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Homophober Evolutionsbiologe verteidigt sich

Professor Kutschera: Homosexuelle nur zu "a-sexuellen Eros-Handlungen" fähig

Der Evolutionsbiologe hält an seinen homophoben Thesen fest, während die Universität Schritte gegen den Professor prüft.


Ulrich Kutschera glaubt, dass nur "heteronormale" Menschen heiraten sollten, weil nur sie Sex haben könnten (Bild: Screenshot 3sat)

Der umstrittene Kasseler Professor Ulrich Kutschera hat in einer Stellungnahme für die "Hessische Niedersächsische Allgemeine" seine homofeindlichen Aussagen verteidigt. Der Evolutionsbiologe hatte für Aufregung gesorgt, als er die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in einem Interview für das katholische Portal kath.net scharf kritisiert und behauptet hatte, dass wegen des Adoptionsrechts für Schwule und Lesben "schwerster Kindesmissbrauch" auf Deutschland zukomme (queer.de berichtete).

In seiner Rechtfertigung beschuldigt Kutschera erneut schwule Paare, eher Kinder zu missbrauchen als "heteronormale" Personen. Als Grund führt der Professor an, dass wenn "zwei homoerotische Männer ein genetisch fremdes Kind" adoptierten, diese nicht mit dem Kind verwandt seien – und es dadurch keine "Inzucht-Hemmung" gebe.

Als wissenschaftliche Untermauerung führt er eine Studie des amerikanischen Soziologen Mark Regnerus aus dem Jahr 2012 an, die zu dem Ergebnis kam, dass Homosexuelle generell schlechtere Eltern sind. Kritiker hatten dazu immer wieder betont, dass sich Regnerus selbst als christlichen Kämpfer gegen LGBTI-Rechte sieht, die Studie viele wissenschaftliche Mängel aufwies und außerdem von Homo-Hassern finanziert worden war (queer.de berichtete). Andere Studien kamen hingegen stets zu dem Ergebnis, dass die sexuelle Orientierung der Eltern nichts darüber aussagt, ob ein Kind gut in einer Familie aufwächst (queer.de berichtete). Als zweite "Studie" nennt Kutschera erneut den "Ärzteblatt"-Leserbrief "Gefährdung der Jungs" aus dem Jahr 2009. Autor war ein berüchtigter Heidelberger Psychiater, der die gleichgeschlechtliche Liebe für eine "sexuelle Störung" hält (queer.de berichtete).

Kutschera erklärt in seinem Artikel auch, dass Schwule und Lesben unfähig seien, Sex zu haben. Der Begriff Sex sei nur für zweigeschlechtliche Fortpflanzung zu verwenden, "während homoerotisch geborene Männer und Frauen, die keineswegs diskriminiert werden dürfen, nur zu a-sexuellen Eros-Handlungen fähig sind".

Zwei Strafanzeigen gegen Kutschera

Laut der "Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen" sind inzwischen zwei Strafanzeigen gegen Kutschera beim Polizeipräsidium Nordhessen eingegangen, die nun geprüft würden. Eine Privatperson habe Anzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung erstattet, die andere wegen Verleumdung.

Kritik gibt es auch aus der Politik: Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) nannte die Äußerungen Kutscheras am Dienstag "dermaßen abstrus", dass er eine Prüfung der Universität erwarte. Die Uni-Leitung müsse feststellen, "ob der Professor als Beamter seine Pflichten dadurch verletzt hat, dass er sich in abfälliger oder herabsetzender Weise gegen homosexuelle Menschen geäußert hat".


Wissenschaftsminister Boris Rhein macht sich offenbar Sorgen, dass Ulrich Kutschera dem Ruf der hessischen Unis schadet (Bild: Sven Teschke / wikipedia)

In einer Stellungnahme erklärte die Hochschulleitung, man dürfe sich zwar zu personalrechtlichen Fragen nicht äußern, werde aber den Sachverhalt prüfen. "Mich haben in den letzten Tagen viele kritische bis zum Teil entsetzte Reaktionen erreicht, die ich nur allzu gut nachvollziehen kann", sagte Uni-Präsident Reiner Finkeldey. "Von Mitgliedern der Universität sollen keine Äußerungen gemacht werden, von denen sich Menschen verletzt und abgewertet fühlen." Die Unileitung erinnerte an die an die "Bedeutung eines respektvollen Umgangs miteinander und an eine angemessene Wortwahl in öffentlichen Äußerungen".

