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Bottomüberschuss

Umfrage: Nur jeder zehnte Schwule will einen passiven Partner

Warum haben es Bottoms schwerer, einen Partner zu finden? Die Umfrage eines schwulen Datingportals gibt Antworten.


Laut der Umfrage gibt es weit mehr Töpfe (re.) als Deckel (Bild: Man's Art)

Eine am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des deutschen Datingportals gay.de unter 1.121 Nutzern kommt zu dem Ergebnis, dass es ein deutliches Ungleichgewicht in der sexuellen Rollenverteilung von schwulen und bisexuellen Männern gibt. Während 43 Prozent der Befragten angeben, am liebsten bottom zu sein und die passive Rolle zu bevorzugen, präferieren lediglich 24 Prozent die aktive Rolle beim Sex.

Als ausschließlich aktiv identifizieren sich sogar nur sechs Prozent. Ein Drittel bezeichnet sich dagegen als versatil und nimmt also sowohl die aktive als auch die passive Rolle ein.

Die Autoren der Studie warnen jedoch, dass die Ergebnisse mit "einer gewissen Vorsicht" zur Kenntnis genommen werden müssten. Der Einfluss queer-soziologischer Phänomene wie das sogenannte "Bottom Shaming" sollte nicht unterschätzt werden: Wer beim Sex passiv ist, bekommt nicht selten abwertende, schwache und nicht-männliche Attribute zugeschrieben.

Entsprechend zurückhaltend dürften manche Männer sein, sich selbst öffentlich in Dating-Portalen als Bottom zu outen. Möglicherweise muss daher von einer noch viel größeren Dunkelziffer der Bottoms ausgegangen werden.

Um die tatsächliche Verteilung der sexuellen Rollen etwas besser einschätzen zu können, fragte gay.de deshalb auch, welche sexuelle Rolle sich die Nutzer des Portals bei ihren Partnern wünschten. Das Ergebnis zeigt: Die Mehrheit möchte zwar einen Partner, der versatil ist, jedoch wünscht sich jeder Dritte am liebsten einen aktiven Partner. Einen passiven Partner möchte dagegen bloß jeder Zehnte.


Fast 40 Prozent haben noch nie einen HIV-Test gemacht

Zu besorgniserregenden Ergebnissen kommt die Frage nach der Testbereitschaft für sexuell übertragbare Krankheiten: So gaben 39 Prozent der Befragten an, noch nie einen Test auf HIV oder andere Geschlechtskrankheiten durchgeführt zu haben. 32 Prozent lassen sich ein Mal im Jahr testen, neun Prozent alle sechs Monate und 20 Prozent alle drei Monate oder öfter.


Der hehre Wunsch nach Treue

Das Konzept der Treue steht bei vielen Schwulen hoch im Kurs: Mehr als drei Viertel der Befragten ist sexuelle Treue in der Beziehung wichtig oder sehr wichtig. Allerdings offenbart die Frage nach dem eigenen Verhalten einen Widerspruch: Demnach sind 52 Prozent schon mindestens einmal fremdgegangen. (cw)




#1 AnonAnonym
  • 20.07.2017, 15:28h
  • Es gibt eine Umfrage von Romeo, die genau das Gegenteil besagt. Bei solchen Seiten sind eben Leute, die bestimmte Dinge suchen, ein Bruchteil von Männern, die mit Männern schlafen, sind dort angemeldet. Solche Umfragen sind eben nicht repräsentativ.
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#2 TamakAnonym
  • 20.07.2017, 15:44h
  • "Umfragen" im Online-Format leiden typischerweise unter einem Präselektionseffekt.

    Vor Jahren erschien mal ein Artikel über die Profile bei gayromeo ("schwules Einwohnermeldeamt"), bei denen ein sehr ausgeglichenes Verhältnis festgestellt wurde (leichter Überschuss an "Tops"). Ich halte das für sehr viel repräsentativer. Im Übrigen entspricht dies auch meiner Erfahrung bei ca. 100 Sexualpartnern auf 15 Jahre verteilt: Etwa gleiches Verhältnis. Kann das Gejammer wirklich nicht verstehn, hatte als Passiver nie ein Problem einen Aktiven zu finden.
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#3 daVinci6667
  • 20.07.2017, 18:40h
  • Ich persönlich glaube, es gibt mehr Bottoms als Topps. So meine Beobachtung, die aber sicher nur subjektiv sein kann.

    Der Wunsch bei mir war jeweils auch einen versatile Partner zu finden. Wer stur nur auf eine Rolle fixiert ist, hat auf dem Partnermark sicher einen Nachteil.

    Gleichzeitig glaube ich aber auch nicht, dass dies bei vielen alleiniges Ausschlusskriterium ist. So finden sich sicher viele schwule Paare wo beide eigentlich beide lieber Bottoms sind, die Partner aber jeweils dem anderen zuliebe mal abwechselnd Topps sind.
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#4 VersatileAnonym
  • 20.07.2017, 18:43h
  • Das ganze hat meiner Meinung nach auch was mit Erwartungshaltung und Leistungsdruck zu tun:

    Wenn ich penetrieren will muss das Gegenüber schon ziemlich gut meinen Wunschvorstellungen entsprechen oder ich ziemlich dicke Eier haben.

    Auf den Bauch drehen und hinhalten geht aber immer und mit jedem.

    Wenn ich mal wieder im Chat gefragt werd ob ich gleich vorbeikomme und ihn so richtig hart durchnehme müsste ich ehrlich sagen: Moment mal, ich muss dich erst mal live sehen und dann entscheidet es sich, ob das geht oder nicht.

    Im Zweifelsfall lautet die Antwort dann eben: Nee, lass man gut sein, Alter!
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#5 R2h2Anonym
  • 20.07.2017, 19:21h
  • "Bottoms"? Kann man das auch auf Deutsch sagen, so dass jeder versteht worum es geht, oder ist das eine Seite die nicht für ALLE gedacht ist?
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#6 ollinaieProfil
  • 20.07.2017, 19:22hSeligenstadt
  • >"Bottom Shaming" sollte nicht unterschätzt werden: Wer beim Sex passiv ist, bekommt nicht selten abwertende, schwache und nicht-männliche Attribute zugeschrieben.<

    Oh jeh, die alte Leier. Das sollte doch mal langsam auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt worden sein.

    Wer so argumentiert ist noch nie richtig gut gefickt worden! Und gut heißt nicht möglichst brutales oder stupides rein-raus.
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#7 ollinaieProfil
#8 JadugharProfil
  • 20.07.2017, 20:17hHamburg
  • Ich wurde mal von einen Schwulen gefragt, bist du top oder bottom? Ich antwortete, daß ich weder das eine noch das andere bin. Niemals top und niemals bottom!
    Da antwortet der entsetzt mit einer Gegenfrage`Bist du überhaupt schwul? Ja sagte ich, absolut schwul und deswegen suche ich nicht wie ein Heterosexueller nach einen Loch! Für mich ist das Klischee sexueller Praktiken einfach zu einseitig.
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#9 einsprucheuerehrenAnonym
  • 20.07.2017, 20:22h
  • Hier wird einfach mal davon ausgegangen, dass Analverkehr das Maß aller Dinge sei, und ignoriert, dass einige Schwule sich aus Ficken nicht so viel machen, wie es Pornos und solche Artikel suggerieren.

    Wenn ich gerne blase, dann will ich sehr wohl einen passiven Partner ;)

    Ein entsprechender Absatz hätte nicht geschadet, aber so ist der Beitrag meines Erachtens mangelhaft, weil er der Vielfalt schwuler Sexualität nicht entspricht.
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#10 ollinaieProfil