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Homo- und Transphobie aus Neukölln

Heinz Buschkowsky: Keine "Arbeitergroschen" für Queer-Politik

In seiner neuen "Bild"-Kolumne pöbelt der SPD-Politiker und ehemalige Berliner Bezirksbürgermeister gegen Unisex-Toiletten und "Bi-Straßen".


Durch markige und rechte Sprüche bundesweit bekannt: Heinz Buschkowsky war von 1991 bis 1992 und erneut vom 2001 bis 2015 Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln (Bild: Christliches Medienmagazin pro / flickr)

Der ehemalige Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln Heinz Buschkowsky hält weder etwas von Straßenbenennungen nach LGBTI-Persönlichkeiten noch von Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden. "Ätzend, dass wir diesen Unsinn finanzieren", titelt der SPD-Politiker seine neue wöchentliche Kolumne in der "Bild"-Zeitung – wobei ein Johanna-Elberskichen-Weg sicher genauso viel kosten würde wie der im April eingeweihte Günter-Pfitzmann-Platz.

Der 67-Jährige diffamiert Homosexualität in seinem Text als "Sexualpraxis", für die man sich quasi schämen müsste. Denn lesbische oder bisexuelle Persönlichkeiten der Geschichte, die sich etwa für Emanzipation und gleiche Rechte engagierten, mit "sexualisierten Straßennamen" zu outen, sei pietätlos, so Buschkowsky. Wörtlich schreibt er:

"Ich frage mich allerdings, wie ich denn einen Straßennamen 'Elke Mustermann' einer bestimmten Sexualpraxis zuordnen kann. Wenn man diese Neigungen von Menschen öffentlich sichtbar machen will, dann muss man sie konsequenterweise dem Straßennamen durch eine beschreibende Unterzeile hinzufügen. Also etwa: 'Elke Mustermann, bisexuell'. Ob das im Sinne der betroffenen verstorbenen Frauen ist, wage ich schwer zu bezweifeln. Aber was gilt schon Pietät."

Auch für die von Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) geplante Umwidmung einiger Behörden-Klos zu Unisex-Toiletten (zum Preis von jeweils 500 Euro) hat Buschkowsky nur Spott übrig – und hetzt dabei "Arbeiter" gegen Trans- und Intersexuelle auf, deren Diskriminierung durch die Maßnahme abgebaut werden soll:

"Tja, die Berliner Politik lässt nichts aus, was die Entwicklung der Menschheitsgeschichte voranbringt. Da sperrt sie sich auch nicht gegen äußerst drängende Probleme. Dass wir diesen Unsinn aber mit Arbeitergroschen finanzieren, ist echt ätzend."

Dass LGBTI auch Steuern zahlen (und dabei selbst Arbeiter sein können), hat Heinz Buschkowsky sicher übersehen…

Der SPD-Politiker, der von 1991 bis 1992 und erneut vom 2001 bis 2015 Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln war, torpediert mit seiner Kolumne gezielt die Queer-Politik des rot-rot-grünen Senats, der Berlin zur "Regenbogenhauptstadt" machen will (queer.de berichtete). Mit umstrittenen Äußerungen zu Islam und Integration stellte der Sprücheklopfer die Geduld seiner Partei schon häufig auf die Probe. Mit seiner "Bild"-Kolumne hat er nun eine neue Grenze überschritten, auf die die Sozialdemokraten reagieren müssen! (mize)



#1 Ralph
  • 19.07.2017, 11:47h
  • So ein Dummschwätzer. Was soll denn das sein, ein "sexualisierter Straßenname"? Die Wortwahl erinnert stark an Pegida, Besorgte Eltern und AfD. Dort wäre Herr Buschkowsky sicher besser aufgehoben als in der SPD. Wenn dermaleinst nach ihm eine Sackgasse in Berlin benannt wird, werden wir auf dem Zusatzschild darunter lesen können: "heterosexuell und heterosexistisch".
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#2 Tobias HerzogAnonym
  • 19.07.2017, 12:00h
  • Und wieder mal ein Beispiel für den Homo-Hass in der SPD! Es ist schlimm für die linken Aktivisten: Aber es führt kein Weg daran vorbei, dass es eine CDU-Regierung war, die den Paragrafen 175 kippte, dass es eine CDU-Regierung war, die die Homo-Ehe eingeführt hat. Dass ich nicht falsch verstanden werde, die Union hat ansonsten alles blockiert in puncto Gleichstellung. Heute kommt es einem aber gelegentlich schon etwas komisch vor, dass die Linke jeglichen Fortschritt für sich reklamiert, was sich mit den Fakten nicht immer deckt. So bestreiten ja auch viele, wer die meisten Atomkraftwerke in Deutschland bauen ließ? Richtig: Die SPD. Bemerkenswert, wenn man sich die Debatte heute beschaut.
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#3 myysteryAnonym
  • 19.07.2017, 12:13h
  • Antwort auf #2 von Tobias Herzog
  • Eine CDU-Regierung hat die Homo-Ehe eingeführt? Wovon reden Sie bitte?