Unterdessen haben am Mittwoch rund 100 Studenten mit einem Regenbogen-Picknick gegen den Professor protestiert. Sie forderten die Uni auf, ein Dienstaufsichtsverfahren gegen Kutschera einzuleiten. "Von einem Professor mit so homophoben Ansichten will ich nicht unterrichtet werden", begründete ein Student gegenüber "Spiegel Online" die Aktion. Seinen Namen wollte der Student aus nachvollziehbaren Gründen nicht nennen: "Ich habe Angst, dann durchzufallen." (dk)



#1 UndTschüssAnonym
  • 20.07.2017, 11:35h
  • Soll er doch an seinen haarsträubenden Thesen festhalten - an seinem Job wird er sich nicht mehr lange festhalten können.
    Er stellt ja schon für die Uni eine Zumutung dar. Er macht für seinen Arbeitgeber keine gute Werbung.
    Selbst das scheint er nicht zu verstehen.
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#2 Paulus46Anonym
#3 AFD-WatchAnonym
  • 20.07.2017, 12:00h
  • Die Logik seiner eigenen Aussagen lässt sie wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Und er ist so doof und merkt es noch nicht einmal!
    Jeder Student würde mit so einer Argumentationskette durchfallen!

    1. Schwule Elternpaare sollen das adoptierte Kind eher missbrauchen? Wenn man das unterstellt und weiterspinnt - welche Gefahr soll ausgehen, wenn das adoptierte Kind ein Mädchen ist?!
    Im Gegenteil, da wäre es am sichersten, da es nicht in der Hand eines heterosexuellen Stief/Adoptiv-Vaters wäre, welches das Kind ja ebenfalls begehren könnte, weil es ja "keine biologische Schranke" gibt. Nach der Logik müssten Adoptionen komplett verboten werden und nur in Ausnahmefällen an homosexuelle Paare des anderen Geschlechtes erlaubt werden! Danke für dieses PRO-Argument! Aber das hat Herr "Professor" sicher auch nicht so gemeint oder ist zu doof um es zu erkennen!

    2. Sex nicht zu Fortpflanzungszwecken ist kein Sex? Demnach kann es auch keinen sexuellen Missbrauch geben, den er hier unterstellt! Und demnach können Heterosexuelle, wenn sie verhüten, auch keinen Sex haben!
    Wieviele Kinder hat Herr "Professor" dann? 10? 20? 30? 40?
    Oder hat er etwa auch nur 2x Sex im Leben gehabt?!

    3. Demnach ist auch der Terminus "Homosexualität" obsolet. Wieso benutzt der Herr "Professor" ihn dann?

    Was hat der Typ eigentlich geraucht oder geschluckt um solch einen Schwachsinn von sich zu geben?
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#4 Martin EdenAnonym
  • 20.07.2017, 13:09h
  • Seine Kindesmissbrauch-Hysterien wurzeln sicher in einem schweren psychischen Schaden in Bezug auf Sex überhaupt. Überdies versucht er, seine wahren sexuellen Neigungen durch Hass-Elogen zu überdecken. Adoptionen gibt es seit eh und je und die "genetische Fremdheit" spielt nie eine Rolle, wenn man sein Adoptivkind liebt. Überdies gibt es in der Tat aussagefähige Studien mit einem sehr positiven Ergebnis zum Thema Kinder in Regenbogenfamilien.
    lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BM
    J-Studie.pdf,


    edoc.ub.uni-muenchen.de/9868/1/Carapacchio_Ina.pdf.
    Dass Schwule und Lesben keinen Sex haben könnten, zeigt, wie sehr von der Rolle er ist. Sein Beamtenstatus gehört aberkannt und natürlich seine Stelle an der Uni neu besetzt und er selbst in Therapie.
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#5 Julian 90Anonym
  • 20.07.2017, 13:32h
  • 1. Auch wenn Kinder keine direkten Verwandten sind, heißt das noch lange nicht, dass Schwule oder Lesben über sie herfallen.

    2. Es gibt auch Schwule und Lesben, die direkt mit Kindern verwandt sind. Z.B. durch Samenspende.

    3. Er beruft sich auf eine längst widerlegte " Studie" von Homohassern.

    4. Im Gegensatz zu seinen skurrilen Phantasien kommen alle seriösen wissenschaftlichen Studien zu dem Ergebnis, dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien genauso gut aufwachsen, wie bei Heteros.

    5. Er kann keinen einzigen empirischen Beweis für seine kruden Thesen liefern. Mit Wissenschaft hat das alles rein gar nichts zu tun.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 20.07.2017, 13:35h
  • Merke: Auch im Atheismus liegt nicht immer das Heil.

    Und: 'Wissenschaft' führt auch nicht immer zur Gerechtigkeit.

    Was sich Herr Kutschera in seinem faktenresistenten biologistischen Allmachtswahn so zusammenfaselt, ist aber schon hanebüchen.

    Es gibt weder ein biologisch begründetes Inzest-Tabu noch eine biologische Homophobie bei jungen Männern.

    Natürlich sind Homosexuelle auch nicht steril, sonst wären z. B. die Familien Mann und Wagner ja ausgestorben.

    Die Reproduktionsmedizin kommt im Kopf des Gelehrten auch nicht vor, er fantasiert lieber Menschen als kulturlose Säuger in freier Wildbahn.

