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Happy Birthday!

BZgA wird 50 Jahre alt

Genau vor 50 Jahren wurde die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegründet, die in den Achtzigerjahren den Slogan "Gib Aids keine Chance" prägte.


Die Aids-Aufklärung der BZgA gilt heute als Grund, warum Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn sehr niedrige HIV-Neuinfektionszahlen aufweist. 2016 startete die Behörde ihre upgedatete Aids-Kampagne unter dem Titel "Liebesleben", in der auch gruppenspezifische Plakate für Schwule erstellt wurden (Bild: BZgA)

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) feiert einen runden Geburtstag: Gegründet am 20. Juli 1967, trägt die Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums mit ihrem Sitz in Köln seit einem halben Jahrhundert mit bundesweiten Präventionsmaßnahmen zur gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung bei.

Aufgabe der BZgA ist es, der Bevölkerung fachlich fundierte und zielgruppengerecht aufbereitete Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen. Damit unterstützt sie die Bevölkerung, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln, um in gesunden Verhältnissen aufwachsen, leben, arbeiten und gesund älter werden zu können. Beispielsweise informiert die Behörde Jugendliche über die Gefahren von Alkohol und Tabak oder gibt Tipps für eine ausgewogene Ernährung.

Die BZgA spielte insbesondere bei der Aids-Krise eine entscheidende Rolle – ihr ist es, auch in der gemeinsamen Arbeitsteilung mit der Deutschen Aids-Hilfe, zu verdanken, dass Deutschland eine der niedrigsten Infektionsraten in Europa hat, u.a. dank der bisher erfolgreichsten BZgA-Kampagne "Gib Aids keine Chance", die im Jahre 1987 an den Start ging und freilich immer wieder in der Kritik stand. In den Achtzigerjahren wurde die Aufklärungsarbeit insbesondere von der katholischen Kirche angegriffen, die statt den plakatierten Kondomen lieber Werbung für Enthaltsamkeit gesehen hätte.

Noch immer Widerstand gegen Aids-Aufklärung

Die Aids-Aufklärung ist auch noch heute umstritten: So stellte die AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" im vergangenen Jahr Strafanzeige gegen die BZgA, weil die Behörde im Rahmen ihrer neuen Aids-Kampagne "Liebesleben" jugendgefährdende "Sex-Plakate" aufhängen lasse (queer.de berichtete). Die homophobe Organisation "Demo für alle" startete zudem eine Onlinepetition gegen die "schamverletzenden Bilder" (queer.de berichtete). Die Kritik an Aids-Aufklärung schaffte es auch in den Mainstream: So machten auch die Boulevardblätter "Bild" und B.Z. Stimmung gegen die upgedatete BZgA-Kampagne (queer.de berichtete).

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will von der Kritik nichts wissen: "Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Gesundheitswesens geworden. Seit 50 Jahren informiert sie Bürgerinnen und Bürger mit großem Einsatz – und oft auch mit Humor – zu wichtigen Gesundheitsfragen." Familienministerin Katarina Barley (SPD) nannte es einen Erfolg der BZgA, dass "sich Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland gut aufgeklärt fühlen". (dk)

Direktlink | Der Klassiker: Hella von Sinnen in einem BZgA-Werbespot aus dem Jahr 1989



#1 Mamduh Shafi FakhourAnonym
  • 20.07.2017, 13:00h
  • Ich habe mich gerade mal umgesehen und dabei eine noch etwas ältere Aufklärungsschrift entdeckt:

    www.reclam.de/detail/978-3-15-009933-9/

    Zum Geburtstag alles Gute der Bundeszentrale!

    Es ist gut und wichtig, dass den AIDS-Hilfen noch eine weitere Instanz gegenübersteht. Zu einer Vertiefung des Niveaus hat das allerdings nicht geführt, zumindest nicht in den Darstellungen für's gemeine Publikum.