    Die eingetragene Partnerschaft wurde von rot-grün gegen die Stimmen von der CDU eingeführt. Die Ehe-Öffnung wurde mit den Stimmen von SPD, Linke und Grünen gegen die Stimmen von 3/4 der Unionsabgeordneten durchgesetzt.

    Angela Merkel mag mit Ihrer schamlosen Chamäleon-Taktik den gemeinen, politisch ungebildeten Durchschnittsbürger täuschen können - ein Tobias Herzog schafft das hier auf diese Seite sicherlich nicht.
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#4 olfwobAnonym
  • 19.07.2017, 12:37h
  • Wenn man vielleicht - ich ebenfalls -bei so einigen Argumenten bezüglich Integration etc. zögernd mit dem Kopf genickt hat, zeigt sich nun, dass Menschen die sich kritisch zu Minderheiten äussern, sich in den seltensten Fällen auf eine Minderheit beschränken, sondern eigentlich früher oder später dann auch die eigene Minderheit attackieren.
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#5 LeserInAnonym
#6 vrobixAnonym
#7 stephan
  • 19.07.2017, 13:03h
  • Nur ein Sprücheklopfer ... und dass er für die Bildzeitung schreibt, zeigt sein Niveau und macht seine Meinung und seine dummen Äußerungen noch unbedeutender! Dennoch sollte die SPD schauen, wie sie solchen Typen los wird!
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#8 NichtTiboasAnonym
  • 19.07.2017, 13:06h
  • Antwort auf #2 von Tobias Herzog
  • Die CDU hat *was*????

    Du wolltest schreiben: die CDU hat in Karlsruhe gegen die "Homo-Ehe" (damit ist wohl die eingetragene Lebenspartnerschaft) geklagt (und zwar in Form des Bundeslandes Sachsen).

    Und falls du die Öffnung der Ehe meinen solltest: Das war keine CDU-Regierung, das war eine Koalitions-Regierung von CDU und sPD. Die ca. 80 Stimmen der CDU hätten bei weitem nicht ausgereicht, die Entscheidung durchzusetzen.

    Am Ende war es nich einmal eine Überzeugungshandlung, sondern strategisches Kalkül einer Bundeskanzlerin, die Bundskanzlerin bleiben will.

    Also bevor du hier Geschichtklitterung betreiben willst, bekomme erstmal deine Fakten gerade.
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#9 Benedictus
  • 19.07.2017, 13:56h
  • Meine erste Erfahrung mit einem Unisex-Klo hatte ich in NRW auf einem Autobahnparklatz. Es gab einmal eine Tür zu dem Bereich fürs Sitzen, der war für Frauen und Männer freigegeben. Und dann gabs die Tür zu dem Bereich der Urinal-Kabinen. Der war nur für Leute, die im Stehen Pinkeln können.

    Ich habe noch nie so saubere, öffentliche Autobahnklos gesehen wie diese. Sowohl im Bereich für das Stehen als auch für den Bereich fürs Sitzen. Haben die gut umgesetzt.
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#10 orchidellaProfil
  • 19.07.2017, 16:01hPaderborn
  • Merkwürdig nur, dass die Fraktion seiner eigenen Partei Anfang 2015 den Vorstoß unternahm, eine Straße oder einen Platz im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach einer LSBTI-Person zu benennen. Dieses Vorhaben scheiterte daran, dass auf absehbare Zeit keine neuen Straßen und Plätze geplant seien und eine Umbenennung vorhandener zu Ärger mit den betroffenen Anwohner*innen führen könnte, deren Amschrift dann wechseln würde

    www.berliner-woche.de/friedrichshain/politik/wuerdigung-eine
    s-lsbti-repraesentanten-muss-warten-d70203.html


    An diesem Sachverhalt wird sich kaum etwas geändert haben. Viel Geschrei um nichts, so ordne ich auch die Polemik gegen all gender-Toiletten ein: Immerhin
    haben schon im Januar 2015 alle Fraktionen im Abgeordnetenhaus, die der SPD eingeschlossen, den Senat aufgefordert, die Einrichtung von Unisex-WCs zu prüfen.

    Was spricht gegen Unisex-Toiletten? Sie sind praktisch und bei der Neuerrichtung von öffentlichen Gebäuden auch kostensparend. Regt sich jemand darüber auf, dass sie/er das Klo mit allen bedürftigen Mitreisenden teilen muss?

    Und was die «Arbeitergroschen» angeht, da würde mir als SPD-Poliker*in eher Sorgen machen, dass allein die Instandhaltung der BER-Baustelle monatlich 10 bis 13 Mio. EUR kostet (nicht eingerechnet die entgangenen Mieteinnahmen). Damit könnten 12.600 zusätzliche Kita-Plätze voll finanziert werden.

    Statt dessen soll der «Volkszorn» auf lächerliche einmalige 500 EUR Umrüstungskosten für eine öffentliche Toilettenanlage umgelenkt werden.

    Dass sich ein namhafter SPD-Politiker für eine derart billige populistische Augenwischerei hergibt, wirft ein trauriges Licht auf den Zustand dieser Partei.
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