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Tschetschenien

Ronaldinho posiert mit Kadyrow

Die brasilianische Fußballlegende hat offenbar keine Berührungsängste mit Homo-Hassern: Trotz Berichten über die Verfolgung und Ermordung Homosexueller in Tschetschenien lässt sich Ronaldinho mit dem Despoten aus Grosny ablichten.


Deses Bild von sich mit dem Despoten, der sein Land von schwulem Blut reinigen möchte, veröffentlichte der Fußballer in sozialen Netzwerken (Bild: Facebook / Ronaldinho)

Der 37-jährige Fußballstar Ronaldinho hat für Empörung gesorgt, weil er am Sonntag in seinen Kanälen in sozialen Netzwerken ein Bild mit dem tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow veröffentlicht hat, auf dem beide lächelnd posieren. So kritisierten viele Fans den Eintrag bei Facebook ("Sehr gut von allen hier in Grosny empfangen") mit deutlichen Worten: "Schande über dich. Du weißt doch, dass er der Präsident ist, der Schwule misshandeln und töten lässt", schrieb ein Kommentator. "Nein, Ronnie, was tust du denn?", fragte eine Person.

Unklar bleibt, ob Ronaldinho von der Verfolgung Homosexueller in der russischen Teilrepublik weiß, über die es seit Monaten Meldungen in den Medien welteit gibt. Anfang April hatte die russische Zeitung "Novaya Gazeta" über die Verschleppung von Schwulen durch Sicherheitskräfte berichtet. Demnach seien die Männer in inoffiziellen Gefängnissen festgehalten und gefoltert worden, einige sei durch die Prozedur gestorben oder durch Verwandte getötet worden. Im Juni veröffentlichte das Magazin "Vice" eine Video-Reportage aus einem der Gefängnisse (queer.de berichtete).

Kadyrow selbst hatte die Verfolgungswelle mehrfach abgestritten, aus seiner Homophobie aber nie einen Hehl gemacht. Zuletzt veröffentlichte der US-Sender HBO am Wochenende Ausschnitte aus einem Interview mit dem Autokraten, in dem er die Existenz von Homosexuellen in seinem Reich abstritt (queer.de berichtete). So sagte er: "Wir haben keine Schwulen. Wenn es welche gibt, bringt sie nach Kanada. Gott sei gepriesen. Bringt sie sehr weit weg von uns, so dass wir sie nicht hier zu Hause haben. Um unser Blut zu reinigen: Wenn es hier irgendwelche gibt, nehmt sie." Die russische Zentralregierung hat Kadyrow hinter sich: Am Montag erklärte ein Kreml-Sprecher, die Worte des tschetschenischen Präsidenten seien nichts Ungewöhnliches und würden oft von manchen Medien aus dem Zusammenhang gerissen.

Ronaldinho warb für Achmat Grosny

Derzeit macht Ronaldinho eine Werbetour durch mehrere Länder. Laut brasilianischen Medien war er persönlich von Kadyrow nach Grosny eingeladen worden, um dort für das Team Achmat Grosny zu werben (der Verein ist nach Kadyrows Vater Achmat Kadyrow benannt, der ebenfalls Präsident Tschetscheniens war und 2004 bei einem Bombenanschlag starb). Am Sonntag war Ronaldinho Ehrengast bei einem Spiel des Vereins, der in der ersten russischen Liga spielt.


Andere Bilder zeigten Ronaldinho auch mit dem tschetschenischen Parlamentssprecher Magomed Daudow, dem die "Novaya Gazeta" unter Berufung auf Augenzeugen vorwarf, bei der Folter schwuler Männer anwesend gewesen zu sein und diese angeordnet zu haben (queer.de berichtete) – er hatte zu den Berichten gesagt, dass er Homosexuelle verachte, ihnen aber nichs tue (queer.de berichtete).

