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Vorurteile

US-Abgeordneter vergleicht Trans-Soldaten mit kastrierten Sklaven

Mit teils absurden Argumenten verzögert die amerikanische Politik die von der Obama-Regierung beschlossene Eingliederung von Transsexuellen ins Militär.


Der Republikaner Steve King gilt als einer der schärften LGBTI-Gegner im US-Parlament – und schießt sich jetzt auf transsexuelle Soldaten ein (Bild: US Congress)

In den USA dürfen noch immer keine Transsexuellen in die Streitkräfte rekrutiert werden, obwohl der frühere Verteidigungsminister Ashton B. Carter bereits vor über einem Jahr das Ende des Trans-Verbots im US-Militär angeordnet hatte (queer.de berichtete). Ende Juni hatte der von Donald Trump ernannte neue Pentagon-Chef Jim Mattis angekündigt, ein Aufnahmeverbot für Transsexuelle bis zum 1. Januar 2018 aufrecht zu erhalten.

Widerstand gegen die Öffnung kommt insbesondere von LGBTI-feindlichen Politikern, die bereits bei der Debatte um die Aufhebung von "Don't ask, don't tell" im Jahr 2011 davor gewarnt hatten, dass Homosexuelle die Schlagkraft des Militärs beschädigen würden. So warf der Kongressabgeordnete Steve King bei einer Rede im Parlament Befürwortern der Integration von Transsexuellen ins Militär vor, ein "gesellschaftliches Experiment" am "großartigsten Militär in der Geschichte der Welt" vorzunehmen. In der Rede verglich der Parlamentarier aus Iowa Transsexuelle mit kastrierten Sklaven, die in der osmanischen Armee des 16. und 17. Jahrhunderts gedient haben sollen. "Sie waren geeignet für einen Harem, aber sie hatten nicht das Testosteron, um zu kämpfen", so King.

Direktlink | Steve Kings Rede über Trans-Soldaten

Auch Militärs halten an Trans-Verbot fest

Widerstand kommt auch direkt aus dem Militär: Bei einer Anhörung im Senat erklärte etwa der hochrangige Luftwaffen-General Paul Selva, dass die Wissenschaft beim Thema Transsexualität einfach noch nicht so weit sei. Die Entscheidung, das Trans-Verbot vorübergehend beizubehalten, sei zurückzuführen auf unterschiedliche Ansichten, "wie psychische Gesundheitsfürsorge und die Hormontherapie für Transpersonen die medizinischen Probleme, die mit Geschlechtsdysphorie zusammenhängen, lösen können", so Selva nach Angaben der "Military Times".

Der Soziologieprofessor Aaron Belkin, der sich seit längerem mit LGBTI in den Streitkräften beschäftigt, beschuldigte dagegen das Militär, aus politischen Gründen die Wissenschaft zu ignorieren. "Es gibt keinen wissenschaftlichen Disput", so Belkin. "Das sind die selben bestürzenden Kommentare, die wir über Schwule und Lesben während der 'Don't ask, don't tell'-Debatte gehört haben." Es gebe einen globalen medizinischen Konsens, dass Geschlechtsanpassungen sicher und effektiv durchgeführt werden könnten.

Tatsächlich hatten Militärs Anfang des Jahrzehnts davor gewarnt, dass die US-Streitkräfte durch die Aufhebung des Homo-Verbots erheblich beschädigt werden könnten: General James Amos behauptete etwa, dass Schwule und Lesben in Kampfhandlungen ihre heterosexuellen Kameraden ablenken würden. Ein anderer General sagte, Schwule würden HIV einschleppen. Bislang ist freilich keine der Befürchtungen eingetreten.

Andere Länder haben mit transgeschlechtlichen Soldaten weniger Probleme als die USA: So wurde im vergangenen Jahr bekannt, dass das britische Militär mit Chloe Allen erstmals eine Trans-Frau an der Front einsetzt (queer.de berichtete).

Auch in der Bundeswehr dürfen Transsexuelle dienen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stellte erst Anfang des Jahres bei einem LGBTI-Workshop fest, dass Vielfalt die Streitkräfte stark mache. "Deswegen werben wir ja mehr denn je um Talente. Und ob sie nun schwul, lesbisch, transsexuell oder heterosexuell sind, sie sind uns mit ihrem Können willkommen", so die CDU-Politikerin (queer.de berichtete). (dk)



#1 herve64Profil
  • 19.07.2017, 21:48hMünchen
  • Als ob das nicht vollkommen unerheblich ist, welche sexuelle Identität die soldatische Person hat, die z. B. einen kopfabschneidenden Taliban-Anhänger killt! *augenroll!
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#2 agneta
  • 20.07.2017, 15:21h
  • King hatte sich auch gegen die Hilfe von Opfern des Hurrikans Catrina ausgesprochen. Dieser ungediente Collegeboy, der sich hauptsächlich mit Landwirtschaft beschäftigt, kennt offensichtlich weder Kristin Beck ( Navy Seals ) noch Jennifer Pritzker ( 82. Airborne ). Kümmer dich um Zuckerrüben!
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