    »Schamverletzende Bilder« und »Sex-Plakate« sind gut und richtig!

    Nur: Darin erschöpft sich die Tätigkeit der BZgA nicht.

    Ausserdem werden wir alle etwas älter und ruhiger (das gilt sogar für den HI-Virus) und da wäre es nett, wenn einem bisweilen auch etwas anspruchsvollerer Kost serviert werden könnte.
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#2 Rosa SoliAnonym
  • 20.07.2017, 14:17h
  • Antwort auf #1 von Mamduh Shafi Fakhour
  • Du wirst vielleicht älter und etwas ruhiger. Aber jüngere Leute folgen nach und sind nicht ganz so "ruhig". Deshalb bleibt die HIV-Prävention ein wichtiges Thema für die nachfolgende Generation. Ich finde, dass die BZgA das für die Allgemeinbevölkerung in den zurückliegenden Jahren gut gemacht hat.

    Aus heutiger Sicht war es meiner Meinung nach geradezu eine Meisterleistung, das Kondom aus der Schmuddelecke zu holen und zu einem gewöhnlichen Gegenstand zu machen, den man überall zu kaufen kriegt - und das gegen erhebliche Widerstände der Moralapostel. Kaum zu glauben, dass man damals ernsthaft den Gummis ihre Wirkung als Infektionsschutz abgesprochen hat. Der SPIEGEL hüllte Gesundheitsministerin Süssmuth auf seinem Titelblatt in ein Ganzkörperkondom, um sie mit Häme und Spott zu belegen, weil sie die safer sex-Strategie propagierte. Für das Magazin war sie "die Lehrerin, die nicht viel Ahnung von Seuchenbekämpfung hat".

    Heute wissen wir, so pathetisch es klingt, dass dieses Gummi zigtausend Menschen vor einer damals noch tödlichen Krankheit bewahrt hat. Die BZgA hat mit ihren Kampagnen großen Anteil daran.

    "Tinaaaaa, wat kosten die Kondome?" bleibt als Highlight unvergessen.
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#3 Mamduh Shafi FakhourAnonym
  • 20.07.2017, 14:48h
  • Antwort auf #2 von Rosa Soli
  • Das ist allerdings auch schon Jahrzehnte her.

    Und es geht auch anders.

    »Doctors from Ward 5B and Ward 5A at San Francisco General Hospital were at the front line of the AIDS crisis. In 1985 they produced a VHS video to share information about symptoms of AIDS and what health care workers would experience as they worked with patients.«

    youtu.be/cjDIoLlOWQo

    (Videoquelle: San Francisco Public Library)

    Werbesprüche und lustige Kampagnen sind wichtig und nötig, Aufklärung und sachliche Informationen aber sind noch einmal etwas anderes.
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#4 Rosa SoliAnonym
  • 20.07.2017, 15:16h
  • Antwort auf #3 von Mamduh Shafi Fakhour
  • Das gab und gibt es bis zum heutigen Tage auch bei uns.
    Aber mit einer Kampagne muss man Massen erreichen und die Botschaft muss dergestalt sein, dass sie auch jeder kapiert.

    "Gib Aids keine Chance" oder "Mach's mit!" hat einfach jeder geschnallt. Man will ja nicht nur Leute erreichen, die über Abitur verfügen und an med. Grundwissen interessiert sind, sondern es sollte für alle verständlich sein, insbesondere wenn es um Verhaltensprävention geht. Und in diesem Sinne war das alles sehr wirksam.
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#5 ollinaieProfil
  • 20.07.2017, 19:59hSeligenstadt
  • Antwort auf #2 von Rosa Soli
  • >"Tinaaaaa, wat kosten die Kondome?" bleibt als Highlight unvergessen.<

    Und mit schmunzeln erinnere ich mich daran, dass es im ORIGINAL hieß: "Riiiita (Süssmuth?!), wat kosten die Kondome?"
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#6 Patroklos