Während seiner aktiven Laufbahn gewann Ronaldinho praktisch alles, was man im Fußball gewinnen gewinnen kann: So wurde er mit Brasilien 2002 Weltmeister, mit dem FC Barcelona holte er 2006 die Champions-League-Trophäe, zudem war er mehrfach Weltfußballer des Jahres.

Kadyrow lässt sich gerne mit Prominenten ablichten. So besuchte vor vier Jahren auch der französische Filmstar Gérard Depardieu Grosny und sprach gar davon, dort einen Film zu drehen. (dk)



#1 ThorinAnonym
#2 ThorinAnonym
#3 wiking77
  • 17.07.2017, 18:50h
  • ... ein Glück, dass es nicht Ronaldo ist. Sonst hätte Ramzanlein den vermutlich nie wieder gehen lassen.
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#4 Roman BolligerAnonym
  • 17.07.2017, 19:46h
  • Darf man jetzt sagen, dass Ronaldinho zu wenig intelligent ist, um zu verstehen, was er da tat?
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#5 orchidellaProfil
  • 17.07.2017, 19:49hPaderborn
  • Depardieus Fimprojekt ist zwischenzeitlich gestorben. Die zur Schau gestellte Kumpanei mit Kayrow fand abrupt ihr Ende, als Kadyrow davon erfuhr, dass Depardieu sich als Zehnjähriger von Männern aushalten ließ (in seiner 2015 erschienenen Autobiographie «Ça cest fait comme ça» («Es kam so») schreibt er: «Es war für mich klar, dass Homosexuelle mich anziehend fanden. Wenn sie mich nach Sex fragten, fragte ich nach Geld.»)

    Seitdem soll Funkstille zwischen den beiden in gemeinsamer Putinverehrung verbundenen Männerfreunden herrschen, obschon Kadyrow Steuerflüchtling Depardieu eine Wohnung in Grosny City schenkte. Tja, foltern und morden (lassen) kann der Kalif von Grosny , aber bei Schwulen kriegt er Panikattacken.
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#6 Eigene_GalaxyAnonym
  • 17.07.2017, 20:45h
  • Das Problem ist, dass Prominente meistens in ihrer eigenen Galaxy schweben und völlig den Blick für andere verlieren. So nach dem Motto:
    «Zuerst komme ich, dann lange nichts und dann....»

    Es ist gut möglich, dass einige tatsächlich nicht wissen, was eigentlich genau in Tschetschenien passiert ist und/oder immer noch passiert.
    Und manche wissen es und sie denken, es würde jajsie sie persönlich nicht betreffen.

    Wie auch immer: ich ananwürde dieser Stelle würde mich zuerst informieren, bevor mich jemand zum Photo-Shooting einladen würde. Ich würde schon wissen wollen, neben wem ich mich ablichten lasse.
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#7 Eigene_GalaxyAnonym
#8 HinnerkAnonym
  • 18.07.2017, 10:47h
  • Wer freudestrahlend mit Faschisten und Diktatoren posiert, ist entweder sehr dumm oder sehr naiv oder er ist selbst ein Faschist.
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#9 AmurPrideProfil
  • 18.07.2017, 11:14hKöln
  • Da kann man wieder einmal sehen wohin zu viele Kopfbälle schon mit 37 Jahren führen können! (Ironie off)
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#10 SchwimmerAnonym
  • 18.07.2017, 13:12h
  • Ballaballa durch Kopfball:

    "Fußballprofis köpfen in ihrer Karriere tausende Male, nicht nur während eines Spiels, sondern vor allem während der Trainingseinheiten. Schon bei Nachwuchstalenten konnten wir nachweisen, dass sich die weiße Substanz des Gehirns im Vergleich zu Schwimmern verändert hatte. [...] Es zeigte sich, dass mit zunehmendem Alter bei Fußballern die graue Substanz in großen Arealen des Gehirns deutlich abgenommen hatte [...]"

    www.spektrum.de/news/wie-gefaehrlich-sind-kopfbaelle-fuer-da
    s-gehirn/1400420
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