburgerland, oderOstfriesland in Niedersachsen und in NRW wohnen, Berichte zu antischwuler Gewalt oder einem "Anspucken" durch Passanten so gut wie überhaupt nicht vorkommen und niemand mir solche Vorfälle beschreibt/erzählt, obgleich ich als Kind vom Lande gerade über viele schwule/lesbische Freunde in ländlicher Region verfüge.

    Demgegenüber erreichen mich gerade aus den Großstädten und aus dem Ruhrgebiet seit Jahren solche Berichte über antischwuler Gewalt und sie scheinen auch häufiger in den letzten paar Jahren geworden zu sein. Das Klima in den Großstädten verroht nach meiner Überzeugung und leider wird diese Entwicklung in den Großstädten NICHT entsprechend von Verantwortlichen und Medien der LGBT-Szene, die dies Thema eigentlich mitbekommen müßten, berichtet. So findet bei Maenner.de oder Siegessaeule kaum eine Berichterstattung zu homo-transphober Gewalt statt. Hier bei der Queer geschieht es schon etwas mehr, aber die Wahrheit ist, dass die allermeisten trans-/homophoben Gewaltdelikte medial/politisch in keiner Weise berichtet, thematisiert und politisch aufgearbeitet werden und so bleiben die Opfer trans-/homophober Gewalt inden Großstädten "allein" mit Ihrer Erfahrung zurück.
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#10 Paulus46Anonym