    Die Diskursmacht zu definieren, was bei Mensch und Tier nun (Homo-)Sexualität ist, kommt dem 'mad scientist' Kutschera auch nicht zu.

    Sein pseudo-wissenschaftlicher Normalisierungswahn steht in der Tradition von Carl Vaernet.

    de.wikipedia.org/wiki/Carl_V%C3%A6rnet

    Spannend ist natürlich die Allianz mit kath.net.

    Was den inhumanen Biologismus einer Steckpüppchen-Ideologie angeht, sind 'katholische' Naturrechtler wie Spaemann und Ratzinger und 'wissenschaftliche' Naturfantasten wie Kutschera nämlich gar nicht so weit auseinander.
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#7 daVinci6667
  • 20.07.2017, 13:38h
  • "während homoerotisch geborene Männer und Frauen, die keineswegs diskriminiert werden dürfen, nur zu a-sexuellen Eros-Handlungen fähig sind".

    ??? Stellt sich der Herr Biologie-Professor hier tatsächlich die Frage, was Sex ist? LOL

    An und für sich, ist bereits Onanie eindeutig Sex, Herr Professor.

    Doch ich garantiere Ihnen, Sie werden sich diese Frage wirklich nie, nie mehr wieder stellen, nachdem Ihnen einer von hinten ständig sanft geile Stösse auf Ihre Prostata verpasst hat und ein anderer Sie gleichzeitig geblasen hat. Dann wissen Sie es aus eigener Erfahrung!

    Doch bitte dann auch nicht gleich wieder übertreiben und ihm nächsten Interview behaupten, die armen Heten wären alle asexuell weil sie noch nie Sex gehabt hätten. Von einem Wirrkopf wie Ihnen muss man leider alles erwarten.
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#8 Sergeja FährlichAnonym
  • 20.07.2017, 13:51h
  • Das ist ja wohl lächerlich! Von so einem Menschen würde ich auch nicht unterrichtet werden wollen...außerdem hat er wohl keine Ahnung was er da eigentlich redet. Auch in Bezug auf das Wort "asexuell". Asexuell in der Biologie heißt ungeschlechtliche Vermehrung - und die gibt es beim Menschen nicht. Asexuell als sexuelle Orientierung bedeutet keine sexuelle Anziehung zu spüren - und zwar zu niemandem. Auch hier hat dieser Prof. bewiesen, dass er überhaupt keine Ahung hat...
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#9 finkAnonym
  • 20.07.2017, 13:54h
  • Kutscheras, nennen wir es mal sehr euphemistisch: Ideen widersprechen fundamental der Logik. Er redet über Theorien, die er nicht einmal ansatzweise verstanden hat. Er verzerrt böswillig und einseitig die theoretischen Ansätze anderer Wissenschaftler:innen, statt sie richtig wiederzugeben. Er verkauft Zahlen aus einem einfachen Leserbrief, den er trotz mehrfacher Hinweise als "Studie" schönlügt, als wissenschaftliche Fakten. Er ignoriert die fundierte Kritik an der Wissenschaftlichkeit seiner Grundlagentexte einfach, statt sie zu widerlegen. Die von ihm geprägte Begrifflichkeit ist eindeutig politisch wertend und sogar persönlich verletzend.

    Das alles sind Todsünden in der Wissenschaft. Oder sollten es zumindest sein.

    Mit einer so hanebüchenen Herangehensweise an Wissenschaft würde jede:r Student:in gnadenlos die Prüfung versemmeln, und zwar in nahezu jedem Fach.

    Nur die Evolutionsbiologie, traditioneller Hort von Reaktionär:innen, die nackten, völlig unreflektierten Sexismus in Pseudo-Wissenschaft kleiden, scheint da eine Ausnahme zu sein. Nicht einmal die Naturalisierung von Menschenhass und Vergewaltigung sind in diesem Fachbereich tabu. Anything goes. Die hässliche "déformation professionelle", die man an Kutschera so unschön beobachten kann, scheint mir leider nicht untypisch für dieses Fach zu sein.

    Das Witzigste an der ganzen Geschichte ist aber, dass ausgerechnet so jemand sich auch noch dazu aufschwingt, die Wissenschaftlichkeit eines anderen Fachgebietes anzugreifen. Welch ein Hohn.

    Die Kasseler Universität sollte sich in diesem Fall nicht nur um ihre politische, sondern vor allem auch um ihre wissenschaftliche Reputation sorgen.
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#10 daVinci6667
  • 20.07.2017, 13:55h
  • Antwort auf #6 von goddamn liberal
  • "Merke: Auch im Atheismus liegt nicht immer das Heil."

    Hmh, einer der sich auf kath.net rumtreibt Atheist? Ich hege meine Zweifel.

    Ich stelle mir die Frage ob er das nicht vorschiebt damit ihm überhaupt noch einer zuhört? Sonst würde man ihn nämlich gleich dort einschubladisieren wo alle anderen "Wissenschaftler" landen, die an katholischen "Universitäten" "studiert" haben.
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